Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for August 2016

In dem Café

„Hoch-über-der-Stadt“,

Nahe dem Turm

Mit dem goldenen Zifferblatt

 

Saß ein Liebespaar,

Hand in Hand,

Und er schwieg und er sah,

Und sie sah und verstand.

 

In dem Café

Hoch über der Stadt,

Wo es Wolken und

Sonne hat,

 

Ziehen die Wege fort

Über Land,

Pappeln stehen

Am Wegesrand,

 

Und die Welt ist

Wehend und weit!

Nahe dem Turm

Mit der goldenen Zeit

 

Saß ein Liebespaar,

Hand in Hand,

Und sie sah und sie schwieg –

Und er schwieg und verstand.

                                       J.R.Becher

 

Heute Morgen habe ich einen kleinen Abstecher zum Bücherflohmarkt gemacht und in einem Gedichtband – „Ich denke dein“ – dieses hübsche Gedicht gefunden.

 

Read Full Post »

Der Herbst kommt – auch wenn es auf dem Kalender noch nach Sommer aussieht. Morgens ist es frisch und die Nächte lassen einen wieder aufatmen und schlafen. Die Stare in den großen Thuja-Bäumen sind bedeutend ruhiger geworden und die Eichhörnchen springen mit ihrer Beute für ihre Wintervorräte durch die Gegend, Spinnen sind emsig damit beschäftigt Netze zu weben. Wenn die Felder abgeerntet werden, sind das die ersten Anzeichen – außerdem dröhnt unser Nachbar mit dem Laubbläser herum – samstags um halb neun. Jetzt ist es offiziell.

Ich mag den Herbst. Die Farben und das Wetter. Die Düfte nach gemähtem Gras und trocknendem Stroh, den Geruch nach Erde, Wasser und nassem Laub. Das süße Aroma der letzten Rosen. Die Lebensgeister kehren zurück, nachdem die Sommerhitze das Tempo gedrosselt hat. Es macht wieder Spaß Tee zu trinken und Suppe zu essen.

Ich bedauere nur, dass auch dieses Jahr so schnell und erbarmungslos dem Ende entgegensteuert. Wie schnell ist die Zeit dahin gerast und immer deutlicher wird mir, wie wichtig es ist, das Leben nicht zu verwarten, sondern jeden Moment zu schätzen. Die kleinen Dinge noch viel mehr. Ein Gespräch mit den Freunden, der Familie, ein ruhiger Moment auf dem Balkon, Sonnenuntergänge, ein Spaziergang durch den Park, die Katze, die auf dem Schoss schläft usw. – die Liste ist lang.

Die letzten Monate waren angefüllt mit so vielen Schreckensmeldungen, dass es nicht leichtfällt sich immer wieder auf die schönen Momente zu konzentrieren und sich nicht von den Katastrophen die Freude nehmen zu lassen. Ich denke dann immer an einen Satz, den ich in einer Zeitschrift gelesen habe: Der Sinn des Lebens ist es zu leben. Ich füge für mich an: Der Sinn des Lebens ist es so gut zu leben, wie ich kann. Das bedeutet zu sehen wenn ich helfen kann, mitfühlend zu sein, mich nicht zu verhärten, nicht von Misstrauen getrieben zu sein, innere Ruhe zu bewahren, immer wieder dazu lernen. Jeden Tag neu.

Jede Jahreszeit hat ihre eigene Schönheit. Wir sollten weise mit dem umgehen, was uns geschenkt wurde. Der Erde, unserem Leben und unserer Zeit.

 

Read Full Post »

Das Jahr 1965

Die folgenden Informationen stammen von der interessanten Seite http://www.was-war-wann.de/. Dort kann jeder sein Geburtsjahr oder Jahrzehnt wählen und verschiedenste Infos abrufen. Meistens erinnert man sich wohl ehr nicht an sein Geburtsjahr, sondern die Jahre in denen wir bewusst wurden – Weltgeschehnisse sind da meistens eher zweitrangig, es sei denn sie sind von erschreckenden Ausmaßen. Das Interesse bezieht sich meistens auf das nähere Umfeld. Familie, Schule, Freunde, Hobbys.

In dem Artikel über Astrid Lindgren wird hervorgehoben, dass Wärme, Menschlichkeit und Toleranz im Mittelpunkt ihrer Geschichten stand, sie ihr Anliegen: das Erzählen von Geschichten, aber nicht aus den Augen verlor. Das gefällt mir sehr.

Geschichten erzählen finde ich sehr spannend. In meinen Geschichten geht es sehr oft um Freundschaft, die alles durchsteht, dass das Innere zählt und nicht das Äußere, und ein Happy End in der Liebe.

 Als ich die Liste der beliebtesten Vornamen las, war ich ganz froh, dass meine Eltern sich nicht daran gehalten haben, auch wenn ich als Kind gerne einen anderen Namen gehabt hätte. Mit Caroline bin ich sehr zufrieden.

Gilbert Bècauds Song Nathalie mag ich übrigens auch sehr – er hat was Melancholisches. Außerdem ist er eine Liebesgeschichte, wenn ich das Lied höre, habe ich viele Bilder im Kopf.

Schlagzeilen

Artur Fischer erfindet Fischertechnik.
Der Wiederaufbau des Bergdorfes Bardou wird begonnen.
Die deutsche Hard-Rock-Band Scorpions wird gegründet. Ebenso wie Pink Floyd.
Erstmals wird der Krawattenmann des Jahres gewählt
Wolf Biermann wird in der DDR erstmals mit Auftrittsverbot bestraft.
Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson entdecken die kosmische Hintergrundstrahlung
Die Antibabypille kommt in der DDR auf den Markt
Entwicklung des Sailwing, des ersten Gleitschirms.

Benzinpreise

Der Spritpreis 1965 lag im Durchschnitt bei 0,58 DM pro Liter. Der Liter Diesel kostete im Schnitt 0.52 DM pro Liter.

Auto des Jahres: Der Austin 1800

Nobelpreisträger 1965

Nobelpreis Physik: Richard Feynman, Julian Schwinger und Shinichirō Tomonaga
Nobelpreis Chemie: Robert B. Woodward
Nobelpreis Medizin: François Jacob, André Lwoff und Jacques Monod
Nobelpreis Literatur: Michail Scholochow
Friedensnobelpreis: UNICEF – Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen

Dies und Das

Der Besuch, den die britische Königin Elizabeth II. der Bundesrepublik Deutschland im Frühjahr 1965 abstattete, war nicht nur ein Medienereignis ersten Ranges, sondern auch eine versöhnliche Geste von britischer Seite. Zwischen diesem und dem letzten Besuch eines Monarchen Großbritanniens in Deutschland lagen zwei Weltkriege. Die BRD bestand erst 16 Jahre und verkraftete diesen Staatsbesuch souverän, auch wenn er an Pracht kaum zu übertreffen war und somit auch enorme Kosten verursacht hatte. Im selben Jahr starb Winston Churchill, der heute als der bedeutendste, britische Politiker des 20. Jahrhunderts gilt.

Er war eine internationale Berühmtheit und war ein Leben lang sehr viel Anerkennung zuteil geworden: der Friedensnobelpreisträger, der Arzt, Philosoph und Organist Albert Schweitzer. In diesem Jahr starb er 90-jährig in Lambaréné im afrikanischen Gabun.

Erstmalig sprach ein Papst vor der Generalversammlung der UNO. Die Rede von Papst Paul VI. war ein Friedensappell an die Welt und so Aufsehen erregend, dass sie als eine der bemerkenswerten Reden der 20. Jahrhunderts in die Geschichte einging.

Während in der DDR der Regimekritiker Wolf Biermann mit der Tragik eines Auftrittsverbotes zu kämpfen hatte, hatten die Menschen in Pakistan ihren Kampf gegen einen Wirbelsturm bereits im Ansatz verloren. Es starben etwa 30.000 Menschen.

Beliebteste Vornamen

Mädchennamen:
Claudia, Susanne, Petra, Andrea, Martina, Silke, Kerstin, Bettina, Birgit, Heike, Kathrin, Barbara
Jungennamen:
Thomas, Andreas, Michael, Torsten, Frank, Stefan, Matthias, Ralf, Jens, Christian, Martin, Peter

Rock Hits 1965 Musikcharts

Rolling Stones – Satisfaction
Petula Clark – Downtown
Sam The Sham & The Pharaos – Wooly Bully
The Byrds – Mr. Tambourine Man
The Beatles – Help
Casey Jones & The Governors – Don´t Ha Ha
Five Tops – Rag Doll
Nini Rosso – Il Silenzio
Sonny & Cher – I Got You Babe
The Rolling Stones – The Last Time
The Beatles – I Feel Fine
Wanda Jackson – Santo Domingo
Shirley Bassey – Goldfinger
France Gall – Poupée De Cire Poupée De Son
The Beatles – Rock & Roll Music
The Renegades – Cadillac
Casey Jones & The Governors – Jack The Ripper
The Supremes – Stop In The Name Of Love
The Rainbows – My Baby Balla Balla
Beatles – Yesterday
Barry McGuire – Eve Of Destruction
Beatles – Ticket To Ride
Rolling Stones – Get Off Of My Cloud
Mikis Theodorakis – Zorba le Grec
The Animals – House Of The Rising Sun

Manfred Mann – Do Wah Diddy Diddy
Chris Andrews – Yesterday Man
Beatles – Eight Days A Week
Beach Boys – Help Me Rhonda
Gilbert Bècaud – Nathalie
Renegades – Cadillac
Lords – Shakin‘ All Over
Bob Dylan – Like A Rolling Stone
The McCoys – Hang On Sloopy
Searchers – Goodbye My Love
Supremes – Baby Love
Tony Sheridan – Skinny Minnie
Rolling Stones – Little Red Rooster
Lords – Poor Boy
Herman’s Hermits – Mrs. Brown You’ve Got A Lovely Daughter
Sam The Sham & The Pharaohs – Ju Ju Hand

Erfolgreichste Filme 1965

Doktor Schiwago
James Bond – Feuerball
Die phantastische Reise
Wer hat Angst vor Virginia Woolf ?
Cincinnati Kid

Literatur 1965

Im Jahr 1965 erhielt die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren den Schwedischen Staatspreis für Literatur für ihr literarisches Werk, das mittlerweile eine Gesamtauflage von über 450 Millionen Büchern umfasst, wodurch sie eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen weltweit ist.

Die Schriftstellerin, die im Jahr 1994 auch den Alternativen Nobelpreis erhielt, schuf unsterbliche Figuren der Kinderliteratur wie den frechen Michel von Lönneberga, die ebenso starke wie mutige und selbstbestimmte Pippi Langstrumpf oder den jugendlichen Meisterdetektiv Kalle Blomquist.

Die bei Vimmerby in Schweden geborene Astrid Lindgren verlebte eine überaus glückliche und idyllische Kindheit auf dem Land, die sie im Nachhinein immer wieder als prägend für den Grundtenor ihrer Bücher angab.

Die Werke der schwedischen Kinderbuchautorin sind geprägt von Menschlichkeit und Toleranz, die Figuren sind trotz aller menschlichen Schwächen und Konflikte durchweg ausgezeichnet durch ihre Güte, ihre Hilfsbereitschaft und Lebensfreude.

Dennoch steht in ihren Büchern stets die Lust am Erzählen, die Freude am Berichten der kleinen Ereignisse im Leben ihrer Figuren am Vordergrund, pädagogische und didaktische Absichten treten zurück hinter der Stimmigkeit der Geschehnisse. Auch sind es in Lindgrens Werken weniger die großen Entwürfe, die welthaltigen Geschichten, die Millionen von Kindern entzückten und noch heute entzücken; es ist die Welt im Kleinen, die Idylle des Alltags, welche die Lektüre der Bücher zu prägenden Kindheitserlebnissen macht. Die Freuden eines Sommertags, das Spiel in Wald und Wiesen, die Ereignisse in den Ferien oder der lang ersehnte Geburtstag finden Eingang in die erzählerische Welt und sorgen für hohes Identifikationspotential bei den Kindern, an die sich die Werke der schwedischen Autorin ausdrücklich richten.

Dennoch wagte sich Astrid Lindgren auch an tiefgründige und nachdenklich stimmende Themen heran wie den Tod, den sie in ihrem Roman „Die Brüder Löwenherz“ als Reise in ein fernes, fremdes Land beschreibt, in dem es zahlreiche Abenteuer wider das Diktat der Gewalt und Unmenschlichkeit zu bestehen gilt.

Astrid Lindgrens Bücher zählen zu Recht zu den meistgelesenen Kinderbüchern der Welt, sie vermitteln Wärme, Menschlichkeit und Toleranz und vergessen dabei nie ihr eigentliches Anliegen: das Erzählen von Geschichten.

 

Read Full Post »

„Hätt ich des Himmels reichbestickte Tücher

Bestickt aus Golden- und aus Silberlicht

Die dunklen, blauen und die hellen Tücher

Aus Nacht, aus Tag und aus der Dämmerung

Legt ich dir Tücher dir zu Füßen

Doch ich bin arm und habe nichts als Träume

So leg ich meine Träume dir zu Füßen

Tritt sanft, denn du trittst auf meine Träume.“

                                                                W.B.Yeats

Der Text löst eine Menge an Assoziationen aus. Einerseits könnte eine fantastische Geschichte dahinterstecken oder eine Liebesgeschichte – vielleicht Richtung Historie.

Read Full Post »

Mein Lieblingsplatz liegt ein paar Stunden von hier. An einem nördlichen Meer. Wo der Wind über den Deich weh, sich in den Pappelalleen verfängt und sie zum Flüstern bringt, die saftigen Wiesen durchstreift, die Möwen auf seinen Flügeln trägt und ihre Schreie bis ins unendliche Blau hallen. An einen Ort, an dem das Meer an einem breiten feinen Strand wogt, mal zart mal machtvoll. Wellen, die an den Molen brechen und ihre Gischt verschwenden. Eine Landschaft die von Horizont zu Horizont reicht, den Blick freigibt auf eine endlose Weite. Gesäumt von kleinen Häusern, die sich schützend gegen die Zeiten aneinander drängen und die von Entbehrungen, Hochwasser, Fischfang und verträumten Sommern erzählen. Fleißige, freundliche Menschen leben dort, denen das besondere Licht ihres Landes ein besonderes Auge für die Schönheit gegeben hat. Dort kann ich aufatmen. Nah und doch so fern, dass mich niemand erreichen kann, fern von der Hektik der Tage.

 

Read Full Post »

Da meine Blogkolleginnen Sabine Wirsching und Marga Auwald wunderbare Sätze in Grün erdacht haben, habe ich mich an roten Sätze versucht.

  • Der Stier sah Rot.
  • Rot wie Blut, weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz.
  • Er lag in einer dunkelroten zähflüssigen Masse.
  • Die untergehende Sonne färbte den Himmel in den verschiedensten Rotschattierungen.
  • Das Feld erglühte unter dem Rot des Klatschmohns.
  • Er zeigte ihm die rote Karte.
  • Die Ampel sprang auf Rot.
  • Ihre tiefrot geschminkten Lippen zogen ihn magnetisch an.
  • Das Rot der Alarmlampe rotierte in der Dunkelheit und tauchte die Szenerie in ein unwirkliches Licht.
  • Das Rote, das will ich.
  • Der rote Backsteinbau strahlte Wärme und Sicherheit aus.
  • Die Sonne legte einen goldenen Schimmer auf ihr rotes Haar.
  • Der Apfel hatte zwei rote Bäckchen.
  • Ich errötete bis unter die Haarspitzen.
  • In der Asche flackerte die Glut rot auf, als er mit dem Schürhaken darin herum stocherte.
  • Das rote Kleid schmiegte sich eng um ihren wohlgeformten Körper und ließ keinen Zweifel an ihre Mission für diesen Abend.
  • Das Buch hat einen roten Ledereinband und ist mit goldenen Buchstaben und einem Pentagramm versehen.
  • Blut tropfte in das Waschbecken und rann in roten Schlieren in den Ausguss.
  • Der Rubin leuchtete in einem geheimnisvollen satten Dunkelrot.
  • Du bist die nächste, hatte jemand in roten Lettern auf die Haustür geschrieben.
  • Der eine Rosenstock war weiß, der andere rot.
  • Auf dem roten Uniformrock glänzten goldene Litzen und Sterne.
  • Das Licht der roten Laterne flimmerte eine Sekunde, dann erlosch es.
  • Er setzte den Rotstift an, der sich grausam durch den Text fräste.
  • Als er die letzte rote Kerze angezündet hatte, schlug ihr Herz bis zum Hals

 

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: