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Posts Tagged ‘Beton’

Im Dunkel der Schränke reifen die Sommerkleider. Warten auf einen Sommer, der niemals wiederkommt. Längst vergangen sind die Zeiten, in denen die Wiesen, Wälder und Gärten sich in leuchtend bunte Farben kleideten, die Luft vom Geschwirr der Vögel flirrte und in Mensch und Tier die Lust zu leben weckte.

Leer und öd ist es. Beton und Eisen überziehen die Welt. Müll, sichtbar und unsichtbar sind die neuen Farben. Lärm und Dissonanzen verstopfen uns die Ohren, verhindern, dass wir denken können.

Nach dem großen Krieg, den dumme, machtgierige Diktatoren anzettelten und dem sie ihre Völker opferten, verfiel das Land bis zur Unkenntlichkeit. Es lag im Todeskampf, getränkt mit Blut. In den Jahrtausenden, in denen es geknechtet und ausgebeutet wurde, hatte es nach der Schlachtung seiner Kinder die Lust am Leben verloren. Könnte ich so viele Tränen weinen, den Schmutz wegzuwaschen, ich weinte sie alle.

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Beton und Glas

Hochhäuser

Kratzen an Wolken

Brechen den Himmel

Auf für Sonnenstrahlen

Erhellen den dunklen

Morgen aus Einsamkeit

Du siehst wie ich

Denselben Himmel

Ein Stück Blau

Deine glänzenden Augen

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Mauern brechen auf

 

Tag für Tag

Grau in Grau

Lauf über Straßen aus Beton

Sehe nur Stahl und Steine

Die meine Seele lähmen

Mein Herz einfrieren

 

Schließ die Augen

Träume mich fort

Breche die Mauern auf

Spüre das Wasser an den Füßen

Noch hüllt mich Schatten ein

Ist nicht alles Licht

 

Wolken verwehen zu Blau

Geben Farben frei

Freude meiner Augen

Fliege mit dem Wind

Zu neuen Ufern

Wo Hoffnung blüht

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Aufgabenstellung:

1.

Zusammen mit einem Freund brichst du eines Nachts in ein benachbartes Schwimmbad (Sportverein, Hotel o.ä.) ein, um ein nächtliches Bad zu nehmen. Während du ein wenig herumplanschst, bekommst du fast einen Herzinfarkt, als eine Leiche neben dir auftaucht. Noch schlimmer: es ist jemand, den du kennst. Schreibe diese Szene (500 Wörter oder weniger).

2.

Eine Woche, nachdem du bei der Beerdigung eines engen Freundes warst, findest du eine Postkarte in deinem Briefkasten mit dem Text: Ich bin nicht tot. Wir treffen uns heute Nacht in Guidos Pizzeria. Zu niemandem ein Wort. (750 Wörter oder weniger)

3. 

Und eine denkwürdige Eigenschaft, die der Freund eines Tages an sich entdeckt hat …

Aus diesen drei Zutaten entstand folgende Geschichte:

Eine aufregende Nacht

Ich drehte die Postkarte hin und her. Las den Text immer und immer wieder. Vor einer Woche hatte ich an Luigis Grab gestanden und heiße Tränen vergossen, weil er durch so unglückliche Umstände von uns gegangen war und nun hielt ich die Postkarte in der Hand auf der stand: Ich bin nicht tot. Wir treffen uns heute Nacht in Guidos Pizzeria. Zu niemandem ein Wort.

Das konnte nicht sein? Ich hatte seine Leiche identifizieren müssen und ihn an seiner Kleidung wieder erkannt. Gut, an seinem Gesicht hatte ich ihn nicht erkennen können, dazu war es zu aufgedunsen. Aber Luigis sterbliche Überreste waren in edelsten Zwirn gewandet und die Schuhe, ein teurer handgefertigter Import aus England, es gab keinen Zweifel, er war es.

Ich konnte die Zeit bis zum Dunkelwerden kaum erwarten. Was wenn es tatsächlich Luigi war? Weswegen war er untergetaucht? Einen anderen Grund für sein vorgetäuschtes Ableben konnte ich mir nicht vorstellen. Aber wenn es nur eine Finte war, um mich in eine Falle zu locken? Die Marianos hatten noch ein Hühnchen mit mir und Luigi zu rupfen, weil wir den Sohn ihres Don in die ewigen Jagdgründe befördert hatten. Ich kleidete mich sorgfältig an. Dazu gehörte ein schwarzer Anzug, ein Doppelholster mit zwei Berettas, meine bevorzugten Waffen, ein Messer, dass mit einer speziellen Vorrichtung an meiner rechten Wade befestigt war, ein kleine Pistole im hinteren Hosenbund und einen Totschläger in der Jackentasche. Ich musste auf alles vorbreitet sein.

Auf meinem E-Mail-Account hinterlegte ich eine Mail, die die genaueren Umstände meines möglichen Verschwindens aufklären würde. Sollte ich sie innerhalb von 24 Stunden nicht löschen, würde sie an meinen Chef gehen, um ihn zu informieren.

Ich nahm vorsichtshalber den Kleinwagen meiner Geliebten, um bei Guidos Pizzeria vorzufahren. Mein Mercedes hätte viel zu viel Aufsehen erregt. Ich parkte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen um die Ecke und ging so unauffällig wie möglich in den kleinen Laden. An einem der Tische saß ein Mann, die Baskenmütze tief ins Gesicht gezogen und in einem abgetragenen Anzug. Sonst war nur noch ein Kellner und der Barmann anwesend.

„Vittorio“, hörte ich eine bekannte Stimme, „ich bin`s.“

Ich betrachtete den Mann mit der Baskenmütze näher.

„Luigi? Bist du es wirklich?“

Ich war einerseits froh, dass er lebte, aber auch bestürzt wegen des Theaters, das Luigi veranstalten musste. Jetzt wusste ich, dass mehr dahinter steckte.

„Ja. Ich bin es wirklich. Es tut mir leid, dass ich euch soviel Kummer gemacht habe, aber glaub mir, dass habe ich bestimmt nicht freiwillig getan.“

Luigi winkte dem Ober und bestellte zwei Espressi und zwei Tiramisu, unser beider Lieblingsdessert. Wehmütig dachte ich an unsere Mittwochnachmittage bei Luigis Großmama, die das beste Tiramisu der Welt machte.

„Was ist denn bloß passiert?“ 

„Oh, Mann, das glaubst du mir nicht, wenn ich es dir erzähle“, druckste Luigi herum.

„Versuch es wenigstens“, ich platzte fast vor Neugier.

„Also, das war so: Vor 10 Tagen bin ich in das städtische Freibad eingestiegen. Du weißt doch, es war so heiß und ich wollte Lisa-Marie einen Gefallen tun und ihr eine Runde im Pool spendieren.“

„Bist du irre? So was Blödes! Schlimmer als ein Teenager“, tadelte ich Luigi.

„Ach, komm, du hast auch schon genug angestellt, nur um deine Weiber rum zu kriegen. Du hast doch Lisa-Marie gesehen. So ein scharfes Geschoss. Da hättest du auch nicht Nein gesagt.“

Luigi tut beleidigt und löffelt in seinem Tiramisu, das der Kellner elegant heran balanciert hatte.

Ich schiebe mir einen süßen Happen des Desserts in den Mund. Da hat er schon recht, diese Lisa-Marie war schon eine Sünde oder eine Dummheit wert … nun ja, jetzt wo Luigi in gewisser Weise aus dem Rennen war, vielleicht würde die Lady ja mal mit mir des Nachts ins Schwimmbad gehen.

„Aber der Kracher kommt erst noch“, reißt Luigi mich aus meinen Gedanken, „ich bin gerade mit der Kleinen am rummachen, als ich etwas auf dem Wasser schwimmen sehe. „Schau mal, was ist denn das Luigi“, fragt die Kleine und ich sag, „ach wer weiß, vielleicht hat einer von diesen Halbstarken ein paar Klamotten ins Wasser geworfen, um einen anderen zu Ärgern.“ Sag ich. „aber ich glaube, da hängt noch was dran“, sagt sie und dann schreit sie los, dass mir fast die Ohren wegfliegen, springt aus dem Wasser und wie von Furien gehetzt rast sie aus dem Schwimmbad.“

So, da kann ich Lisa-Marie also abhaken. Es sei denn, mir fiele was Besseres ein, um sie rumzukriegen.

„Ich will mir Gewissheit verschaffen“, fährt Luigi fort, „ob da was dranhängt und wenn ja wer oder was. Vorsichtig nähere ich mich den aufgeblähten Kleidungsstücken und da sehe ich, dass es Alexej ist, der neue Mafiosi, der aus Russland gekommen ist und es auf die Reviere der alten Familien abgesehen hat. Ich überlege fieberhaft, was ich tun kann. Da komme ich auf die Idee der Leiche meine Sachen anzuziehen, um mir Luft zu verschaffen. Ich muss herausfinden, wer den Kerl getötet hat, sonst kann ich mir gleich ein echtes Grab schaufeln.“

„Heilige Mutter Gottes“, ich schlage ein Kreuzzeichen, „das müssen wir Don Antonio sagen!“

„Na, du hast Nerven. Ich bin in Lebensgefahr und einzig die Tatsache, dass ich ein Meister der Verwandlung bin, eine Eigenschaft, die ich bis heut zum Glück nicht sehr oft einsetzen musste, hat mich bis jetzt vor dem sicheren Tod bewahrt. Entweder wird mich die russische Mafia mit dem Tod von Alexej in Verbindung bringen, oder Don Antonio befördert mich ins Jenseits. Er sucht schon lange einen Grund mich los zu werden und mir die Schuld an der ganzen Sache gibt … du weißt schon: Bandenkrieg, ectr.“

„Komm, mein Alter, du siehst das alles zu schwarz. Don Antonio ist wirklich eine Seele von Mensch.“

„Ja, wenn man davon absieht, dass er gerne Leute in Beton versenkt, wegen der Tradition… .“

Luigi ist verzweifelt.

„Und was wirst du tun?“, frage ich.

„Ich muss abhauen. Meine Verwandlungskunst wird mir eine Hilfe sein. Ich gehe nach Afrika oder nach Grönland, da findet mich so schnell keiner.“ Luigi erhebt sich, holt einen 20 Euroschein aus der Tasche und wirft ihn auf den Tisch. „Ich muss los, wenn Gras über die Sache gewachsen ist, melde ich mich bei dir. Ciao, Vittorio, pass auf dich auf.“

„Mach ich. Du auch.“

Ich habe plötzlich ein mulmiges Gefühl im Magen. Irgendwas stimmt hier nicht. Ich sehe mich suchend in dem Lokal um. Wo sind eigentlich der Kellner und der Barmann geblieben? Luigi ist fast bei der Ausgangstür, als sie mit einem Krachen aufgestoßen wird.

„Hallo Luigi, hallo Vittorio“, säuselt Don Antonio mit einem festgefrorenen Lächeln im Gesicht, „ich hörte, ihr habt hier heute ein kleines Stelldichein.“

Luigi und mir bleibt das Wort im Halse stecken.

„Das hier ist Don Juri aus Russland“, Don Antonio deutet auf einen kräftigen grauhaarigen Mann, der nach ihm eingetreten ist, „er macht sich Sorgen über das Verbleiben seines Sohnes Alexej. Man munkelt, dass ihr Informationen darüber habt.“

Luigi wird bleich und sinkt auf einen Stuhl. Wir sehen uns an und ahnen, dass uns nichts Gutes bevorsteht. Zum Glück habe ich meine Berettas dabei. Wenn es hart auf hart kommt, werde ich nicht zögern meine Babys einzusetzen.

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