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Archive for Dezember 2015

Doris Day, Hausaufgaben, Riegel, Raureif

Doris Day rollte sich gemächlich auf meinen Hausaufgaben zusammen. Sie sah mich mit hochgezogener Augenbraue an, dann klappte sie die Lider herunter und schlief ein. Ich seufzte. Am Montag war Abgabetermin. Ich hatte erst ein paar Notizen gemacht. Das Thema „Raureif auf dem Riegel“ war meine Abschlussarbeit. Ich hasste sie und doch, wenn ich diese furchtbare Schule endlich hinter mir lassen wollte, musste ich eine Eins auf die Abhandlung bekommen. Vorsichtig zog ich die Blätter unter Doris Day`s Bäuchlein hervor. Sie rekelte sich, sah mich mit finsterem Blick an, drehte sich einmal um sich selbst und legte sich wieder hin.

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Mars, Schneebesen, Schule, Wiese

Wir schlichen uns auf die große Wiese vom Bauern Mikus. Sie grenzt direkt an den Schulhof und konnte von dort durch einen beherzten Sprung über die Mauer erreicht werden. Um diese nachtschlafende Zeit lag der Hofhund sicher verwahrt beim Bauern im Hausflur und döste. Wir wogen uns in der Sicherheit, dass er uns nicht hören oder riechen konnte.

Zwischen den Obstbäumen breiteten wir eine Decke aus. Elsie hatte Marsriegel dabei, Fanny Salzstangen und ich hatte meine Lieblingsmakronen gebacken. Meine Mutter hatte zwar geschimpft, weil ich ihren neuen Schneebesen benutzt hatte, aber, wie Fanny immer sagte, es mussten Opfer gebracht werden.

Wir legten uns nebeneinander auf die Decke und schauten zum sternenklaren Himmel. Jetzt konnten sie kommen. Wir waren vorbereitet.

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Raunacht, Venus, Sahne, Note

Horoskope 21.12. – 27.12.2015

Zwilling 22.05. bis 21.06.
In dieser Woche beginnen die Raunächte. Sehen sie vorraussichtlichen Veränderungen positiv entgegen. Ihr Haus steht in der Venus. Seien sie neuen Bekanntschafen gegenüber aufgeschlossen. Genießen sie, was auf sie zu kommt. Aus erotischer Anziehung könnte Liebe werden. Die Chancen stehen gut.

Ich seufze. – Die Chancen stehen gut. Das kann alles heißen. – Ich öffne die Sprühsahne und spritze mir eine hübsche Rose auf meinen Lieblingskuchen. Ich liebe Kuchen mit dieser zarten Note von Eierlikör. Sehnsüchtig lese ich die Zeilen meines Horoskops noch einmal. – Veränderungen! Stimmt, ich brauche dringend eine Veränderung. Vielleicht sollte ich etwas abnehmen, damit es mit der Erotik klappt. Aber erst nach dem ich den Kuchen gegessen habe. –

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Moos, Kummer, Kuchen, Besen

„Mooskuchen“, äffe ich den Moderator der „Zauberhaften Backshow“ nach, „wer kommt denn auf so eine blöde Idee? Egal, wie groß mein Kummer sein mag – Mooskuchen kommt mir nicht in die Schüssel.“
Ich schlage die Eier-Zucker-Masse mit dem Schneebesen auf und seufze. Wenn man als Hexe seit zweihundert Jahren in einer Beziehung lebt, hat sie es nicht leicht ihrem Geliebten immer wieder leckere Betthupfler zu zubereiten, besonders wenn „Magie TV“ nur noch auf Masse setzt, statt auf Klasse.

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Dach, Eischnee, Gabel, weinen

Ich ziehe die Vorhänge zurück und traue meinen Augen kaum. In der Nacht hat es geschneit! Unser Garten liegt unter einer silberweißen glitzernden Schneedecke begraben. Das Dach des Gartenhäuschens sieht aus, als hätte ihm ein Konditor eine Haube aus Eischnee aufgesetzt.

Die Spatzen und Meisen besetzen das Futterhäuschen vor meinem Fenster. Lautstark und mit wedelnden Flügeln streiten sie um jedes Korn.

Die Freude über diesen herrlichen Morgen treibt mir Tränen in die Augen. Mein Wunsch erfüllt sich. Noch einmal den Zauber einer Winterlandschaft erleben.

„Hast du Lust auf einen Spaziergang nach dem Frühstück?“, hörte ich Leons sanfte Stimme hinter mir.

Er legt die Arme von hinten um mich und blickt über meine Schulter hinaus. Ich genieße den Moment der Geborgenheit und seiner Wärme.

„Ja, sehr gerne“, sage ich leise.

„Dann zieh dich an, der Tisch ist gedeckt“, er küsst mich auf die Schläfe und macht sich auf den Weg in die Küche.

Zum Glück sieht er die Tränen nicht, die sich aus meinen Lidern stehlen. Ich muss es ihm sagen. Endlich! Es wird Zeit Leon meinen Abschied anzukündigen. Er soll ihn nicht völlig unvorbereitet treffen.

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Hochhaus, Hoffnung, Besteck, Baiser

Hoffnung ist wie ein frisch aufgeschlagenes Baiser. Ein Luftzug und mit einem Ruck fällt es in sich zusammen, wie ein Hochhaus, an dem ein Sprengmeister kunstvoll seine Sprengladungen angebracht hat. Ein Besteck aus Ladung und Zünder, das Beton und Glas in seine Einzelteile zerlegt.

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Aufzug, grün, Kasten, Konditor

Der Aufzug hielt. Die Türen öffneten sich ächtzend. Skeptisch sah ich hinein. Das viereckige Innere des Kastens war in der unteren Hälfte mit grünem Samt ausgekleidet, in der oberen mit Spiegeln, die durch die Jahre teilweise erblindet waren. Vorsichtig setzte ich einen Fuß hinein. Der Kasten gab leicht nach. Mein Herz auch. Ich zögerte. Wenn das meine Prüfung sein sollte, dann musste ich die Zähne zusammenbeißen. Ich zog das zweite Bein nach und atmete einmal tief durch. Dieser Lift hing hier seit Jahrzehnten. Er würde heute nicht abstürzen, ermutigte ich mich und drückte auf den einzigen weiteren Knopf, außer dem des Erdgeschosses. Die Türen ächtzten wieder zu und mit einem Ruck, der sich in jeder Zelle meines Körpers fortsetzte, wurde der Lift nach oben gezogen.

(Leider würde der Konditor meine Geschichte zu diesem Zeitpunkt kaputt machen – also wurde er kurzerhand „erledigt“.)

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„Geht es dir gut?“

Sacht tippte er ihr gegen die Schulter. Die Berührung löste ihre Starre. Mit hasserfülltem Blick sah sie ihn an.

„Geht es dir gut?“, wiederholte er.

Sie holte aus und schlug ihn mit einem harten Schlag auf die Nase. Blut spritze heraus.

„Aua!“, schrie er und presste seine Hände gegen das Riechorgan.

„Du hast sie gebrochen!“

„Sei froh, dass es nur die Nase ist. Viel lieber würde ich dein Herz brechen, so wie du meins gebrochen hast!“

Sie drehte sich um und ging.

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„Bitte nicht! Es wird dich töten.“

Sie hielt ihn am Ärmel fest.

„Was du immer hast mit deinen merkwürdigen Vorahnungen!“

Er riss sich los und machte einen Schritt nach vorne. Reifen quietschten. Es war zu spät! Der Laster hatte ihn überrollt.

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„Bist du sicher, dass es dort unten ist?“

Jeremy warf einen skeptischen Blick auf den zerknitterten Plan.

„So sicher, wie man bei dieser Sache sein kann. Immerhin ist die Geschichte von König Artur nur eine Legende“, Ciran zuckte mit den Schultern und kramte seine Taschenlampe aus dem Rucksack.

„Aber dass es Artur gab ist wahrscheinlicher, als Merlin.“

„Wie auch immer – gehst du jetzt mit mir rein oder hast du Angst?“

„Nein, wie kommst du darauf“, wehrt Jeremy entrüstet ab, „man wird ja noch mal fragen dürfen. Wenn uns jemand erwischt, muss ich schließlich die Konsequenzen tragen.“

Ciran sah sich um.

„Weit und breit keine Menschenseele in dieser Einöde, nur Wind und das Brausen der Wellen.“

Er runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf. Warum habe ich mich bloss dazu hinreißen lassen Jeremy in meinen Plan einzuweihen, dachte er, dieser Angsthase macht sich gleich in die Hose. Wenn ich mehr finazielle Mittel hätte, bräuchte ich ihn nicht, dann könnte ich das alleine durchziehen. Wer weiß, wenn ich richtig liege, hat meine Pechsträhne bald ein Ende.

„Los komm“, Ciran schaltete die Taschenlampe ein und deutete auf den Eingang der Ruine. „Entweder haben wir Glück, dann werden wir uns alle Wünsche erfüllen können oder wir haken das hier, als kleinen Ausflug zu einem historischen Highlight ab.“

Jeremy folgte Ciran zögernd. Merlins Zauberstab wäre eine mächtige magische Waffe, wenn es sie denn tatsächlich gibt, dachte Jeremy, und ich kann sie Ciran auf keinen Fall überlassen.

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