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Archive for the ‘Schreiben – Musik’ Category

„Deine Ausreden sind mir scheißegal!“, schrie sie.

„Jetzt wirst du emotional, Schatz“, sagte er lässig und schlug die Zeitung auf, „das Thema war gestern Abend schon durch.“

„Wie bitte?! Ich hab dich mit deiner Tippse im Bett erwischt. Da bist du mir zumindest eine vernünftige Antwort schuldig.“

„Du bist zu früh zurückgekommen.“

Fassungslos sah sie ihn an. Ihre Finger krampften sich um die Kaffeetasse.

„Soll das deine Entschuldigung sein?“, ihre Stimme überschlug sich.

Er zuckte gleichgültig mit den Schultern und blätterte zum Sportteil.

„Warum antwortest du nicht? Sieh mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede!“

Genervt blickt er von seiner Zeitung auf.

„Du redest nicht du schreist.“

„Dazu habe ich allen Grund.“

Hart setzte sie die Kaffeetasse auf. Die heiße Flüssigkeit schwappte über. Sie konnte die Tränen nicht mehr herunterschlucken und schluchzte hörbar.

„Oh, bitte – jetzt heul nicht. War doch nur Sex.“

Sie kramte wortlos ein Taschentuch aus ihrer Jackentasche.

„Wir haben seit Wochen keinen Sex und das lag nicht an mir“, setzte er nach.

Sie warf ihm einen vernichtenden Blick zu.

„Versuchst du mir das jetzt in die Schuhe zu schieben? Nur weil du deinen Schwanz nicht in der Hose lassen kannst?“

„Ich brauche das und du weißt das auch. Also wunder dich nicht.“

Er faltete die Zeitung zusammen, stand auf und steckte sie in seine Aktentasche.

„Willst du sagen, ich hätte nur die Hosen runterlassen müssen und das wäre nicht passiert?!“

„Denk drüber nach. – Sorry Schatz, ich bin spät dran, ich muss los.“

Er nickte ihr zu und ging. Die Kaffeetasse verfehlte ihn um Haaresbreite.

Die Musik stammt von ASAP, Fuckin Problem. Er tönte aus dem Zimmer meiner Tochter 😉 …

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„Lass dich gehen.”

Seine Samtstimme, so dicht an meinem Ohr, jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken, die bis in meinen Nacken stieg und mich kribbelig machte.

„Nein. Bitte. Hier sind zu viele Menschen.“

Ängstlich versuchte ich von ihm wegzurücken. Aber in dieser dicht gedrängten Menschenmenge war es schier unmöglich. Ich fühlte seine Hand auf meiner Hüfte.

„Dann komm.“

Ohne von meinem Widerspruch Notiz zu nehmen, zog er mich durch die wogende Menge, bis wir den Ausgang des Ballsaales erreicht hatten. Mit sanftem Druck lenkte er mich in eine Nische. Ich war gefangen zwischen seinem Körper und der kühlen Wand. Geschickt befreite er sich und mich mit der einen Hand von unseren Masken, während er mich mit der anderen fest an sich presste. …

… den Rest überlasse ich eurer Fantasie 😉 . Macht euch Mick Hucknall mit „Let me down easy“ an …. muss ich mehr sagen?

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Nichts bleibt

Von den Kämpfen

Gewonnen und verloren

Am Ende versinken

Sie im Nebel

Der Zeiten

 

Meine Sehnsucht

Lässt nicht los

Das wildes Tier

In meinem Innern

Zerreißt die Fesseln

Für eine Nacht mit dir

 

Liebe kennt kein Nein

Zahlt jeden Preis

Ohne Gedanken

An ein Morgen

Vernunft verbrannt

Von maßlosem Verlangen

 

Ich breche alle Regeln

Für die Liebe

Ein Rausch

Der in den Abgrund führt

Und die Welt

Verschwindet im Nichts

 

Dunkelheit hüllt mich ein

Alles geben

Alles verlieren

Nichts bereuen

Nur die Tränen

Die ich um uns weine

Das Lied, dass mir ins Ohr ging, ist von Emmelie De Forest  „Only Teardrops“.

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Jeden Tag sehe ich ihn an meinem kleinen Laden vorbei gehen. Groß, dunkle Haare, teure Kleidung, Aktentasche. Ich weiß genau, um welche Uhrzeit er kommt. Kann ich ihn an einem Tag nicht sehen, fehlt mir etwas. Dieses Sehnen breitet sich in meinem Körper aus, wie ein Parasit. Ich weiß nicht warum oder warum gerade er. Es gibt zig Männer, die mir in Lauf meines Tages begegnen und dann gibt es da noch den Mann, mit dem ich zusammenlebe. Und doch kann ich an keinen anderen mehr denken. Dabei hat er mich nicht einmal bewusst wahrgenommen. Nur ein Mal habe ich durch Zufall in seine Augen gesehen.

Es war einer dieser wolkenverhangene Schneetage, kalt und ungemütlich. Ich war spät aus dem Haus gekommen und musste den Weg im Laufschritt zurücklegen. Vor meinem Laden hatte sich auf einer Pfütze eine Eisschicht gebildet. Ich rutschte und hätte er mich nicht gehalten – er fing mich auf, ich nahm seinen Duft wahr, der sofort mein Gehirn infiltrierte. Sein Lächeln, die kleinen Fältchen, die sich um seine klaren blauen Augen bildeten, und seine samtig tiefe Stimme, die einen Widerhall in meiner Seele fand, säten eine Sehnsucht in meinen Körper, die ich kaum aushalten kann.

Seit diesem Tag warte ich auf ihn. Jeden Morgen zur gleichen Zeit.

Die Musik zu dem Text stammt von Craig David „Seven Days“.

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Grau

Alles verblasst

In meiner Trauer

Mein Schmerz

Löscht alle Farben aus

 

Kein Sonnenstrahl

Durchdringt die Schatten

Suche dich

Du bleibst verloren

 

Blind vor Tränen

Dem Wahnsinn nah

Stolpere ich

Durch kalte Räume

 

Alle Schattierungen

Von Grau

Zerren mich

In ihren Schlund

 

Ich lass

Mich gehen

Versink im Grau

Der Erinnerung

Die Musik, an diesem grauen Sonntag, stammt von Visage: Fade to grey.

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Heute ist der Tag! Mein größter Traum geht in Erfüllung. Tanzen bei einem der wichtigsten Tanzwettbewerbe meines Landes. Ich stehe am Rand einer festlich beleuchteten Tanzfläche und trage ein atemberaubendes Kleid. Hellblauer Tüll, mit tausend Strasssteinchen besetzt, rückenfrei. An meinen Füßen glitzern silberne Schuhe. Ich warte auf meinen Tanzpartner Al.

Die Tische, die um das Parkett drapiert sind, füllen sich langsam mit eleganten Herren in schwarzen Anzügen und schönen Damen in kostbaren Roben und blinkenden Juwelen. Kellner im Frack eilen zwischen den Tischen hin und her, um Bestellungen aufzunehmen und Champagner zu servieren. Das Orchester stimmt die Instrumente. Ich kann das Flirren der Nervosität im Raum spüren.

Jemand tippt mir auf die Schulter. Ich drehe mich um und erschrecke.

„Ben“, mehr bringe ich nicht heraus.

„Sorry, Al kommt nicht.“

Tränen steigen mir in die Augen. Es ist zu Ende, bevor es anfängt.

„Du tanzt mit mir.“

Es ist keine Bitte, sondern eine Feststellung.

„Nein!“ Ich schüttele den Kopf, „Du wolltest nicht mit mir tanzen. Ich erinnere mich nur zu gut an deine letzten Worte.“

Die Wut schnüre mir die Kehle zu. Was bildet sich Ben ein? Ich bin kein Stück Vieh, dass man hin und her schieben kann, wie es gerade passt. Die ersten Takte eines Wiener Walzers erklingen. Die Eröffnungsrunde für alle Teilnehmer.

„Die Tänzer auf die Tanzfläche, bitte“, tönt die Stimme des Conférenciers durch die Lautsprecher.

Energisch fast Ben meinen Arm, und ehe ich mich wehren kann, zieht er mich auf die Tanzfläche.

„Ich weiß, was ich gesagt habe“, wir nehmen Haltung an, machen die ersten Schritte, „und ich versichere dir, könnte ich sie ungeschehen machen, ich würde alles, wirklich alles, tun, um meine dummen Worte zurückzunehmen.“

Ich sehe zu ihm auf. In seinen Armen ist das Tanzen, wie auf Wolken gehen. Was mir an Erfahrung fehlt, macht Ben durch seine Professionalität wett. Er führt so sanft und doch so entschieden, dass ich ihm ganz leicht folgen kann.

„So kann ich dich nur inständig um Verzeihung bitten. Ich habe einen Fehler gemacht. Verzeih mir.“

Sein Gesichtsausdruck ist ernst und sein Blick drängt sich flehend in meinen. Oh, Himmel. Ich liebe ihn so sehr, dass es beinahe weh tut.

„Du bist wie geschaffen für mich. Es gibt keine andere.“

Wie unter einem Bann nicke ich und überlasse mich Bens Führung. Federleicht schwebe ich mit ihm über das Parkett. Nichts anderes ist jetzt wichtig. Nur die Musik und Ben.

Die Musik zu diesem Text stammt von Irving Berlin: Puttin`on the Ritz. Gesungen von Fred Astair oder Taco. Wobei die Tanzeinlage von Fred natürlich besser ist 😉 .

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 Mein Autoradio läuft auf Hochtouren, Lautstärke im Konzertmodus. Damit mir nicht das Trommelfell platzt, kurbele ich die Fenster runter. Es könnte so ein wunderschöner Samstagnachmittag sein, hätte mich mein Chef nicht verdonnert diese blöden Dekopuppen abzuholen. Montag eröffnet der neue Modestore. Natürlich ist nichts fertig.

Ich bin mit diesem Puppentransport nicht glücklich, aber besser als um den Chef herum zu springen. Seine Jammerei ist nervtötend. Das Puppenlager ist in einer Scheune auf einem Bauernhof untergebracht, weil der Boss Geld sparen will. So bin ich erst mal eine Weile weg, aus dem Irrenhaus.

„Biegen sie an der Kreuzung links ab“, versucht die Navifrau Sunrise Avenue zu übertönen.

Ich biege gehorsam ab.

„Fahren sie vier Kilometer.“

Auch diese Anweisung befolge ich.

„Sie haben das Ziel erreicht.“

Ich halte am Straßenrand. Hier ist nichts. Kein Bauernhof. Nur Wald und Wiese. Samu singt von den Hollywood-Hügeln und ich bin verloren im Nirgendwo. Ich steige aus und sehe mich um.

„Hallo!“, rufe ich, „Hallo!“

Außer einem Schmetterling, der vorbei taumelt, scheint es hier kein lebendes Wesen zu geben. Ich angele das Firmenhandy aus meiner Tasche und wählt Mikes Nummer. Es klingelt. Mein Chef bekommt einen Infarkt, wenn er erfährt, dass ich planlos im Nirgendwo stehe.

„Wo steckst du? MM hat steht vor der Krise.“

„Sorry. Das Navi hat mich in die Pampa geschickt. Hier ist nichts! Nada!“

„Ich sagte, dass du einen Kilometer weiter fahren musst, egal was das Navi sagt.“

„Echt jetzt?“

Ich höre ein Stöhnen.

„Ok. Melde mich später.“

Ehe Mike eine Tirade loslässt, lege ich auf und springe ins Auto. Blöde Puppen, blöder Job. Es wird Zeit sich nach einer weniger stressigen Arbeit umzusehen.

Der Song, der in den Text Eingang findet, ist von Sunrise Avenue: Hollywood Hills. Tatsächlich lief er im Auto ständig …

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„Erde zu Erde, Asche zu Asche“, murmelte der Priester vor sich hin und machte das Kreuzzeichen.

Dann traten die Trauergäste nach vorne, warfen ein Schäufelchen Erde in das Grab. Ganz Verwegene gaben dem Verstorbenen einen Blumenstrauß mit in die Ruhestatt. Ich beteiligte mich nicht an diesen Bräuchen. Sinnlos eine Schaufel Erde auf den Sarg zu werfen und um sie später wieder ausgraben zu müssen.

Es dauerte nicht lange, bis sich die wenigen Trauergäste zerstreuten. Ich sah auf die Uhr. Viertel vor sechs. Der Friedhof schloss bei Einbruch der Dunkelheit. Eine gute Stunde noch. Der Friedhofsgärtner würde heute Abend kein Grab mehr zu schütten. Das machte es mir einfacher an den unselig Verstorbenen heranzukommen.

Der Song zu dem Textanfang kommt von den Bee Gees: Smoke and Mirrors.

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Halte die Zeit

Für mich an

Einen Moment

Für den Blick zurück

Du und ich

 

Wir waren jung

Ungestüm und dumm

Was hätte sein können

Ist an uns vorbei gegangen

Viele Tränen vergossen

Bis der Fluss versiegte

 

Halte die Zeit

Für mich an

Verschwendete Stunden

Vergangenes Glück

Ich wünsche es

Manchmal zurück

 

Für einen Kuss

Für einen Atemzug

Eine Stunde meiner Jugend

Einen ausgeträumten Traum

Nur einen Augenblick

Halte die Zeit

Für mich an

Die Inspiration kommt von einer meiner Lieblingsbands: Simply Red mit „Holding back the years“.

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Das Auto fuhr unter alten Bäumen dahin. Der warme Wind, der durch die offenen Fenster herein strömte, zerzauste meine Haare. Morris hatte sich auf dem Beifahrersitz zusammengerollt. Meine Lieblingsmusik tönte aus dem Radio. Bald erreichte ich mein Ziel. Das Meer. Weißen Sand, Wellen, die sich ans Ufer warfen. Das Abenteuer meines Lebens.

„Sie haben nicht mehr als ein Jahr“, sagte der Arzt. „Wenn wir sie schnell behandeln, vielleicht mehr.“

Ich wusste, was er damit meinte, erhob mich, reichte ihm die Hand, „Dann wird es Zeit“, erwiderte ich lächelnd und ging.

Ich verkaufte und alles. Nur ein paar besondere Bücher, meine Lieblingsklamotten, mein Laptop und Morris, mein Mischling, waren von meinen Habseligkeiten übrig geblieben. Von einem Teil des Geldes kaufte ich mir ein Auto, den Rest legte ich auf die Seite, für Notfälle, und fuhr los. Ich wollte die Welt sehen oder das, was davon übrig geblieben war.

Zuerst wollte ich ans Meer, danach würde ich weiter sehen. Solange es gesundheitlich möglich war, konnte ich Gelegenheitsarbeiten annehmen und wenn es nur für Kost und Logis war, mehr brauchte ich nicht. Ab und an einen Stift oder einen Block. Alles würde sich finden.

Morris betrachtete mich aufmerksam. Ich kraulte ihn zwischen den Schlappohren. Das Leben war schön und es gehörte mir. Jede einzelne kostbare Minute.

Der Song heißt „Jubel“ und ist von der Gruppe Klingande.

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