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Archive for the ‘Geschichten’ Category

Er erinnerte sich noch genau daran, was er dachte, als er sie das erste Mal sah, aber nicht daran, was sie anhatte, wie sie ging, welches Wetter oder welche Tageszeit war. Merkwürdig, überlegte er und betrachtete ihr strohblondes Haar, in das die Sonnenstrahlen goldene Lichtpunkte woben, heute wäre es undenkbar für mich, nicht zu wissen, wie sie in welcher Situation aussieht. Alles an ihr ist so ungewöhnlich, so wichtig für mich, dass allein der Gedanke, sie für kurze Zeit aus den Augen zu verlieren, nicht zu ertragen ist. Dass es eine Zeit ohne ihre Anwesenheit gab, kann ich mir heute nicht mehr vorstellen. Sie ist die Einzige, die ich will und ich werde alles, alles tun, um sie nicht zu verlieren.

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Alle Nächte der Welt konnten ihr nicht dir Ruhe geben, die sie brauchte. Das was Amara erlebte, brannte sich für immer in ihre Seele. Unterschwellig existierte es am Tag. Nachts, wenn sich die Türen zwischen Realität und Illusionen öffneten, schwappte das Böse über die Schwelle und beherrschte ihre Träume. Doch Träume sind ein merkwürdiges Medium. Manchmal sind sie wirklicher als die Realität und ihre Spuren reichen bis in sie hinein. Amara spürte es schon seit geraumer Zeit, doch an diesem Morgen sah sie zum ersten Mal, die Folgen. In der Wand ihres Schlafraumes war ein Loch im Mauerwerk, so groß wie eine Faust.

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Wir haben uns auf Teufel komm raus geliebt, dann kam er und wir wussten nicht mehr weiter. Heute frage ich mich, ob es sich wirklich gelohnt hat, für diese fragilen Momente der Ekstase meine Seele aufs Spiel zu setzen? Wäre es besser gewesen zufrieden zu sein? Vernünftig wäre es gewesen, ja, aber ich weiß genau, dass ich mich damals nicht damit begnügt hätte. Ich wollte alles und noch viel mehr. Meine Sucht nach Liebe, mein absolutes Verlangen, dich zu besitzen und dir zu gehören, ließ keinen Vernunftschluss zu. Ich versuchte mich zu wehren. Dich nicht zu sehr zu mögen, meine Gefühle im Zaum zu halten. Doch es gelang mir nicht. Als du mich in deine Arme zogst, mir diesen Wahnsinnsblick schenktest, war es geschehen. Ich warf alle Hemmungen über Bord und gab mich unserer Lust hin.

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In meinen Träumen konnte ich mir alles vorstellen, aber gegen die Wirklichkeit konnte ich nichts unternehmen. Sie ist noch genauso kalt, grau und lebensfeindlich, wenn ich die Augen öffne. Wieso ausgerechnet ich den Super-Gau überlebt habe, ist mir ein Rätsel. Ich bin mir keines Vorteils gegenüber anderen Mitgliedern meiner Spezies bewusst. Nur eins ist sicher, nachdem ich aus einem tiefen Schlaf erwachte, bin ich allein.

Seitdem kämpfe ich jeden Tag ums Überleben. Die Suche nach anderen habe ich aufgegeben. Mein einziger Begleiter ist ein einäugiger Rabe. Und nur in meinen Träumen finde ich für kurze Zeit ein wenig Trost. Wie oft habe ich mir gewünscht, im Schlaf, während eines besonders schönen Traumes, zu sterben. Doch das Glück ist mir nicht vergönnt. Immer wieder erwache ich. Jeden Tag schlägt mein Herz aufs Neue und pumpt das Blut durch meine Adern.

Ich bin bereits auf den Gedanken verfallen, dass dieses graue Leben Traum und meine Träume die Realität sind. Andererseits fühlt es sich nicht so an. Immer wieder stellt sich die Frage: warum?

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Stopfwolle, Suppenschüssel, Feuerwerk

Das Feuerwerk begann unerwartet und ich erschrak so sehr, dass mir die Suppenschüssel entglitt und in den Korb mit Stopfwolle fiel.

Dumm gelaufen.

(Für fünf Minuten hat es nicht gereicht *g*. Dumm gelaufen.)

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Im Dunkel der Schränke reifen die Sommerkleider. Warten auf einen Sommer, der niemals wiederkommt. Längst vergangen sind die Zeiten, in denen die Wiesen, Wälder und Gärten sich in leuchtend bunte Farben kleideten, die Luft vom Geschwirr der Vögel flirrte und in Mensch und Tier die Lust zu leben weckte.

Leer und öd ist es. Beton und Eisen überziehen die Welt. Müll, sichtbar und unsichtbar sind die neuen Farben. Lärm und Dissonanzen verstopfen uns die Ohren, verhindern, dass wir denken können.

Nach dem großen Krieg, den dumme, machtgierige Diktatoren anzettelten und dem sie ihre Völker opferten, verfiel das Land bis zur Unkenntlichkeit. Es lag im Todeskampf, getränkt mit Blut. In den Jahrtausenden, in denen es geknechtet und ausgebeutet wurde, hatte es nach der Schlachtung seiner Kinder die Lust am Leben verloren. Könnte ich so viele Tränen weinen, den Schmutz wegzuwaschen, ich weinte sie alle.

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„Dein Idealismus ist beneidenswert, aber ich vermag ihn nicht zu teilen.“

Sander sah mich ernst an. Wut stieg in mir auf. Jedes Mal dasselbe, dachte ich, wenn ich eine super Idee habe, weiß er warum das Blödsinn ist und sowieso nicht klappt. Ich sprang auf, der Stuhl krachte gegen die Tischkante.

„Wenn du eine Unterhaltung so beginnst, kann ich mir schon denken, wie sie ausgeht!“ Ich schnappte meine Jacke und riss die Tasche von der Stuhllehne. „Ich werde jetzt genau das tun, was ich mir vorgenommen habe. Egal, was du wieder einzuwenden hast.“

Er grinste selbstgefällig und ich hätte ihn am liebsten geschlagen.

„Na dann viel Spaß. Du wirst ja sehen, was du davon hast.“

„Genau!“

Ich stürzte hinaus. Sanders Zweifel verfolgten mich, bis ich vor dem Haus stand und klingelte. Ich atmete tief durch. Jetzt werde ich dir zeigen, dass du Unrecht hast, dachte ich und drückte gegen die Tür, als der Summer ertönte.

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