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Posts Tagged ‘Drache’

Ich glaub ich träume!

Warum denken die Leute eigentlich, dass der Vollmond unseren Schlaf beeinträchtigt, denke ich und drehe mich von rechts nach links und wieder zurück.

„Weil es wohl so ist“, seufze ich und schlage die Bettdecke zurück. Eddy, mein Kater, schaut kurz auf und ich sage zu ihm, „aber vermutlich ist es der Kaffee. Ich hätte so spät keinen mehr trinken sollen.“

Eddy schließt die Augen wieder. Nicht zu ändern. Es ist zu spät. Ich bin hellwach. Silberne Lichtstraßen erhellen mein Schlafzimmer. Ein riesiger Mond hängt über meiner kleinen Stadt. Wenn er jetzt herunterfallen würde, wären alle Häuser platt. Oder vielleicht könnte ich ihn auch berühren, wenn ich keine Höhenangst hätte und auf`s Hausdach steigen würde?

„Blödsinn“, murmele ich vor mich hin. Eddy rührt sich nicht. „Ich mit meinen komischen Gedanken!“

Ich gehe in die Küche und hole mir ein Glas Wasser. Statt wieder ins Bett zu gehen, biege ich in mein Schreibzimmer ab. Mein Gedankenkarussell hat längst Fahrt aufgenommen. Wenn ich die Ideen gleich in den PC schreibe, kann ich sie morgens wenigstens noch lesen, anstelle der Hieroglyphen in meinem Notizbuch.

Auch in mein Schreibzimmer fällt das Licht des Frühlingsvollmondes. Ich kann alles klar erkennen. Die Bücherregale, meinen Schreibtisch und den PC, die Orchideen und die Figur auf der Fensterbank und – ich traue meinen Augen nicht – den Drachen. Er ist ziemlich klein. Etwa von der Größe eines Meerschweinchens. Aber geschuppt, mit Schwanz, Flügeln und Reptilienkopf, so wie ich mir einen Drachen vorstelle.

Was für ein Quatsch! Ich träume. Ich zwicke mich in die Wange. Aua, das tut weh. Ich kneife die Augen für einen Moment fest zusammen. Als ich sie wieder öffne, ist der Drache weg. Erleichtert atme ich auf. Nur Vollmond-Schriftsteller-Fantasien. Aber die Idee mit dem Drachen gefällt mir. Ich schalte meine Schreibtischlampe an und fahre den PC hoch. Ich öffne eine Datei, speichere sie unter „Notizen“ und schreibe:

„Haben sie zufällig meinen Drachen gesehen?“

Hm, habe ich das gerade jemand sagen hören? Nicht umdrehen, sagt die innere Stimme zu mir, alles nur Einbildung oder lieber doch umdrehen und der Gefahr ins Auge sehen? Langsam drehe ich mich um. Vor mir steht ein Mann in Klamotten, die an Steampunk erinnern, und schaut mich interessiert an.

„Was ist das für eine Maschine?“ Er deutet auf meinen PC.

„Ein Computer“, stottere ich.

„Aha“, sagt er, als wüsste er, was ich damit meine, „haben sie meinen Drachen gesehen?“

„Etwa so groß?“

Ich deute die Größe mit den Händen an, ohne meinen Blick von dem Fremden abzuwenden. Was ist hier los? Rotiert die Frage in einer endlos Schleife durch meinen Kopf.

„Da ist er ja“, der Mann kommt auf mich zu.

Ich rühre mich nicht von der Stelle, nehme aber aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahr. Ehe ich etwas tun kann, sitzt der Mini-Drache auf meinem Schoss und gibt wohlige Töne von sich, die an Eddys Schnurren erinnern. Instinktiv will ich ihn kraulen.

„Halt“, warnt mich der Mann, „er beißt Fremde.“

Ich sehe auf den Drachen herunter. Er dreht mir den Hals zu, und mit zwei Fingern streiche ich über die weiche Innenseite des Halses. Der Drache gibt leise wohlige Quiecklaute von sich.

„Scheint ihm zu gefallen“, stelle ich fest.

„Interessant“, sagt er und betrachte mich prüfend.

Interessant finde ich diese Situation auch, bin mir aber nicht sicher in welcher Richtung. Die gute oder die schlechte.

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Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Die Söhne der Herrlichkeit
Gestürzt aus leuchtenden Himmeln
In die Finsternis

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Mit gebrochenen Flügeln
Und zerschmetterten Herzen
Ohne Hoffnung auf Gnade

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
So hell dass der Himmel gefror
Erloschen über dem Horizont
Es blieb nur Trauer und Tränen

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Lobgesang verstummte für Zeitalter
Kein Wort kann gefunden werden
Im tiefsten Schmerz

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Hochmut und Stolz
Zerstörten Liebe
Rot wie Blut

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Die große Schlange verdammte
Gottes Schöpfung
Zu qualvollem Tode

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Der Himmel zerbrach
Der Abgrund tat sich auf
Geiferte Feuer und Rauch

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Ihr Brüder beklagt die Gefallenen
Dann rüstet euch
Der Fehdehandschuh ist geworfen

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Der Erzengel erhebt sich
In eurer Mitte
Mit flammendem Schwert

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Michael zerbricht das Siegel
Entfesselt den Sturm
Der Untergangs

Ich erinnere mich an den Tag
Als Sterne fielen
Der Drache wird getilgt
Vom Angesicht der Erde
Tag der Stille

Ja, ich gebe es zu! Ich habe in den letzten vier Wochen die fünf Bände von Chroniken der Unterwelt komplett gelesen … da kann man schon mal auf mystische – dunkle Gedanken kommen *g*.

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