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Archive for Juli 2014

Lea steigt aus dem Taxi. Das Erste, das ihr noch vor dem Haus auffällt, ist der Duft. Eine leichte Brise trägt Rosen und Lavendelduft mit sich. Darunter mischt sich das Aroma von überreifen Beeren und Gras, außerdem dringt das Plätschern von Wasser an ihr Ohr.

Das Taxi braust davon. Lea lädt sich ihr Gepäck auf. Rucksack, Reisetasche und einen große Trolley. Der Rest ihrer Besitztümer, der Hauptsächlich aus Büchern besteht, kommt mit einem Container. Sie tritt durch das verrostete Gartentor. Ein Flügel hängt schief in den Angeln. – Wenn es entrostet und gestrichen ist, wird es ein kleines Juwel sein. – Lea bemerkt die kunstvollen Verzierungen, aus Blättern und Blüten, mit Begeisterung. Mit Mühe zerrt sie ihren Trolley über den zugewucherten Weg zum Haus. Der Garten gleicht einem Urwald. Zulange hat niemand hier gelebt und die Natur forderte ihr Reich zurück.

Auch das registriert Lea mit Begeisterung. Die vor Kraft strotzenden Pflanzen gefallen ihr. Egal ob Unkraut oder Nutzpflanze. Lea liebt sie alle. Bevölkert von schillernden Insekten, die von eifrigen Vögeln verspeist wurden, Mäusen, Schildkröten, die in aller Seelenruhe durch die hohen Gräser stampften, Geckos, die sich in der Mittagshitze in ihren Verstecken verkriechen um in der Abenddämmerung auf Raubzug zu gehen. Irgendwo in der Nachbarschaft meckert eine Ziege.

Lea sieht das Haus zuerst durch die Zweige der alten knorrigen Oliven, die einen schützenden Kreis bilden. Sie fühlt sich wie ein ungebetener Gast. Vor der kleinen Treppe zur Veranda stellt Lea ihr Gepäck ab und staunt. – Das ist es also. Unglaublich! Es ist wunderschön. –

Die weiße Villa hat die Form einer Südstaatenvilla, nur zierlicher. Viereckig, mit einer rundumlaufenden Veranda. Es besteht aus einem Erdgeschoss und einer erste Etage. Zum Teil ist es mit Bougainvillea, Jasmin, Clematis und wildem Wein bewachsen. Trotz des desolaten Zustandes kommt es Lea vor, als sei es direkt aus einem ihrer Träume in die Wirklichkeit versetzt worden. – Das ist ein Traum. Ich werde aufwachen und alles wird verschwunden sein. – Aus einem Impuls heraus streckt sie die Hand aus und umfasst das Treppengeländer. Sie fühlte die abblätternde Farbe, das aufgeraute Holz, die Wärme die von ihm ausgeht. – Echt. Es ist echt. – Lea seufzt.

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Zeitklang

Die Zeit klingt

In meinen Ohren

Mal süß

Mal bitter

 

Begleitet meinen Weg

Höre sie im Traum

Glockenhell und zart

Dröhnend und machtvoll

 

In allem erkenne ich

Die Stimme die mich ruft

Mich immer gerufen hat

Ich verstand sie nicht

 

Sie schlug mit aller Macht

An mein Herz

Öffnete meine Seele

Warf mich in den Strom

 

Die Musen trugen mich

Auf den Schwingen der Inspiration

Lernte ich dem Klang zu folgen

Bis ans Ende der Zeit

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Die Buchhandlung ist nicht sehr groß, aber bis auf den letzten Platz besetzt. Ich freue mich einerseits, andererseits treibt es mein Lampenfieber erst richtig in die Höhe. Heute lese ich aus meinem ersten Roman. Darin geht es um eine junge Polizistin, die allerlei erotische Verwicklungen erlebt.

Bis jetzt hat sich das Buch sehr gut verkauft. Sex sells. Deswegen hat meine Verlegerin einige Lesungen organisiert und heute ist Premiere.

Auf dem Polizeirevier weiß niemand davon und ich will auch nicht, dass sich etwas daran ändert. Mein Chef hält mich sowieso für unorthodox und naseweis, diesen Eindruck will ich nicht verstärken. Zum Glück läuft die Veröffentlichung unter einem Pseudonym und die Buchhandlung liegt nicht in meiner Heimatstadt.

Die nette Besitzerin tritt vor und begrüßt die Gäste. Sie stellt mich kurz vor, ohne meinen Beruf und meinen richtigen Namen zu erwähnen. Dann ist die Lesung eröffnet.

Bevor ich mich dem Text zuwende, blicke ich noch einmal lächelnd in die Runde. Mein Blick bleibt an zwei kühlen, blauen Augen hängen, die ich sehr gut kenne. James, mein Kollege und Partner! Oh Gott, er hat es herausgefunden! Lässig lehnt er an einem Bücherregal, die Arme untergeschlagen. Wie immer im teuren Anzug. Einziges Zugeständnis an den inoffiziellen Anlass ist das Fehlen der Krawatte.

Ich hefte meinen Augen auf das Buch. Die Zeilen verschwimmen. Ich fühle seinen intensiven Blick auf meinem Gesicht. Atme, atme, sage ich mir – vielleicht ist das alles nur Einbildung. Ich sehe wieder hoch. James steht noch an derselben Stelle, wie festgefroren. An seiner Mimik kann ich nichts ablesen.

Er wird sich bestimmt in meinem Roman wieder erkennen. Immerhin ist er von meinem Alltag inspiriert. Verdächtig eindeutige Texte gibt es genug und ich weiß, James ist sehr klug. Ich habe alles, was es zwischen ihm und mir im echten Leben nicht gibt, geben darf, in diesem Roman aufgeschrieben und das ist unter anderem eine Menge fiktiver Sex, vermischt mit einer realen Mörderjagd.

Es ist so still, dass ich eine Stecknadel fallen hören könnte. Aber es gibt kein zurück! Ich trinke noch einen Schluck Wasser, räuspere mich nervös und fange an zu lesen:

„Lance sieht mich mit diesem unergründlichen Blick an und streicht sich durch sein widerspenstiges blondes Haar.“

Mir ist klar, dass James es in genau diesem Moment weiß. Er hat mich hier in der Buchhandlung aufgespürt und er weiß, dass er Lance ist. Immerhin ist er der beste Ermittler im Yard.

„Mein Herz gerät aus dem Takt. Inzwischen arbeite ich solange mit Lance zusammen und habe mich noch nicht dran gewöhnt. Das liegt daran, dass ich mehr für Lance empfinde, als angebracht und erlaubt ist. Plötzlich hören wir ein verdächtiges Geräusch. Lance schaltet das Licht aus, und ehe ich reagieren kann, zieht er mich in eine Nische zwischen Wand und Schrank.

„Psst“, macht er nur.

Die Nische ist so eng, dass wir dicht aneinander gedrängt stehen müssen. Ich versuche auf das Geräusch zu achten, stattdessen denke ich an nichts anderes, als an Lance Nähe. Er hat seinen Arm von hinten um meine Taille gelegt. Ich fühle seine kräftige Hand auf meinem Bauch. Sein warmer Atem streift meinen Nacken. Ohne nachzudenken, lehne ich mich an ihn und neige meinen Kopf zur Seite. Lance fasst mir in die Haare und legt meinen Hals frei, dann haucht er mir einen Kuss auf die empfindliche Stelle hinter meinem Ohr. Ein Schauer rinnt meinen Rücken hinab. Unwillkürlich drücke ich mich fester an ihn.“

Himmel warum habe ich nur diese Stelle zum Vorlesen ausgesucht? So ähnlich hat es immerhin stattgefunden, bis auf das Küssen und Randrücken, da wir kurz darauf unter Beschuss standen. Ich schaue kurz auf und begegne James unergründlichem Blick. Ich bilde mir ein, ein gefährliches Flimmern in seinen Augen zu sehen und etwas, dass ich noch nicht kenne. Atemlos lese ich weiter. Das tut der erotischen Szene, die jetzt folgt, allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil.

***

Der Applaus tut gut. Ich bin froh, dass ich die Lesung unfallfrei hinter mich gebracht habe, obwohl James mich keine Sekunde aus den Augen ließ. Während ich für die begeisterten Besucher Bücher signiere und mir ihre wohlwollenden Kommentare anhöre, steht James in einer Ecke. Er beobachtet das Spektakel und wartet, bis alle ihre Unterschrift haben. Dann kommt er herüber, legt mir sein Buch auf den Tisch und sagt mit seiner tiefen Stimme:

„Für Lance bitte.“

Für eine Sekunde zögere ich. Dann schreibe ich:

„Für Lance von seiner Lea.“

James wirft einen Blick darauf, ohne eine Miene zu verziehen, klappt das Buch zu und sagt:

„Komm ich fahr dich heim.“

Ich nicke. Die innere Anspannung zerreißt mich fast. James will bestimmt reden.

„Ich hole nur meine Tasche und meine Jacke.“

James wartet geduldig, bis ich mich von der Buchhändlerin verabschiedet habe, nimmt mir die Tasche ab und trägt sie zum Auto. Ganz Gentleman öffnet er die Tür und wartet, bis ich eingestiegen bin. James schaltet Musik an. Sanft perlt sie durch die Nacht und untermalt unser Schweigen.

Ich möchte etwas sagen, erklären, weiß aber nicht wo ich anfangen soll. James scheint keinen Erklärungsbedarf zu haben. Er macht keinen Versuch das Schweigen zu brechen und wartet einfach ab. So wie er es manchmal bei Verhören tut. James knackt die härtesten Brocken.

Wir halten vor James Haus. Erst jetzt fällt mir auf, dass wir einen anderen Weg gefahren sind, so vertieft war ich in meine Gedanken. James steigt aus, geht um den Wagen und reich mir die Hand.

„Ich denke, es gibt einiges zu klären“, sagt er streng.

Ich lege meine Hand in seine und folge James gehorsam ins Haus. Es ist schlicht und geschmackvoll eingerichtet. James führt mich ins Wohnzimmer. An jeder Wand stehen Regale angefüllt mit Büchern. James nimmt mir die Jacke ab.

„Ein Glas Wein?“, fragt er.

„Ja.“

Ich bin irritiert. Gehört das zu James neuen Verhörmethoden? Ich setze mich aufs Sofa, während James Musik auflegt, zwei Gläser aus dem Schrank holt und den Rotwein eingießt. Er setzt sich neben mich und reicht mir mein Glas. Der Wein funkelt in den schönen Schwenkern wie Rubin.

„Auf dein Buch“, sagt er.

Ich versuche Spott in seinem Gesicht zu erkennen, aber da ist keiner. Was ich sehe, ist eher Neugier und Interesse.

„Seit wann?“, fragt James und ich weiß genau, was er meint.

„Seit dem ersten Tag“, flüstere ich und schaue konzentriert auf das Glas in meiner Hand.

„Du hast es sehr gut verborgen“, stellt James anerkennend fest.

Ich schweige. Was soll ich sagen? Wenn es raus gekommen wäre, hätte mich der Chef in eine andere Einheit versetzt. Das hätte ich nicht ertragen.

„Hast du mir gar nichts zu sagen?“, James Stimme ist samtweich. Er nimmt meine Hand in seine, zieht sie an seine Lippen und küsst jede Fingerspitze einzeln, dabei sieht er mir direkt in die Augen.

„Oder hast du schon alles in deinem Roman beschrieben.“

Ich kann meinen Blick nicht aus seinem lösen, bin völlig gebannt. Die Berührung seiner Lippen sind wie kleine Stromschläge, die ihr Ziel, meine Körpermitte, nicht verfehlen.

„Ich warte“, flüstert James.

Er lächelt und ich laufe purpurrot an. Ich fühle es bis in die Haarspitzen.

„Es war wie eine Sucht“, höre ich mich sagen, „jeden Tag, in den letzten zwei Jahren, wenn ich nach Hause kam, schrieb ich mir die Sehnsucht aus dem Körper, bis ich leer war. Am nächsten Tag begann es von Neuem. Du warst da. Sahst mich an, auf deine Art. Redetest mit mir, auf deine Art. Berührtest mich, unabsichtlich nur, aber du hast es getan und ich sog mich voll mit meiner Lust.“

James rückt näher an mich heran. Sein warmer Atem streift mein Gesicht. Sein Duft hüllt mich ein. Immer noch hält er meine Hand. James beugt sich vor.

„Woher weißt du, dass ich dich unabsichtlich berührt habe?“

Ich zucke zusammen. Mit weit aufgerissenen Augen sehe ich ihn an.

„Ich habe gehofft, dass du irgendwann aus deiner Deckung kommst, aber du hast dir keine Blöße gegeben. Irgendwann dachte ich, ich hätte mich getäuscht, was deine Gefühle für mich betrifft. Nur richtig glauben konnte ich es nicht. Dann hätte mich meine Intuition schon sehr im Stich lassen müssen.“

„Warum hast du nie etwas gesagt?“

Ich versuche die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken.

„Vielleicht aus demselben Grund wie du. Angst vor Zurückweisung. Der Wunsch begehrt zu werden.“

Ohne weiter nach Erklärungen zu suchen, beuge ich mich vor und hauche James einen Kuss auf den Mund. Oh mein Gott, wie süß sich das anfühlt. Ein Kribbeln zieht sich von meinen Lippen durch meinen ganzen Körper. Ich habe solange gewartet, dass es kein zurück mehr gibt.

Mit einer geschmeidigen Bewegung raffe ich meinen Rock hoch und schwinge mich auf James Schoß, umfasse sein Gesicht mit den Händen und küsse ihn wieder. James packt mich an den Hüften und zieht mich ganz dicht an sich heran. Seine Hände gleiten unter meine Bluse. Ich lehne mich zurück. James küsst meinen Hals. Ein tiefes Stöhnen scheint direkt aus meinem Bauch zu kommen. Ich presse mein Becken fest gegen seine Hüften, spüre seine Erektion. James hakt meinen BH auf, schiebt ihn mit der Bluse über meinen Kopf. Quälend langsam und erregend küsst James sich von meinen Schultern zu meinen Brüsten hinab. Ich kann mich nicht zurückhalten, kralle mich Finger in seine Schultern. James befreit mich mit einem Ruck von meinem Seidenslip. Ich höre das Ratschen und fühle die Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln.

***

„Wie oft hab ich mir das vorgestellt“, flüstere ich.

„Und?“

Ich höre sein Lächeln.

„Es war so gut!“

Ich will von seinem Schoß gleiten. James hält mich fest. Seine Hände liegen auf meinen Hüften.

„Nein, bleib. Warte einen Moment.“

Ich gehorche. James sieht mich an.

„Kein Widerwort?“, fragt er und ein spöttisches Lächeln spielt um seine vollen Lippen.

„Nein.“

Ich erröte. Ich würde alles tun, was er will, nur damit er das noch einmal mit mir macht.

„Beweg dich ganz langsam“, fordert er mich auf.

James raue Stimme rieselt mir den Rücken herunter. Gemächlich bewege ich mein Becken auf und ab. Fühle, wie sein Schwanz wieder steif wird. Seine Finger kneten meinen Po. Ich hefte meine fiebrigen Augen auf sein Gesicht. James will mich wirklich noch einmal. Als könne er den Gedanken in meinem Blick sehen, sagt er lächelnd:

„Ich habe zwei lange Jahre gewartet. Jetzt will ich alles! Und wenn mein Herz dabei aussetzt.“

„Das wird nicht passieren“, ich küsse James begierig, beiße ihn sanft in die Lippe, was einen festen Stoß seinerseits zur Folge hat, „Ich kann Mund zu Mundbeatmung und Herzmassage.“

„Dann sollten wir das üben Frau Autorin“, grinst er, schlingt die Arme um mich, und mit einem gekonnten Griff, dreht er mich auf den Rücken. Sein Gewicht presst mich in die Kissen. Ich fühle seinen harten Ständer an meinem Bauch. Der einzige Gedanke, der mir durch den Kopf geht ist, dass ich James wieder in mir fühlen will.

„Komm zurück“, bitte ich ihn.

„Keine Angst, bevor die Nacht zu Ende geht, wirst du froh sein, wenn ich dich in Ruhe lasse.“

„Das werden wir sehen. Ich nehme alles, was du bereit bist zu geben.“

Ich schließe die Augen, überlasse mich seinen erfahrenen Händen, seinem Mund, seinem Körper. Als er wieder in mich eindringt, ist es wie eine Erlösung.

***

Erschöpft liege ich in James Armen. Mein Körper fühlt sich an wie Watte. Wir halten uns so eng umschlungen, dass kein Blatt zwischen uns passt. Ich höre James Herz schlagen. Ruhig, stark, gleichmäßig.

„Du bist schön.“

James zieht meine Hand an seine Lippen und drückt kleine Küsse auf meine Handfläche. Ich seufze. Nie habe ich gedacht, dass James so etwas zu mir sagen würde. Ich betrachte ihn. Seine Gesichtszüge sind entspannt und seine Augen ruhen zärtlich auf meinem Gesicht.

„Ich möchte dir etwas sagen“, beginne ich zögernd, „und bitte brich nicht gleich in Panik aus.“

„Psst“, James schmunzelt und legt mir sanft einen Finger auf die Lippen, „Ich bin nie in Panik. Das weißt du doch?“ Ich nicke. Bevor ich etwas sagen kann, fährt er fort: „Ich liebe dich auch. Nicht erst seit heute.“

Erstaunt sehe ich James an. Er kann wohl doch Gedankenlesen.

„Aber seit heute um so mehr“, James grinst, „und wenn du immer so willig bist, werde ich dich ewig lieben.“

„James“, tue ich empört und will ihm einen Klaps geben.

Er scheint es geahnt zu haben, fängt meine Hand ab und drückt mich in die Kissen.

„Nanana! Kleine Lady, du wirst doch keinen Polizisten, noch dazu deinen Vorgesetzten, tätlich angreifen.“

„Wenn es sein muss?!“

Ich winde mich unter ihm hin und her, aber James ist nicht zu bewegen.

„Mach nur so weiter. Das macht mich echt an. Und dann werde ich mit dir schlafen müssen.“

„Gut zu wissen.“

Ich lasse mein Becken unter seinen Hüften kreisen.

„Mach weiter, das gefällt mit ausgesprochen gut.“

James beugt sich vor, seine Lippen gleiten an meinem Schlüsselbein entlang, den Hals hinauf. Jedes Härchen meines Körper stellt sich auf. Meine Brustknospen drücken hart gegen James Oberkörper.

„Und mir gefällt es, wenn du es tust“, flüstere ich und presse mich energisch gegen ihn.

„Ich liebe deine zügelloses Temperament und deine Sinnlichkeit“, flüstert er heiser.

Ich senke den Blick. James küsst meine Lider.

„Du musst so bleiben, wie du bist.“

„Kennst du mich so gut?“

„Ich denke inzwischen schon. Aber das, was ich noch nicht kenne, werde ich mit Begeisterung entdecken.“

James streicht begehrlich über meine Schenkel. Mir gefällt das begierige Glitzern in seinen Augen. Nur zu gerne lasse ich mich von ihm zu einem neuen lustvollen Spiel verführen.

 

 

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Ich habe Geheimnisse.

Das ist kein Geheimnis.

 

Ich bin verliebt.

In den Tag.

In die  Nacht.

In den Himmel.

In die Sonne.

In den Mond.

In Regentage

In Schneeflocken.

 

In tiefblaue Augen mit langen dunklen Wimpern, deren Blick mich hypnotisiert und mir Gänsehaut bereitet.

In grüne Augen mit bernsteinfarbenen Sprenkeln, die so tief sind, dass ich hinab tauche, bis ich mich verloren habe.

In unschuldig hellblaue Augen, in denen eine Kraft lauert, die mich wehrlos macht.

In braune sanfte Augen, hinter denen eine ganz eigene Welt auf mich wartet.

 

Ich bin verliebt.

In die Liebe.

Ins Schreiben.

In Bücher.

In Träume.

In die Kunst.

In die Kreativität.

 

In Orchideen, wenn sie ihre feurigen Blüten zeigen.

In Orchideen, wenn sie Kraft für neue Blüten sammeln.

In Lavendel mit dem sehnsüchtigen Duft des Südens.

In Rosen, mit Blättern so weich wie Seide.

 

Ich bin verliebt.

In das Meer.

In alte Bäume.

In Küsse aller Art.

In meine Katze.

In meine Kinder.

In das Leben.

 

Ich liebe das Verliebtsein.

Ich liebe meine Muse.

Von Herzen.

Manchmal mit Schmerzen.

Liebst du mich auch?

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„Die stille Weid` an dem was wir bereiten,
das ist der Lohn, den uns die Musen schenken.“
C.F.Raßmann

„O`Dichtkunst! Welche ein schmerzliches Geschenk des
Himmels bist du!“                                  Heinrich Laube

Es ist schon eine wunderliche Sache mit der Dichtung. Sie springt uns geradezu an, wenn wir es nicht erwarten. Du denkst an nichts Besonderes, lässt deine Gedanken schweifen und da ist sie! Die Muse streift dich, nur ganz sacht.

Was macht es aus, dass jemand unsere Muse wird und das ganze Räderwerk unserer Kreativität entfacht? Ein Blick, ein Duft, ein betörender Ton und der Funke der Leidenschaft brennt lichterloh.

Es scheint zu sein, wie mit der Liebe. Du begegnest ihm (ihr) und dein Blick bleibt an ihm haften. Eure Augen treffen sich. Du bemerkst den lässigen Gang, sein Selbstbewusstsein, dieses unwiderstehliche Lachen. Vielleicht der Biss in einen Apfel, die blonden Härchen auf seinen gebräunten Unterarmen vermischt mit Sommerluft oder der kühlen Brise eines Herbstmorgens.

Und dann schreibe ich. Für mich. Einsam an meinem Schreibtisch – fließen die Worte aus mir heraus. Wie C.F.Raßmann schreibt, weiden wir uns still an dem, was die Musen uns schenken. Aber ehrlich, das stimmt nicht wirklich. Nicht in meinem Fall. Ich bin eitel und wünsche mir Beifall oder zumindest Zustimmung. Vielleicht ist es eine Sucht – eine Sehnsucht, es möge jemand meine Texte lesen. Im günstigsten Fall die Muse, die mich inspiriert hat und sich in meinen Worten wieder findet.

Meine Musen wissen nicht, dass sie Musen sind. Es ist immer nur eine „ferne Liebe“. Aber in meinen Fingerspitzen kribbelt es, mich zu zeigen und mich nicht hinter meinen Texten zu verstecken. „Sieh nur, das bist du!“

Es passiert nie – nur der Gedanke, „was wäre wenn …“ ist wie ein Aufputschmittel. Noch ein Text und noch ein Text. Einsam an meinem Schreibtisch. Mit der Hoffnung, dass meine Muse doch eines Tages diese Zeilen lesen könnte und sich wieder erkennt. „Sieh nur, das bin ich.“

Manchmal wünschte ich mutiger zu sein und der Muse meine Texte in die Hand zu drücken – aber so soll es wohl nicht sein. Also bleibe ich still und schreibe, solange ich Worte habe.

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Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergissmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem’,
nach Straßenstaub und Rosen.

Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen.
Nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.

Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
ein Wind rauscht in den Bäumen.
Ein Kind lacht hell,
dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.

Ilse Kleberger

Ein wunderbares Sommergedicht, das  mich an „damals“ erinnert. Es ist einfach nur schön *seufz*.

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„Ich habe einfach kein Glück. Ich habe Unglück und das abonniert.“
Soll ich so die Geschichte beginnen? Ist das ein erster Satz, der den Leser in die Story hinein saugt und von der er nicht mehr loskommt? Verdammt! Warum haben mir Hemingway, Fitzgerald, Kästner und wie sie alle heißen, die ganzen guten ersten Sätze vor der Nase weggeschnappt? Nun sitze ich hier, im 21. Jahrhundert und zermartere mir das Hirn nach dem ultimativen ersten Satz, den der Lektor des Verlages XY liest und bum bang! Ich habe den Vertrag!
Aber ich habe einfach kein Glück. So oft ich eine Geschichte anfange, stolpere ich über ihn. Diesen ersten Satz. Meine persönliche Nemesis. Vor mir das weiße Blatt Papier und oben, ganz oben am Rand der Satz. Sobald ich den Punkt setzte, bin ich wie paralysiert. Mein Blick klebt an den Buchstaben, wie Sirup. Ist er das? Der Satz der Sätze? Kann es wahr sein, dass diese paar Worte, jedes für sich allein schlicht und einfach, aber in ihrer Gesamtheit, den Satz bildeten, der mich reich und berühmt macht?!
Ich habe das Unglück abonniert, wie soll also des Glückes goldener Strahl mich treffen und mir diesen unvergleichlichen Satz eingeben? Man schreibt einen guten Text, in dem man die schlechten oder überflüssigen Worte weglässt, erzählt der Dichter. Doch in unserer Zeit, in der ein moderner Mensch weder an Wunder noch an Musen glaubt, wer soll ihm denn den Satz des Ruhmes eingeben? So schreibe ich, Tag für Tag, Jahr für Jahr, schreibe ich. Tausende und Abertausend erste Sätze. Ganze Bücher könnte ich mit ihnen füllen, doch wozu – sie führen zu nichts. Sind sie doch immer nur ein Funke, der aufflammt und verglüht. Wortmeteore am Himmel meiner Gedanken, nur geschaffen für den Augenblick. Denn ich habe kein Glück.

Der Text entstand aus einem Satz, den eine meiner Mitschreiberinnen schrieb. In unserer Schreibrunde suchte jede Schreiberin einen Satz aus ihrem Text, der ihr besonders gefiel. Diese wurden dann auf Zettel geschrieben und verlost. Ich zog den dick gedruckten Satz am Anfang des Textes. 🙂

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