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Posts Tagged ‘Cappuccino’

Ein Tag, der so losgeht, ist nicht zu retten, dachte Jeremy missmutig und übermüdet.

Die Kaffeemaschine hatte ihren Geist entgültig aufgegeben. Er lief drei Blocks weit, um einen vernünftigen Kaffee aufzutreiben. Keinen Latte, Cappuccino oder Espresso. Nur einen einfachen schwarzen Kaffee. Ohne Sojamilch, Süßstoff, entkoffeiniert oder anderem Schnickschnack. Sondern Kaffee. Schwarz.

Wirklich ein ganz übler Tag, dachte Jermey, ich sollte meinen Job an den Nagel hängen und mich endlich zur Ruhe setzen. Wenn man als Auftragskiller die erste Leiche am Morgen ohne Kaffee kalt machen muss, dann ist das mehr als ein schlechtes Omen.

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Der Besuch in Bredevoort war längst überfällig. Seitdem ich durch einen Freund davon hörte, ging es mir nicht mehr aus dem Kopf. Eine ganze Stadt voll Bücher!

boekenstad

In meiner Fantasie sah ich mich, wie in der Erzählung von Walter Moers „Die Stadt der träumenden Bücher“, knietief durch ein Büchermeer wandern. Von dem englischen Gegenstück „Hay-on-Wye“ hatte ich gehört und war fasziniert. Nun war der Traum von einer Stadt der Bücher in erreichbare Nähe gerückt.

Am Ostersamstag machte ich mich endlich auf den Weg und mein erster Eindruck von Bredevoort: verschlafen. An einem Ostersamstag, wo im größeren Winterswijk Markttag ist und die Läden zum Einkaufen einladen, indes nicht verwunderlich.

Dorfstraße Bredevoort

Mir war das gerade recht. Die Stille nach der Fahrt, die frische Morgenluft und die Gelegenheit ungestört durch die gepflegten Altstadtgassen zu laufen und mir die Buchläden anzusehen, gefiel mir (gefällt mir immer sehr). Die Fahrt war so störungslos vergangen, dass bei meiner Ankunft noch kein Buchladen geöffnet hatte.

Um die Zeit zu überbrücken, gönnte ich mir eine Kaffeepause in dem gemütlichen Café/Bistro „De Heerlyckheit“ – die Herrlichkeit – und so war es. Sehr freundliches Personal, ein super Cappuccino, dazu ein Likör mit Sahnehaube und ein Gläschen Wasser für 2,60 Euro (könnten wir das in Deutschland bitte auch einführen?). Ich machte es mir gemütlich und schrieb meine ersten Eindrücke nieder.

Gegen halb elf brach ich auf und erkundete den Ort. Das erste kleine Schmankerl wurde mir direkt auf dem Marktplatz serviert. Dort steht eine Statue von Hendrikje Stoffel.

Hendrijke

Ihres Zeichens Rembrandt van Rijns Geliebte, Model und Mutter seiner unehelichen Tochter. Sie stammte aus Bredevoort und wohnte in der hübschen Gasse auf dem folgenden Foto.

Hendrijke Gasse

„Das Spiel ist verloren, Hendrikje starb. So musste ich also auch dies ertragen und sehen, wie ich mich damit abfinde. Heute Mittag haben wir sie begraben. Was damit für mich unter die Erde sank, ist gar nicht auszusprechen.“

Aus Rembrandts Tagebüchern

Auf meinem Streifzug kam ich am englischen Buchladen vorbei, der sehr distinguiert und aufgeräumt ist.

Englischer Buchladen

Ich machte einen Abstecher in die Touristeninfo. Ein sehr netter älterer Herr gab mir einen Stadtplan, erklärte mir, wo sich die Ausstellung des chinesischen Zeichenkünstlers He Jiang befand und was man sich in der Umgebung anschauen kann. Außerdem gab er mir einige Infobroschüren über die Landschaft und Sehenswürdigkeiten des Achterhoek (so etwas wie die Wetterau für die Bad Nauheimer) in Gelderland (so etwas wie Hessen für die Deutschen).

Weite

Dabei sind die Sehenswürdigkeiten direkt vor meiner Nase. Das Wort Sehenswürdigkeit setzt sich aus Sehen und Würdigkeit zusammen und in Bredevoort gibt es diese Kleinodien an jeder Ecke zu bestaunen. Ob es das Fenster eines Antiquitätenladens ist, in dem es kleine skurrile Ausstellungsstücke zu betrachten gibt, die liebevoll dekorierten Eckchen und Vorgärten oder die vielen Fenster mit Schmuckstückchen. Wer die Augen offenhält wird mit verschwenderischen Aus- und Einblicken belohnt.

de hoek II

Ausblick II

Ich wusste von der Internetseite Bredevoorts Bredevoort Bücherstadt , dass es auch einen deutschen Buchladen gibt und natürlich war ich gespannt, was für Bücher ein deutscher Buchladen in den Niederlanden verkauft und machte mich auf die Suche. Dabei kam ich an vielen kleinen und größeren Buchantiquariaten vorbei. Außerdem an zahlreichen Bücherregalen, die vor den Läden und auch vor privaten Häusern aufgestellt sind.

Bücherregal 1

Bücherregale IV

Ein Buch kostet zwischen einem und zwei Euro. An den Regalen sind Hinweise angebracht und ein Verweis, wo das Geld einzuwerfen ist. Es lohnt sich also Kleingeld einzustecken, um für etwaige Schatzfunde gerüstet zu sein. Denn auch zwischen den niederländischen Büchern lassen sich deutschsprachige Bücher finden. Wie meine beiden hübschen Ausgaben von Wieland zeigen.

Nicht weit von der Touristeninformation stieß ich in der Landstraat 13 auf den deutschen Buchladen. Der Besitzer, Herr Heeke, war lud gerade Bücher aus. Ich stöberte in den Regalen vor dem Haus und erstand ein Exemplar von „Die blaue Blume“, ein Roman von Penelope Fitzgerald, nachdem Herr Heeke den Laden geöffnet hatte. In seinem Antiquariat konnte ich viele antike Bücher bestaunen, und ich meine wirklich antik (!). Außerdem durfte ich ein Buch anfassen und hineinschauen, das über fünfhundert Jahre alt ist. Dafür braucht man im Allgemeinen weiße Handschuhe und eine extra Genehmigung.

Herr Heeke erzählte mir, dass er seit den Anfängen des Bücherdorfes im Jahr 1993 dabei ist. Er suchte schon länger nach einer Gelegenheit etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen, wie die Einwohner von Hay-on-Wye. Als er hörte, dass die Bredevoorter vorhatten eine Bücherstadt zu gründen, war für ihn klar, dass ist die Chance. Mit einigen Kollegen aus Bredevoort verfasste er ein Buch über das Dorf der träumenden Bücher, unter dem Titel: Die Praktikantin, Le Bookinist & De Boekenstadt.

Nach unserem Plausch ging ich zum Restaurant, Hotel Bertram zurück, das sich am Marktplatz befindet. Die nette Besitzerin führte mich in das Gästehaus in der Seitengasse.

Gästehaus Bertram

Ein schönes, sauberes, gemütliches Zimmer wartete auf mich. Das wurde am Sonntag noch durch ein tolles Frühstück getoppt. Der Innenraum der Gaststätte ist im Stil einer mittelalterlichen Schenke gehalten. Mit rustikalen Tischen, Bänken, einem Kamin, Butzenfenstern und dicken Deckenbalken. Die Chefin erzählte mir, dass das Haus 1704 erbaut und 1994 renoviert wurde.

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Sonntag

Der Wetterbericht hatte drei Tage schlechtes Wetter angesagt. Regen, Schnee, Hagel usw. Tatsächlich war es sonnig, mit einigen Wolken und wunderschön. Bis auf den Sonntagmorgen. Der Himmel grau und es nieselte. Genau der richtige Zeitpunkt die Villa Mondrian in Winterswijk zu besuchen und nachzuholen, was ich bei meinem ersten Besuch verpasste. Nach einem super leckeren Frühstück, mit allem drum und dran, einschließlich frisch gepresstem O-Saft und Ei, machte ich mich auf den Weg ins benachbarte Winterswijk (circa 10 Kilometer).

Mondrian lebte ab dem Jahr 1880 bis ca. 1892 in dem hübschen Städtchen, in der Zonnebrink 4, als er achtjährig mit seiner Familie dorthin übersiedelte, da sein Vater Piet Mondriaan Senior, dort als Lehrer arbeitete. Bis zum Jahr 1901 kehrte er immer wieder dorthin zurück, um zu arbeiten.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, bin ich, was die modernen Meister angeht eher skeptisch. So wie ich bei Büchern den Klassikern zu neige, so bevorzuge ich in der Malerei die gegenständlichen Werke. Allerdings, wenn sich das Mondrian Museum direkt in Reichweite befindet, dann sollte man es auch besuchen und einfach sehen, was kommt. Augen auf, neugierig sein und sich inspirieren lassen.

Das Museum besteht aus dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Mondriaan und einem Anbau, der es mit dem Eckhaus verbindet.

An der Kasse wurde ich von einer sehr freundlichen Dame begrüßt, die mir den Audio-Guide einstellte und erklärte. Sie machte mich darauf aufmerksam, dass mit der Eintrittskarte (9 Euro) ein Kaffee/Tee im gemütlichen Cafe eingenommen werden kann.

Wenn wir an Mondrian denken, dann fallen uns meistens blaue, gelbe, rote Quadrate, schwarze Linien und weißer Untergrund ein. Bei meinem Eintritt in den ersten Saal des Museums, war es das, was ich erwartete und wurde zu meiner Freude enttäuscht. Das erste Bild, das mir sofort ins Auge fiel war eine Wandtafel mit dem Spruchband „Dein Wort ist Wahrheit“. Es wurde von Mondriaan Senior entworfen und von Piet gemalt.

Vater Mondriaan war ein sehr guter Zeichner und Lithograf (einige seiner Arbeiten sind ausgestellt). Das Bild „Dein Wort…“ ist voller Symbole und Zeichen, wie es bei den alten Meistern üblich war. Kannte man sich aus, konnten die Bilder, wie Bücher gelesen werden. (Sanduhr – Zeit, Flamme – Liebe, Taube – Frieden, usw.) Teilweise gab es zu den Lithografien kleine Hefte in denen die verschiedenen Symbole erklärt wurden, damit der Betrachter das Bild lesen konnte.

Daneben wurden Bilder gezeigt, die Mondrians malerischen Werdegang zeigen. So Kopien alter Meister, zu Übungszwecken. Die Kopien durften dabei nie ganz den Originalen entsprechen. Sie mussten sich in den Formaten und in gewissen Details unterscheiden, damit man sie auseinanderhalten konnte.

Unter anderem zeigt die Villa Mondrian auch Gemälde seiner Malerkollegen, Theo van Doesburg, Vilmos Huszar usw., die sich mit weiteren Künstlern zu der Gruppe „De Stijl“ zusammenschlossen. Die Mitglieder bekannten sich zu einer geometrisch-abstrakten, „asketischen“ Darstellungsform in Kunst und Architektur. Sie wollten die naturalistischen Formen komplett in Farben und geometrische Muster auflösen. Dazu gibt es verschiedene Beispiele in Mondrians Arbeiten, die die fortlaufende Wandlung eines Sujets in Auflösung der Geometrik zeigen.

In einem Raum sind Bilder von Frits Mondriaan ausgestellt. Onkel Frits, der Bruder des Vaters, war Landschaftsmaler. Er nahm den jungen Piet mit in die Natur, um zu malen. Onkel Frits Bilder gefallen mir übrigens sehr gut.

Ein Bild von Mondrian, das mir in der Ausstellung sehr gefiel, war eine Weide, gelegen an einem Fluss, mit alten knorrigen Bäumen und grasenden Kühen.

Desweiteren gibt es Filme über Mondrians Leben, Werdegang und später die Zusammenarbeit mit Cornelis Bruynzeel, der Möbel herstellte. Außerdem ist in diesem Jahr eine wechselnde Reihe niederländischer Designer ausgestellt, die das moderne Dutch Design zeigen.

Mondrian sagte: „Ich habe kein Interesse an Gemälden, sondern an Entdeckungen.“ Daneben liebte er Musik, besonders Jazz, tanzte sehr gerne und liebte die Damen. Es gibt sogar ein Quartett mit 52 Damen, die in Mondrians Leben eine Rolle spielten.

In einem Raum wurde sein Arbeitszimmer gezeigt. Die Wände und Möbel waren weiß, bis auf verschiedene farbige Vierecke an den Wänden, die nach Belieben verändert werden konnten. Auf seinem Tisch lagen die verschiedenen Komponenten (farbige Vierecke) für seine Bilder, die er dann auf weißem Untergrund montierte.

Die Informationen waren vielfältig und für einen Mondrian Neuling ausgesprochen spannend und inspirierend. Tatsächlich hat mir die Ausstellung verdeutlicht wie Mondrian zu seiner Sicht der Dinge gekommen ist, wie sich seine Malerei entwickelte und auch in Ansätzen, was für ein Mensch er war. Ich kann das Museum unbedingt empfehlen und werde es auf jeden Fall wieder besuchen.

Nach meinem Besuch im Museum bin ich „durch die Gegend gefahren“. Und das Achterhoek hat eine Menge davon. Hübsche Dörfchen, Höfe, Wäldchen und Bäche, Wiesen, und einen endlosen Himmel.

Wiesen II

Zurück in Bredevoort, machte ich einen Spaziergang durch den Ort, den Park an der großen Gracht entlang, die sich in mittelalterlichen Zeiten um die Stadtmauer zog. Die ersten Grachten wurden um 1100 in Bredevoort ausgehoben. Leider ist davon nur noch eine große Gracht und eine kleine (ziemlich klein) vorhanden.  Im September findet dort das Lichterfest statt.

Ich gab mich den Betrachtungen des Wassers und der Wolken hin und genoss die Stille, wenn Bäume Geschichten erzählen und die Spatzen Neuigkeiten von den Dächern pfeifen.

Auf dem Rückweg zu meinem Zimmer kam ich am „De Zwaan“ vorbei.

Der Schwan II

Ein Musik-Cafe mit langen Regalen antiquarischer Bücher. So eine Besonderheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Ich machte es mir an einem der Tische gemütlich und zückte mein Schreibzeug. Der Kaffee war gut und der Besitzer sehr freundlich.

Ich bedauere außerordentlich, dass ich nur zwei Tage zur Verfügung hatte, auch wenn die Niederlande jedes Mal eine Erholung für mich sind, reicht es einfach nicht aus, um weiter einzutauchen und komplett abzuschalten.

Aus welchem Grund auch immer, aber sobald ich die deutsche Grenze nach den Niederlanden übertrete, hab ich das Empfinden die Zeit schaltet um. Es ist ein tiefes Durchatmen, das alles erfasst. Mag es an der Weite des Himmels liegen, den Gedanken an das nahe Meer, dem unnachahmlichen Licht, das den besonderen Reiz der niederländischen Maler ausmacht oder auch dem freundlichen, entspannten Wesen seiner Einwohner. Sicher von allem etwas.

Selbst Mondrian kehrte frustriert aus Spanien zurück. Es war nicht das Licht seiner Heimat und er konnte dort nicht malen. Vielleicht ähnlich wie van Gogh, der mit der gleißenden Sonne Frankreichs seine Mühe hatte.

Ich verstehe Mondrian nur zu gut. Das Grün der Wälder und Wiesen im Zusammenspiel mit dem unendlich weiten Himmel und den Wolken ist besonders.

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zee en wolkjes VIII

Das ist nicht für jeden Menschen geeignet. In den Niederlanden gibt es viele Orte an denen es so „still“ ist, dass einen die Gedanken regelrecht anschreien. Man kann sie nicht überhören und mit nichts übertönen.

Wir sind nur ein Hauch. Im Vergleich zur Ewigkeit. Weniger als ein Blatt im Wind. Zerbrechlich wie Strohhalme. Am Ende sind wir gegangen, ehe wir richtig angekommen sind. Wenn wir erkannt haben, dass wir nichts wissen, ist es vorbei. Doch das Land bleibt ewig, das wusste schon Scarlett O`Hara. Wenn wir lange vergessen sind, wachsen die Bäume weiter, fliegen die Vögel über Wiesen und Wälder, grasen die Kühe auf den Weiden, blühen die Blumen. Es zählt nur dieser Moment, denn was im nächsten kommt wissen wir nicht.

Und so packte ich früh am Montag meine Tasche, frühstückte im Restaurant und machte mich bereit nach Hause zu fahren, doch nicht ohne den Händlern beim Auspacken ihrer Bücherkisten für den Bücherflohmarkt auf dem Marktplatz zuzusehen, auf dem am Tag vorher die Stände aufgebaut worden waren und noch ein Buch zu erstehen. Schätzchen fallen einem meistens unerwartet in die Hände.

Büchermarkt II

Für die, die Lust gekommen haben Bredevoort einen Besuch abzustatten, hier weitere Termine für den großen Büchermarkt 2017:

Internationaler Büchermarkt, Pfingstmontag, 5. Juni, 10 – 17 Uhr

Büchermarkt für Privatleute, Samstag, 8. Juli, 10 – 17 Uhr

Internationaler Büchermarkt, Samstag, 29. August, 10 – 17 Uhr

Die Buchläden in Bredevoort haben vorzugsweise am Wochenende von 11 – 17 Uhr auf und am Nachmittag. Ein Besuch in der Stadt der träumenden Bücher lohnt sich auf jeden Fall und sei es, um einen Kaffee zu trinken und dazu ein Stück Apfelkuchen mit Nüssen zu essen. In Bredevoort hat man Zeit zu plauschen und zur Ruhe zu kommen. Herr Heeke schreibt in seinem Flyer so schön:

„…einfach mal reinschauen – die Eingangstür klemmt, der Holzofen brennt & de Koffie is klaar.“

PS.: Noch eine Frage in eigener Sache. Falls mir jemand sagen könnte, ob der Titel dieses Buches

Poesie

tatsächlich wörtlich zu verstehen ist? Schnelltrocknende Poesie? 

 

 

 

 

 

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Leo streifte ziellos durch die Stadt, ließ sich treiben. Betrachtete die Menschen, die Häuser, Parks. Es war seine Art sich einem fremden Ort zu nähern. Zufällig entdeckte er das kleine Café im Hinterhof eines imposanten Altbaus. Er bestellte einen Cappuccino und genoss den warmen Spätsommertag im Schatten einer Magnolie. Erst las er eine Weile in dem neuen Bestseller von Dan Brown, doch er konnte sich nicht konzentrieren. Leo wurde das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. Unauffällig ließ er den Blick schweifen, konnte aber niemand entdecken.

Er klappte das Buch zu. Hob den Blick. Auf der Dachterrasse des Hinterhauses stand jemand. Eine Frau. Sie betrachtete ihn interessiert. Als sie bemerkte, dass Leo sie entdeckt hatte, lächelte sie ihm zu. Ihre langen blonden Haare glänzten in der Sonne und die schlanke Gestalt wurde nur von einem dünnen Pareo verhüllt, den sie über der Brust geknotet hatte.

Sie hob die Hand und gab Leo einen Wink. Sein Herz schlug schneller, als sie langsam den Knoten löste, sich umdrehte und langsam zurück in die Wohnung ging. Leo konnte einen Blick auf einen nahtlos gebräunten Po werfen. Bevor sie ganz verschwand, wandte sie noch einmal den Kopf und lockte ihn mit einem Finger. Leo warf alle Bedenken über Bord und stand auf. So eine Gelegenheit durfte er sich nicht entgehen lassen. Er zog den Ehering vom Finger und steckte ihn ihn die Hosentasche.

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