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Archive for Januar 2012

Liebelei

Geständnis
Einer Affäre in Rot
Stille undurchsichtig
Klirrend wie Eis

Blaue Blicke
Treffen tödlich
Magenta Pfeile
Aus Verachtung und Hass

Rosarotes Leben
Zerstört mit harter Hand
Schwarzer Schlussakkord
Beendet erhoffte Unendlichkeit

 

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Es ist alles still. Natürlich ist nicht alles still. Von überall her dringen Geräusche zu mir. Ich höre meinen Atem und trotzdem: es ist alles still. Der See liegt vor mir ausgebreitet, wie ein schillernd grünes Tuch. Die Enten und Gänse gleiten gemächlich darüber hin. Die Blätter der Bäume wispern leise und über ihren mächtigen Baumkronen wandern Wattewolken. Spaziergänger gehen fröhlich plaudernd vorüber. Ich sehe zu, wie die Sonne ihre warmen Strahlen durch die Blätter schickt und Muster auf den Weg malt. Ich wünsche mir ein leichtes Herz, um alles so zu genießen, wie ich es jetzt sehe. Den Augenblick fest zu halten. Mit allen Farben, dem Duft des gemähten Grases, und dem Gefühl der lauen Brise auf meiner Haut.
Aber ich kann nicht unbeschwert sein, wenn die Welt um mich herum in Scherben fällt. Menschen, die geplant töten, rauben, betrügen. Egoisten, denen nichts heilig ist, nicht der Planet auf dem sie leben und nicht die Geschöpfe darauf.
Ich bestehe aus Knochen, überzogen mit Sehnen, Muskeln, Fleisch und Haut. In mir schlägt ein Herz, in meinem Schädel arbeitet ein Gehirn. Ich weiß, dass die Zeit kommt, da wird nichts mehr davon übrig sein. Die Zellen zerfallen zu Staub, vielleicht noch ein paar Erinnerungen, die jemand an mich hat. Wo wird meine Seele sein? Ich habe den Wunsch, dass sie nicht verloren geht, aber ich mache mir keine Hoffnung.
Ich sehe den Tag, die Gesichter der Wolken. Ich bin nur ein Sandkorn am Strand, ein Tropfen im Meer. Ich liebe das Leben und diese Erde.

Den Text habe ich im letzten August geschrieben und gerade, beim Durchblättern meines Arbeitsjournals, wieder gefunden. Die Jahreszeit hat sich geändert, aber meine Gefühle nicht.

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Alltagsmonotonie

Langeweile kriecht über mich hinweg
Wie Wellen branden in der Flut
Scheuert mir die Seele wund
Betäubt langsam alle Sinne

Leere macht sich breit
In meinem Kopf und meinem Herzen
Meine Seele trocknet aus
Mein Geist versengt vom Alltagseinerlei

Monotonie die meinen Herzschlag bremst
Tage rauschen ungelebt vorüber
Nächte fließen ungeträumt dahin
Unter meinen Händen rinnt die Zeit

Was ich auch tue
Wohin ich auch gehe
Am Ende stehe ich wieder am Anfang
Meiner Alltagsmonotonie

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Turner

Das Bild von Turner schrieb seine Stimmung in mein Herz. Der Mann neben mir ließ seinen Blick auf mir ruhen. Rot, wie Turners Sonne. Er war warm und wohltuend auf meiner Haut. Mir war als könnte ich seinen Herzschlag hören und sein Atem strömte gleichzeitig mit meinem. Der Mann berührte meine Hand und die Klänge unserer Seelen vereinigten sich zu einer einzigen Sequenz.
Das Rot aus Turners Gemälde lief über seine Ränder und erfüllte mein Herz und meinen Geist. Der Mann sagte kein Wort, aber seine Augen sagten mir, dass er wusste, dass ich mich ihm hingegeben hatte. Ich hatte mein Einverständnis in seine Gedanken gelegt. Es gab kein Zurück. Das Unwahrscheinliche war passiert. Die Grenzen fielen und die Tabus schmolzen.

Auf die Liebe

Die Limousine fuhr vor und er hielt mir die Tür auf. Als der Wagen sich in Bewegung setzte, öffnete er die Sektflasche und goss zwei Gläser ein. Er lächelte und ich wusste warum. Als erfahrener Liebhaber kannte er die richtigen Sätze, um eine Frau zu beeindrucken und für sich einzunehmen. Er hatte die richtigen Worte gefunden und ich hatte jeden Widerstand aufgegeben. Ich hatte ihn siegen lassen.
„Lass uns anstoßen.“
Er reichte mir einen Sektkelch. Als wir anstießen, klirrte das dünne Glas.
„Feiern wir die Liebe.“
Sein Blick suchte meinen.
„Auf die Liebe.“
Ich würde diese Nacht genießen, jede Sekunde mitnehmen und mich bedingungslos fallen lassen.
Nur das Eine würde ich ihm nicht geben.

Sie steht still

Die Uhr quält sich die Sekunden ab. Immer langsamer rückt der Zeiger vor. Wenn ich nicht mehr hinsehe, läuft der Zeiger dann schneller?
„Die Zeit wird nicht schneller vergehen, egal wie konzentriert sie hinsehen.“
Die Stimme an meinem Ohr ist so sanft, wie ein Windhauch und der warme Atem, der meinen Nacken streift bereitet mir ein lustvolles Erschauern.
Ich weiß genau, wer er ist. Schon eine ganze Weile beobachtet er mich. Seine Augen haben mich Zentimeter für Zentimeter abgetastet. Nicht dieses rohe Ausziehen und taxieren, das manche Männer drauf haben, wenn sie eine Frau möglichst rasant ins Bett kriegen wollen, sondern ein zartes Berühren meines Gesichts, meines Halses, der Schultern, des Körpers, der Beine.
Die Energie seiner dunklen Augen hat mich in Schwingungen versetzt. Ganz tief in meinem Bauch hat es angefangen, als seine Blicke über meinen Hals glitten. Zärtlich war er gewesen. Eine Liebkosung so sanft, dass sich jedes Härchen meines Körpers aufstellte. Jeder weitere Blick hat die Vibrationen gesteigert. Immer tiefer. Immer atemloser wurde ich.
Jetzt ist er mir so nah gekommen, dass ich seine warmen Atemzüge fühle, seinen Blick der sich auf meine Lippen richtet und ein wildes Sehnen, eine heiße Wonne zieht durch meinen Körper, dass ich kaum noch kontrollieren kann.
„Warum?“, frage ich leise.
„Weil ich dich will.“
„Warum mich?“
„Weil du fantasievoll, leidenschaftlich und neugierig bist.“
Seine Hand legt sich in meine Taille. Der Uhrzeiger steht steht still. Ich halte den Atem an.
„Komm“, sagt er.
Ich schließe für einen Moment die Augen.
„Du.“
Seine Stimme ist wie ein Kuss. Ich öffne die Augen. Sie steht immer noch still. Wir gehen hinaus.

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J.C. Oates hat Recht. Am Ende bin ich beim Schreiben allein. Niemand nimmt mir die Suche nach den richtigen Worten ab. Schließlich kennt sie keiner, außer mir. Ob es fließt oder ich mich abmühe, niemand nimmt mir die Last von den Schultern. „Schreib dir die Seele aus dem Leib“ – guter Vorschlag und dann? Tausende Seiten und kein Ende. Wo ist Anfang und wo Ende? Keine Durchblick mehr, aber seitenlange Mono- und Dialoge. Super, man versucht das Werk seines Lebens zu schaffen und dann(?) werfen geplagte Lektoren einen schnellen Blick drauf und schicken dir eine unverbindliche Absage. – Wieder allein!
Was bleibt? Papier, eng bedruckt mit Worten, die wir uns abgerungen, die uns Herzblut und wertvolle Zeit gekostet haben. Wer will die Texte dann noch haben? Meine Kinder? Vielleicht sind sie, wenn sie erwachsen sind, stolz darauf was ihre Mutter fabriziert hat oder sie tippen sich gegen die Stirn und denken, dass ich nicht alle Tassen im Schrank hatte und da könnten sie gar nicht so falsch liegen, wenn man das Zitat von Cicero liest: „Ich habe nämlich oft gehört, kein Dichter sei ohne inneres Feuer, keiner ohne einen gewissen Wahnsinn zu denken.“
So beißt sich die Katze in den Schwanz (tut sie wirklich!). Jeder Schriftsteller ist beim Schreiben allein. Egal, ob man in einem Kurs/Seminar zusammen sitzt oder nicht, die Worte müssen uns allein einfallen. Die Geschichten auch. Wobei das mit den Ideen nicht das eigentliche Problem ist. Es sind genug da, aber nicht immer die Möglichkeit die Idee in Schrift zu verwandeln. Oder die Zeit.
Gestern Nacht im Bett, dachte ich über diesen Text nach. Legte mir die Worte hübsch zu recht, modellierte die Sätze -und schlief ein. Heute fällt mir kein Wort von denen ein, dass ich gestern dachte. Weg! Verschwunden in meinen Träumen, sollte ich welche gehabt haben. Die verschwinden leider sobald sich die Morgensonne zeigt. Darum wächst der Ordner „Träume“ ungleich langsamer, als der „nur ein paar Worte“.
Joseph Conrad schrieb: „Schreiben ist die Umwandlung nervöser Kraft.“ Wie wahr. Ohne Schreiben werde ich nervös. Um diesen Zustand zu beenden muss ich schreiben. Und doch, wenn ich mich gequält habe und die Zeilen lese, mein Perfektionismus durchbricht, werde ich wieder nervös. Ich fürchte nicht gut genug zu sein und meine geliebte Schreiberei nach meinem Tod zu Fischfutter verarbeitet wird.
Wie viel Gesellschaft ich auch habe, in einer Ecke meines Herzens werde ich immer allein sein (dagegen kann ich nichts tun. Ich schreibe gegen meine Einsamkeit an, aber sie bleibt, die Sehnsucht, die mich treibt.) Autorenschicksal. Ich reihe mich damit immerhin in eine prominente Personengruppe ein. Und das hat doch was!

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Verirrt

Das Wasser schlug über mir zusammen und ich strampelte panisch mit Armen und Beinen, um wieder zur Oberfläche zugelangen. Ich schluckte Wasser, hustete und prustete. Fix und fertig erreichte ich den Beckenrand. Erschöpft kroch ich aus dem Pool. Mir kamen die Tränen und ich wollte nur noch zu meiner Mutter. Wo sollte ich sie suchen? Ich war gerade fünf Jahre alt und kannte mich in dem riesigen Freibad überhaupt nicht aus. Die Wasserrutsche hatte mich angelockt und ich war völlig gedankenlos losgerannt, obwohl ich nicht schwimmen konnte. Genauso ging ich jetzt auf die Suche. Ich lief einfach jeden Weg entlang, in der Hoffnung, meine Mutter zu finden. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bis ich sie endlich wieder gefunden hatte. Mein Bruder, der mir zur Rutsche gefolgt war, war ebenfalls verschwunden. Meine Mutter hielt mir eine saftige Strafpredigt und wollte sofort nach Hause, aber nachdem mein Bruder wieder auftauchte, blieben wir doch. Ich bin nicht mehr ins Wasser gegangen. Ich hatte genug.

Ich neige zu diesen Verirrungen, obwohl dies das einzige Mal war, bei dem ich mich buchstäblich verirrte. Aber auf dem Weg zu mir hab ich mich oft verirrt und eine ganze Menge Umwege gemacht. Wenn ich etwas sah oder wollte, dann bin ich einfach darauf zu gelaufen und habe es getan. Die Konsequenzen sind dabei, wie Wellen, über mir zusammen geschlagen.
„Aus Fehlern lernt man“. Blöder Spruch! Ich wollte gleich das Richtige tun, Zeit sparen und geradedurch marschieren. Aber das Leben hat mir meine Lektion erteilt. Es gibt keine geraden Wege.
Ich glaube, das ist auch nicht nötig. Um zu schreiben, zu verstehen, zu leben, muss ich sehen, leiden, freuen, lieben, verlieren, lachen und weinen. Was nützt der gerade Weg, wenn ich nicht mit anderen empfinden kann, keine Leidenschaft, kein Herz in das, was ich tue, legen kann? Ich verirre mich nicht mehr so oft, aber wenn es so ist, dann sehe ich es als Chance. Etwas Neues zu erleben, Neues auszuprobieren und besser zu verstehen, was leben bedeutet.

Dazu habe ich ein schönes Zitat gelesen: „Gedichte mit zwanzig zu schreiben, heißt zwanzig sein. Sie mit vierzig zu schreiben, heißt Dichter sein.“

Francis Carco (französischer Schriftsteller)

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Un-Worte

Ein stiller Wintertag. So still, dass ich meinen Herzschlag hören kann und es tut weh. Könnte ich doch aufhören zu fühlen. Einfach so. Den Schmerz und die Sehnsucht in ein Paket verschnüren und in den tosenden Fluss werfen, mit einem milden Lächeln zusehen, wie sie versinken. Dann in aller Seelenruhe nach Hause gehen, mich aufs Sofa setzen und nie wieder diese lästigen Gefühle der ganzen UN-Worte aushalten müssen. Unzufrieden, unnahbar, unglücklich, unerfüllt, unromantisch, ungeliebt, unmöglich, ungerecht…

Ich wünsche mir, dass ich atmen kann ohne den Schmerz der Unvollständigkeit zu spüren, dieses nagende Gefühl ungenügend, unattraktiv, unfähig zu sein.

Ein stiller Wintertag. Die Sonne färbt die Ränder des Horizonts in sanftes Rosa und das blasse Blau des Himmels wird, wenn der fortschreitende Tag den Puderzucker geschmolzen hat, in ein kräftigeres Azur wechseln. Und doch, in mir ist Alltag. Immer derselbe Trott, ein Hamster in seinem Rad, Zeit totschlagend. Ich schreibe um meiner Einsamkeit Einhalt zu gebieten, anschreiben gegen die Monotonie, meine Sehnsucht auf dem Papier einzukreisen, damit sie mir nicht über den Kopf wächst und mich dumme Dinge tun lässt. Unvernünftig, unbändig, unangepasst, unrealistisch, unstet, unsachlich, unbekümmert sein.

Mein Herz ist so voller Liebe, Sehnsucht, Romantik, Wildheit, Begeisterung, Zärtlichkeit, Lachen, Freude und doch hat sich der Gleichklang der Tage wie ein eisernes Band um meine Brust gelegt, dass mich nicht atmen lässt. Ich wünschte die Grenze zu überschreiten und wie immer, wenn mich dieses Gefühl quält, halte ich die Luft an und versetzte mich in eine Art Trance, denn ich habe Angst, ich könnte mein ganzes Leben in Schutt und Asche legen, wenn ich loslasse.

Nicht dass ich etwas auszustehen hätte. Es ist ein relativ normales Leben und bis auf den kaputten Geschirrspüler läuft es nicht schlecht. Und doch, laufe ich innerlich gegen Wände, trete gegen Türen, schmeiße Steine gegen meine Fenster und schreie was das Zeug hält.

In dem Film E-Mail für dich, als sich Kate von ihrem Freund trennt, fragt er sie, ob es einen anderen gibt. Sie lächelt und antwortet: Nein, aber ein Bild von einem anderen (sie hatte ja bis dahin noch keinen Sichtkontakt mit Joe). Und das ist der Punkt! Da ist ein Bild! Das Bild eines Lebens, eines Menschen, eines Zustandes, den ich in meinem Herzen trage. Das Gefühl noch nicht dort zu sein, wo ich sein muss. Ist das nur meine Illusion, aufgebaut von den Gedanken, die einen in der Mitte des Lebens heimsuchen, oder ist es mir tatsächlich möglich dorthin zugelangen, an diesen bis jetzt noch imaginären Ort?

Mein Motto war immer: ich schreibe mir das Leben schön. Schreiben ist für mich, trotz der zwei Bücher, immer Selbstzweck gewesen. (Ich wünschte ich hätte mehr Selbstbewusstsein und vielleicht auch mehr Ehrgeiz.) Schreiben ist für mich: Spaß, um mich aufzumuntern, den Tag sonniger, heiterer, aufregender zu gestalten. Auf dem Papier. Aber wenn man das tut, beginnt man auch darüber nach zudenken, was wäre wenn… wenn ich in diesem Haus leben würde, in diesem Beruf arbeiten könnte, diesen Menschen treffen und dieses Abenteuer erleben würde? Das ist ein Gefühl, das einem die Seele mit einer Eisenkralle aufreißt bis man blutet und die Wunde zu schließen ist nicht so einfach. Eben mal ein Pflaster reicht nicht.

Für die Menschen um einen herum, kann das Aussprechen dieser Gedanken schmerzvoll sein. Ist er/sie nicht mir zufrieden? Was mache ich falsch? Nichts machen sie falsch. Es ist nur in meinem Kopf, meinem Herzen. Die Frage, die mich umtreibt ist, wie weit kann ich gehen? Wie egoistisch darf ich sein?

Es ist immer noch ein wunderschöner Tag. Das Rosa ist verschwunden, nur das Blau ist geblieben und dieses unbändige, wilde Gefühl, das Sehnsucht heißt.

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