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Posts Tagged ‘Dom’

Singt mein Herz, die du gesungen.
Still auf deinem Knie
Lag mein Haupt, von deinem Arm umschlungen.

Schwerer Duft der Nacht
Zog mit müdem Hauch vorüber.
Bang hab` ich gedacht:
Sterben müsst ich, hätt ich dich noch lieber.

Liebst du auch so sehr?
Warum singst du solche Lieder?
Aus verhülltem Meer
Läuten Glocken auf und tauchen nieder.

Tief im dunklen Dom
Schwanken Weihrauch und Choräle…

Wie ein Tränenstrom
Zieht es einsam jetzt durch meine Seele.

 

Ach, wie schön 🙂

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Woronesh

„Und diese Stadt ist ganz zu Eis erstarrt,

Wie unter Glas ruhn Bäume, Firste, Schnee.

Unsicher ist des bunten Schlitten Fahrt,

Trägt der Kristall, auf dem ich zögernd geh.

Woroneshs Dom ein Krähenschwarm umgellt,

Und Pappeln und das Pastinagewölbe,

Verwaschen, trüb, von Sonnenstaub getönt,

Und ein Hauch der Schlacht vom Schnepfenfeld

Verströmt das Land, machtvoll und sieggekrönt.

Und jäh wie die erhobenen Pokale

Klirrn Pappeln über uns mit ihren Ästen,

Als feierten auf unserem Hochzeitsmahle

Die Freudenstunde Tausende von Gästen.

Jedoch in des verbannten Dichters Zimmer

Stehn wechselnd Angst und Muse ihre Wacht.

Nun kommt die Nacht,

Und einen neuen Morgen kennt sie nimmer.“

4.März1936

Poetische Worte einer bemerkenswerten Dichterin.

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