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Posts Tagged ‘Eis’

Raum ausgespannt im Nichts

Gefüllt mit Dunkelheit

Ich stürze Ewigkeiten weit

Mein Schrei verhallt

In unaussprechlicher Stille

 

Lieder aus uralten Zeiten

Wecken Erinnerungen verlorener Träume

Rühren an mein Herz aus Eis

Entzünden meine verwundete Seele

 

Raum ausgespannt im Nichts

Gefüllt mit Dunkelheit

Ich stürze Ewigkeiten weit

Flügel zerschmettert am Leben

Nichts kann mich halten

 

Lieder aus uralten Zeiten

Wecken Erinnerungen an Licht

Legen meine Seelenhaut in Flammen

Lodern auf im freien Fall

 

Raum ausgespannt im Nichts

Gefüllt mit Dunkelheit

Ich stürze Ewigkeiten weit

Gleißend hell durch alle Himmel

Zu den unvergänglichen Sternen

 

Lieder aus uralten Zeiten

Wecken Erinnerungen an Liebe

Vollkommen unversehrt und rein

Am Anfang aller Tage

 

Raum ausgespannt im Nichts

Gefüllt mit Dunkelheit

Ich stürze Ewigkeiten weit

Finde Ruhe und Geborgenheit

In deinen ausgebreiteten Armen

 

Lieder aus uralten Zeiten

Wecken Erinnerungen an Freude

Die niemals schweigt nicht ruht

Sich niemals beugt

 

Raum ausgespannt im Nichts

Gefüllt mit Funken Hoffnung

Aufgestiegen in die Dunkelheit

Erhellen sie die Nacht der Welt

Damit ein neues Leuchten werde

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Messer, Papier, Eis, See, Mantel, Markt, fangen

Der Parksee lag unter einer dicken Eisschicht. Ein paar Hartnäckige trotzten den dicken Flocken, die seit einer Stunde fielen und liefen Schlittschuh. Ich zog den Mantelkragen enger, und wickelte den Maxi-Schal noch einmal um meinen Hals.

Auf dem wöchentlichen Markt hatte ich ein paar Einkäufe tätigen wollen, aber es gab nur zwei Stände, die Gulaschkanone und den Messerschleifer. Da ich weder ein Mittagessen, noch scharfe Messer benötigte, ging ich ins Kaufhaus und besorgte mir eine Packung Druckerpapier.

Ich hatte es nicht besonders eilig. Zu hause wartete mein fertiges Manuskript darauf ausgedruckt und korrigiert zu werden. Ein anstrengendes Stück Arbeit lag vor mir und ich wollte meinen Kopf frei bekommen, bevor ich damit begann. Langsam ging ich über die eingeschneiten Wege nach Hause. Ich genoss die Stille des Wintertages, die weißen Flocken, die sich schützend auf die Bäume und Pflanzen legten.

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Die Königin

Stolz schritt sie durch die Menschenmasse, die sich ehrfürchtig vor ihr teilte. Dort wo sie ihre Füße hinsetzte, konnte ich kleine Flecken mit Eiskristallen erkennen. Ihr Blick war so kalt, wie der Hauch der sie umgab und so scharf, wie die Eiszapfen, die sich am Mauerwerk der Haale bildeten. Die Menschen beugten ihre Köpfe unter der eisigen Brise.

Sie trug eine langstielige Blume mit rotem Kelch in der Hand. Wie war das möglich? In ihrer Nähe erstarrte Baum, Strauch und Blüte. Kein Mensch konnte es lange in ihrer Gegenwart aushalten.

Ich sah genauer hin, als sie an mir vorbei ging. Mein Atem wurde weiß, winzige Eiskristalle bildeten sich auf meinem Gesicht und ein heftiger Schauer schüttelte mich, obwohl ich meinen wärmsten Mantel, eine wollene Mütze und Fäustlinge mit Fell gefüttert trug. Den dicken Schal hatte ich um meinen Hals geschlungen.

Die Blume war aus Seide. Zarteste rote und grüne Seide. Ich dachte an die winzigen Raupen des Seidenspinners, die diese kostbaren feinen Fäden spannen. Wie war es möglich, dass die Blume die Kälte aushalten konnte, die die Eiskönigin ausstrahlte?

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Kurze Antwort: In Seligenstadt am Main.

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Ausführlicherer Bericht: Hanni und ich fuhren kurz vor 9 Uhr los. Das Wetter, wie man so schön sagt, durchwachsen, aber mit Regenschirm ausgestattet kein Problem. Kalt ist es nicht, 17 Grad bei unserer Ankunft in Seligenstadt eine Dreiviertelstunde später.

Da wir zu den ersten Touris an diesem Pfingstmontag gehören ist es im Klostergarten noch wunderbar still. Im Bienenlehrstock dagegen ist Betrieb. Die kleinen Honigsammler sind fleißig und fliegen eifrig raus und rein. Es summt und brummt.

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Von dort steuern wir direkt das Klostercafé an. Der Himmel ist zwar bedeckt, aber die Temperatur ist angenehm und wir suchen uns ein Plätzchen auf der Terrasse. Das Café wird von Menschen mit Handicap betrieben. Es gibt super leckeren Kuchen und wirklich guten Kaffee! Wir setzen uns und sofort ist ein netter Kellner zur Stelle. Er erklärt uns, wie wir bestellen können. Auf jedem Tisch steht ein Holzklötzchen mit Bleistift, Zettelblock und Speisekarte. Auf dem Zettel notieren wir: 2 Milchkaffee, Tisch 24. Der junge Mann holt den Bestellzettel ab und kurz darauf stehen zwei Milchkaffee mit Keks auf dem Tisch.

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Hanna holt ihr Skizzenbuch aus der Tasche und malt ein Bild von der Geranie auf dem Tisch. Ich fotografiere den Blick von unserem Sitzplatz aus und später die fertige Zeichnung.

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Als die Sonne hinter den Wolken auftaucht, brennt es unangenehm auf der Haut. Ich spanne den Sonnenschirm auf.
Man spürt den Sommer deutlich, auch wenn er kalendarisch noch vier Wochen entfernt ist. Es riecht nach Rosen und Gras. Die warme feuchte Luft nimmt alles auf und trägt sie fort. In der Nähe hört man das Plätschern des Brunnens. Auf seinem Grund liegen glänzende Cent-Stücke.

Nach dem Kaffee machen wir einen Rundgang durch den Klostergarten, von dort gehen wir zur Klostermühle. Es ist Mühlentag und wir können uns die Mühle von innen ansehen. Dort ist ein netter Herr, der uns erklärt wie aus Sonnenblumenkernen Öl gepresst wird.

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Die Klosterbäckerei hat ebenfalls auf und wir kaufen ein superleckeres Steinofen Brot. Es ist noch warm und duftet. Das Wasser läuft uns im Munde zusammen. Auch der Kuchen lächelt uns an, aber wir wollen gleich ein Eis essen und Entscheidungen müssen gefällt werden. Wir heben uns den Kuchen für nächstes Mal auf.

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Hanni und ich gehen Richtung Main. In einem kleinen Eiscafé holen wir uns ein riesiges Eis. Wir suchen uns eine freie Bank am Main, lecken genüsslich unser Eis, versuchen uns nicht voll zu kleckern und sehen dem Übersetzen der Fähre zu. Vor uns scharwenzeln Enten herum und warten darauf, dass ein paar Brocken von der Waffel abfallen. Aber nicht mit uns, immerhin ist es eine Waffel mit Schoko-Überzug und Krokant.

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Wir sitzen eine ganze Weile auf der Bank. Die Fähre fährt hin und her, zwei große Frachtkähne ziehen gemächlich an uns vorüber und verursachen heftigen Wellengang auf dem die Schwäne auf und ab schaukeln. Irgendwann reißen wir uns los und machen uns auf dem Heimweg.

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Vorher gehen wir noch mal ins Kloster. Dort kann man verschiedene Setzlinge kaufen. Ich habe es auf einen Feigenbaum abgesehen. Wir suchen uns ein schönes Pflänzchen aus und werfen den Obolus in die angekettete Gießkanne. Zufrieden gehen wir zum Auto und freuen uns darauf, zu Hause eine leckere Scheibe Kloster-Bäcker-Brot mit Butter und Käse zu essen.

 

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Woronesh

„Und diese Stadt ist ganz zu Eis erstarrt,

Wie unter Glas ruhn Bäume, Firste, Schnee.

Unsicher ist des bunten Schlitten Fahrt,

Trägt der Kristall, auf dem ich zögernd geh.

Woroneshs Dom ein Krähenschwarm umgellt,

Und Pappeln und das Pastinagewölbe,

Verwaschen, trüb, von Sonnenstaub getönt,

Und ein Hauch der Schlacht vom Schnepfenfeld

Verströmt das Land, machtvoll und sieggekrönt.

Und jäh wie die erhobenen Pokale

Klirrn Pappeln über uns mit ihren Ästen,

Als feierten auf unserem Hochzeitsmahle

Die Freudenstunde Tausende von Gästen.

Jedoch in des verbannten Dichters Zimmer

Stehn wechselnd Angst und Muse ihre Wacht.

Nun kommt die Nacht,

Und einen neuen Morgen kennt sie nimmer.“

4.März1936

Poetische Worte einer bemerkenswerten Dichterin.

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Poem 3.4

Kulinarisches

Joghurt weiß & Kühl
Tee schwarz & heiß
Kandis braun & knackig
Apfel grün & saftig
Schokolade samtig & süß
Kaffee milchig & duftig
Brathuhn kross & würzig
Müsli nussig & fruchtig
Chili scharf & explosiv
Sahne cremig & luftig
Eis zart & schmelzend
Pizza italienisch & mediterran

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Ich schaue auf mein Notizbuch. Drei Sätze habe ich mir abgerungen. Die Worte sind zäh wie Sirup vom Löffel getropft. Sie haben ein unangenehmes Ziehen bei mir hinterlassen. Ich lese die Zeilen wieder und wieder. So süß und unecht. Seit Wochen hänge ich jetzt schon in diesem Loch und finde keinen Ausweg. Sprachlose Träume beunruhigen mich. Nichts ergibt einen Sinn. Ich brauche Hilfe. Wer hilft einer erfolglosen Schriftstellerin? Beim Schreiben ist man allein.  Ich seh mich, wie so viele vor mir, desillusioniert in einer verrauchten Kneipe, den Melodien des Pianisten lauschen und den Rest meines Lebens mit Alkohol betäuben.

Eine halbe Stunde später sitze ich in meinem Lieblingscafé und bestelle einen Milchkaffee. Ich betrachte die vorüberhastenden Menschen. Niemand schaut den anderen an. Blind und stumm. Bin ich verloren?

„Ist hier ein Platz frei?“

Ich sehe in zwei dunkle Augen.

„Ja, setzen sie sich.“

Ich nehme meine Tasche vom Stuhl. Der Mann setzt sich und schaut mich interessiert an.

„Sie sind traurig.“ Seine Stimme wirkt hypnotisch. „Ich möchte ihnen helfen.“

„Mir kann niemand helfen.“

„Sie dürfen nicht so schnell aufgeben. – Ich bin übrigens Aidan.“

Er lächelt. Mysteriös und faszinierend zugleich. Sein ebenmäßiges Gesicht lässt ihn alterslos erscheinen, aber seine geheimnisvollen Augen sind tief wie schottische Seen und so unergründlich.

„Ich heiße… .“

„Sandrine.“

„Woher wissen sie das?“

Aidan lacht.

„Ich weiß noch viel mehr. Ich kann sehen, was den Menschen fehlt. Ihnen fehlen die Worte.“

Ich kann nicht glauben, was ich höre.

„Ich möchte ihnen die Worte wieder geben, aber dazu müssen sie mir vertrauen. Ich weiß was sie suchen und wie sie es erreichen können.“

Seine Stimme ist sanft wie Seide und verursacht mir Gänsehaut.

„Ich kenne sie doch gar nicht.“

„Sie kennen mich. Aber sie können sich nicht an mich erinnern. Kommen sie heute Abend bei Mondaufgang in den Kirschgarten.“

Aidan erhebt sich und geht. Die Tür fällt hinter ihm zu und ich erwache aus einem Traum. Ich trinke meinen Kaffe und zahle. Während ich nach Hause gehe, versuche ich seine Stimme und seine Augen abzuschütteln. Es gelingt mir nicht. Immer wieder gehen mir seine Worte durch den Kopf. – Ihnen fehlen die Worte – das hätte jeder Scharlatan wissen können, versuche ich meine Zweifel zu verteidigen. Aber wenn er tatsächlich weiß, wie ich meine Sprache wieder finden kann?

Der Mond geht langsam auf. Riesig und orange. Die Nacht ist warm und Glühwürmchen durchschwirren den Kirschgarten am Sardansee. Ich spüre Aidans Anwesenheit. Seine Augen sind auf mich gerichtet. Auf der Lichtung, vor dem Keltenstein, steht eine dunkle Gestalt. Aidan.

„Hallo Sandrine.“

Seine Stimme ist ernst und feierlich. In diesem Moment spüre ich eine kalte Faust nach meinem Herzen greifen. Ich kenne den Grund. Ich muss weglaufen, aber meine Beine sind schwer und ich kann nicht zurück. Aidan zieht mich zu dem Findling.

„Es ist Zeit. Leg dich auf den Stein.“

Ich zögere.

„Was ist der Preis?“

„Was für ein Preis? Ich nehme kein Geld.“

Ich kann sein Lächeln hören.

„Alles hat seinen Preis. Gott und der Teufel nehmen die Seele. Was ist dein Preis?“

„Dein Herz.“

„Mein Herz?!“

„Dein Herz gegen deine Sprachlosigkeit.“

„Wie kann ich meine Sprache finden, ohne mein Herz.“

„Es wird in dir schlagen, aber es wird mir gehören. Du wirst erfahren, was Liebe ist.“

„Ich weiß, was Liebe ist“, antworte ich trotzig.

„Du hast nicht die leiseste Ahnung.“

Seine Stimme verwirbelt meine Gedanken.

„Gib mir dein Herz und du wirst nie wieder ohne Worte sein.“

Ich sehe Aidans Augen vor mir. Willenlos steige ich auf den Stein. Seine Worte sind wie die Zeilen eines Gedichts:

„Heiliges Feuer

Höre mich

Heile

Zerstöre

Läutere

Erneuere

Heiliges Feuer

Steig herauf

Nimm was dein

Gib was mein“

In diesem Moment schießt eine Flamme aus dem Stein und reißt mich von den Füßen. Meine Kleidung lodert lichterloh. Ich schreie vor Schmerz. Alles in mir glüht und brennt. Der Feuerwirbel schleudert mich auf und nieder. Ich schreie, aber kein Laut kommt über meine Lippen. Ich sehe in jeden Abgrund und erklimme die höchsten Berge. Ich fühle das Feuer und das Eis.

Alles in mir, an mir verändert sich. Es zerreißt mich in Millionen Stücke. Die Blockaden fallen wie Schlacken aus der Esse. Nichts Störendes bleibt zurück. Als ich wieder zu mir komme, schwebe ich in der Weite des Raumes. Über mir der Himmel. Ich bin riesengroß und gleichzeitig winzig. Tausende Worte erfüllen mich, als hätte jemand die Grenzen meines Verstandes gesprengt.

Ich sehe Aidan vor mir, nackt. Er legt seine Hand auf mein Herz und ein wilder Schmerz durchströmt mich. Ich erkenne ihn. Heiler und Zerstörer. Ich erkenne Liebe und Leid und ich bezahle den Preis. Mein Herz, das ihn lieben wird, bis in den Tod und das Leid, dass er mir zufügen wird. Seine Lippen legen sich auf meine, erspüren meinen ganzen Körper. Jeder Kuss ist wie ein Beben auf meiner Haut. In mir sammeln sich tausend Gedanken, weben sich Geschichten. Ich spüre ihn mit allen Sinnen, höre seinen Herzschlag, schmecke seine Haut, trinke seinen Atem und jedes Härchen seines Körpers legt eine Flamme aus Lust auf meine Haut. Als sich unsere Körper vereinigen, erzittert mein Innerstes und ein Schrei entringt sich meiner Kehle. Er erfüllt mich mit Liebe und doch spüre ich jetzt schon die Trauer, wenn er mich verlassen wird. Aidan legt sein Feuer in mich, bis die Nacht uns in die Morgendämmerung entlässt.

Als er mich vom Opferstein herunter hebt und in einen weichen Umhang hüllt, flüstert er mir leise ins Ohr:

„Erinnerst du nun, wo wir uns begegnet sind?“

„Ja, in meinen Träumen.“

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