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Posts Tagged ‘Burg’

Richard sah zur Fahne hinauf, um den Wind zu prüfen. Es sah nach Sturm aus. Dichte Wolken brauten sich über dem Burgberg zusammen. Es war ein schlechter Zeitpunkt. Richard und sein Heer belagerten die Grimburg seit Wochen, ohne der Eroberung einen Schritt näher gekommen zu sein. Seine Soldaten verloren allmählich die Geduld und Richard hatte kaum noch Hoffnung seinen Vater und seinen Bruder aus den Kerkern des Feindes zu befreien.

Immer häufiger kam es zu Schlägereien unter seinen Männern und zu Plünderungen in den Dörfern der Umgebung, die Richard unter Strafe verboten hatte. Er wollte anders sein, als Gunnar, Herr der Grimburg, der alles in Grund und Boden stampfte, wenn er einen Feldzug führte. Niemand blieb verschont, nicht Mann, nicht Frau, nicht Kind oder Greis.

Richard war der Ansicht, dass die einfachen Bauern es schwer genug hatten in den Wirren der Düsternis. Es fehlte an allem. Speisen, sauberes Wasser, warme Häuser, Medizin. Warum sie noch unterjochen?

Einer seiner besten Spione hatte das Gerücht aufgeschnappt, dass es im schwarzen Wald einen geheimen Eingang zur Burg gab. Richard wartete jede Minute auf seine Nachricht. Vielleicht konnte er den Sturm für einen Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt nutzen.

„Herr, Milan ist zurück!“, verkündete Safi aufgeregt.

Richard nickte ihm zu.

„Danke.“

Möge das Glück auf unserer Seite sein, dachte er und eilte in sein Zelt.

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Ich lehnte mich an die sonnendurchwärmte Mauer. Unter meinen Fingern spürte ich den rauen Stein. Grüngraue Flechten überzogen die unregelmäßig behauenen Steinbrocken, die vor Zeitaltern zu einem imposanten Schutzwall aufgeschichtet worden waren. Eine laue Brise strich über das alte Gemäuer, wehte meine Haare durcheinander. Vor vielen Hundert Jahren erhob sich eine stolze Burg auf diesem Hügel. Heute gab es nur noch ein paar Mauerreste und ein halbzerfallenes Gebäude, in dem man an einer Seite noch ein Stück des Abzugs und einer Feuerstelle erkennen konnte.

Der Blick über die Ebene und die sanften Biegungen des Flusses, der sich durch üppige Wiesen schlängelte, und an dessen sandigem Ufer die Enten die Köpfe unter die Flügel steckten, war grandios. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es damals gewesen war.

„Du!“, rief eine dunkle Stimme hinter mir, „was machst du hier!?“

Ich drehte mich um. Vor der Burgruine stand ein Ritter in voller Montur. Er trug seinen Helm unter dem Arm. Dunkles Haar hing wirr um seinen Kopf und verdeckte mit einem ungepflegten Bart beinahe sein ganzes Gesicht. Am Zügel hielt er ein Pferd, dass ebenfalls eine Rüstung trug. Das schwarze Fell des Tieres glänzte in der Sonne.

„Ich bin spazieren gegangen und wollte dir Aussicht genießen“, sagte ich und grinste, „ich wusste gar nicht, dass hier ein Mittelaltermarkt geplant ist.“

„Was soll das sein? Mittelalter?“, fragte er und seine strahlend blauen Augen funkelten missgelaunt.

„Sie wollen mich auf den Arm nehmen?“, fragte ich, „ach schon klar, sie sind gerade voll in ihrer Rolle.“ Diese Rollenspieler waren schon ein komisches Völkchen. „Ich lass sie dann mal weitermachen.“

Ich wollte an ihm vorbei gehen, aber er zog sein Schwert und versperrte mir den Weg.

„Wo sind meine Leute?“

Ich zuckte mit den Achseln.

„Woher soll ich das wissen? Ich habe niemand gesehen.“

„Das ist unmöglich! Ich war nur wenige Wochen fort“, er drängte mich weiter zurück, „sagen sie mir, was passiert ist!“

„Hören sie. Sie müssen sich nicht aufregen“, die glänzende Schwertklinge, auf meinen Bauch gerichtet, machte mir etwas Angst, „unten am Weg ist eine große Tafel, dort steht die Geschichte der Burg aufgeschrieben.“

„Führ mich hin!“, befahl er.

„Gut. Aber sie stecken das Schwert wieder ein.“

Widerwillig steckte er das Schwert zurück und folgte mir dicht auf den Fersen.

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„Der geflügelte Löwe“, flüsterte Karan, „es gibt ihn wirklich.“

„Meinst du, es ist wahr und hier liegt das Geheimnis der Fürsten der alten Reiche verborgen?“

Alynd berührte sacht Karans Arm. Er erschrak, so sehr bannte das große Siegel seine Gedanken. Karan kannte den Zauberspruch, der es öffnen konnte. Besessen war er davon gewesen, die Burg der Alten zu finden und dem Wahrheitsgehalt der Legenden auf den Grund zu gehen. Nun da Karan sein Ziel fast erreicht hatte, schien ihm das Ganze nichts mehr zu bedeuten. Zu viele Opfer hatte er bringen müssen und niemand war Schuld dran, nur er allein.

„Willst du den Spruch nicht sagen?“

Alynd sah ihn fragend an. Karan vermied es zurückzuschauen.

„Sollen die Opfer umsonst gewesen sein? Der Schmerz, die Tränen und Entbehrungen?“, fragte sie sanft.

Karan wandte ihr das Gesicht zu. Kein Vorwurf über sein Versagen lag in ihren dunklen Augen, nur unendliche Liebe. Sie liebte ihn, hatte es schon immer getan. Jetzt, am Ende des Weges, erkannte er es. Wie war das möglich? War das die Antwort auf alle Fragen? Den Sinn, die Tiefe, die Essenz des Lebens an sich? Die Liebe.

„Bist du sicher? Wollen wir das wirklich tun?“, fragte er.

Alynd nickte.

„Ja. Ich werde immer bei dir sein. Wohin du auch gehst. Ob zum Guten oder Schlechten. Nichts wird mich von dir trennen.“

Sie griff nach seiner Hand. Spürte die rauen Stellen, die Schwielen der harten Arbeit an seinen Fingern. Hände die hart zupacken und sanft streicheln konnten. Karan hob Alynds Hand zum Mund und küsste ihren Handrücken. Ihre Augen versanken in einander. Die Prinzessin und der Schmied. Das waren sie einmal gewesen. Alynd kam es vor, als wäre es Zeitalter her. Nun waren sie Liebende. Sie lächelte ihm ermutigend zu.

Karan legte die frei Hand auf das große Siegel. Er spürte das Relief des geflügelten Löwen unter seiner Handfläche. Dann sprach er den Zauberspruch.

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Das Schwert der Umanyar

Paul und seine Schwester Emily besuchen mit ihren Eltern ein Museum in einer Burg. Während die Eltern mit einer Besuchergruppe dem Museumsführer folgen, betrachten die Geschwister ein kostbares Schwert, das einst dem großen Krieger Niall gehörte. Als sich die Geschwister der Gruppe anschließen wollen, hören sie eine Stimme. Erstaunt stellen sie fest, dass es das Schwert ist, das mit ihnen spricht. Sein Name ist Glinmegil. Fasziniert bleiben die Kinder stehen und lauschen der Geschichte, die Glinmegil über seinen Herrn Niall erzählt, als er ein Knabe war und den Sohn eines Elbenkönigs aus den Händen der Hexe Moireach rettete.

Dies ist der Klappentext zu meinem Kinderbuch, ab 8 Jahre. Es hat 34 Seiten.

Johanna meine älteste Tochter hat das Cover gestaltet und das Schwert. Ich freu mich so! Bald werde ich es in Händen halten. Es wird das Buch sogar als E-book geben.

Die ISBN – 9783735788825

Buch Cover

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