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Posts Tagged ‘dunkler Anzug’

Diese Geschichte ist aus meinem Textordner: Second Life – die Textepisoden darin entstammen allen möglichen Epochen:  von 1824 bis 2012. Es kommen stetig welche dazu. Lesen, fallen lassen und Spaß haben *g*.

Oxford – Episode 1.

Mai 2009, Café Rosario

„Was schreiben sie?“
Erstaunt sehe ich von meinem Laptop auf und blicke in zwei kühle blaue Augen.
„Bitte?“
Er setzt sich mir gegenüber und winkt der Kellnerin. Lässig schlägt er die langen Beine über, die in einer teuren Anzughose stecken.
„Eine heiße Schokolade für die Lady“, bestellt er ohne mich gefragt zu haben.
Ein bisschen unverschämt der Mann, auch wenn er heiß wie die Schokolade ist.
„Sie sind so vertieft. Ich beobachte sie schon eine ganze Weile und sie haben nicht ein Mal aufgesehen oder mit der Wimper gezuckt.“
„Mir war nicht klar, dass ich dies hätte tun sollen“, erwidere ich angriffslustig. „Und sie sind?“
„James Harris. Oxford Police Department.“
Ein spöttisches Grinsen huscht über sein kantiges Gesicht. Er hat eine Narbe unter dem Auge und eine am Kinn, was ihn noch interessanter erscheinen lässt. Die Kellnerin bringt die Schokolade.
„So, ich muss los“, James erhebt sich, beugt sich zu mir herunter und flüstert mir ins Ohr, „wir sehen uns Lea. Schreiben sie schön.“
Dann geht er. Fährt sich lässig durch seine widerspenstigen blonden Haare.
„Woher wissen sie meinen Namen?“, rufe ich ihm hinter her.
James dreht sich nicht um. Ich habe den Verdacht, dass er nicht will, dass ich sein freches Grinsen sehe.

Ein paar Tage später im Café Rosario:

„Wie ich sehe sind sie fleißig“, höre ich James provozierende Stimme.
Ich nicke der Kellnerin zu. Was er kann, kann ich schon lange. Recherche ist eine meiner Stärken.
„Wie ich sehe sind sie heute nicht im Dienst, Mister Harris.“
Ich ziehe eine Augenbraue hoch und versuche ihm einen hochmütigen Blick zu zuwerfen. Aber er ist einfach besser. Sein Lächeln ist dermaßen selbstbewusst-überheblich, dass ich die Fäuste unter dem Tisch balle. Die Kellnerin stellte ihm einen Kaffee hin.
„So schwarz wie ihre Seele“, sage ich und lächele ihn herausfordernd an.
„Was wissen sie über meine Seele?“
Das sie vermutlich keine haben, liegt mir auf der Zunge, aber ich nehme an, dass die Frage rein rhetorisch ist. Ich wendet mich meinem Text zu. James muss nicht merken, dass mir unter seinem intensiven Blick das Herz in die unteren Regionen meines Körpers rutscht. Plötzlich spüre ich, wie seine Hand über meinen Oberschenkel gleitet. Ich halte den Atem an. Jetzt ist es angebracht meine Empörung kundzutun.
„Danke für den Kaffee“, flüstert er mir ins Ohr, bevor ich ein Wort hervorbringe, „morgen Abend acht Uhr. Ich hole sie ab.“
Ich schnappe nach Luft. Was bildet der sich ein?! Wie kommt er darauf, dass ich was von ihm wollen könnte? Und wenn, dann bestimmt nicht auf die Tour. Arroganter Kerl! Der hält sich wohl für Unwiderstehlich. Das erregte Ziehen in meiner Bauchgegend ignoriere ich. Als ich mich endlich wieder im Griff habe, ist er schon verschwunden.

Einen Tag später, 20 Uhr:

Es klingel aufdringlich. Ich öffne die Tür. James lehnt lässig im Türrahmen. Dunkler Anzug, schwarzes Hemd, Krawatte. In meinem Schlabberlook fühle ich mich jetzt doch fehl am Platz.
„Hey, noch nicht fertig?“
Sein Blick gleitet mit einer Selbstverständlichkeit über meinen Körper, als hätten wir jahrelang Sex miteinander gehabt.
„Wie kommen sie darauf, dass sie mir sagen können, was ich zutun und zu lassen habe!“, begehre ich auf.
James schiebt mich sanft in den Flur und schließt die Wohnungstür.
„Weil ich es kann“, er blickt auf mich herunter, „ich weiß, dass du mich willst, so wie ich dich will.“
„Nein!“
Wie kommt er darauf? Ich will weg von ihm. Drehe mich um. James fasst nach meinem Handgelenk, zieht mich zurück. Ich verliere das Gleichgewicht, falle gegen seine breite Brust.
„Lass mich los“, keuche ich.
„Willst du das wirklich?“
Seine Stimme vibriert dunkel und verführerisch. Trifft den Nerv in meinem Inneren. Lust schwappt in meinen Körper. Seine Lippen gleiten über meinen Hals. Atemlos lasse ich seine Hände auf Wanderschaft gehen. Geübt streift er mir Shirt und Hose ab. Oh, Gott ich will ihn.
„Extra für mich?“
Ich weiß, dass James auf die schwarzen Dessous anspielt. Zu spät. Verraten habe ich mich sowieso schon.
„Ja“, flüstere ich.
Hastig löse ich seine Krawatte, knöpfe mit zitternden Fingern sein Hemd auf, zerre es ihm vom Körper. Seine metallene Gürtelschnalle drückt sich kalt an meinen Bauch. Darunter fühle ich seine harte Erektion. Gierig will ich ihn von seinen Beinkleidern befreien. James greift nach meinen Händen.
„Nicht so hastig“, ich höre den leisen Spott in seiner Stimme und sehe auf, „du willst dich doch nicht um dein Vergnügen bringen.“
Eine Minute später stehe ich nackt im Flur. Er kniet vor mir, küsst meine Scham. Das halte ich nicht aus. Meine Finger wühlen sich durch seine Haare. Sein Mund wird fordernder. Ich spreize die Beine. Seine Hände umfassen meinen Po, schieben mein Becken näher an seine heißen Lippen. Seine Zunge! Meine Gedanken versacken. Mehr, ja mehr. Hab ich es ausgesprochen? James zieht mich auf den Boden. Ich höre das Geräusch seines Reißverschluss. Fühle seinen steifen Schwanz, der sich quälend langsam in meine Möse schiebt.
„Bitte fick mich“, flehe ich James an.
Er schweigt. Bewegt sich langsam, immer tiefer. Ich hebe mein Becken. Noch tiefer, mehr, schneller. Es geht in meinem Stöhnen unter. Ich reiße meine Augen auf. Treffe seinen Blick. Verlangen. Gier. Keine Fragen. Meine Lider werden schwer.
„Sie mich an!“
Sein Befehl törnt mich an. Ich richte meinen Blick wieder auf ihn. James trifft direkt ins Zentrum meiner Lust. Gleichgültigkeit ist keine Option. Er lässt nicht los. Fesselt meinen Blick an seinen Willen. Leidenschaft, maßloses Begehren. Sind es meine Lüste, die ich in ihm gespiegelt sehe? James ansteigender Rhythmus reißt mich fort. Hart und tief. Die Welle türmt sich auf. Mein Inneres bricht auf. Meine Möse umklammert seinen Schwanz. Meine Finger schlagen sich in seine Schultern. Ein Schrei! Meiner? Noch ein eiserner Stoß. Heiße Lava ergießt sich in meinen Vulkan. Zwei Körper. Schweißgebadet. Ineinander verschlungen. Atem und Säfte vermischt.
James löst sich von mir. Hilft mir beim Aufstehen. Mein Körper fühlt die Einsamkeit ohne ihn. Es darf nicht vorbei sein!
„Geh nicht“, höre ich meine fremd gewordene Stimme.
Sein typisch spöttisches Lächeln umspielt seine Lippen.
„Wie kommst du darauf? Ich bin doch gerade erst gekommen.“

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