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Archive for August 2013

Das Grau der Tage

Ich träume in tausend Farben

Von dir und mir

Wenn ich näher komme

Blitzt es durch

Das Grau des Tages

Asphalt und Regen

 

Suche nach dir

Gehe weite Wege

In meiner Fantasie

Kann dich sehen

Rufe deinen Namen

Erkenne dein Gesicht

 

Du bleibst ein Traum

Die Sehnsucht leerer Stunden

Verzehre mich nach deinen Händen

Deinem Mund auf meinem

Haut an Haut

Eng umschlungene Lust

 

Zehre von Illusionen

In der Wirklichkeit

Eiskalt

Schwarz weiß

Garniert mit Herzblut

 

Komm

Lass es enden

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Irokesenschnitt, Gärtner, Verträge, Papierkram, Klettere aus dem Fenster, Zigarette, Nähstube, Feuer und Wasser

Die Idee für den Text entstand aus einem Schreibkurs, in dem wir eine Wortsammlung aus Tagesassoziationen aufschrieben und die Mitschreiber aus der Sammlung jeweils 8 Wort aussuchten. Aus diesen entstand der folgende Text:

              Die Firma

„Unterschreiben sie bitte beide Verträge.“

Der Mann aus der Personalabteilung klang mehr als gelangweilt. Dieses ganze Theater wegen ein paar Stunden Arbeit. Aber man (die Firma) wollte sich absichern. Immerhin waren Feuer und Wasser zwei gefährliche Elemente und sie zu bekämpfen konnte in der ein oder anderen Situation lebensgefährlich sein.

Er schob mir einen Stapel Papierkram über den gigantischen Schreibtisch und sah mich mit gleichgültigem Blick über seine Goldrandbrille hinweg an. Ihn würde es vermutlich nicht mal in Bewegung bringen, wenn ich vor ihm in Flammen aufginge. Ich war versucht den Mann auf die Probe zu stellen, aber für den ersten Tag in der Firma schien mir das nicht angebracht. Ich war jung, ich brauchte das Geld. Also unterschrieb ich, ohne mit der Wimper zu zucken. Noch bevor das I-Tüpfelchen über meinem Namen getrocknet war, drückte er auf den roten Knopf an seiner Telefonanlage und sagte:

„Molly schicken sie doch bitte den Gärtner.“

Ich vermied es, ihn fragend anzusehen. Gärtner? Bevor ich mir weitere Gedanken machen konnte, flog die Tür auf, ein junger Mann mit einem auffallenden Irokesenschnitt, im Arbeitsoverall, erschien im Türrahmen und grinste breit:

„Na, Kleine, alles locker“, sagte er mit einer angenehm tiefen Stimme, die ich nicht erwartete, „ich habe gehört, ich soll dich rumführen.“

Der Personalmensch nickte stumm und wandte sich wieder seinem Aktenstapel zu. Offensichtlich war ich entlassen, erhob mich und sah den Iro-Gärtner erwartungsvoll an.

„Also dann… .“

„Ladys first!“, sagte er und machte eine ausladende Geste, „da geht’s lang.“

Ich verkniff mir zu sagen, ich sehr genau wüsste, wo`s lang ginge. Das würde er sicher früh genug erfahren. Etwas Restgeheimnis konnte nicht schaden. Die Tür zu dem drögen Bürohengst fiel hinter uns ins Schloss. Ich entspannte mich. Der Iroman schleuste mich durch endlose Gänge, Treppenhäuser hinauf und hinunter. Wir passierten eine Nähstube mit schnatternden jungen Mädchen und landeten endlich im Freien. Ich war total perplex. Wir befanden uns hoch über dem Firmenkomplex auf einer Dachterrasse. Sie glich einem Urwald. Mit Gewächshäusern, einem Teich, Bäumen und Blumenbeeten.

„Sorry“, sagte Iroman, „aber ich muss kurz eine rauchen. Meine erste Pause heute.“

Ich verkniff mir ein Schmunzeln. Er schien es mit der Arbeit nicht so genau zu nehmen. Immerhin war es erst neun Uhr früh. In meiner alten Firma hätten sie mich dafür von der Dachrinne geschubst.

„Schon gut. Alles easy!“, sagte ich lässig.

Ich trat an den Rand der Terrasse und genoss den Blick über die weite Landschaft. Die Firma lag in der Mitte eines weitläufigen Tals. Rundum waren nur Wiesen, Äcker und Wald zu sehen. An einigen Hängen hatte man Weinberge angelegt.

„Gefällt es dir?“, fragte der Gärtner.

Ich nickte wortlos. Dies würde definitiv mein Lieblingsplatz werden. Um ein Stück des Himmels zu sehen, musste ich hier nicht, wie in der Klitsche, in der ich vorher gearbeitet hatte, aus dem Fenster klettern, mich an stinkenden Mülltonnen vorbei quetschen und über schlafende oder tote Obdachlose hinweg steigen. Ich hatte das Gefühl mir wären in diesem Moment Flügel gewachsen. Der Iroman zog an seiner Zigarette, blies den Rauch genüsslich aus. Ich wusste, dass er nicht die Landschaft, sondern mich ansah.

„Sieh mich nicht so an!“, sagte ich strenger, als beabsichtigt.

„Warum nicht? Wie kommt ein nettes Mädchen, wie du, in so einen abgefahrenen Laden, wie diesen?“

Ich zuckte mit den Schultern und schwieg.

„Du musst nicht reden, wirklich.“

„Aber wissen willst du es gerne, oder?“

Der Iroman lachte und es klang angenehm.

„Ich fürchte nur, dass du es lieber nicht so genau wissen willst. Ist`ne lange traurige Geschichte.“

„Oh, dass macht gar nichts. Ich habe Zeit.“

„Musst du denn nicht weiter arbeiten?“

Ich sah ihn das erste Mal direkt an und stellte fest, dass er interessante grüngoldene Augen hatte, mit denen er mich aufmerksam musterte.

„Wenn du erst mal in diesem Laden arbeitest, hat Zeit keine Bedeutung mehr, glaub mir“, sein ironischer Unterton war nicht zu überhören.

Er setzte sich auf eine kunstvoll verzierte Holzbank, die von einem üppigen Rosenbogen überspannt wurde, und streckte seine langen Beine aus. Irgendwie war er hier total fehl am Platz, wie eine Kuh am Nordpol, aber vermutlich war das Ganze sein Werk – immerhin war er der Gärtner. Ich hatte das Gefühl ihm zu widersprechen würde nichts nützen, also stellte ich meinen Rucksack ab und setzte mich neben ihn.

„Ich höre!“, sagte er und sah mich erwartungsvoll an.

Ich zögerte einen Moment. Wie fängt man eine Geschichte, wie meine an? Mit es war einmal? Vermutlich würde er mich für verrückt erklären – aber da es der Wahrheit entsprach, entschloss ich mich dabei zu bleiben. Wenn man lügt, sollte man sich schließlich immer so dicht wie möglich an die Tatsachen halten.

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Der Aufstand in Ägypten eskaliert. Die „Welt“ hat Angst, dass dort ein Bürgerkrieg ausbricht. Ist er ja eigentlich schon. Den letzten Präsidenten haben sie aus dem Amt gejagt oder geschubst … und die extremistischen Islamisten sind darauf aus, dass das Ganze in die Luft fliegt. Al-Qaida steht auch schon in den Startlöchern. Sie gieren danach das letzte Streichholz in das Pulverfass zu werfen. Warum? Was tun sie ihrem Volk nur an? Das Land, die Wirtschaft, die Kultur, das Volk wird verwundet, zerstört, kaputt gemacht. Sie können ihre Mitbürger nicht von ihrem Lebensstil überzeugen, und darum stacheln sie die extremen Elemente an, um ihre Überzeugung durchzusetzen.

Aber ehrlich, geklappt hat sowas noch nie. Wird es auch nicht. In uns liegt der freie Wille und je mehr Druck ausgeübt wird, desto mehr Gegendruck wird erzeugt. Vielleicht wollen sie ihr Volk in die Vernichtung treiben und hoffen, dass am Ende nur welche ihrer eigenen Art übrig bleiben? Aber das ist im Grunde nichts Neues. Es gab und gibt viele Diktatoren, die alles ausrotten was nur im entferntestem ihrer Ideologie wiederspricht. Schlimm nur, dass sie soviel Befürworter und Helfer haben. Am Ende trägt den Verlust der einfache Mann/Frau von der Straße. Die Bonzen bauen Bunker, horten materiellen Besitz und bringen sich in Sicherheit, wenn es brenzlig wird. Und ganz groß: sie fühlen sich nicht einmal verantwortlich. Die anderen Menschen, die Umstände, der Zeitpunkt sind schuld an ihrer Misere. Traurig, dass der unwissende Pöbel nicht erkennt, wie toll sie doch sind (Ironie!).

Wie war der Spruch? „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“ Wieso haben die Menschen so wenig Skrupel andere zu verletzen, zu vergewaltigen, zu töten … und das auch noch zu rechtfertigen. Egal um welche Ideologie es geht – Gewalt ist niemals der richtige Weg – kann es nicht sein. Wir alle haben nur ein Leben.

   Ich wünschte, die Menschen würden ihr Leben und das der anderen mehr schätzen. Es als kostbar betrachten.

   Ich wünschte, wir würden unsere Erde mehr würdigen. Wir haben nur eine.

   Ich wünschte, wir würden uns mehr bemühen Rücksicht auf andere zu nehmen.

   Ich wünschte, wir würden andere viel mehr so akzeptieren wie sie sind.

   Ich wünschte, wir würden freundlicher und höflicher miteinander umgehen.

   Ich wünschte, wir könnten offener für die Probleme anderer sein und besser Kompromisse schließen.

   Ich wünschte, wir könnten einander mehr vertrauen.

   Ich wünschte, wir könnten uns sicherer fühlen und Gewalt wäre kein Thema.

   Ich wünschte, Freiheit wäre nicht nur ein Wort.

   Ich wünschte, jeder würde mehr Verantwortung für sein Handeln übernehmen und nicht denken, er wäre allein auf der Welt. Zusammenleben beinhaltet immer auch gewisse Grenzen zu wahren und nicht wie ein Elefant im Porzellanladen darüber hinweg zu trampeln. Das gilt besonders für alle die Autorität ausüben.

Es gäbe noch vieles zu wünschen. Jeder Wunsch trifft auf ein Gegenüber und es ist utopisch anzunehmen, dass der Gesprächspartner eine ebensolche Einstellung hat – wir sind Menschen. Der Geist ist willig (oft) … was soll ich sagen? Ich bin traurig, dass so viele Menschen auf dieser wunderschönen Erde in Bedrängnis leben. Sei es Krieg, Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unterdrückung, moderne Sklaverei … die Liste ist lang.

Es macht mich unendlich traurig, dass Familien nichts zu essen haben. Väter und Mütter nicht schlafen können, weil sie nicht wissen, woher sie das Geld für die nächste Mahlzeit nehmen sollen. Es macht mich traurig, dass es alte Menschen gibt, um die sich niemand kümmert. Es macht mich traurig das Kinder in der Schule gemobbt und Erwachsene durch Mobbing aus ihren Jobs gedrängt werden. Es macht mich traurig, dass Tiere gequält und ausgesetzt werden. Und dass wir Kinder nicht mehr als unsere Zukunft sehen. Da werden unglaubliche Gelder für militärisches Gerät (Drohnen) in den Sand gesetzt, aber in den Schulen und Kindergärten herrscht Notstand. Ebenso wie in Seniorenheimen, Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen.

Gleichzeitig wird uns in den Medien gezeigt, wie toll doch so ein Leben als Millionär ist. Dass man noch mehr feiern, noch weiter reisen, noch teureren Schmuck, noch größere Villen kaufen und noch mehr sinnlosen Freizeitbeschäftigungen nachgehen kann. Glück ist das am Ende auch nicht. Es mag sein, Geld beruhigt. Ich wäre auch froh, wenn ich nicht jeden Euro drei Mal umdrehen müsste, mir einen Urlaub leisten oder öfter mal ohne schlechtes Gewissen ein Buch kaufen könnte.

Aber wenn ich bedenke, dass ich jeden Tag genug Essen habe, mir den Luxus freier Zeit leisten kann, um zu schreiben, gesunde Kinder und endlich wieder eine Arbeit habe, auf die ich mich freue, kein Bombenalarm vor dem ich mich fürchten müsste, dann bin ich einfach dankbar und glücklich. Ich habe mehr, als viele Menschen auf dieser Erde und es schnürt mir die Kehle zu, weil ich nicht viel tun kann, um das zu ändern. Aber eins steht uns allen frei – in unserer Umgebung damit anzufangen liebevoller, freundlicher und rücksichtsvoller zu sein. Und mit diesem Gedanken, wünsche ich euch allen einen sonnigen Tag.

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… ist, dass es nicht so weiter gehen kann. Im Moment ändert sich alles. Unsere Familiengröße, meine Arbeit, meine Mobilität. Profan eigentlich, aber trotzdem ein wichtiger Faktor. Ich liebe Autofahren und jetzt habe ich mein eigenes winziges Auto. OK, es ist eigentlich ein Opi, aber ein rüstiger. Aquamarin mit 54 PS und 80.000 gelaufenen Kilometern. Wenn ich nicht auf den Spritverbrauch (Kosten) aufpassen müsste, würde ich ihn mit Sicherheit schon einige Kilometer bewegt haben. Bis jetzt steht er nur im Hof und wartet auf seinen Einsatz. Sein Name ist Morris Green und ich mag ihn. Er hat ein Radio, Verbandskasten, Warndreieck und einen Einkaufskorb im Kofferraum.

Ich bin überzeugt, dass wir beide eine gute Zeit haben werden. Und obwohl ich mir keine Illusionen mache – ich komme mir vor wie ein Teenager. Dabei habe ich meinen Führerschein erst mit 31 gemacht und mein letztes eigenes Auto hatte ich vor 8 Jahren. Vielleicht ist es das? Ein kleines Stück Freiheit. Ich muss zwar mit dem Sprit haushalten, aber wenn ich wollte, könnte ich hinfahren, wohin immer ich will.

Nach langer Suche ändert sich auch mein Status von arbeitssuchend in angestellt. Ich bin froh, endlich wieder was zum Familienkapital beitragen zu können und bin ziemlich aufgeregt, ob ich mir auch wirklich das ausgesucht habe, dass zu mir passt und mit dem ich glücklich werden kann. Denn da ist noch etwas …

… das Schreiben. In letzter Zeit unglücklicher Weise zu sehr in den Hintergrund getreten. Ich weiß eins und das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche (hätte meine Oma gesagt), ich will schreiben und das nicht nur als Lückenbüßerbetätigung einer gelangweilten Hausfrau. Das bin ich wirklich nicht, gelangweilt. Ich muss eher aufpassen, dass ich mich mit meinen ganzen Aktivitäten nicht übernehme. Aber da mein Mann kein Krösus ist und ich keine reiche Erbin und mein Bestseller auf sich warten lässt, muss ich arbeiten, um schreiben zu können. Schließlich will auch ein Schriftsteller etwas essen und Kaffee trinken ;-), und ab und an sind ein paar neue Schuhe nicht schlecht oder ein interessantes Buch. Dazu soll alles mit rechten Dingen zu gehen – Steuer, Sozialabgaben und so weiter … . Ein Wissen, das sich ein Normalsterblicher mühsam aneignen muss. Denn mal ehrlich, wer steigt durch den ganzen Paragrafendschungel durch, wenn er nicht gerade vom Fach ist? In den Zeiten allgemeiner Teuerung, wachsender Vorschriften und Mount-Everest-artigen Papierbergen eine Herausforderung.

Aber zurück zum Eigentlichen: Schreiben ist, was ich will. Darüber muss ich nicht nachdenken, das ist Fakt und Tatsache ist, dass sich alles diesem Ziel unterordnen muss. Wenn man erkannt hat, was für eine Bestimmung man im Leben hat, dann muss man dies tun. Mag meine Schreiberei gut oder schlecht sein, das ist im Grunde nicht wichtig (auch wenn ich mich redlich mühe), wichtig ist, dass mich Schreiben zufrieden macht und dass ich mit meiner Begeisterung und meinem Wissen andere für das Schreiben interessieren kann. Das ist der Punkt. Meine Begeisterung weitergeben und anderen ein Mittel zu zeigen, das ihnen im Leben einen Nutzen bringt. Ihre Kreativität zu entdecken, sich selbst zu erkennen, die Geschichten aus sich heraus zulassen, wortgewandter zu werden … .

„Nichts ist so sicher, wie die Veränderung.“ Nur eins wird sich nicht ändern: mein Wunsch zu schreiben.

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