Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Juni 2012

Mein Name ist Earl. Dr. Who. Hot in Cleveland. Spooks. Death in Paradies. Memphis Heat. (Oh, sorry, dass heißt ja Beat, auch wenn Jason Lee ziemlich hot ist.) Und so ganz nebenbei lese ich Jim Butcher, Bluthunger und alle möglichen seichten Schmonzetten, von der Art Hedwig Courts Mahler, über verschiedene Gedichtbände.

Warum schreibe ich das? Oder besser, warum schreibe ich deswegen nicht. Und da kommt mein Textchen, oder was auch immer das hier sein soll, erneut ins Stocken. Ich überlege mir (mal wieder!!!), was machst du hier? Ich habe eine Geschichte, an der ich wie besessen geschrieben habe, 160 Seiten, und befinde mich gerade in einem Black Hole. So ein Mist! Was ist mit mir los? Ich war so drin und dann … kam die Arbeit. Keine Zeit mehr. Keine drei Stunden am Stück, die ich gemütlich schreiben kann. Müdigkeit, Erschöpfung.

Ganz einfach ausgedrückt, Fernsehen ist leichter (und übrigens Frau muss ja auch recherchieren, sagt meine Tochter). Oder etwas Triviales lesen. Da sitzen und mich berieseln lassen. Ich schreib mal hier und da ein paar Seiten, aber nichts das mit meiner Geschichte zu tun hätte. Das wurmt mich, macht mich wütend … auf mich und schwupp bin ich in diesem Teufelskreis aus: Ein Schriftsteller schreibt täglich, meiner momentanen Verfassung und meinem eigenen Perfektionismus gefangen. Ich sollte mich nicht schuldig fühlen, nur weil ich in diesem blöden Alltag gefangen bin und das Hamsterrad gerade nicht verlassen kann. Andere sind das auch. Vielleicht merken sie es nicht, das mag sein. Ich merke es und das ist möglicherweise ein Teil meines Leidens.

Immerhin hat mich das Ganze dann doch etwas erhellt. Earl Hickey sieht gut aus, wenn er nicht Earl ist, und zwar in Memphis Beat. Dass David Tennant mein allerliebster Lieblingsdoktor Who ist. Obwohl er nicht so nett ist, wie ich dachte. Also kann jemand einerseits ein liebenswerter Kerl und andererseits ein unerbittlicher Mann sein, ein sehr zorniger Mann.

Adam Carter ist neben Lucas North einer der heißesten

Agenten, auch wenn uns Hollywood etwas anderes erzählen will. Herz am rechten Fleck und Killerinstinkt … ich mag eben doch die Bad Boys, wenn wenigstens ein bisschen Gutes in ihnen steckt und sie so gut aussehen. Aber warum auch nicht? Das ist doch genau der Zweck, zu dem Filme, Bücher und so weiter entwickelt werden. Medien sind Opium fürs Volk. Oder so ähnlich.

Und Jim Butcher schreibt Fantasy. Sein Charakter, Harry Dresden, ist ein Hexer. Ein cooler noch dazu. Er hat eine Menge Tricks drauf, wilde Arbeitsgeräte und ich habe neue Erkenntnisse über das, was ein Hexer so macht. Dabei fiel mir die Sache mit dem Schreibkurs in Frankfurt wieder ein, als mich die eine Frau angemacht hat, weil ich angeblich nicht den richtigen Spruch in meiner Geschichte verwendet habe. Ist doch bemerkenswert: Vieles was Jim Butcher über Vampire und die Herkunft von Dracula schreibt habe ich auch noch nicht gehört. Ich finde es gut, aber es ist neu. Neu ist gut, wenn es gefällt. Finde ich. Aber darüber kann man natürlich geteilter Meinung sein.

Am schlimmsten während meiner Arbeitsverdrängungsphase sind die trivialen Liebesromane. Ich schmachte dahin, entwickele meine eigenen Szenen, in denen ich schwelge … das sind dann auch die Texte, die ich schreibe. Rosarot und himmelblau. Ich sollte eine Romanze schreiben. Vielleicht werde ich die Romantiksucht dann los?

Aber ich will eigentlich meinen derzeitigen Roman endlich zu Ende schreiben. Der Kopf ist voll. Die Ideenzettel auch und ach ja, die letzte Lektion vom Fernstudium steht noch aus, denn ich bin ja sooo fleißig (mein Fernlehrer). Es gäbe eine Menge Geschichten zu schreiben und ich bin froh, froh, froh, dass ich so viele Einfälle habe, aber (jetzt kommt`s): Vielleicht ist es zu viel. Kann es ein Zuviel an Ideen überhaupt geben? Hätte ich keine, was wäre dann? Würde ich nicht dauernd darüber nachgrübeln, warum ich keine Einfälle mehr habe.

Ich glaub, ich sehe mir die nächste Folge „Spooks“ mit Lucas North an, oder schwelge bei einem Kaffe in „Fesseln der Liebe“. Nur zur Recherche natürlich! Was sonst!

Advertisements

Read Full Post »

Wie befreiend es doch sein kann, zu sein, wer man ist! (Wenn wir danach streben, alles aus uns herausholen zu wollen was wir sein wollen, würde es bedeuten, dass wir nicht sind, wer wir im Moment sind. Aber das sind wir!) Nicht alles aus sich raus holen zu müssen, sondern auch der zweite, dritte oder vierte Beste zu sein. Sich ständig sagen zu lassen, du machst zu wenig aus dir, du kannst mehr, wenn du deine Schwächen überwindest, statt sich zu sagen: das was ich tue mache ich mit Herzblut und das ist gut so. Vor allem ist es entspannend und das ist es, was wichtig für mich ist. (Im Gegensatz zu der Philosophie meines Vaters!)

Ich baue meine Stärken aus, statt an meinen Schwächen herum zu experimentieren und ständig frustriert zu sein, weil ich es nicht schaffe, so gut zu sein, wie die anderen es von mir erwarten.

Es kann sehr befreiend sein etwas aufzugeben, wenn man merkt, es funktioniert nicht. Wenn man immer nur stur in eine Richtung geht, nimmt man sich die Gelegenheit eine bessere Chance zu bekommen. Denn eines ist eine unumstößliche Tatsache: Ich kann nicht alles schaffen, was ich mir in den Kopf gesetzt habe!

Egal wie einfach diese Erkenntnis ist. Sie hat mich sehr getroffen. Eine einfach Wahrheit, aber weitreichend in ihren Folgen: denn sie wird mir helfen, das Leben und das was ich habe zu genießen. Achtsam mit den Dingen um zu gehen und mich über das zu freuen, was ich habe und nicht hinter etwas her zu laufen, dass ich aus verschiedenen Gründen nicht erreichen kann.

Ich bin nicht perfekt und werde es nie sein. Nicht mehr und nicht weniger! Fakt!

Schön wenn man endlich Einsichten gewinnt, die man eigentlich längst hatte, aber auf die man sich nicht verlassen hat, weil andere einem immer einreden wollen, was man alles aus sich machen kann.

Ich will nicht mehr alles haben, alles tun und Nein sagen will ich auch, wenn mir danach ist. Ich bin kein Opfer. Auch wenn mich meine Kindheit geprägt hat, ist das kein Grund in einer Opferhaltung zu verharren. Ich kann handeln und bin für mein Leben verantwortlich. Dass lasse ich mir von keinem kaputtmachen. Punkt!

Ich fand die Erkenntnis sehr erhellend, dass die wenigsten Leute echte Süchte haben. Wenn man mit schlechten Gewohnheiten brechen will, dann sollte man etwas tun: AUFHÖREN. Wer hätte das gedacht? Wenn es nicht so ernst wäre, dann wäre es zum Lachen.

„Niemand, auch ich nicht, ist liebenswert, wenn er sich nicht liebenswert benimmt. Liebe ist etwas, das wir uns verdienen, nicht etwas, das uns zusteht. Sorgen sie sich mehr darum, wie liebenswert sie sind, als um ihren Selbstwert.“ (Da gibt’s kaum was hinzu zufügen!)

„Unsere Unfähigkeit das Leben zu genießen, prägt unsere Sicht der Dinge, der Positiven wie der Negativen. Indem wir unser Leben an dem anderer messen und damit vergleichen, statt einfach aktiv zu leben, hindern wir uns selbst am glücklichen Leben.“

„Achtsame Denker lassen sich von Regeln leiten, wohingegen sich unachtsame Denker Regeln unterwerfen.“

Ich muss heute einiges abschreiben, weil ich es nicht besser sagen kann. Ich denke, dass ich in einigen Bereichen ein unachtsamer Denker war (bin, niemand ist perfekt), weil ich mich Regeln unterworfen habe, statt mal zu überlegen, dann wäre mir viel früher ein Licht aufgegangen. Ständig glücklich sein zu müssen, was uns als das höchste Gut angepriesen wird, kann uns ganz schön in Stress versetzen. Glücksstress. Niemand ist immer glücklich! Wie auch, in dieser Welt und trotzdem kann man sein Leben genießen.

 

Der Gedanke, dass ich nicht glücklich sein muss, aber kann

Der Gedanke, dass ich meine Stärken ausbauen sollte

Der Gedanke, dass Traurigkeit ein normales Gefühl ist

Der Gedanke, dass ich kein Opfer bin, sondern Handelnder

Der Gedanke, dass ich keine Süchtige, sondern Genießende bin

Der Gedanke, dass ich nicht alles schaffen kann und nicht muss(!!!)

Der Gedanke, dass ich eine von vielen bin, die nicht den ersten Platz gemacht hat

Der Gedanke, dass ich aufgeben kann, wenn ich merke, dass ich auf dem Weg nicht weiter komme

… sind allesamt sehr beruhigend, entspannend und tragen zu meinem Seelenfrieden bei!

Read Full Post »

Man muss weggehen können

und doch sein wie ein Baum:

als bliebe die Wurzel im Boden,

als zöge die Landschaft und wir ständen fest.

Man muss den Atem anhalten,

bis der Wind nachläßt

und die fremde Luft um uns zu kreisen beginnt,

bis das Spiel von Licht und Schatten,

von Grün und Blau,

die alten Muster zeigt

und wir zuhause sind,

wo es auch sei,

und niedersitzen können und uns anlehnen,

als sei es an das Grab

unserer Mutter.

 

Hilde Domin

 

Das erste Mal hörte ich ein Gedicht von Hilde in einem

Seminar. Es ging um Biografie. Das Gedicht hat mich

schwer beeindruckt und darum möchte ich euch heute

dieses Gedicht ans Herz legen.

Read Full Post »

Feuerwirbel

Schatten tanzen

Im Feuerwirbel

Sie werden geläutert

Im Feuerwirbel

Die äußere Hülle verglüht

Lässt nur die Wahrheit zurück

Im Feuerwirbel

Fand ich meine Sprache

Read Full Post »

Tag

Ich liebe den Tag

Sonne, Wind und Wolken

Die Stunden mit dir

Sonne, Wind und Wolken

Dir in die Augen zu sehen

Dich unendlich zu lieben

Sonne, Wind und Wolken

Ich liebe den Tag und dich

 

Read Full Post »

„Oh, mein Gott! Kann ich nicht selber fahren?!“

Der Fahrgast dreht sich entsetzt weg und lässt mich stehen, nachdem ich mich als seine Fahrerin vorgestellt habe. Ich glaub, ich hör nicht richtig, aber ich lächele weiter. Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps.

Na, warte, dir werd ich es zeigen! Denke ich und fahre wie eine Eins. So elegant und flüssig, dass ich mir insgeheim selbst auf die Schulter klopfe. Als wir ankommen, steigt er aus und ich sage:

„Na,  haben sie sich mit mir im Auto sicher gefühlt.“

Seine Gesichtszüge entgleisen.

„Manchmal muss man eben einen Spruch machen.“

Er windet sich wie ein Aal. Zum Glück für bin ich die netteste Fahrerin diesseits des Rheins und lasse meine Faust da, wo sie ist.

Gibt es tatsächlich noch Männer, die so chauvinistische Ansichten haben? Ja, ok, es gibt sie! Aber ich dachte bis heute, das wären nur solche Prolltypen, die glauben, jede blonde Frau wäre gehirnamputiert.

Nur mal kurz für euch Jungs: Nein, blonde Frauen haben nicht nur Luft im Kopf. Sie haben eine Menge Grips und: Blond ist nur eine Haarfarbe und kein Zustand!!!! Leider haben sogar Männer dieses Vorurteil, die es besser wissen sollten … also die sogenannten Gebildeten, oder sind es Eingebildete?

Ich glaube schließlich auch nicht, dass Männer nicht zuhören können, nur weil es da so ein Buch gibt, das diese „populäre“ Ansicht verbreitet. Ich bin blond, aber nicht blöd. Ich weiß zum Glück, dass Männer sehr gut zuhören können und dass es Männer gibt, die wissen, dass Frauen ein Auto fahren und einparken können.

Read Full Post »

Der Concierge überreicht mir einen hellblauen Briefumschlag. An den akkuraten Buchstaben erkenne ich Andrews Schrift. Ich ahne das es kein guter Brief ist. Die Ahnung kann ich an keiner bestimmten Tatsache fest machen, aber ich weiß es. Vielleicht liegt es am Wetter, an diesem Tag, an diesem Ort oder daran, dass Andrew mich in letzter Zeit so oft enttäuscht hatte, dass ich unsere Beziehung in Frage ziehe.

Ich gehe ans Fenster hinüber. Einmal durchatmen. Früher oder später muss ich den Brief öffnen, also kann ich es ebenso gut gleich tun. Mit zitternden Fingern reiße ich den Umschlag auf. Das Geräusch des Papiers erinnert mich an das Reißen von Stoffbahnen. Ich hasse zerfetzte Ränder an Briefumschlägen. Ungeschickt fingere ich den Bogen heraus.

„Tut mir leid, Liebling. Musste für zwei Tage

geschäftlich nach Boston. Habe dir einen Scheck

hinterlegt. Amüsier dich. Bis Donnerstag.

Kuss Andrew“

Ich knülle Umschlag und Brief zusammen. Zwei Tage amüsieren. Das ist es was Dean von mir denkt. Ein kleines Weibchen dessen größtes Glück es ist auf Shoppingtour zu gehen. Habe ich mich so verändert? Mich von Dean zu diesem Weibchen machen lassen? Oder kennt er mich einfach nur so wenig? Als wir uns vor einem Jahr kennenlernten, bemühte er sich sehr um mich. Besuchte Musen, Theater, Konzerte mit mir, wanderte mit mir in den Bergen von Nevada und saß stundenlang mit mir am Atlantik um den Wellen zu zusehen. Davon ist nichts übrig geblieben. Alles was zählt ist sein Job, seine Karriere und ich muss mich hinten anstellen.

Ich spüre, wie sich mein Hals zuzieht. Ich bekomme keine Luft mehr. Fasse nach meiner Perlenkette. Deans Verlobungsgeschenk. Ein kräftiger Ruck und sie reißt entzwei. Die harten Muschelkerne springen in alle Richtungen und klirren leise auf dem sandfarbenen Marmorboden. Ich sehe ihnen zu. Habe ihnen die Freiheit gegeben. Man soll keine Perlen verschenken, sie bringen nur Tränen. Ich schlucke meine herunter.

Es ist vorbei. In zwei Tagen werde ich in Paris sein, wie geplant. Ohne Dean. Ich bitte den Concierge den zerknüllten Brief und Deans Flugticket in den Papierkorb zu werfen und meine Rechnung für den nächsten Tag fertig zu machen. Es wird Zeit mein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

„Paris ist herrlich im Frühling“, sage ich zu dem Concierge und erwidere sein Lächeln, „hat man mir gesagt.“

Ich werde mich mit eigenen Augen davon überzeugen.

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: