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Archive for Mai 2014

Das Buch habe ich gerade gelesen. Es ist von Greg Iles. Und ich war, wie auch schon bei dem ersten Buch, dass ich von ihm gelesen habe – „Bisswunden“, echt begeistert oder sollte ich besser sagen: vor Spannung wie gelähmt, so dass ich es nicht aus der Hand legen konnte.

Greg Iles schaft es jedes Mal am Ende der Geschichte, wenn der Leser denkt, alles klar, das ist jetzt so und so – den Puls durch Tricks und Kniffe nochmal hoch zutreiben. Nichts ist wie es scheint und wenn du denkst, du hast den Täter – Pustekuchen.

Ein Autor, den ich Thriller – und Krimifans, nur empfehlen kann. Der nächste Greg Iles wartet schon – „Adrenalin“. Allerdings brauche ich eine kleine Atempause, bevor ich mich wieder ins Thrillergeschehen stürze. *g*

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Sam: „Warum guckst du immer durchs Fernglas?“

Suzy: „Damit kann ich alles viel näher sehen, auch wenn die Dinge gar nicht weit weg sind. Ich stelle mir immer vor, es sind meine Zauberkräfte.“

Ein Zitat aus dem Film: Moonrise Kingdom

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Die Kategorie heißt deswegen „Second Life“, weil die Texte in der Ich-Form geschrieben sind und meinen Fantasien zu verschiedenen „Blitzideen“ aus Filmen und Büchern entsprungen sind, die ich beim Schauen und Lesen hatte. Das heißt, dass es zu den Szenen zwar eine Art Vorgeschichte gibt, die ich aber nicht ausgeschrieben habe. Teils aus Zeit – und  teils Lustgründen. Nein, ich bin nicht faul *ggg*, nur manchmal bequem und manchmal in Zeitnot. Spaß hat das Schreiben trotzdem gemacht – weil ich es einfach wollte 😉 . Ich hoffe, die Texte machen euch auch Spaß.

Oxford, Episode II, Juni 2010

Nervös drücke ich auf den Klingelknopf. Es dauert eine Weile, bis ich Schritte höre. James reißt die Tür auf. Ein erstaunter Blick aus seinen hellen Augen trifft mich.

„Oh, was verschafft mir denn das unerwartete Vergnügen“, Ironie pur.

„Ich habe Licht bei dir gesehen, da dachte ich … .“

„Da dachtest du, sieh mal nach wie es dem armen Deppen geht.“

Ich schüttele den Kopf.

„Nein. Ich … .“

„Oder hat dich der Chef zu meiner Beobachtung abgestellt.“

„Bitte James! Meine Schwester wohnt zwei Straßen weiter. Ich wollte nach Hause und sah, dass du noch wach bist.“

Sein Blick fällt auf meine offenen Haare und mein ausgeschnittenes Top.

„Du bist ja wirklich ein Mädchen. Nach unserem letzten Treffen, war ich mir da nicht mehr sicher.“

Er zieht an einer Haarsträhne, was mich nervöser macht, als ich ohnehin schon bin.

„Tja, so sehe ich aus, wenn ich in Zivil bin.“

Ich ringe mir ein Lächeln ab, aber James hat sich schon abgewandt. Ich folge ihm ins Wohnzimmer. Er lässt sich auf die Couch fallen und greift nach seinem Weinglas.

„Also warum bist du wirklich hier?“

James nimmt einen tiefen Zug und fixiert mich. Sein sezierender Blick ist mir unangenehm. Er ist so unnahbar, undurchschaubar. Ich kenne ihn inzwischen zwei Jahre, sehe ihn jeden Tag acht oder mehr Stunden bei der Arbeit und weiß nicht was in ihm vorgeht.

„Weil ich dir etwas erklären wollte.“

Ich lasse mich neben ihm auf der Sofakante nieder.

„Du bist mir nichts schuldig. Schon gar keine Erklärungen.“

Er schüttelt unwillig den Kopf.

„Ich will es aber. Bitte!“

Tränen steigen mir in die Augen. Ich lege meine Hand auf seine. James zieht sie weg. Er hasst mich. Ich habe es verdorben. Aber was sollte ich tun? Ich musste ihn schützen, auch wenn es bedeutete sein Herz zu brechen. Ich weiß nur zu genau, was es bedeutet ein gebrochenes Herz mit sich herum zu schleppen. Tag für Tag. Dem Menschen gegenüber zustehen, den man mehr liebt, als sein Leben und es ihm nicht zeigen zu dürfen.

„Na dann, schieß mal los.“

„Er hat gesagt, wenn ich dir das Herz nicht breche, dann tut er es“, flüstere ich und versuche das Schluchzen zu unterdrücken „das konnte ich nicht zulassen. Vielleicht kannst du mir nicht verzeihen, aber irgendwann möglicherweise verstehen.“

James sagt kein Wort. Ich spüre seinen Blick auf meinem Gesicht, aber ich schaffe es nicht, ihn anzusehen. Der Gedanke an den irren Killer, der James töten wollte entsetzt mich immer noch, auch wenn der Mistkerl seit drei Monaten tot ist und ich die Kugel auf ihn abgefeuert habe.

„Ich sollte gehen“, schlage ich resigniert vor und will aufstehen.

James greift nach meiner Hand und zieht mich zurück auf die Couch.

„Warum willst du mich unbedingt retten?“

Seine Finger umspannen mein Handgelenkt. Warm und fest. Ich kann nicht mehr denken.

„Ich liebe dich.“

Im selben Moment verwünsche ich meine Schwäche.

„Du liebst mich?“

James ist mir plötzlich ganz nah. Er packt mich bei den Schultern und zieht mich dicht an sich heran.

„Sag mir die Wahrheit.“

„Es ist wahr. Schon lange. Er hat mir gedroht, dir etwas anzutun, für den Fall, dass ich es dir sage.“

„Dafür ist es jetzt zu spät“, James lächelt.

„Wenn dir etwas zugestoßen wäre, dass hätte ich nicht ertragen.“

Tränen tropfen auf mein Top. James zieht mich in seine Arme. Bedeckt mein Gesicht mit vielen zarten Küssen.

„Du denkst doch nicht wirklich, dass ich dich jetzt wieder gehen lasse.“

Seine Lippen suchen meinen Mund. Ohne nachzudenken schmiege ich mich an ihn. Seine Finger fahren durch mein offenes Haar, gleiten meinen Rücken hinab und schieben sich unter mein Top. Als James meine nackte Haut berührt, bin ich verloren.

„Oh Gott, James … .“

„Psst“, er sieht mich liebevoll an, „ich liebe dich auch. Seit wir uns das erste Mal begegnet sind, wusste ich dass da etwas ist zwischen uns. Und jetzt gehörst du mir. Hörst du? Mir allein.“

Sein leidenschaftlicher Kuss lässt keinen Zweifel daran aufkommen, was gemeint ist. Langsam entkleidet er mich Stück für Stück. Küsst jeden Zentimeter neu entdeckter Haut. Als ich endlich nackt bin, bin ich so erregt, dass ich beinah überfließe. James streift sich Shirt und Hose ab. Haut an Haut liegen wir eng umschlungen auf der Couch. Seine Finger tanzen über meinen Körper, sein Mund, seine Zunge versetzen mich in Brand. James flüstert mir verführerische Worte ins Ohr. Sein sehniger, schlanker Körper und seine Erektion an meinem Bauch erregen mich.

„Komm bitte, ich will dich endlich ganz fühlen“, flüstere ich.

Tief und unwiderstehlich dringt James in mich ein und ich weiß, dass es sich richtig anfühlt. Viel zu lange habe ich darauf gewartet.

„Du gehörst mir“, seine Worte brennen sich in meine rotierenden Gedanken, „egal was auch immer passiert. Ich kann dich nicht wieder gehen lassen.“

„Ich weiß“, meine Lippen berühren sein Ohrläppchen.

James stöhnt leise. Geschmeidig wie ein Raubtier bewegt er seine Lenden in einem erregenden Takt, stimuliert meine Perle, die sich gierig gegen seinen Körper presst. Der Orgasmus erfolgt unerwartet, reißt mich weg. Blitze explodieren hinter meinen Liedern. Feuerwerk in Kopf und Körper. Meine Möse pulst um seinen Schwanz, meine Finger krallen sich in seine Schultern. Aufbäumen, ein Schrei, ein harter Stoß, sein heißer Saft vermischt mit meinem. Eng umschlungen liegen wir da. Er bedeckt meinen Körper mit seinem. Zärtlich suchen seine Lippen meine. Sein Kuss erschüttert meinen Körper aufs Neue.

„Du bist was ich immer wollte“, James sieht mich an. Sein Blick ist sanft und offen. „Zwischen uns soll es nie wieder solche Missverständnisse geben.“

„Ich verspreche es.“

„Und ich verspreche dir, dass ich dich niemals loslasse und dich bis zu meinem letzten Atemzug beschützen werde. Ich lasse nicht zu, dass uns jemand auseinander bringt.“

Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen küsst James mich wieder und ich glaube ihm jedes Wort.

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Ich hasse diese Tage an denen ich das Gefühl hat, es wäre besser ich hätte mir die Decke über den Kopf gezogen und wäre liegen geblieben, weil das was kommt auf keinen Fall gut werden kann. Warum passieren „solche“ Dinge? Ich weiß es nicht. Ich bin ratlos und hilflos. Auch wenn es mich nicht direkt betrifft, so kann ich mich doch nicht völlig davon frei machen. Familie ist Familie. Und ich frage mich, welchen Teil „Schuld“ ich trage? Gibt es ungute Geschichten, die sich über Generationen fortsetzen, wie ein Abdruck auf einem Stempel … ich hatte gehofft die Tinte würde langsam verblassen – aber scheinbar gibt es das nicht im echten Leben. Erlösung von dem „Fluch“. Als Schriftsteller wäre das die Basis für eine Geschichte. Aufhebung des Fluchs. Aber wenn ich es in der Realität betrachte, fürchte ich, dass es kein Happy End gibt und das macht mich so wütend, dass ich am liebsten etwas kaputt schlagen würde. Verdammt noch mal!

Stöcke und Steine

Stöcke und Steine
Brechen Knochen
Deine Worte
Meine Seele

Warum
Immer wiederholt
Sich die Katastrophe
Deja vu

Wann
Endet es
Am Ende
Aller Tage

Wie viele
Tränen
Müssen fließen
Herzen zerbrechen

Wut
Rotes Knäul
Brennt
In meinem Bauch

Halt an
Jetzt
Hör auf
Sofort

Stöcke und Steine
Brechen Knochen
Nie wieder!

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Diese Geschichte ist aus meinem Textordner: Second Life – die Textepisoden darin entstammen allen möglichen Epochen:  von 1824 bis 2012. Es kommen stetig welche dazu. Lesen, fallen lassen und Spaß haben *g*.

Oxford – Episode 1.

Mai 2009, Café Rosario

„Was schreiben sie?“
Erstaunt sehe ich von meinem Laptop auf und blicke in zwei kühle blaue Augen.
„Bitte?“
Er setzt sich mir gegenüber und winkt der Kellnerin. Lässig schlägt er die langen Beine über, die in einer teuren Anzughose stecken.
„Eine heiße Schokolade für die Lady“, bestellt er ohne mich gefragt zu haben.
Ein bisschen unverschämt der Mann, auch wenn er heiß wie die Schokolade ist.
„Sie sind so vertieft. Ich beobachte sie schon eine ganze Weile und sie haben nicht ein Mal aufgesehen oder mit der Wimper gezuckt.“
„Mir war nicht klar, dass ich dies hätte tun sollen“, erwidere ich angriffslustig. „Und sie sind?“
„James Harris. Oxford Police Department.“
Ein spöttisches Grinsen huscht über sein kantiges Gesicht. Er hat eine Narbe unter dem Auge und eine am Kinn, was ihn noch interessanter erscheinen lässt. Die Kellnerin bringt die Schokolade.
„So, ich muss los“, James erhebt sich, beugt sich zu mir herunter und flüstert mir ins Ohr, „wir sehen uns Lea. Schreiben sie schön.“
Dann geht er. Fährt sich lässig durch seine widerspenstigen blonden Haare.
„Woher wissen sie meinen Namen?“, rufe ich ihm hinter her.
James dreht sich nicht um. Ich habe den Verdacht, dass er nicht will, dass ich sein freches Grinsen sehe.

Ein paar Tage später im Café Rosario:

„Wie ich sehe sind sie fleißig“, höre ich James provozierende Stimme.
Ich nicke der Kellnerin zu. Was er kann, kann ich schon lange. Recherche ist eine meiner Stärken.
„Wie ich sehe sind sie heute nicht im Dienst, Mister Harris.“
Ich ziehe eine Augenbraue hoch und versuche ihm einen hochmütigen Blick zu zuwerfen. Aber er ist einfach besser. Sein Lächeln ist dermaßen selbstbewusst-überheblich, dass ich die Fäuste unter dem Tisch balle. Die Kellnerin stellte ihm einen Kaffee hin.
„So schwarz wie ihre Seele“, sage ich und lächele ihn herausfordernd an.
„Was wissen sie über meine Seele?“
Das sie vermutlich keine haben, liegt mir auf der Zunge, aber ich nehme an, dass die Frage rein rhetorisch ist. Ich wendet mich meinem Text zu. James muss nicht merken, dass mir unter seinem intensiven Blick das Herz in die unteren Regionen meines Körpers rutscht. Plötzlich spüre ich, wie seine Hand über meinen Oberschenkel gleitet. Ich halte den Atem an. Jetzt ist es angebracht meine Empörung kundzutun.
„Danke für den Kaffee“, flüstert er mir ins Ohr, bevor ich ein Wort hervorbringe, „morgen Abend acht Uhr. Ich hole sie ab.“
Ich schnappe nach Luft. Was bildet der sich ein?! Wie kommt er darauf, dass ich was von ihm wollen könnte? Und wenn, dann bestimmt nicht auf die Tour. Arroganter Kerl! Der hält sich wohl für Unwiderstehlich. Das erregte Ziehen in meiner Bauchgegend ignoriere ich. Als ich mich endlich wieder im Griff habe, ist er schon verschwunden.

Einen Tag später, 20 Uhr:

Es klingel aufdringlich. Ich öffne die Tür. James lehnt lässig im Türrahmen. Dunkler Anzug, schwarzes Hemd, Krawatte. In meinem Schlabberlook fühle ich mich jetzt doch fehl am Platz.
„Hey, noch nicht fertig?“
Sein Blick gleitet mit einer Selbstverständlichkeit über meinen Körper, als hätten wir jahrelang Sex miteinander gehabt.
„Wie kommen sie darauf, dass sie mir sagen können, was ich zutun und zu lassen habe!“, begehre ich auf.
James schiebt mich sanft in den Flur und schließt die Wohnungstür.
„Weil ich es kann“, er blickt auf mich herunter, „ich weiß, dass du mich willst, so wie ich dich will.“
„Nein!“
Wie kommt er darauf? Ich will weg von ihm. Drehe mich um. James fasst nach meinem Handgelenk, zieht mich zurück. Ich verliere das Gleichgewicht, falle gegen seine breite Brust.
„Lass mich los“, keuche ich.
„Willst du das wirklich?“
Seine Stimme vibriert dunkel und verführerisch. Trifft den Nerv in meinem Inneren. Lust schwappt in meinen Körper. Seine Lippen gleiten über meinen Hals. Atemlos lasse ich seine Hände auf Wanderschaft gehen. Geübt streift er mir Shirt und Hose ab. Oh, Gott ich will ihn.
„Extra für mich?“
Ich weiß, dass James auf die schwarzen Dessous anspielt. Zu spät. Verraten habe ich mich sowieso schon.
„Ja“, flüstere ich.
Hastig löse ich seine Krawatte, knöpfe mit zitternden Fingern sein Hemd auf, zerre es ihm vom Körper. Seine metallene Gürtelschnalle drückt sich kalt an meinen Bauch. Darunter fühle ich seine harte Erektion. Gierig will ich ihn von seinen Beinkleidern befreien. James greift nach meinen Händen.
„Nicht so hastig“, ich höre den leisen Spott in seiner Stimme und sehe auf, „du willst dich doch nicht um dein Vergnügen bringen.“
Eine Minute später stehe ich nackt im Flur. Er kniet vor mir, küsst meine Scham. Das halte ich nicht aus. Meine Finger wühlen sich durch seine Haare. Sein Mund wird fordernder. Ich spreize die Beine. Seine Hände umfassen meinen Po, schieben mein Becken näher an seine heißen Lippen. Seine Zunge! Meine Gedanken versacken. Mehr, ja mehr. Hab ich es ausgesprochen? James zieht mich auf den Boden. Ich höre das Geräusch seines Reißverschluss. Fühle seinen steifen Schwanz, der sich quälend langsam in meine Möse schiebt.
„Bitte fick mich“, flehe ich James an.
Er schweigt. Bewegt sich langsam, immer tiefer. Ich hebe mein Becken. Noch tiefer, mehr, schneller. Es geht in meinem Stöhnen unter. Ich reiße meine Augen auf. Treffe seinen Blick. Verlangen. Gier. Keine Fragen. Meine Lider werden schwer.
„Sie mich an!“
Sein Befehl törnt mich an. Ich richte meinen Blick wieder auf ihn. James trifft direkt ins Zentrum meiner Lust. Gleichgültigkeit ist keine Option. Er lässt nicht los. Fesselt meinen Blick an seinen Willen. Leidenschaft, maßloses Begehren. Sind es meine Lüste, die ich in ihm gespiegelt sehe? James ansteigender Rhythmus reißt mich fort. Hart und tief. Die Welle türmt sich auf. Mein Inneres bricht auf. Meine Möse umklammert seinen Schwanz. Meine Finger schlagen sich in seine Schultern. Ein Schrei! Meiner? Noch ein eiserner Stoß. Heiße Lava ergießt sich in meinen Vulkan. Zwei Körper. Schweißgebadet. Ineinander verschlungen. Atem und Säfte vermischt.
James löst sich von mir. Hilft mir beim Aufstehen. Mein Körper fühlt die Einsamkeit ohne ihn. Es darf nicht vorbei sein!
„Geh nicht“, höre ich meine fremd gewordene Stimme.
Sein typisch spöttisches Lächeln umspielt seine Lippen.
„Wie kommst du darauf? Ich bin doch gerade erst gekommen.“

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Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Die Söhne der Herrlichkeit
Gestürzt aus leuchtenden Himmeln
In die Finsternis

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Mit gebrochenen Flügeln
Und zerschmetterten Herzen
Ohne Hoffnung auf Gnade

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
So hell dass der Himmel gefror
Erloschen über dem Horizont
Es blieb nur Trauer und Tränen

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Lobgesang verstummte für Zeitalter
Kein Wort kann gefunden werden
Im tiefsten Schmerz

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Hochmut und Stolz
Zerstörten Liebe
Rot wie Blut

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Die große Schlange verdammte
Gottes Schöpfung
Zu qualvollem Tode

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Der Himmel zerbrach
Der Abgrund tat sich auf
Geiferte Feuer und Rauch

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Ihr Brüder beklagt die Gefallenen
Dann rüstet euch
Der Fehdehandschuh ist geworfen

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Der Erzengel erhebt sich
In eurer Mitte
Mit flammendem Schwert

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Michael zerbricht das Siegel
Entfesselt den Sturm
Der Untergangs

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Der Drache wird getilgt
Vom Angesicht der Erde
Tag der Stille

Ja, ich gebe es zu! Ich habe in den letzten vier Wochen die fünf Bände von Chroniken der Unterwelt komplett gelesen … da kann man schon mal auf mystische – dunkle Gedanken kommen *g*.

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„It`s rain again…“ dröhnt die Musik aus meinem alten Küchenradio. Wenn es doch endlich regnete! Die letzten Tage hat die Sonne gnadenlos auf unsere Stadt herunter gebrannt und wenn man dem Wetterleuten glauben darf, wird diese Hitzewelle nicht so schnell vorüber gehen. Serafina räkelt sich auf den warmen Balkonfliesen und blinzelt nur ab und an zu mir auf. Gnädig serviere ich ihr das Abendessen auf dem Balkon und mit der gewohnten Herablassung bequemt Serafina sich zu ihrem Napf. Nur um mir gleich darauf naserümpfend einen vernichtenden Blick zu zuwerfen und sich wieder auf ihren alten Platz fallen zu lassen. Ich zucke mit den Schultern.

„Dann eben nicht! Du bist eine viel zu teure Katze für meinen Geldbeutel.“

Serafina schaut mich missbilligend an, miaut kläglich und legt sich auf den Rücken. Ich darf sie einmal am Bauch kraulen, aber dann ist Schluss und sie verzieht sich ins Wohnzimmer auf ihren Lieblingssessel.

In der Küche schneide ich mir eine Scheibe Brot ab und belege sie mit Salami. Mit Wasserflasche und Buch bewaffnet setze mich auf den Balkon. In Zeitlupe versinkt die Sonne hinter den Dächern der Stadt. Ich liebe diesen Ausblick, auch wenn ich jedes Mal über die „hunderttausend“ Stufen ins Dachgeschoss schimpfe, wenn ich sie mit schweren Einkaufstaschen beladen hinauf steigen muss.

Der Himmel wird von leichtem Rosa bis zu allen Schattierungen der Rot-Lila-Farbpalette überzogen. Dieses Schauspiel ist alle Treppenstufen wert.
Ich muss noch für die Klausuren lernen. Seufzend schlage ich das Buch auf der Seite auf, an der ich die Lektion abgebrochen hatte. Es klingelt. Um diese Uhrzeit? Ich gehe zur Tür, drücke auf den Summer. Schnelle, leichte Schritte sind zu hören. Mia oder Anna? Aber die sind nie so schnell und lassen sich schon unten darüber aus, wie viele Stufen sie zu mir herauf klettern müssen.

„Toby?“

Erstaunt sehe ich ihn an. Er erwidert meinen Blick lächelnd und mustert mich. Ich laufe rot an. Ich stehe da, nur in einem knappen Höschen, Trägertop und Barfuss.

„Hallo Lea. Ich wollte dir nur das Buch vorbeibringen, dass sie in der Bücherei nicht mehr hatten.“

Toby streckt mir das Buch hin.

„Danke, willst du rein kommen?“

Ich sehe ihn dabei nicht an und gebe den Weg in die Wohnung frei. Das ist ja das Mindeste, wenn er den Weg auf sich genommen hat.

„Gerne.“

Schon steht er in meinem kleinen Flur und streift die Turnschuh ab. Seine Füße passen gut zu seinem Körper. Nicht zu klein und nicht zu groß. Er scheint gleichmäßige Zehen zu haben, soweit ich das durch die Socken sehen kann.

„Ich war gerade in der Gegend, da dachte ich, ich bring es dir gleich vorbei.“

Ich gehe voraus durch die Küche auf den Balkon.

„Das ist echt nett. – Möchtest du eine Cola?“, frage ich unruhig.

„Das wäre super!“

Ich hole eine Flasche aus dem Kühlschrank. Es zischt, als ich den Deckel öffne. Ich gieße zwei Gläser ein.

„Hast du deine Bücher immer dabei, wenn du durch die Gegend fährst?“

Ich führe Toby auf den Balkon, stelle die Gläser auf dem Bistrotisch ab. Toby lacht. Es ist wie verhext. Ich kann meine Augen nicht von ihm wenden. Endlich ist er da, so wie ich es mir immer vorgestellt hatte.

„Nein, aber meine Freundin wohnt einen Block weiter und da dachte ich, nehme ich das Buch gleich mit, wenn ich schon in der Nähe bin.“

Also doch, Freundin. Mist! Ein unerwarteter Stich in meinem Herzen lässt mich fast an der Cola ersticken. Toby klopft mir auf den Rücken. Ich spüre seine warmen Finger auf meiner Haut. Was habe ich nur verbrochen? Warum er? Stolpern nicht genug Jungs durchs Leben, die Single sind.
Nachdem ich wieder Luft bekomme, versuche ich das Gespräch in ungefährlicheres Fahrwasser zu steuern, aber Toby scheint nicht sonderlich an ungefährlichen Themen interessiert zu sein. Das Komische ist, dass es mit ihm ganz einfach ist. Die Zunge löst sich von allein. Wir reden über Gott und die Welt und innerhalb kürzester Zeit weiß er mehr von mir und ich von ihm, als von allen meinen Freundinnen zusammen. Ich mache Cappuccino, hole den Rest von Mamas Eierlikörkuchen und wir beide sehen zu wie der Himmel anfängt sich in schwarzen Samt und Diamanten zu kleiden.
Serafina stattet uns einen Besuch ab, lässt sich von Toby den Rücken kraulen (was ist denn mit der los? Die lässt doch sonst keinen an sich heran.).

„Es ist schön hier oben.“

Tobys Stimme ist sanft und anschmiegsam.

„Ja. Ich bin froh, dass ich hier für mich allein sein kann. Bis auf die vielen Stufen.“

Es soll leicht und lässig klingen, aber das Pochen meines Herzens lässt mich kurzatmig und nervös erscheinen.

„Ich denke, ich sollte jetzt gehen.“

Toby erhebt sich. Ich muss was sagen. Was? Bleib. Er hat eine Freundin. Was dann? Alles klingt hohl. Nur Phrasen. Nichts Brauchbares. Meine Schlagfertigkeit lässt mich im Stich. Ausgerechnet jetzt. Beim Ihm. Ich folge Toby in meinen schwach beleuchteten Flur. Er schlüpft in seine Schuhe. Die Hand an der Klinke. Ich sehe zu ihm auf. Halte den Atem an. Der Geruch seines Deos, After Shaves oder was auch immer, verbunden mit der Wärme seiner Haut raubt mir die Sinne. Seine Augen fixieren meinen Blick. Meine Sehnsucht wirft alle Skrupel und Bedenken über Bord.

„Geh nicht.“

Ein Flüstern nur. Toby macht einen Schritt auf mich zu. Ich fühle den Herzschlag in meiner Kehle, meinem Kopf, meinen Adern, meinem Fleisch, meiner Haut, in jeder Zelle.

„Willst du mich?“

Hat Toby mich gerade gefragt? Ich kann nicht antworten. Er kommt noch einen Schritt näher. Habe ich ja gesagt? Toby greift nach meiner Hand. Zieht sie an seine Lippen, drückt eine sanften Kuss auf meinen Puls. Ich stöhne leise. Er zieht mich in seine Arme. So fest gegen seinen Körper gepresst, dass ich seinen Herzschlag unter seinen Rippen spüre, bilde ich mir ein. Sein Mund gleitet über meine Wangen, meine Augen, meine Nase, mein Kinn, bleibt an meinen Lippen hängen.

„Wenn du wüsstest, wie sehr ich dich will!“

Seine Worte jagen Schauer durch meinen Körper. Seine Lippen erobern meine. Bedingungslose Kapitulation. Die Kleidungsstücke fallen, wie Blätter im Sturm. Wir gelangen irgendwie ins Schlafzimmer. Sein Körper setzt meinen in Brand. Er verwandelt mich in Asche. Die kühlen Laken bilden einen Kontrast zu unserer heißen Haut. Seine Hände, seine Lippen, seine Zunge erkunden jeden Winkel meines Körpers. Ich winde mich unter seinen Liebkosungen. Dränge seiner Erregung entgegen. Meine Quelle fließt wie entfesselt.

„Willst du mich? Sag es mir“, fragt er.

„Ich will dich!“

Ich schiebe mein Becken vor und sein harter Schwanz gleitet in mich. Ein Stöhnen aus zwei Mündern. Verschleierte Blicke aus begehrenden Augen. Gierige Küsse, saugen, schmatzen, lecken, atmen, stöhnen, seufzen, stoßen. Immer weiter stoßen. Nichts ist mehr wie vorher. Säfte fließen. Mein Körper wird mich verraten. Zucken, umschlingen, stoßen, aufpeitschen, pulsen, stoßen, wogen, fluten, stoßen, fließen, ergießen, stoßen. Stöhnen. Schreien. Mund auf Mund. Geteilter Atem. Seelen verschmolzen.

Mein Kopf liegt auf seiner Brust. Ich höre seinen Herzschlag.

„Was ist mit deiner Freundin?“, frage ich vorsichtig.

„Ich habe keine Freundin, aber ich wünsche mir, dass du es bist“, sagt er hoffnungsvoll.

„Aber du hattest eine Freundin?“

„Ja.“

Pause.

„Ich habe Schluss gemacht.“

Schweigen. Soll ich fragen, warum? Ich muss es nicht wissen.

„Heute Abend, bevor ich zu dir gekommen bin“, fügt Toby leise hinzu.

Langsam gleiten meine Finger durch seine gekräuselten Härchen, tiefer zu seinen Lenden…

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