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Archive for the ‘Märchenhaftes’ Category

Eine blaue Blume

Kühl fiel silbernes Mondlicht auf den Weg zwischen den abgeernteten Feldern. Es war lange her, dass ich zu so später Stunde unterwegs gewesen war. Doch in dieser Nacht hatte ich einen beunruhigenden Traum gehabt: Die letzte blaue Blume sollte fallen. Was hatte das zu bedeuten? Die letzte Hoffnung, die letzte Liebe, die letzte Stunde?

Um den Weg abzukürzen lief ich über das Feld, Stoppeln stachen meine Beine, wie Widerhaken wollten sie mich am Fortkommen hindern. Angstvolle Besorgnis beschwerte mein Herz.

Schon von weitem konnte ich ihn sehen. Der dunkle Mantel, das blitzende Werkzeug des Scharfrichters.

„Nein! Lass sie, tu ihr kein Leid!“, rief ich ihm zu.

Er drehte sich zu mir um. Sein bleiches Gesicht sah traurig aus, schwarze Augen erhellt vom Mondlicht.

„Keine Angst, mein Kind, ich wollte ihr nichts Böses. Riechst du ihren hingebungsvollen Duft, der sich vermischt mit Abendtau und schwerer Erde.“

Er verstummte und es dauerte mich, den Tod so bekümmert zu sehen. Sanft berührte ich seine kalte Hand. Sehnsuchtsschwere erfüllte mein Herz. Sehnsucht nach den lauen Nächten des Sommers, dem Gesang der Nachtigall, dem betörenden Duft der Rosen, den scheuen Küssen junger Mädchen, dem leuchten der Sterne. Plötzlich hatte ich Angst. Angst dies alles nie mehr zu sehen.

„Hab keine Sorge, Kind, deine Zeit ist noch nicht da. Der Winter kommt, blad fällt der erste Schnee, deckt sanft den Erdgott zu und dann, im nächsten Jahr, wird alles wiederkehren.“

„Was wird aus der blauen Blume? Sie ist die letzte ihrer Art. Kann sie den Winter überdauern, dir wiederstehen?“

Der Tod lachte leise.

„Ihr Menschen habt soviel Angst vor mir, dass ihr das Leben nicht genießen könnt. Ihr lebt so wild, so schnell, auf Teufel komm heraus und darum, kommt er auch heraus.“

Ich wusste was er meinte.

„Ich weiß, und es bedrückt mich sehr, dass wir so wenig Schönes sehen, das uns direkt vor Augen steht und wir nach immer Größerem streben. Mehr Geld, mehr Haus, mehr Auto, mehr Vergnügen. Und dann, wenn unsere Zeit gekommen ist, so wenig Glück verspürt haben, dass uns das Herz bricht.“

Der Tod sah mich lange an, dann brach er die blaue Blume. Er gab sie mir und sagte:

„Bewahr sie gut, die blaue Blume Hoffnung. Solange du die wichtigen Dinge siehst, solange wird sie blühen und wenn wir uns eines fernen Tages wiedersehen, dann sei gewiss: es wird ein gutes Zusammentreffen sein. Solange lebe, liebe glücklich und sieh!“

„Danke“, sagte ich bewegt. Ich betrachtete die blaue Blume in meiner Hand. Wie wunderschön, wie zart, wie betörend duftend sie war.

Als ich mich umsah, war ich allein. Es war nicht die letzte Stunde, die letzte Liebe, nicht das Ende der Hoffnung. Die Angst war fort. Ich trug alles in mir. Der Winter konnte beginnen.

 

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Miss Odilia Cecilia Rosegarden trank wie jeden Morgen ihren schwarzen Tee mit zwei Stück Zucker. Nur am Sonntag nahm sie ein Stückchen Zucker mehr. Es hatte keinen besonderen Grund. Einfach weil Sonntag war, da konnte man sich auch mal etwas Gutes tun. Aber heute war ein ganz gewöhnlicher Dienstag und Miss Odilia Cecilia Rosegarden nahm nur zwei Stück Zucker.

Nebenbei streichelte sie eine ihrer zahlreichen Katzen, die die kleine urige, mit allerlei Tand voll gestopfte, Dachwohnung mit ihr teilten. Ihr Liebling war Artus, der silbergraue Kater mit den blauen Augen. Artus war sich seines königlichen Namens wohl bewusst und verhielt sich auch so. Majestätisch schritt er durch sein Katzenreich und gewährte Miss Odilia ab und zu die Gunst sich von ihr streicheln zu lassen.

Miss Odilia lebte schon viele Jahre hier oben über den Dächern von London. Von ihrer Dachterrasse aus, konnte sie ihre Blicke in jede Richtung schweifen lassen und bei klarer Sicht konnte sie die Themse wie ein silbern schimmerndes Band unter sich liegen sehen. Außerdem liebte sie es, hier mitten in der hektischen Stadt, des Nachts den Mond am Himmel zu sehen und wenn sie Glück hatte auch ein paar Sterne.

In den vielen Blumenkästen und Töpfen, die den kleinen Dachgarten bevölkerten, wuchsen allerlei verschieden Blumen und Kräuter, die Miss Odilia Cecilia für ihre Tränke brauchte. Sie standen sauber aufgereiht in einem großen Regal in der Küche und warteten auf ihren Einsatz. Miss Odilias ganzer Stolz waren zwei Rosenstöcke, der eine Weiß und der andere Rot. Die hatte sie einmal, vor vielen Jahren von zwei reizenden Schwestern, denen sie geholfen hatte, geschenkt bekommen und pflegte sie mit Hingabe.

Miss Odilia Cecilia Rosegarden trank also ihren Tee und knabberte an einem Zwieback. Sie überlegte angestrengt, welches ihrer Kleider zu einem leicht wolkenverhangenen Frühlingsdienstag passen könnte und entschied sich für das lindgrüne Tüllkleid mit den Löwenzahnblüten darauf.

Als Miss Odilia mit ihrem Morgentee fertig war, wusch sie sich, kämmte ihre goldenen Locken, zog das lindgrüne Tüllkleid an, setzte den passenden Spitzenhut dazu auf und wollte gerade aus der Tür, als sie bemerkte, dass sie noch ihre pinkfarbenen Puschelschläppchen an hatte. Sie eilte in ihr Schlafzimmer zurück und holte aus ihrem Schuhschrank ein Paar silberglitzernde Ballerinaschuhe.

Miss Odilia Cecilia Rosegarden war der Meinung, dass eine so wichtige Tätigkeit, wie das Verzaubern, mit genügend Glitter und Glamour verrichtet werden sollte, damit die Menschen, denen die Ehre ihrer Hilfe zu teil wurde, auch genau wussten, mit wem sie es zutun hatten.

So steckte Miss Odilia ihre Füßchen also in die glitzernden Schühchen und als sie wieder zur Haustür ging und an ihrer Kommode vorbei kam, stellte sie entsetzt fest, dass sie ihre wichtigsten Utensilien noch gar nicht eingesteckt hatte.

„Ach, wie kann man nur so vergesslich sein“, murmelte sie vor sich hin und hängte sich ihr kleines Täschchen um, in dem sich ihre Visitenkarten und ein Taschentuch, für alle Fälle, befanden. Sie setzte ihre Brille auf, die mit den eingelegten Glassteinchen, und nahm das Allerwichtigste an sich, dass sie für ihre Tätigkeit als Verzauberin brauchte: Ihren Zauberstab! Jedes Mal wenn sie ihn an sich nahm, überkam sie wieder das ehrfurchtsvolle Gefühl, das sie gespürt hatte, als sie die Beschäftigung des Verzauberns von ihrer Großmutter Titania Mirabelle Rosegarden übernommen hatte und sie ihr den Zauberstab vererbt hatte.

Er ist ein merkwürdiges Ding, dachte sie, wie so oft, bei sich. Der Zauberstab bestand aus einer durchsichtigen Glasröhre, in der eine zähe Flüssigkeit hin und her wabberte. In dieser Masse schwammen kleine Kristallsplitter, die je nach Lichteinfall aufstrahlten und mit der Sonne um die Wette glitzerten. Aber das wirklich Besondere an dem Stab war das Rubinherz, das die Spitze des Stabes krönte. Es leuchtete nicht immer auf, aber wenn, dann war alles möglich!

Miss Odilia Cecilia Rosegarden angelte nach ihrer Uhr, die ihr an einer Goldkette um den Hals hing. Als sie sah, wie spät es war, rief sie erschrocken:

„Ach du lieber Himmel, ich komme zu spät! Bestimmt ist Mister Brown schon vorbei gekommen.“

Mit einem Krachen fiel die Tür ins Schloss und Miss Odilia rannte, so schnell es ihre Ballerinas erlaubten, die fünf Stockwerke hinunter auf die Floral Street. Sie musste ihr Spitzenhütchen festhalten, als sie um die Ecke in die Long Acre Avenue einbog, denn ein laues Lüftchen wehte ihr entgegen, dass ihr den Hut von den Locken zu reißen drohte. Schnell eilte sie die Treppen zur Metro hinab, winkte dem Mann im Fahrkartenhäuschen, sprang in ihre Bahn und fuhr die zwei Stationen zum Piccadilly Circus. Dort stieg Miss Odilia aus und die Stufen zum Piccadilly empor. Umgehend steuerte sie auf den Eros-Brunnen zu. Das war Miss Odilias angestammter Platz, an dem sie immer anzutreffen war. Montags bis Freitags, von 9.00 Uhr bis nachmittags um 16.30 Uhr, damit sie die Metro nach Hause erreichte, um den Fünfuhrtee mit Artus einzunehmen.

Nur gegen 13.00 Uhr verließ sie kurz ihren Stammplatz, um sich bei Alberto ein Sandwich zu holen. Manchmal wenn Miss Odilia Cecilia Rosegarden ganz wagemutig war, erlaubte sie sich einen Cappuccino mit Sahnehäubchen dazu.

Aber heute hatte Miss Odilia Glück. Sie sah Mister Brown gerade im Eilschritt die Straße entlang hasten und auf sie zusteuern. Von der anderen Seite eilte Miss Mae heran. Miss Odilia hatte schon seit Wochen darauf gewartet, dass sich die Wege der beiden kreuzten und heute war es endlich soweit. So konzentrierte sie sich ganz fest auf das Herz ihres Zauberstabes und sagte einen Zauberspruch vor sich hin:

„Eros steh mir bei

dies dein Liebeszauber sei

Lass dein Licht erstrahlen

Das die Herzen sich erwärmen

Liebe lass entstehen,

die niemals mag vergehen.“

 

Dann mit einem kaum wahrnehmbaren Klirren, erstrahlte das eben noch leicht pulsierende Herz in vollem Rot und kleine Lichtstrahlen blitzten daraus hervor, die träge Flüssigkeit im Inneren der Glasröhre kam in Wallung und die Regenbogensplitter funkelten wild. Mister Brown ließ vor Schreck seine Unterlagen fallen, Miss Mae direkt vor die Füße. Sie bückte sich und half Mister Brown seine Zettel wieder einzusammeln. Dabei sahen sie sich tief in die Augen und als Mister Brown in sein Büro weiter eilte, hatte er die Telefonnummer der reizenden Miss Mae in seiner Jackentasche, mit dem Versprechen ihn zu einem Diner zu begleiten.

Miss Odilia Cecilia Rosegarden war glücklich. Endlich hatte es geklappt. Sie hatte schon fast daran gezweifelt, aber das Schicksal hatte es gut gemeint. Sie blickte zu Eros hinauf, der ihr einen schelmischen Blick zuwarf. Miss Odilia war heilfroh, dass sie ihre Brille heute Morgen nicht vergessen hatte. Leider war ihr dadurch schon das ein oder andere Missgeschick passiert. Liebeszauber waren ziemlich kompliziert und sensibel zu handhaben. Miss Odilia konnte ein Lied davon singen.

Mit Schrecken dachte sie an das hübsche junge Mädchen, Lizzy hieß sie, die sie durch ihre Kurzsichtigkeit mit diesem Rüpel Jim bezaubert hatte. Am Anfang war noch alles eitel Sonnenschein gewesen, aber dieser Jim hatte sich zusehends in ein Ekel verwandelt und Lizzy, dieses zierliche nette Persönchen, war einfach viel zu weich für diesen Fiesling. Inzwischen hatte sie drei kleine Kinder und lebte in einer herunter gekommenen Bude im schlechtesten Viertel der Stadt.

Oder der arme Mister Smith. Rita, das schöne, stille, schwarzhaarige Mädchen hatte sein Herz vom ersten Augenblick an höher schlagen lassen und als der geeignete Zeitpunkt gekommen war, hatte Miss Odilia ihren Teil dazu getan, dass dich die Zwei kennen lernten. Aber diese so strahlende Liebe war zu einem Desaster für den armen Mister Smith geworden. Gerade hatte er ihr den Ring an den Finger gesteckt, als aus der schönen Rita eine Furie wurde, die ihren Mann nach allen Regeln der Kunst unter Druck setzte und der er nichts recht machen konnte. Es war traurig mit an zusehen, wenn Mister Smith auf dem Weg in sein Kaufhaus mit blassem Gesicht und Rändern unter den Augen am Eros-Brunnen vorbei kam.

„Ach, ja“, seufzte Miss Odilia. Liebeszauber hielten leider nicht immer an. Schon Kleinigkeiten konnten sie stören oder mindern und sie war nicht dafür verantwortlich, wie die Bezauberten mit ihrer Liebe umgingen, sie führte sie lediglich zusammen, mehr nicht.

Miss Odilia war froh, dass solche Unglücke nicht so häufig passierten. Ihre Erfolgsquote war ziemlich hoch und immer wenn ein Paar, dass sie verzaubert hatte, Händchen haltend an ihr vorbei kam und die Augen der Liebenden Funken sprühten, erwärmte das ihr Herz. Abends wenn sie erschöpft vom Piccadilly heim kam, erzählte sie Artus ihre Erlebnisse und königlich, wie er nun einmal war, hörte er ihr gnädig zu und freute sich mit ihr über ihre Erfolge.

Der einzige Wehrmutstropfen, denn Miss Odilia Cecilia Rosegarden in ihrem Leben verspürte war, dass sie selbst noch kein passendes Gegenstück gefunden hatte. Manchmal geschah es, dass ein Mann vorbei kam, der ihr Herz höher schlagen ließ, aber während sie für andere Menschen einen geeigneten Gefährten erkennen konnte, zweifelte sie bei den Männern, denen sie selbst begegnete.

Während der vielen Jahre, die sie inzwischen hier am Eros-Brunnen ihrer Tätigkeit als Verzauberin nach kam, war ihr noch nie aufgefallen, dass es ganz in ihrer Nähe einen Mann gab, der sie verehrte, ja geradezu an himmelte und der genau der ideale Partner für sie gewesen wäre.

Er arbeitete etwas weiter die Straße hinunter, aber in guter Sichtweite von ihr, hinter seinem Leierkasten. Meistens war er schon vor ihr am Piccadilly. Sobald er sie erblickte spielte er ihr eines seiner herzerwärmenden Liebeslieder. Miss Odilia Cecilia Rosegarden war jeden Tag aufs Neue entzückt von den wundervollen Melodien. Aber den Mann, der sie so sehr liebte und nur für sie spielte, den bemerkte sie nicht.

Mister Jonathan Tristan Perivale trug einen schwarzen Frack, ein gestärktes weißes Hemd mit Fliege und auf dem inzwischen leicht ergrauten Haar einen glänzenden Zylinder. Seine hellblauen Augen strahlten wie die Sterne, wenn er Miss Odilias ansichtig wurde. Da er kein Mann von großen Worten war, brachte er es nicht übers Herz sie anzusprechen.

So liebte er sie Tag für Tag, Jahr für Jahr, in jeder Jahreszeit, spielte ihr die schönsten Lieder und wartete auf seine Chance, die sich so hoffte er, eines Tages ergeben würde.

Als Mister Jonathan Tristan Perivale an diesem Dienstag zu seinem Leierkastenstandplatz gegangen war, hatte er am Eros-Brunnen angehalten und einen glänzenden neuen Penny hinein geworfen. Ganz fest hatte er an Miss Odilia gedacht und sich gewünscht, dass er sie endlich kennen lernen könnte. Eros lächelte in sich hinein. Als Miss Odilia Cecilia Rosegarden an ihren Arbeitsplatz kam, war soviel Betrieb wie noch nie. Irgendwie hatte das lindgrüne Löwenzahnblütenkleid etwas genützt und die Sonne war hervor gebrochen. Die Menschen lächelten und verlangsamten ihre Schritte.

Nachdem sie Mister Brown und Miss Mae bezaubert hatte, kamen so viele zu bezaubernde Menschen vorbei, dass ihr Zauberstab heiß zu glühen begann. Inzwischen war es fast 13.00 Uhr, Zeit für ihr Sandwich. Miss Odilia machte sich auf den Weg zu Albertos Imbiss und während sie so ganz in Gedanken die Straße in Mister Jonathans Richtung entlang schwebte, fiel ihr der zauberhafte Stab aus der Hand. Sie stieß einen Entsetzensschrei aus, aber Mister Jonathan Tristan Perivale, der sie keine Sekunden aus den Augen gelassen hatte, sah das Unglück kommen und sprang gewandt hinzu, um das kostbare Stück auf zufangen. Als er den Stab in den Händen hielt begann er plötzlich zu funkeln und Lichtstrahlen auszusenden, die ihn und Miss Odilia einhüllten. Miss Odilia griff sich an ihr rasendes Herz.

„Oh, mein Herr“, stammelte sie, „sie haben meinen Verzauberstab gefangen! Wie kann ich ihnen jemals danken!“ Ihre Augen trafen sich und Mister Jonathan war noch verzauberter als vorher. Er nahm allen seinen Mut zusammen und sagte:

„Miss Odilia Cecilia Rosegarden, ich liebe sie, seit ich sie das erste Mal sah. Bis zum heutigen Tage sind 18 Jahre, 4 Monate, drei Tage und 5 Stunden vergangen und mein größter Wunsch ist es, den Rest meines Lebens mit ihnen zu verbringen.“

Dabei sah er sie mit soviel Liebe an, dass Miss Odilia wusste, dass sich in diesem Moment ihr Schicksal erfüllte. Sie legte ihre Hand in seine und fragte:

„Wie ist ihr Name mein Herr?“

„Jonathan Tristan Perivale“, antwortete er feierlich.

„Ja, mein lieber Jonathan, ich will den Rest meines Lebens mit dir verbringen“, sagte Miss Odilia genauso feierlich.

Und während die beiden Verzauberten zu einem gemeinsames Sandwichessen und einem Cappuccino mit Sahne zu Albertos Imbiss gingen, lachte Eros über das ganze pausbäckige Gesicht, endlich konnte er Miss Odilia glücklich machen, so wie sie es all die vielen Jahre getan hatte. Eros freute sich schon darauf Miss Odilia Cecilia Rosegarden und Mister Jonathan Tristan Perivale an Sonntagen Hand in Hand an seinem Brunnen vorbei spazieren zu sehen.

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Das sind wirklich gefährliche Liebschaften, sagte sich der kleine Prinz, aber es war nicht mehr zu ändern. Er hatte sich unsterblich verliebt. Jeden Tag wenn er an ihr vorbei ging, warf er ihr sehnsuchtsvolle Blicke zu. Dann seufzte er tief und sein Kammerdiener begann sich ernsthafte Sorgen zu machen. Wenn er sie einmal nicht sehen konnte war der kleine Prinz melancholisch. Mit verschleiertem Blick wanderte er umher und wenn niemand hinsah, kullerte eine Träne über seine Wange. Am meisten beunruhigte ihn, dass er nicht wusste, ob sie ihn genauso liebte, wie er sie. Er umschmeichelte sie, machte ihr Geschenke, hegte und pflegte sie, aber sie blieb stumm. Kein Wort, das sie an ihn richtete, kein verliebter Blick, der ihn traf. Und doch hatte er das Gefühl, seine Zuwendung begann Früchte zu tragen, denn an einem sonnigen Morgen, als im königlichen Garten die Vögel voller Inbrunst sangen und in dem königlichen Springbrunnen die Millionen Wassertröpfchen, wie Diamanten glitzerten, da geschah es, dass sie ihre Blätter öffnete und eine wunderbare Knospe hervor kam. Sie öffnete sich und das Herz des kleinen Prinzen wurde so fröhlich, dass er dachte, es müsste zerspringen.

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