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Posts Tagged ‘Einöde’

„Bist du sicher, dass es dort unten ist?“

Jeremy warf einen skeptischen Blick auf den zerknitterten Plan.

„So sicher, wie man bei dieser Sache sein kann. Immerhin ist die Geschichte von König Artur nur eine Legende“, Ciran zuckte mit den Schultern und kramte seine Taschenlampe aus dem Rucksack.

„Aber dass es Artur gab ist wahrscheinlicher, als Merlin.“

„Wie auch immer – gehst du jetzt mit mir rein oder hast du Angst?“

„Nein, wie kommst du darauf“, wehrt Jeremy entrüstet ab, „man wird ja noch mal fragen dürfen. Wenn uns jemand erwischt, muss ich schließlich die Konsequenzen tragen.“

Ciran sah sich um.

„Weit und breit keine Menschenseele in dieser Einöde, nur Wind und das Brausen der Wellen.“

Er runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf. Warum habe ich mich bloss dazu hinreißen lassen Jeremy in meinen Plan einzuweihen, dachte er, dieser Angsthase macht sich gleich in die Hose. Wenn ich mehr finazielle Mittel hätte, bräuchte ich ihn nicht, dann könnte ich das alleine durchziehen. Wer weiß, wenn ich richtig liege, hat meine Pechsträhne bald ein Ende.

„Los komm“, Ciran schaltete die Taschenlampe ein und deutete auf den Eingang der Ruine. „Entweder haben wir Glück, dann werden wir uns alle Wünsche erfüllen können oder wir haken das hier, als kleinen Ausflug zu einem historischen Highlight ab.“

Jeremy folgte Ciran zögernd. Merlins Zauberstab wäre eine mächtige magische Waffe, wenn es sie denn tatsächlich gibt, dachte Jeremy, und ich kann sie Ciran auf keinen Fall überlassen.

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In einer fernen Vergangenheit lebten zwei Menschen, Peewee und Serafina, sie waren auf der Suche nach der wahren Liebe. Peewee hatte sein Leben in den felsigen Klüften mit einigen Gefährten verbracht. Je länger er in der Einöde wohnte, umso intensiver wurde der Wunsch sesshaft zu werden und einen Menschen an seiner Seite zu haben, mit dem er den Rest seines Lebens verbringen konnte. Serafina hatte versucht sich das Leben im Schutz ihres Clans einzurichten, so gut es ihr möglich war. Aber das war zum Scheitern verurteil. Eines Tages machte sich Serafina auf den Weg, um sich einen neuen Platz in der Welt zu suchen, an dem sie die sein konnte, die sie war und an dem die Grenzen nicht hinter der Dorfmauer aufhörten.

Beide, Peewee und Serafina, suchten das weite Land, den Himmel und den unendlichen Horizont. Auf ihrer langen Wanderung begegneten sie einigen Menschen, die sie am Weiterreisen hindern wollten. Sie boten ihnen Nahrung, Obdach und Sex, aber sie merkten schnell, dass es nicht das war, was sie wirklich suchten und reisten bald weiter. Sie suchten die Person, mit der sie ganz und gar eins sein konnten. Es lauerten Gefahren und Ablenkungen auf ihrem Weg, aber unbeirrt gingen sie weiter.

Auf ihrer Reise von Norden nach Süden und von Süden nach Norden begegneten sie sich eines Tages auf einer wunderbaren Blumenwiese. Die Sonne sendete die letzten Strahlen auf die Welt und Peewee und Serafina erkannten sich. Sie sahen sich in die Augen und ohne Worte wussten sie, dass sie gefunden hatten, wonach sie solange gesucht hatten. Sie schlossen sich in die Arme und spürten, dass sie am Ende ihres Weges angelangt waren.

Während sie sich in den Armen hielten, verging die Zeit. Die Sonne versank am Horizont. Der Mond ging auf und unter. Sterne wanderten über den nächtlichen Himmel. Sternschnuppen fielen. Die Sonne stieg über den Rand der Welt hinauf und zog ihre Bahn, bis zum Abend. So verging Tag für Tag, Nacht für Nacht. Regen fiel, Sonne schien, Schnee hüllte sie ein, Winde wehten. Peewee und Serafina standen auf der Wiese und hielten sich in den Armen.

Zeit um Zeit verging und Peewee und Serafina schlugen Wurzeln in der fruchtbaren Erde des neuen Landes, das sie gefunden hatten. Ihre Wurzeln fasten tief in die Erde. Ranken umschlungen sie unzertrennlich. Eine mächtige Baumkrone wuchs aus ihnen empor, streckte sich in den Himmel und diente ihnen als Schutz. Sie mussten nicht sprechen. Ihre Gefühle waren ihre Verständigung. Mehr brauchte es nicht, um diese große Liebe am Leben zu erhalten. Aus ihnen erwuchs der Weltenbaum, Amrasil, der Baum der Liebenden. Um ihn zu finden, muss man weite Wege gehen. Er ist nicht leicht zu finden, ebenso wie die wahre Liebe. Aber die Suche lohnt sich und so wird es immer sein.

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