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Archive for September 2015

Hier die ersten 1 1 1/2 Seiten der Geschichte. Sie ist inzwischen auf 12 Seiten angewachsen und ich habe jeden Tag daran geschrieben.

Gefährliches Erbe

Rosalie Graville betrachtet ihr Spiegelbild und ist sehr zufrieden. Ihr blondes Haar ist zu einem weichen Knoten gebunden und der zarte Spitzenstoff des dunkelroten Kleides betont ihre schlanke Figur. Die glänzenden Jetperlen der lange zweireihigen Kette klickern bei jeder Bewegung leise. Vorsichtig befestigt sie den großen Hut mit einer Haarnadel auf ihrem Kopf.

„Wie hat Mama immer sagte: der erste Eindruck zählt. Ich denke, sie werden mich nicht übersehen können“, spricht Rosalie ihrem Spiegelbild Mut zu. „Ich bin der feinen Sippschaft zwar nicht willkommen, aber wenn sie glauben, ich hätte nicht den Mut zu erscheinen, dann haben sie sich getäuscht!“

„Miss, der Chauffeur ist da!“, die Stimme des Butlers reißt Rosalie aus ihren Betrachtungen.

„Ich bin schon auf dem Weg nach unten.“

Rosalie schlüpft in das kurze Seidenjäckchen und legt sich einen warmen Wollschal um, greift nach dem passenden Sonnenschirm und eilt die Treppe hinunter. John hat inzwischen die Koffer verstaut und hält seiner Arbeitgeberin die Tür auf. Rosalie rafft den Rock und steigt in das Automobil.

„Ich wünsche ihnen eine gute Reise und viel Erfolg“, John lächelt und zwinkert ihr vertraulich zu. „Zeigen sie es den Herrschaften.“

„Danke, John“, Rosalie erwidert sein Zwinkern. Der alte Herr war schon Diener ihres Vaters. „Wünschen sie mir Glück!“

Er schließt die Tür und sieht dem schwarz glänzenden Motorwagen mit gemischten Gefühlen nach. John ist die adlige Verwandtschaft seiner Herrin nur zu gut bekannt.

Fortsetzung folgt!

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Ins Meer hinein, ins Meer,
in seine schwerelose Tiefe,
wo die Träume sich erfüllen,
und Zwei in einem Willen sich vereinen,
um zu stillen eine große Sehnsucht.

Ramón Sampedro

Das Meer ein Ort der Sehnsucht. Licht, Himmel, Wolken, die Ströme der Gezeiten. Es zieht uns unaufhaltsam an. Das Meer, das letzte Mysterium unseres Planeten, in dem Tiefen existieren, die unerforscht und für uns nicht zu erfassen sind.

Dort spüren wir die Unendlichkeit auf eine beinahe stoffliche Weise. Anders als bei einem Blick auf den nächtlichen Himmel, der uns Ehrfurcht abverlangt, liegt das Meer mit seinen Schätzen, Schönheiten und Gefahren direkt vor unseren Füßen.

Wir durchleben seine Auswirkungen ungefiltert an Körper und Geist. Den Wind, die Macht der Wellen, die sprühende Gischt auf der Haut, den Sand unter unseren Füßen. Weite, die wir sehen und dennoch nicht erfassen können. Eine tiefe Ruhe steigt in uns auf, selbst unter dem Brausen des Sturms, wissend danach wird alles wieder rein und klar vor uns liegen.

Doch das Meer ist mehr als ein Ort, den wir ersehnen. Es ist die Fülle, die Unendlichkeit in uns. Das Rollen der Wellen an die raue Küste gleicht dem Schlagen der Herzen unserer Mütter, als sie uns in sich trugen. Das Urmeer, das uns geborgen hielt und nährte, bis zum Tag der Geburt. Das Meer, Anfang und Erhalter allen Lebens.

Das Meer in uns besitzt eine Tiefe, die wir nicht ermessen, nicht durchmessen können. Wie das Menschenherz, dessen Wünsche und Obsessionen wir nicht einmal selbst verstehen. Wir blicken in dunkelste Abgründe, werden von hellstem Licht an die Oberfläche zurückgezogen, um erneut dem Rausch der Tiefe zu verfallen.

Das Meer in uns ist eine Sehnsucht so groß und weit, so zeit- und grenzenlos. Sie lässt uns niemals ruhen, treibt uns immer weiter an, auf der Suche nach der Fülle des Lebens. Sehnsucht nach dem Ganzen. Sehnsucht nach einer Liebe, die alle Fragen beantwortet. Sehnsucht nach Freiheit von Hektik und Zwängen. Sein um des Seins willen.

Immer wieder werden wir in den Sturm des Lebens gejagt, kämpfen, bezwingen ihn. Im beständigen Kreislauf der Gezeiten werden wir an den Strand unseres Selbst gespült und in uns zurückgeworfen. Gehen unter. Bis an den Rand des Todes und tauchen wieder auf. Sanft gewogen in den Armen unseres Sehnsuchtsmeeres.

Sehnsucht nach dem Meer. Sehnsucht nach mehr. Mehr Erfahrung, mehr Wissen, mehr Fülle, mehr Gefühl. Sehnsucht nach Unendlichkeit. Nach Unsterblichkeit. Das ist der Antrieb aller Bestrebungen, aller Kunst. Unser Name auf Stein gemeißelt, auf Leinwand gemalt, auf Papier gedruckt.

Wir stehen am Ufer unseres Lebens. Blicken auf den Horizont. Sehen die Sonne rot brennend versinken und fragen uns bange, was wird sein? Gibt es eine Antwort? Vielleicht die der Philosophen, der Religionslehrer – doch am Ende müssen sie die Antwort schuldig bleiben. Wir gehen in unbekannte Gefilde. Wie Ramón Sampedro es ausdrückte: in eine schwerelose Tiefe.

Eine namenlose Sehnsucht, die in uns schwingt, uns hält und uns zu unserem Ausgangspunkt zurückführt, dem Meer in uns.

Seit Beginn der Zeit brandet das Meer an die Gestade der Küsten und so wird es sein, wenn wir längst vergessen sind. Strebt das Meer in uns danach, sich an den Gestaden unseres Geistes zu brechen, werden wir ein Stück Unsterblichkeit erlangen.

Sehnsuchtsmeer
Tief in mir verborgen
Niemand kann es sehen
Niemand wissen
Niemand fühlen
So wie ich

Caroline Susemihl

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Die Weihnachtsgeschichte ist fertig und verschickt! Der Weihnachtsmann ist sexy und der Rest wird sich zeigen 😉 .

Nach einem kleinen Päuschen geht es mit meinem Krimi weiter. Immerhin weiß ich schon, wer die Leiche abgibt und warum. Hals und Beinbruch.

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Mein historischer Krimi ist heute um satte 1210 Worte gewachsen – als ich erst mal dran war, rutschte es – zum Glück. Immerhin gab es noch nicht mal einen Toten und fünf Worte wollen noch untergebracht werden. Vorzugsweise die Worte, die etwas mit dem Mord zu tun haben. Z.B.: Blutlache 😉 . Ob das Stückchen bis Sonntag fertig wird?

Außerdem arbeite ich gleichzeitig noch an einer sexy Weihnachtsgeschichte für eine Anthologie – küssen Weihnachtsmänner besser, schärfer, wilder, aufregender? Na mal sehen, ob ich die Verlegerin mit meiner Idee aufs „Kreuz legen“ kann *g*. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich bin schon froh, dass ich überhaupt im Schreiben bin – vielleicht liegt es an der Musik im Ohr – ich schreibe gerade unter erschwerten Bedingungen, muss mit Kopfhörern schreiben. Erst habe ich mich dagegen gewehrt, aber mit der Akzeptanz und dem richtigen Groove im Ohr läuft es langsam wieder. Es besteht also noch Hoffnung und immerhin sitze ich nicht, wie Stephen King, in einer Abstellkammer. Ich kann den Himmel sehen, wenn er nicht  gerade grau ist 😉 .

Allen Schreibern wünsche ich viele Musenküsse und einen geeigneten Ort zum Schreiben!

Caro

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Da die Geschichte mehr Zeit in Anspruch nimmt, mach ich mal eine kurze Post-Pause 😉 .  Immerhin hat die Geschichte schon 1012 Worte … sie soll bis Sonntag „fertig“ sein. Ich halte mich ran. Wenn das mal klappt. Ich kann irgendwie so schlecht kurz.

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„Es wird dir nicht gefallen das zu hören, aber besser du erfährst es von mir, als von jemand anderem.“

„Hm.“

„Ich habe einen Mann kennengelernt.“

„So?“

„Ja. Wir verstehen uns gut.“

„Schön.“

„Mehr als das. Ich habe mich verliebt.“

Er ließ die Zeitung sinken. Sein Blick traf mich und ging gleichzeitig durch mich hindurch.

„Reichst du mir die Kaffeekanne.“

„Sie steh direkt vor dir.“

Er schenkte sich ein.

„Und was willst du mir sagen? Verlässt du mich?“

„Soll ich das denn?“

„Wenn du das für klug hältst? Deine Entscheidung.“

Ich hatte mehr erhofft, aber nicht erwartet. Die Zeitung in seinen Händen zuckte. Ich wusste, er wollte weiterlesen. Es gab keinen anderen, aber die Entscheidung war gefallen.

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Zerstreutes Licht fällt durch die Buntglasfenster. Ich sitze in dem rotgepolsterten Ohrensessel unter dem Fenster und beobachte wie winzigen Staubteilchen in den Sonnenstrahlen tanzen. Das Gurgeln des Kaffeeautomaten reißt mich aus meinen Gedanken. Ich blicke auf. Der Mann, der sich einen Kaffee zieht, schaut zu mir herüber. Er nickt mir zu und lächelt. Jetzt kommt er auf mich zu.

„Ist der Platz noch frei?“, fragt er mit dunkler, samtiger Stimme und deutet auf den zweiten Ohrensessel.

„Ja“, ich erwidere sein Lächeln und mein Herz klopft schneller, „bitte setzen sie sich.“

Er stellt seine Tasse auf das Tischchen, neben meine, und zwei Bücher. Hemingway und Greg Iles, genau mein Stil.

„Ich sehe ihr Kaffee ist leer. Darf ich ihnen einen ausgeben?“

„Das wäre nett“, bringe ich mit zitternder Stimme heraus. „Kaffee mit Milch?“, fragt er.

„Erraten.“

Ich sehe ihm hinterher, als er mir den Kaffee holt. Ich glaube, ich träume. 🙂

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Das Geräusch von splitterndem Glas stoppte sie. Instinktiv duckte Anna sich. Natürlich ließ er sich nicht von einer Glastür abhalten, schoss es ihr durch den Kopf. Ihr Herz schlug bis zum Hals und in ihr Magen zog sich schmerzhaft zusammen. Wohin? Anna überlegte fieberhaft. Es würde nicht lange dauern und er hätte sie aufgespürt. Sie konnte nirgends hinlaufen. Er würde nicht eher ruhen, bis er sie gefunden hatte. Ich habe mich lange genug versteckt, dachte sie und schluckte die aufkommenden Tränen herunter, konzentrier dich, sonst kannst du gleich aufgeben. Der Saal der Dreizehn lag direkt im Stockwerk über ihr. Wenn sie es bis dahin schaffte, hatte sie immerhin Waffen, mit denen sie sich wehren konnte.

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Schatten, geschnitzt

Ich verbarg mich im Schatten eines riesigen Wäscheschrankes. Er hatte beinahe die Größe meiner Einzimmerwohnung und war über und über mit Schnitzereien bedeckt. Sie zeigten Szenen des häuslichen Lebens eines weit zurückliegenden Zeitalters. Ob dieser Schrank jemals bewegt worden war? Wie viele Menschen würde es brauchen ihn von Ort und Stelle zu bewegen, dachte ich und schalt mich sofort. – Konzentrier dich! Du hast gerade andere Probleme. – Ich lauschte. Stille. Ich schob mich wachsam aus meinem Versteck und wollte so schnell wie möglich diesen unheimlichen Teil des Hauses verlassen, als eine tiefe Stimme hinter mir sagte: …

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„Bitte Rowenna, setzen sie sich.“

Alistair schob ihr den Stuhl zurecht und wartete bis sie Platz genommen hatte.

„Ein Glas Portwein?“, fragte er dienstbeflissen.

„Gerne“, Rowenna blickte zu ihm auf. – Er sieht auf düstere Weise gut aus. –

Alistair ging zu einer Anrichte auf der ein großes Tablett mit verschiedenen Flaschen stand und goss zwei Kristallgläser mit Portwein ein. Er stellte die Gläser auf das Rauchtischchen zwischen ihnen und setzte sich ihr gegenüber. Lässig zog er eine Zigarette aus einem silbernen Etui mit Verzierungen und den Initialen seines Namens.

„Darf ich ihnen eine anbieten?“

Alistair hielt ihr das Etui hin. Rowenna schüttelte den Kopf.

„Nein danke. Ich rauche nicht.“

„Eine gute Entscheidung, dass sie nie damit angefangen haben. Das passt zu ihnen. Sie sind eine außergewöhnlich kluge junge Frau.“

Rowenna senkte verlegen den Blick, zumindest sollte Alistair es denken. Er trug einfach zu dick auf, dass machte sie misstrauisch.

„Danke für das Kompliment, Mister Bradley, womit habe ich das verdient?“

„Das müssen sie sich doch nicht verdienen.“ Alistair betonte jedes Wort und machte eine ausdrucksvolle Handbewegung dazu.

– Wenn er so weiter macht, verschluckt er sich noch an seiner falschen Zunge. Warum hat er Paps überhaupt engagiert? Mit dem Mann stimmt etwas nicht. –

Alistair legte den Kopf in den Nacken und blies den Rauch seiner Zigarette gegen die Decke. Unter halbgeschlossenen Lidern beobachte er Rowenna. Sie lächelte gezwungen. Es fiel ihr schwer, sie hasste solche Spielchen, aber sie ahnte, dass Alistair etwas im Schilde führte. Ihrer Vermutung nach konnte es nichts Gutes sein. Also versuchte sie sein Spiel mitzuspielen und machte eine gute Miene.

„Aber wenn sie eine Idee hätten, womit ich ihnen einen Gefallen tun kann, sagen sie es. Immerhin nehmen wir ihre Gastfreundschaft schon seit einer Woche in Anspruch“, Rowenna stand auf und trat ans Fenster. So konnte Alistair ihr Gesicht nicht sehen und sie musste nicht mehr lächeln.

„Ist das ihr Ernst?“

Rowenna nickte. Sie hörte, wie er aufstand und in ihre Richtung kam. Sie spürte, wie sich angesichts seiner Nähe jeder Muskel ihres Körpers anspannte. Sie wappnete sich gegen einen körperlichen Übergriff.

„Ich hätte da tatsächlich eine Bitte, wenn sie nicht zu vermessen wäre.“

Alistair stellte sich neben sie und folgte Rowennas schweifendem Blick über den weitläufigen Park. Sie hielt den Atem an und wartete.

„Darf ich sie bitten, mich morgen Abend zu einem Maskenball zu begleiten?“

Rowenna atmete erleichtert auf. – Nur eine Einladung! Ich habe Schlimmeres erwartet. –

„Dieser Bitte komme ich gerne nach“, nahm sie sein Angebot an. – Vielleicht werde ich Nicolas wiedersehen. –

Alistair rieb sich im Geist die Hände. Der erste Schritt war getan.

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