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Archive for Oktober 2013

Noch ein Text über Essen und seine Wirkung auf Beziehungen *g*. Es hätte auch lecker werden können, vielleicht beim nächsten Mal. Entstand übrigens in an demselben Nachmittag, wie der Gewürztext.

Ahle Worscht, Tomaten, Eier, Pecorino, Mozzarella, Mangochutney

Immer wenn er Paris erwähnt, muss ich an das Restaurant-Desaster denken. Tausende gibt es in Paris. Bistros jeder Couleur. Restaurants aller Nationen. Wohin lud Holger mich ein? In einen dieser typisch Touriimbisse. Bis dahin hatte ich nicht gewusst, dass es solche schäbigen Etablissements in dieser mondänen Stadt überhaupt gab. Holger hatte es mit seinem untrüglichen Gespür fürs Banale gefunden. Wie ein Bluthund, der die Ahle Worscht einen Kilometer gegen den Sturm riechen kann.

Ich wehrte mich mit Händen und Füßen. Holger, der die stoische Ruhe eines Bernhardiners hat, um bei den Hundevergleichen zu bleiben, ließ sich nicht abbringen. Mit größter Skepsis bestellte ich ein Omelette aus drei Eiern mit verschiedenen Käsesorten, Tomatensalat und ein Glas Weißwein. Zumindest bei dem Wein könnte nichts schiefgehen, dachte ich. Bis der schmierige Typ, der die Bezeichnung Kellner nicht verdiente, das Glas vor mir abstellte. Es war unsauber, und auf dem Getränk, dass eher ein Gebräu war, schwamm Kork. Mein erster Impuls war mich zu beschweren. Als ich die glasigen Augen des „Kellners“ sah, unterließ ich es.

Endlich wurde das Omelette serviert. Ich rechnete kaum noch damit und wurde enttäuscht. Es gab weder den angekündigten Pecorino noch den Mozzarella. Den Tomatensalat hatten sie ersatzlos gestrichen. Stattdessen hatte jemand einen Löffel Mangochutney auf den Teller geschüttet. Ich sagte Holger, dass in diesem Bistro so einiges stank, und nicht nur das Essen, das vom süßlichen Duft des Hanfs aus der Küche überdeckt wurde.

Im Grunde ist es mir egal, wie chillig das Küchenpersonal drauf ist, aber dies Omelette war der Hohn. Holger zuckte die Schultern.

„Stell dich nicht so an“, sagte er und säbelte an einer Schuhsohle herum, die als Schnitzel deklariert wurde.

Es hatte keinen Zweck mit Holger zu streiten. Kulinarische Genüsse gehören nicht zu Holgers Lebensstil. Ich erwähnte das Essen nie wieder.

„Weißt du noch, Paris … “, sagt Holger.

Er starrt auf den Beitrag im Fernsehen. „Spezialitäten von der Seine.“

Ich halte mich nicht für einen Menschen unüberlegter Handlungen, aber das Fass ist voll, der Pool läuft über, der Schlauch platzt. Ich werde Holger ganz chillig verlassen. Den nächsten Zug nach Paris nehmen und mich mit Pierre treffen. Ich lernte ihn in dem hübschen Bistro kennen, direkt neben der Pension, in der wir damals wohnten. Dort wird eine sensationelle Bouillabaisse serviert. Vivere la France! I love Paris.    

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Scharfe Sachen

Der Text entstand im Schreibkurs, bei dem es darum ging, die unten stehenden Würzmittel in den Text einzubauen. Es war eine würzige Schreibstunde ;-).

Senf, Sojasoße, scharfer Pfeffer, saure Gurken, Gewürze, Ketchup & Mayo 

Sein Geschmack bei Frauen gleicht einem abstrusen Mischmasch aus den verschiedensten Gerichten und Gewürzen. Süße Pfannkuchen mit scharfem Pfeffer, den man erst schmeckt, wenn man in Vorfreude auf das lockere Gebäck einen herzhaften Bissen genommen hat. Chinesisches Gemüse, zart wie Eierschaum, in einer würzigen Sojasoße versetzt mit einem Esslöffel Löwensenf, extra stark, der alles überdeckt. Oder einem delikaten italienischen Pastagericht mit Steinpilzsoße, dessen exquisiten Geschmack jemand mutwillig mit Ketchup und Mayo verunstaltet hat und von dessen betörendem Aroma nichts übrig geblieben ist.

Auf diese Eskapaden folgt regelmäßig eine bösartige Magenverstimmung, an der er mich durch lautes Jammern und abgrundtiefem Stöhnen über die Ungerechtigkeiten des Lebens intensiv teilhaben lässt.

Ich bin froh, dass er sich gerade in einer saure Gurkenzeit befindet und keine seiner geschmacksverirrten Frauen seinen Weg kreuzt.

Bis heute. Ich höre schon an seiner Stimme, als er mich anruft, dass sich etwas in dieser Richtung ereignet hat. Seine Stimme bekommt dann diese cremige Konsistenz.

„Sie ist so süß wie Ananas und hat eine Haut wie Pfirsich“, perlt es aus ihm heraus.

„Aber nur so lange du nicht merkst, dass da auch der Wurm drin ist“, ploppe ich zurück.

„Spielverderber“, gluckst er ungnädig und legt auf.

Er kann mir später nicht vorwerfen, ich hätte ihn nicht gewarnt.

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Die Trommeln schlugen im Rhythmus meines Herzens. Immer schneller und drängender. Ich konnte mich kaum auf meine Gedanken konzentrieren. Suchend blickte ich mich nach einem Ausgang um. Wenn ich in diesem wirbelnden Chaos nicht untergehen wollte, musste ich hier raus. Frische Luft schnappen, wieder zu klarem Verstand kommen. Ich drängte mich durch die tobende Menge. Der süßliche Geruch, geschwängert von Alkohol und Schweiß, machte mich benommen. Normalerweise war ich für solche Äußerlichkeiten nicht anfällig. Etwas musste passiert sein, das ich nicht bedacht oder bemerkt hatte. Immer stärker wurde der Schwindel in meinem Kopf, die Gedanken kreisten in einer Geschwindigkeit, die es mir unmöglich machte sie anzuhalten. Mein Blick taumelte hin und her. Jetzt stieg auch noch Übelkeit in mir auf. Ich sah die rettende Tür vor mir, fasste nach der Klinke und versackte in dicker wattierter Dunkelheit

Die Musik stammt von Rod Steward „Rhythm Of My Heart“.

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Wo ist die Liebe hin?

Ich erinnere mich,

Als wäre es gestern gewesen.

 

Du sahst mich an.

Ein Lächeln, ein Blick.

Es war um mich geschehen.

 

Die Zeit mit dir

Verging wie im Flug.

Auf und ab mit dem Leben.

 

Tausend Küsse gabst du mir.

Die tausend harten Schläge

Konnten sie nicht ausgleichen.

 

Wo ist die Liebe hin?

Sag mir nur ein Wort.

Du schweigst beharrlich.

 

Wo ist die Liebe hin?

Begleiche ich nur meine Schuld

Für das, was du mir gabst?

 

Liebe ist keine Abrechnung.

Ist keine Währung,

In Geben und Nehmen.

 

Du sagst kein Wort

Siehst mich nicht an.

Wo ist die Liebe hin?

 

Ich gehe

Blicke nicht zurück.

Folge der Liebe.

Der Song stammt von den Black Eyed Peas „where is the love“.

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„Bringen sie mich auf die andere Seite!“

Leas Stimme duldete keinen Wiederspruch. Aber der Marquis wäre nicht der, der er war, wenn er diese Aufforderung ohne Kommentar hingenommen hätte.

„Und du bist sicher, dass du weißt was du tust?“

Es war keine Frage auf die er eine Antwort von ihr erwartete, dazu kannte er sie zu gut. Aber etwas in ihrer Entschlossenheit und der Loyalität gegenüber ihrem alten Meister rührte ihn. Es war so menschlich. Niemals ein Nein akzeptieren. Es gab eine Zeit, Äonen her, in der er ebenso dachte. Am Ende hatte ihn diese Beharrlichkeit das Leben gekostet, das er bis dahin kannte, und ihn zu dem gemacht, was er war. Das Oberhaupt der grauen Wächter. Niemand hatte mehr Macht als er.

„Nein, ich weiß nicht was mich erwartet“, gab Lea zu, „aber ich habe ein Schuld auf mich geladen, die ich abzahlen muss und auch sie, mit ihren schlauen Sprüchen, können meine Meinung nicht ändern.“

Der Marquis zog erstaunt die Augenbraue hoch. Mit sovielen Informationen hatte er nicht gerechnet. Für einen kurzen, sehr kurzen, Moment überlegte er, ihr die Wahrheit über das zu sagen, was sie auf der anderen Seite erwartete. Seine Neugier hinderte ihn daran.

In den hunderten Jahren seiner Existenz war er vielen Frauen begegnet. Manche hatte er anziehend gefunden, einige waren exotisch und andere hatten ihn belustigt. Lea war die erste Frau, die seine Intelligenz forderte. Davon abgesehen, dass sie einen wohlgeformten geschmeidigen Körper und ein apartes Gesicht hatte, war sie klug und ihre Auffassungsgabe rasant. Es interessierte ihn, wie weit sie bereit war zu gehen. Ein Experiment, das ihn eine Zeitlang seine Langeweile vergessen ließ.

Lea war die erste Frau, die er nicht bezirzen konnte. Das imponierte ihm. Der Marquis betrachtete es als Herausforderung ihren Willen zu untergraben, bis sie sich ihm freiwillig hingab.

„Ich warte.“

„Nun, dann“, der Marquis machte eine einladende Handbewegung, „folge mir.“

Er reichte ihr die Hand. Widerwillig ergriff Lea sie. Entgegen ihrer Erwartung, war sein Griff warm und fest. Ohne die Verbindung zu ihm, wäre es für einen Menschen unmöglich die andere Seite zu betreten.

„Bleib dich bei mir“, befahl der Marquis. „Der Übergang ist nicht ungefährlich. Wenn wir getrennt werden, könntest du verloren gehen und niemand würde dich je wiederfinden. Und das wollen wir doch nicht.“

Lea hörte den spöttischen Unterton in seiner Stimme, aber die innere Unruhe, die sie trotz ihrer Kühnheit verspürte, hielt sie davon ab, etwas zu erwidern.

Der Song zu diesem weiterführenden Text stammt von Jason Derulo „take me to the other side“.

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„Ich habe keine Angst vor ihnen!“

Lea sagte es so ruhig, als hätte sie verkündet, die Sonne würde scheinen. Aber ihr zorniger Gesichtsausdruck und ihre zu Schlitzen zusammengezogenen Augen zeigten deutlich, wie ernst es ihr war. Der Marquis machte einen Schritt auf sie zu. Sofort trat sie den Rückzug an und hob den langen Stab zur Abwehr. Ihre Fingerknöchel traten weiß hervor, so fest umfasste sie das kunstvoll geschnitzte Holz mit dem goldverzierten Elfenbeinkopfstück. Das Erbe ihres Meisters.

„Versuchen sie es gar nicht erst!“, warnte Lea ihn, „ich weiß wer sie sind und was sie getan haben!“

Der Marquis lächelte und entblößte seine weißen Zähne. In aller Ruhe rückte er seine Krawatte zurecht. Wischte ein imaginäres Stäubchen von seiner Schulter. Dabei ließ er Lea keine Sekunde aus den Augen. Er wusste, wen er vor sich hatte. Die letzte Meisterschülerin des alten Sato. Die einzige Person in diesem minderwertigen Universum, die ihm und seines gleichen gefährlich werden konnte, nachdem der alte Meister sein Leben unter Qualen beendet hatte. Alles hat seinen Preis, dachte er.

„Das bezweifele ich“, der Marquis maß Lea von oben bis unten. Er schien abzuschätzen, wie wehrhaft sie wirklich war. „Du glaubst, etwas zu wissen – aber das ist nur ein Bruchteil von dem, was wahr ist.“

„Wahr!“

Lea spuckte das Wort geradezu heraus. Vor Wut zitterte sie am ganzen Körper. Was dachte sich der Mistkerl? Wollte er sie einlullen und schwächen? Solche Winkelzüge hatte der Marquis nicht nötig. Er war ein grauer Wächter. Sie hätte nicht den Hauch einer Chance gegen ihn, wenn Meister Santo sie nicht in den alten Künsten und Weisheiten unterrichtet hätte.

Der Song zu dem Text stammt von Eminem „I`m not afraid“

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Ich gehe die Straßen, die ich mit dir gegangen bin. Die Sonne scheint. Damals geregnete es. Paris im Regen, sagtest du, ist für Liebende. Ich hätte ich nicht herkommen sollen. Aber der Mensch ist ein merkwürdiges Geschöpf. Früher oder später kehrt er an den Ort seiner Erinnerungen zurück. Ich wandere als ein Tourist unter vielen am Ufer der Seine entlang. In dem Jahr meiner Abwesenheit hat sich kaum etwas verändert und doch, Paris hat seinen Charme verloren. Ich gebe dir Recht. Paris ist für Liebende.

Damals wäre ich mit dir überall hingegangen. Bis ans Ende der Welt. Soweit sind wir nicht gekommen. Es reichte bei dir nur für das Ende meines Urlaubs. Zeit sich die Tränen vom Gesicht zu wischen und nach vorne zu sehen. Paris ist für Liebende. Vielleicht irgendwann auch wieder für mich. 

Der Song für dieses Lied stammt von Wolfman/Pete Doherty „This ist for Lovers“.

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