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Posts Tagged ‘Carson McCullers’

„Eine Rückschau auf ein Leben ist keine wohlgeordnete Aufzählung von Ereignissen von der Zeugung bis zum Tod. Vielmehr Bruchstücke daraus von hier und da.“  William S. Burroughs

So ist auch meine Geschichte eine „Aufreihung“ von den Dingen, die mir im Gedächtnis haften geblieben sind. Mal mehr Mal weniger deutlich. Manche Erinnerungen umfassen nur wenige Sätze, andere sind schon sehr detailliert, weil ich sie mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen habe, in all den Jahren. Andere waren lange verschüttet und wenn sie an die Oberfläche kommen sind es nur kleine Lichtblitze, die schnell eingefangen werden müssen, damit sie nicht wieder untergehen. Und die neuen Erinnerungen? Ich glaube, manche müssen erst durch den Filter der Zeit, damit sie eine echte Erinnerung werden…

Tennessee Williams über Carson McCullers:

„Carsons Herz war oft einsam, und es war unermüdlich auf der Suche nach Menschen, denen sie es anbieten konnte; aber es war ein Herz, das mit einem Licht gesegnet war, das seine Schatten überstrahlte. “

Ich denke, dass ist es, was ich sehr oft empfinde. Ein Gefühl der Einsamkeit, vielleicht auch nur subjektiv, aber ich hab das Gefühl, dass die Worte in meinem Kopf nirgends hin führen, außer zu mir – ich erkläre mir die Welt, aber ich kann sie keinem anderen begreiflich machen – und dann, ich könnte platzen oder durchdrehen. Je nach dem. Was kann ich tun? Ich habe meine Erfahrungen mit den Menschen gemacht. Also belasse ich es dabei, nur die Dinge zu sagen, die ich sagen kann. Kein gesunder Zustand, aber es bringt nichts Dinge auszusprechen, wenn du weißt, das Gegenüber versteht nicht was du sagen willst, weil es keine Erfahrung besitzt, mit der es deine Gedanken abgleichen kann. Z.B.:

„The Heart is a lonley Hunter“ gefällt mir besser als „Das Herz ist ein einsamer Jäger“. Für mich drückt das Englische die Verlorenheit und die Jagd stärker aus, als das Deutsche. Ich weiß nicht warum? Vielleicht ist es nur der Klang der Worte, der in meinem Kopf wiederhallt und auf ein Echo trifft, während die deutschen Worte einfach in dem Fluss der Gedanken weiter gespült werden – schwupp und weg. Die englische Entsprechung steht im Raum, allein, frierend und so traurig, dass es reicht sie anzusehen um in Tränen auszubrechen…

Und das erkläre mal einem anderen Menschen. Das was ich da eben geschrieben habe – ich denke, die rufen die Jungs mit der Zwangsjacke und weisen mich in die Geschlossene ein.

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