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Archive for August 2012

Inseln

Aus Schaum geboren

Herbei geträumt

Aus strahlendem Licht

 

Sehe deine Augen

Dein Gesicht

Spüre deinen Atem

Erblicke das Verlangen

Deiner Seele

 

Entlock mir

Mein Geheimnis

Tauch hinab

Nichts existiert

Nur Körper ineinander

 

Schleuderst mich

In den Himmel

Ziehst mich

In das tiefste Meer

 

Nimmst mich

Gibt mir deine Lust

Verbrenn mich

Verschlingt mich

 

Gebe mich in deine Hand

Bin in dir verfallen

Ausgeliefert deinem Willen

Tu was du willst

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236 Seiten, die mich mehr als beeindruckt haben. Ich war schon von der „Unerträglichen Leichtigkeit des Seins“ begeistert, aber Milan Kundera hat die Geschichte in meinen Augen noch getoppt. Die Feinheit der Figuren, die Umgebung, die sich der Stimmung des Abschieds so harmonisch anpasst. Ein Buch, bei dem alles stimmt. Charaktere, Sprache, Set, das Warum und die Verquickung der Schicksale völlig fremder Menschen miteinander.

Ich muss sagen, dass ich vielleicht nicht ganz objektiv in dieser Beurteilung bin. Bevor ich „Abschiedswalzer“ las, kämpfte ich mich durch den ersten Band von „Shades of Grey“.(Soviel quer gelesen, wie bei diesem Buch, habe ich noch nie.) Dagegen kam mir „Abschiedswalzer“ wie ein Diamant unter einem Haufen Kohle vor. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Unüberbrückbar.

Milan Kundera ist ein wunderbarer Autor, der es meisterhaft versteht durch Handlung und Dialog seine Personen „erscheinen“ zu lassen. Sie sind real. Man kann verstehen, warum sie so handeln, wie sie es tun. Nichts ist überflüssig. Alles hat seinen Sinn. Es gibt keine sinnlosen Handlungsfetzen, die nirgendwo hinführen und nur als Seitenfüller dienen. Er ist ganz dem Fortgang seiner Geschichte verpflichtet. Dabei hält er das Interesse an den Figuren und die Spannung, bis zum Schluss aufrecht. Er jongliert so geschickt, dass man den Atem anhält. Am liebsten möchte man immer weiter lesen, gleichzeitig das Nahen der letzten Seite hinaus zögern. Aber das würde bedeuten, sich Zeit mit dem Lesen zu lassen und das ist unmöglich, denn man muss wissen, wie alles endet.

Milan Kundera schrieb seinen Roman 1972, also vor vierzig Jahren. Vielleicht entspricht seine Sprache nicht mehr ganz dem heutigen Slang, aber das ist gut so. Seine Wortwahl, seine Beobachtungsgabe ist fantastisch und ich kann seine Bücher wirklich jedem ans Herz legen.

Neben all den trivialen Romanen, die ihre Berechtigung haben (ich lese schließlich auch welche und ich fürchte, ich schreibe sie auch), sollte man unbedingt versuchen sich auf die Klassiker einzulassen. Liest man ihre Bücher mit offenem Herzen und Verstand, kann man für sich als Schriftsteller unheimlich viel lernen. Besonders die Liebe zu den Figuren und die Frage nach der Motivation für ihr Handeln.

Ich gebe zu, Romane wie „Shades of Grey“ spornen mich mächtig an, meine Texte besser zu schreiben. Mir wirklich Gedanken zu machen, ob ich den Leser nicht an der Nase herumführe und ihm etwas verspreche, dass ich am Ende nicht halten kann oder will. Immer wieder klar vor Augen zu haben, wohin die Geschichte führen soll. Trivial ist toll, wenn es gut geschrieben ist, aber wirklich, wirklich ziemlich blöd, wenn es schlecht geschrieben ist.

„Abschiedswalzer“ hingegen ist nicht nur ein Buch mit einer tollen Geschichte, sondern auch ein Lehrbuch. Es gibt so viele Bücher über kreatives Schreiben, meine Regale sind voll davon, auch gute(!), aber im Endeffekt kann man nur lernen in dem man selbst schreibt und viel liest. Dabei sollte man bei seinem Lesestoff gute Literatur wählen. Milan Kundera gehört eindeutig dazu. Wer also lernen möchte, wie man gut und spannend schreibt, sollte Milan Kundera (und andere Klassiker) lesen. Ich werde den „Abschiedswalzer“ jedenfalls nicht sehr weit weglegen. Er schreit danach noch ein zweites Mal und drittes Mal gelesen zu werden. Mein größter Wunsch wäre es, so gut zu schreiben, wie Milan Kundera. Ich bin mir nicht sicher, ob es gute Feen gibt, die einem diese Wünsche erfüllen können, aber auf jeden Fall arbeite ich daran, mich immer weiter zu verbessern.

Lieber Milan Kundera, ich danke ihnen für so wunderbare Literatur und die Begeisterung, die diese immer wieder in mir weckt. Und auch wenn ich fast in Ehrfurcht erstarre, motiviert es mich doch, nicht aufzugeben und mich im Schreiben zu üben und mein bestes zu geben. Danke!

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Honig

Deine Lust entlädt sich

Fluten die mich überströmen

Meine Quelle überflutend

Zweistromland der Lüste

Ergab mich deinen Wünschen

Nehme mein Begehren

Um es dir zu geben

Gleitend auf den Wogen deines Fleisches

Reitend auf den Wellen meiner Lust

Schließ die Augen

Mein Takt gibt den Rhythmus vor

Mal gemächlich

Mal ungestüm

Du spielst meine erste Geige

Ich bin jetzt der Dirigent

Dein Bogen ist meine Himmelsleiter

Unsere Säfte sind das Wachs

Auf meinen Seiten

Bis das Crescendo mich erzittern lässt

Mich ausschüttet in deinen Strom

Nichts kann mich halten

Will immer wieder in dir untergehen

Deinen Honig trinken bis zur Neige

Vermischt mit meinem

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