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Posts Tagged ‘Absturz’

Ich stand am Rand der Welt. Blickte auf das nachtschwarze Meer. Still lag es da. Nur ein leises Plätschern zeigte seinen Herzschlag an. Es hatte gebrüllt, getobt, gekämpft und zerstört. Es hatte allen Schmutz, alle Bosheit hinweggespült. Ich allein war übrig geblieben und vor mir lag das Meer, wie ein dunkler schimmernder Spiegel. Ich hatte keine Angst, doch meine Traurigkeit war so tief, wie die ewige See vor mir.

Mein Blick hob sich gegen den Himmel. Mein einsames Herz bat um ein Wunder. Da löste sich ein leuchtender Punkt aus dem Sternenmeer und raste dem Boden entgegen. Erschrocken verfolgte ich seine Bahn. Immer heller strahlte er, einen langen Schweif aus Funken hinter sich her ziehend. Ich glaubte, einen Schrei zu hören. Dann entzog sich das Licht meinen Blicken.

Ich wendete mich um und lief in die Richtung, in der ich die Absturzstelle vermutete. Am Rande eines großen Erdlochs blieb ich stehen. Neugierig blickte ich hinab und hielt den Atem an. Am Grund der Grube lag ein Wesen. Zusammengekrümmt, mit Schmutz überzogen, der ein weiches Leuchten nicht völlig überdecken konnte. Es rührte sich nicht. Niemand hätte diesen feurigen Sturz überlebt.

Da! Eine winzige Bewegung. Ich starrte wie gebannt auf den Körper unter mir. Wieder eine Bewegung. Was sollte ich tun? Hinunter klettern oder abwarten? Jäh schoss der Körper in die Höhe und erhob sich in die Luft. Der Schmutz fiel von ihm und prasselte auf mich herab. Das Leuchten vervielfachte sich und blendete mich. Ich senkte den Blick, schützte meine Augen mit den Händen.

„Wer bist du!“, donnerte das Geschöpf.

Angst breitete sich in meinem Körper aus. Lange hatte ich sie nicht mehr gefühlt, aber meine Zellen erinnerten sich. Es schwebte näher.

„Antworte!“

Die Stimme wurde noch lauter, tat meinen Ohren weh. Ich wollte ihm meinen Namen nicht sagen. Bevor er noch ein Wort erwidern konnte, löste sich ein weiterer lohender Punkt aus dem nächtlichen Lichterlabyrinth und stürzte auf uns zu.

„Nein! Dazu hast du kein Recht“, schrie das Wesen in den Himmel hinein und löste sich auf.

Nur ein dunkles Glimmen blieb an der Stelle, an der ich es gesehen hatte. In dem Moment schlug der zweite Feuerball, nicht weit von mir, auf den Boden.

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Die Sehnsucht nach dem Ungreifbaren, Undenkbaren

Stürzt mich in eine Hölle aus Feuer und Eis

Das Sehnen verbrennt Knochen und Mark

Die Hoffnungslosigkeit vereist mein Herz

 

Eingesperrt in mich

Versuche ich das Eis zu brechen

Das Feuer zu löschen

Was ich auch tue

Es gibt keinen Weg aus dem Schmerz

 

Ich habe ihn nicht ausgesucht

Ihn nicht gerufen

Doch als er mich erwählte

Wehrte ich mich nicht

In der Liebe gibt es keine Vernunft

Nur das Gefühl, das dich vorwärts treibt

 

Kein Argument kann bestehen

Der Trieb hat keine Ohren

Keine Augen den Abgrund zu sehen

Keine Nase das Feuer zu riechen

Er verschwendet keinen Gedanken daran

Wie vollständig der Absturz sein wird

 

Ich sehe dich, dein Lächeln, deine Augen

Es ist zu spät

Das Schicksal hat sich genommen

Was der Zufall ihm zuspielt

Ich übernehme meine Rolle

Und werde ein bisschen daran sterben

 

 

 

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