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Liebste Elise,

heute habe ich ihn gesehen! Mister Richard Thorn. Du hattest Recht, als du sagtest, er wäre eine dunkle mysteriöse Erscheinung. Tante Anne kennt seine Mutter Misses Thorn und sorgte dafür, dass Mister King uns vorstellte. Von seiner einschüchternden Erscheinung abgesehen, ist er ein sehr gutaussehender Mann, findest du nicht, liebste Elise?

Welches Geheimnis wohl hinter seinen düsteren Blick lauert. Auf dem Ball sahen ihn die meisten jungen Damen mit großem Interesse an, immerhin soll er eine sehr respektable Partie sein, der einzige Erbe von Thornfield Hall, aber er gönnte keiner einen zweiten Blick. – Bis auf mich. Aber das bleibt unter uns, bitte, Liebste! Nicht einmal Tante Anne darf davon wissen, sonst denkt sie nachher noch schlecht von mir.

Ich ging in den Garten hinaus um etwas frische Luft zu schnappen. Es war so ein wunderbarer Abend. Die Sterne schienen hell und die Rosen dufteten betörend. Leise Musik drang aus dem Ballsaal in den nächtlichen Park. Ich beschloss den Kiesweg zu den Rosenbeeten entlang zu gehen, um ungestört meinen Gedanken nach zu hängen. Was du jetzt sagen würdest, Liebste, kann ich mir denken, aber mach mir keine Vorwürfe.

Plötzlich schoss ein Mann aus der Dunkelheit auf mich zu und packte mich. Er zog mich unter die Bäume. Ich versuchte um Hilfe zu rufen, aber er hielt mir den Mund zu. Verzweifelt wehrte ich mich, aber der Mann ließ nicht von mir. Plötzlich lockerte sich sein Griff und er wurde von mir weg gerissen. Es war Mister Thorn. Ich weiß nicht woher er kam und wie er meine Notlage erkennen konnte, aber danach wollte ich nicht fragen. Ich war nur so froh, dass er mir Hilfe leistete, liebste Elise, du kannst dir vorstellen was in mir vorging.

Mister Thorn gab mir meinen Beutel zurück, den ich im Handgemenge verloren hatte und führte mich zu einer Bank, auf der ich mich ausruhen und beruhigen konnte. Er sagte:

„Ich hoffe, Miss Sandrine, dass es ihnen gut geht.“

„Ja, danke Mister Thorn, ich kann ihnen nicht genug für ihre Hilfe danken.“

„Da gibt es nichts zu danken. Wir sollten diesen kleinen Zwischenfall für uns behalten, es wäre sonst kompromittierend für uns beide.“

„Natürlich, Sir, dann werde ich schnell hinein gehen.“

Er nickte mir zu und als ich gehen wollte, hielt er mich kurz mit festem Griff an der Hand und sagte:
„Seid in Zukunft vorsichtiger, ich kann nicht immer in eurer Nähe sein, um euch zu beschützen.“

Stell dir vor, liebste Elise, was für ein Abenteuer! Mister Thorns Nähe machte mich nervös und sein Blick war so scharf, als könnte er mir in die Seele schauen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Angst vor ihm haben sollte oder nicht.

Das Aufregendste kam, als ich mich unauffällig wieder in den Saal geschlichen hatte: Misses Thorn hat mich und Tante Anne nach Thornfield Hall eingeladen. Ich weiß nicht warum und wieso, aber ich bin schon sehr gespannt Näheres über das Haus und seine Bewohner zu erfahren. Ich werde dir sofort berichten, wenn wir dort angekommen sind. Wir fahren schon übermorgen.

Ich Liebe und Freundschaft

Deine Sandrine

Der Text ist angelehnt an BBC-Filme von „historischen Frauenromanen“. 🙂

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