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Posts Tagged ‘Bierflasche’

Verdammt! Jetzt klemmt dieses blöde Ding auch noch, dachte ich, warum habe ich mich bloß von Sarina dazu überreden lassen, mir so ein teures Dessous zu kaufen.

„Dein Mann wird verrückt, wenn er dich in dem Teil sieht!“ sagte sie und kicherte.

120 Euro kostete allein die Korsage, ganz zu schweigen von den roten High Heels mit dem trendigen Metallabsatz.

„Luxus pur!“, pries die Verkäuferin das gute Stück und lächelte vielsagend.

Und ich? Ich dumme Kuh glaubte wirklich, dass Marten hin und weg wäre, wenn ich ihn nach der Arbeit in dem knappen Spitzenteilchen empfinge. Ich hätte es besser wissen müssen.

Aufgerüscht mit sündiger Korsage, halterlosen Strümpfen, String und den neuen roten High Heels stand ich im Türrahmen. Sogar Make-up hatte ich aufgelegt und die Nägel lackiert. Die Kosmetiktante war der Ansicht ich wäre der Knaller. Aus dem Radio dröhnte „Sexbomb“ von Tom Jones. Das hatte ihr wohl die Sinne vernebelt. Marten befand nämlich nur gehässig:

„Na, wieso hast du dir denn Kriegsbemalung aufgelegt?“

 „Um dich zu überraschen“, antwortete ich unsicher.

„Bei dir kann mich nichts mehr überraschen. – Und ehrlich, der Nuttenfummel macht’s auch nicht gerade besser.“

Genauso gut hätte er mich ohrfeigen können.

„Warum bist du so gemein? Ich dachte, du magst solche Sachen?“

„Ja schon. Aber du hast nicht die Figur für so ein Teil. Du siehst aus wie die Wurst in der Pelle.“

Ich drehte mich um, rannte ins Schlafzimmer und wollte dieses unbequeme Ding ausziehen, aber die Haken öffneten sich nicht. Tränen liefen mir über die Wangen. Ich schnappte mir meine Stoffschere und schnitt es auf. Endlich fiel es von mir ab. Die Tür ging auf.

„Ach ja und noch was – schmeiß mein Geld das nächste Mal nicht mehr für solche unnütze Klamotten raus. Dafür geh ich nicht arbeiten.“ Er drehte sich um und murmelte, „`ne Augenweide ist was anderes. Von dem toten Gaul hätte ich schon längst absteigen sollen.“

Mit Genuss stieß er mir das Messer ins Herz und drehte es auch noch um. Ich zog meine High Heels aus und folgte ihm in die Küche.

Marten hatte sich ein Bier aus dem Kühlschrank genommen und suchte nach dem Flaschenöffner. Der lag an derselben Stelle, wie seit 20 Jahren. Marten fand ihn nicht. Er drehte sich um.

„Wo ist der Scheißöffner?“, herrschte er mich an.

Ich hob den Schuh und schlug mit aller Kraft zu. Der metallverzierte Absatz blieb direkt zwischen seinen weit aufgerissenen Augen stecken. Wie in Zeitlupe sackte er zusammen. Die Bierflasche rollte über die Fliesen, bis sie vor dem Geschirrspüler liegen blieb. Ich hob sie auf, öffnete sie und nahm einen großen Schluck.

„Fragt sich, wer wohl von dem toten Gaul gestiegen ist“, sagte ich laut.

Marten antwortete nicht, rührte sich nicht, starrte nur auf einen imaginären Punkt. Ich ging zurück ins Schlafzimmer und zog mich an.

Es traf sich gut, dass Marten angefangen hatte, das Loch für den Pool zu graben, den ich nicht haben wollte. Bis zum Dunkelwerden dauerte es noch circa zwei Stunden. Eine gute Gelegenheit die High Heels wieder in den Schuhladen zu bringen. Zum Glück hatte ich den Kassenbon nicht weggeworfen. Sollte eine andere Frau ihren Spaß mit ihnen haben, ich hatte meinen.

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