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Archive for Januar 2013

Wahnsinn, Schwachsinn, Gemeinheit mit Methode, völlige Realitätsferne oder einfach nur menschenverachtend? Wie ist es in unserem Rechtsstaat möglich, dass Arbeitnehmer so arrogant und geringschätzig behandelt werden? Finanziell und emotional. Tariflohn, bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sind für viele Minijobber oft eine Wunschvorstellung. Es steht ihnen zwar zu, aber von bekommen kann keine Rede sein. Arbeitest du für eine Firma, die dir diesen Luxus zugesteht? Glückwunsch. Freu dich!

Wenn nicht, dann kann ich mir vorstellen, was in dir vorgeht: Du brauchst den Job unbedingt! Hast Kinder, Rechnungen zu bezahlen, musst ab und an was essen und brauchst eine neue Hose. Du weißt vielleicht, dass dir die obengenannten Dinge zustehen, aber du traust dich nicht es zu fordern, weil du deinen Job dann ganz schnell los bist. Es warten genug neue Leute auf deinen Job. Raus katapultiert man sich schneller, als man denkt.

Warum darf das sein? Warum dürfen Menschen anderen Menschen solche Angst einjagen, sie so unter psychischen Druck setzen?

Warum dürfen Menschen anderen Menschen das Gefühl geben, sie wären nicht genauso viel wert, wie sie, nur weil sie vielleicht nicht dieselbe Bildung oder dieselbe Gehaltsklasse haben?

Ich versteh es nicht und will es auch nicht! Eine dicke Geldbörse oder ein akademischer Grad können Herzensbildung und ein freundliches Wesen nicht ersetzen.

Zugegeben, ich bin ein harmoniebedürftiger Mensch. Wenn es nach der darwinschen Theorie geht, würde ich zu den Ersten gehören, die von den Starken gefressen wird. Manchmal wundert es mich selbst, dass ich noch ganz bin. Allerdings hat es bis jetzt funktioniert, obwohl ich mich bemühe ein netter Mensch zu sein.

„Nie entmutigt sein. Das Geheimnis meines Erfolgs.“ Von Ernest Hemingway. Das Zitat gefällt mir sehr. Denn egal wie dick es manchmal kam, ich bin immer wieder aufgestanden. Ich möchte keinen Ärger und ich hasse Streit. Ich will in Ruhe leben, aber irgendwann ist die Schmerzgrenze überschritten.

Wenn jemand meint, ich wäre dumm und mich so behandelt als wäre ich geistig zurückgeblieben, dann hat er sich geschnitten. Ich weiß nicht alles (zum Glück, sonst würde mir ja die Rübe platzen) aber ich weiß, wo man sich erkundigen muss. Außerdem darf ich eine tolle Familie und gute Freunde mein Eigen nennen. Ich danke dem Leben für das, was es mir geschenkt hat, aber ich bin auch bereit dafür zu kämpfen. Es kann gut ausgehen oder nicht, aber ich will in den Spiegel schauen können und das Gefühl haben, dass ich mir von niemandem Angst machen lasse, egal wie groß der Druck ist.

Es könnte viel mehr erreicht werden, wenn die geschundenen Leute zusammenhalten würden, aber dass scheint ein echtes Problem zu sein. Es wird geschimpft und sich empört, aber wenn es darauf ankommt, dann bist du allein. Wie ging der alte Kinderreim: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ – „Niemand!“ – „Und wenn er kommt?“ – „Dann laufen wir!“

Besser sollte es heißen: „Und wenn er kommt, dann halten wir zusammen und stehen für uns ein.“ Wenn wir nicht einmal für uns einstehen können, wie wollen wir für andere einstehen? Wir sollten uns öfter vor Augen führen, dass der schwarze Mann auch nur ein Mensch ist. Er mag denken, er kommt mit seinen Anmaßungen durch, aber erstens gibt es ein Gesetzt und zweitens gibt es eine Art Karma. Der schwarze Mann entkommt dem Leben nicht. Wenn er denkt, er könnte ungestraft alles tun, was er will, dann kann ich nur sagen: alles was du tust fällt auf dich zurück. So oder so.

Meine Schmerzgrenze ist oft zu hoch, aber ich hasse Ungerechtigkeit. Besonders wenn es um kollektive Ungerechtigkeit geht. Für mich kann ich einiges aushalten, aber wenn es um meine Familie oder meine Freunde geht, dann kenne ich kein Pardon. Ich gehöre nicht zu den Mutigsten. Trotzdem bin ich bereit all meinen Mut zusammenzuraffen. Und sollte mir auch das Herz aus dem Leib springen, steh ich für mich und das ein, was mir wichtig ist.

Ich werde niemals vom Rand des Himmels springen oder mich von Klippen in tosendes Wasser stürzen. Aber jeder der denkt, dass er mich leicht einschüchtern kann, sollte sich nicht täuschen lassen. In meinem Inneren schlägt ein kleines Löwenherz und wenn es nötig sein sollte, bin ich breit zu verteidigen was Recht ist.

Vielleicht ist es wahnsinniger Schwachsinn, aber vielleicht ist es auch wahnsinnig mutig. Mit jeder Überwindung meiner Angst werde ich stärker und das ist doch das wirklich Ermutigende an dieser Sache.

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„Fang an. Dadurch allein wird das Unmögliche möglich werden.“
Thomas Carlyle

Ein tolles Sprichwort und eine gute Motivation. Letzte Woche saß ich mit meiner Freundin am Tisch, beim Kaffee, und wir stellten (mal wieder) entsetzt fest, wie erschöpft und ausgelaugt wir sind – und das Jahr hat erst angefangen!

Unsere zweite Feststellung galt der Tatsache, dass DAS nicht so weiter gehen kann! Job, Haushalt und dann noch: endlich das Buch zu ende schreiben, dass wir eigentlich schon letztes Jahr fertig haben wollten und das in unserem persönlichen Alltagschaos untergegangen ist.

Aber wie führt man eine Veränderung herbei? Egal wie blöd der Chef sein mag, wie wenig Stundenlohn wir bekommen, oder wie sehr uns die Arbeit unterfordert oder schlaucht, wir wissen, was wir haben. Suchen wir uns einen neuen Job, nicht. Ähnlich ist es mit dem Haushalt. Du weißt, wie es geht, die anderen murren und haben keine Lust, also machen wir es wie immer selbst. Geht auch schneller.

Andererseits hemmen die Angst vor dem Neuen und die Routine unsere Veränderung. Es hindert uns einen neuen Weg auszuprobieren. Und eins steht leider fest: Stillstand ist Rückschritt. Die Zeit vergeht, die Chancen verstreichen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Leben mit Angst ist nur halb gelebt. Solange wir leben können wir neu anfangen und man muss es auch, das hat mich das letzte Jahr gelehrt! Ich möchte mir am Ende meines Lebens nicht sagen: „hättest du nur, aber du hast nicht… (dies oder jenes getan). Ich möchte nicht erst totkrank oder altersschwach sein, um dann zu merken, dass ich die guten Gelegenheiten zur Veränderung verpasst habe.

In den letzten Tagen hat sich eine Art Urknall angekündigt. Ich muss meinen beruflichen Werdegang überdenken, und zwar zügig. Eigentlich halte ich nicht so viel von Schnellschüssen, nachdem ich damit schon auf die Nase gefallen bin. Allerdings muss ich zugeben, dass ich kaum so schnell über eine Veränderung nachgedacht hätte, wenn mir dass von außen nicht aufgezwungen worden wäre. Also muss ich in die Strümpfe kommen, was bleibt mir übrig? Geld mag nicht glücklich machen, aber ohne bleibt die Küche kalt. Das ist auch nicht das Wahre.

Ich versuche diesen Zustand nicht als negativ zu sehen, sondern als Chance. Wer weiß, was sich für Türen öffnen?

„Nie entmutigt sein. Geheimnis meines Erfolgs“, sagte Hemingway. Ich gebe zu, das schaffe ich nicht, nie entmutigt zu sein, aber ich versuche mich daran zu erinnern, was ich alles kann, dass ich meine Mitmenschen mag und das es immer einen Ausweg gibt, egal wie utopisch sich dies in dem Moment anhört. Veränderungen kommen nicht von heute auf morgen, aber wir müssen den ersten Schritt tun, damit wir weiterkommen. Also dann, auf die Plätze, fertig, go!

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Ich würde ja sagen mir fehlen die Worte, aber das wäre nur die halbe Wahrheit. Im Grunde bin ich nur mega wütend und das schränkt mein Sprachzentrum zeitweise etwas ein. Sind denn alle verrückt geworden? Mit alle meine ich „die da oben“ – Chefs, Politiker, die, die Druck auf andere ausüben können. Halten die uns „da unten“ für dämlich? Muss man wohl mit „Ja“ beantworten.

In Zeiten, in denen für normale Bürger alles teurer wird: Lebensmittel, Strom, Heizkosten, Miete, Schulbedarf, Briefmarken, Versandkosten usw., bekommt ein Ex-Bundespräsident 200.000 Euro im Jahr plus Auto und Chauffeur. In Zeiten in denen eine junge Frau in einem Bus vergewaltigt und getötet wird, ist das Hauptgesprächsthema die Trennung der van der Vaarts.

Wir haben Rechte, aber kein Mensch interessiert sich dafür. Arbeite mal in einer großen Firma in einem Minijob! Du kannst die Missstände sehen, aber du darfst nichts sagen. Mach bloß den Mund nicht auf, sonst bist du weg vom Fenster, schneller als du A sagen kannst. Kein Wunder, dass sich Ungerechtigkeiten nicht ändern. Wir haben Angst um unseren Job. Immerhin haben wir feste Ausgaben, die bezahlt werden wollen. Ok, der Chef denkt, wir haben nichts anderes zu tun, als morgens um halb sechs aufzustehen und aus Spaß zur Arbeit zu gehen.

Und dann stehen wir plötzlich auf der Straße und wer zahlt unsere Rechnungen oder hilft uns weiter? Jobcenter? Na, da lach ich doch! Hahaha! Solange du von denen kein Geld bekommst, ist es wurscht egal ob du lebst oder stirbst. Hilf dir selbst! Das Ganze geht erst wieder los, wenn du Hartz IV kriegst. Dann ziehen sie dir erst recht die Hosen aus. Sie wollen alles wissen, jeden Cent, jedes Sparkonto, hast du ein Haus, ein Auto … Pech! Verkauf alles was du hast, leb davon und dann, wenn du ganz unten angekommen bist, dann darfst du wieder an gekrochen kommen. Und vielleicht geben sie dir ja dann was.

Niemand fragt die Person, die gerne arbeiten möchte, wie sie sich fühlt, wenn sie von einem Almosen leben muss. Wie erkläre ich meinen Kindern, dass ich mir die Klassenfahrt vom Mund absparen muss? Wie erkläre ich, dass kein Urlaub drin ist? Nicht mal eine läppische Woche! Wie erklärt man, dass sich die Chefs neue Autos kaufen, Häuser ectr., wir aber kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld bekommen? Wie erklärt man, dass die großen Konzerne von Energieumlageerhöhung verschont bleiben, aber wir Normalos und die kleinen Firmen mit Heizkosten und Strom knausern müssen?

Die Welt ist ungerecht. Klar, nichts was wir nicht schon wussten. Aber dieses Getue von „denen da oben“ macht mich so was von wütend. Wir dürfen jetzt 450 Euro verdienen. Toll! Was heißt das im Einzelnen? Keine Lohnerhöhung auf den Mindestlohn. Nein! Mehr Stunden arbeiten! Wie kommen wir Geistesarmen nur darauf, dass uns etwas Gutes zuteilwerden könnte? Sind wir doch nicht zu mehr gut, als in einem Minijob zu arbeiten. Ich könnte platzen! Was muss passieren, damit sich für uns „da unten“ etwas ändert? Ich hätte da eine super Idee. Lasst doch die ganzen Bonzen mal mit dem Auskommen, was uns zur Verfügung steht! Da könnten sie mal sehen, wie wir uns fühlen. Aber ob sich da auf Dauer was ändern würde? Die sind so vernagelt, das sie es nicht mal merken, wenn es direkt vor ihren Augen passiert.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als sich zu wehren, mit allem, was uns zur Verfügung steht. Dabei könnte alles so einfach sein … ist es aber nicht …

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Ich erinnere mich

An Gutes

An Schlechtes

Dinge

Die im Nebel verschwimmen

Erinnerungen

Die im Strom der Zeit

Herauf gespült werden

 

Erinnerungen

Die ich vergessen will

Erinnerungen

Die ich suche und nicht finde

Eine Erinnerung

Will ich immer in meinem Herzen behalten

Das bist du

 

Ich erinnere mich an dich

Sah dein Gesicht

In vielen Träumen

Sah deine lächelnden Augen

In meinen früheren Leben

Suchte dich

Bis ich dich endlich fand

 

Hatte gehofft dass es dich gibt

Ich erinnere mich an dich

Fühlte endlich was Liebe ist

Erinnere mich an ein verschüttetes Gefühl

Das du aufweckst

Endlich kann ich wieder atmen

Ich erinnere mich an dich

Ich liebe dich

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In einer fernen Vergangenheit lebten zwei Menschen, Peewee und Serafina, sie waren auf der Suche nach der wahren Liebe. Peewee hatte sein Leben in den felsigen Klüften mit einigen Gefährten verbracht. Je länger er in der Einöde wohnte, umso intensiver wurde der Wunsch sesshaft zu werden und einen Menschen an seiner Seite zu haben, mit dem er den Rest seines Lebens verbringen konnte. Serafina hatte versucht sich das Leben im Schutz ihres Clans einzurichten, so gut es ihr möglich war. Aber das war zum Scheitern verurteil. Eines Tages machte sich Serafina auf den Weg, um sich einen neuen Platz in der Welt zu suchen, an dem sie die sein konnte, die sie war und an dem die Grenzen nicht hinter der Dorfmauer aufhörten.

Beide, Peewee und Serafina, suchten das weite Land, den Himmel und den unendlichen Horizont. Auf ihrer langen Wanderung begegneten sie einigen Menschen, die sie am Weiterreisen hindern wollten. Sie boten ihnen Nahrung, Obdach und Sex, aber sie merkten schnell, dass es nicht das war, was sie wirklich suchten und reisten bald weiter. Sie suchten die Person, mit der sie ganz und gar eins sein konnten. Es lauerten Gefahren und Ablenkungen auf ihrem Weg, aber unbeirrt gingen sie weiter.

Auf ihrer Reise von Norden nach Süden und von Süden nach Norden begegneten sie sich eines Tages auf einer wunderbaren Blumenwiese. Die Sonne sendete die letzten Strahlen auf die Welt und Peewee und Serafina erkannten sich. Sie sahen sich in die Augen und ohne Worte wussten sie, dass sie gefunden hatten, wonach sie solange gesucht hatten. Sie schlossen sich in die Arme und spürten, dass sie am Ende ihres Weges angelangt waren.

Während sie sich in den Armen hielten, verging die Zeit. Die Sonne versank am Horizont. Der Mond ging auf und unter. Sterne wanderten über den nächtlichen Himmel. Sternschnuppen fielen. Die Sonne stieg über den Rand der Welt hinauf und zog ihre Bahn, bis zum Abend. So verging Tag für Tag, Nacht für Nacht. Regen fiel, Sonne schien, Schnee hüllte sie ein, Winde wehten. Peewee und Serafina standen auf der Wiese und hielten sich in den Armen.

Zeit um Zeit verging und Peewee und Serafina schlugen Wurzeln in der fruchtbaren Erde des neuen Landes, das sie gefunden hatten. Ihre Wurzeln fasten tief in die Erde. Ranken umschlungen sie unzertrennlich. Eine mächtige Baumkrone wuchs aus ihnen empor, streckte sich in den Himmel und diente ihnen als Schutz. Sie mussten nicht sprechen. Ihre Gefühle waren ihre Verständigung. Mehr brauchte es nicht, um diese große Liebe am Leben zu erhalten. Aus ihnen erwuchs der Weltenbaum, Amrasil, der Baum der Liebenden. Um ihn zu finden, muss man weite Wege gehen. Er ist nicht leicht zu finden, ebenso wie die wahre Liebe. Aber die Suche lohnt sich und so wird es immer sein.

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Das Jahr

Das Jahr ist vorüber

Die Träume geträumt

Die Tränen geweint

Die Wege gegangen

 

Wir stehen am Ende

Und doch, ein Anfang

 

Schließ die Augen

Sieh die neuen Träume

Sieh die Tränen

Die sich in Lachen wandeln

Sieh die neuen Wege

Die du gehen wirst

 

Öffne die Augen

Schau mich an

Ich reich dir meine Hand

Lass uns ein Stück gemeinsam gehen.

 

Dieses Gedicht ist besonders meiner Familie gewidmet und guten Freunden. Vor einer Woche ist mein Bruder verstorben. Zwischen uns liegt nur ein Altersunterschied von einem Jahr. Wir haben viel miteinander erlebt. In unserem Gedächtnis wird er so bleiben, wie er war: fröhlich, humorvoll, nie nachtragend, fleißig, ehrgeizig, begeisterungsfähig, mit Sinn für die Familie. Das letzte Jahr war sehr schwer für ihn und ein winziger Trost ist, dass er jetzt Ruhe gefunden hat und dass die Schmerzen ein Ende haben. Mein Bruder ging nie den Weg des geringsten Widerstandes. Er trat für das ein, was er als richtig empfand.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein Spruch von Christian Morgenstern ein: „Wenn man sich selber treu bleiben will, kann man nicht immer anderen treu bleiben.“ Das entspricht seinem Rat, den er mir einmal gegeben hat: „denk darüber nach, was du willst und dann handle danach“. Ich habe mir vorgenommen viel öfter daran zu denken und zutun, was ich für richtig halte und mich nicht von anderen oder den Konventionen abhalten zu lassen meinen Weg zu gehen.

Im Gedenken an die lieben Menschen, die von uns gegangen sind. Und für alle, die wir in ein neues Jahr gehen: Liebe, Gesundheit und ein friedliches Jahr 2013.

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