Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Fluch’

„Wir treffen uns beim Tempel des Amor“, flüsterte mir seine Lordschaft zu, „gegen zehn, dann werden die anderen schon schlafen.“

Ich nickte nur. Ein Widerspruch hätte nichts genützt. Es war jedes Mal dasselbe. Irgendwann kamen die Herren in meiner Umgebung darauf, dass ich leicht zu haben sei. Für mich das Zeichen mich so schnell wie möglich aus dem Staub zu machen.

Ich wünschte mir sehnlich, dass es einen Mann gab, der mich wollte, ohne für meine Gabe – besser meinen Fluch – anfällig zu sein. Nur weil der Elfenkönig Oberon meine Mutter mit der roten Blume des Amor berührt hatte, als sie mit mir schwanger war, haftete mir die Versuchung an, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte.

Nach Einbruch der Dunkelheit packte ich meine wenigen Habseligkeiten und verließ das Schloss durch den Dienstboteneingang.

Read Full Post »

„Ich verliere überhaupt keine Haare!“

„Doch! Am Hinterkopf sieht man die Kopfhaut.“

„Unmöglich! Gib mir einen Spiegel.“

„Da. Fast so groß, wie ein zwei Eurostück.“

„Oh, Gott. Tatsächlich. Wie ist das möglich?“

„Das ist der bestimmt der Fluch.“

„Was redest du für einen Quatsch!“

„Du hättest die Wahrsagerin nicht beleidigen sollen.“

„Von Beleidigung würde ich nicht gerade sprechen.“

„Ach echt? Jedenfalls war sie mordssauer. Ich erinnere mich an den genauen Wortlaut. Du sollst verlieren, was dir am Wichtigsten ist.“

„Ich dachte, dass wärst du.“

„Ich auch. Aber die Wahrsagerin hat mich gewarnt, dass ich mich einer Illusion hingebe und wie es aussieht, sind dir deine Haare wichtiger als ich.“

„Was tust du?“

„Ich gehe. Mach`s gut.“

Read Full Post »

Ich hasse diese Tage an denen ich das Gefühl hat, es wäre besser ich hätte mir die Decke über den Kopf gezogen und wäre liegen geblieben, weil das was kommt auf keinen Fall gut werden kann. Warum passieren „solche“ Dinge? Ich weiß es nicht. Ich bin ratlos und hilflos. Auch wenn es mich nicht direkt betrifft, so kann ich mich doch nicht völlig davon frei machen. Familie ist Familie. Und ich frage mich, welchen Teil „Schuld“ ich trage? Gibt es ungute Geschichten, die sich über Generationen fortsetzen, wie ein Abdruck auf einem Stempel … ich hatte gehofft die Tinte würde langsam verblassen – aber scheinbar gibt es das nicht im echten Leben. Erlösung von dem „Fluch“. Als Schriftsteller wäre das die Basis für eine Geschichte. Aufhebung des Fluchs. Aber wenn ich es in der Realität betrachte, fürchte ich, dass es kein Happy End gibt und das macht mich so wütend, dass ich am liebsten etwas kaputt schlagen würde. Verdammt noch mal!

Stöcke und Steine

Stöcke und Steine
Brechen Knochen
Deine Worte
Meine Seele

Warum
Immer wiederholt
Sich die Katastrophe
Deja vu

Wann
Endet es
Am Ende
Aller Tage

Wie viele
Tränen
Müssen fließen
Herzen zerbrechen

Wut
Rotes Knäul
Brennt
In meinem Bauch

Halt an
Jetzt
Hör auf
Sofort

Stöcke und Steine
Brechen Knochen
Nie wieder!

Read Full Post »

Ich habe heute Nacht noch ein paar Seiten geschrieben und mal sehen, vielleicht krieg ich die eine oder die andere Geschichte noch fertig. Schreibe gerade parallel. Hier ist der Himmel blau und ich weiß auch nicht, aber irgendwie habe ich so eine innere Unruhe in mir, als hätte man mir ein starkes Aufputschmittel gegeben, „es ist alles nur in meinem Kopf“, es kommt nur nicht schnell genug heraus. Es steht nie still, ist nie ruhig. Manchmal schreit es und manchmal ist es nur ein Flüstern. Noch nicht einmal im Schlaf komme ich zur Ruhe. Ich träume und denke, hoffentlich brennen meine Synapsen nicht durch.

Es ist wie der Spruch sagt: eine Fackel die von beiden Seiten brennt…dass viele Künstler das nicht verkraften können ist kein Wunder. Manchmal frage ich mich, wie lange ich das aushalte, aber ich kenne die Antwort, bis ich aufhöre zu atmen…denn damit aufhören kann ich nicht mehr. Komisch, mit dem Malen konnte ich aufhören, ohne mich zu quälen…aber wenn es um das Schreiben geht, nein! Und egal ob ich denke, dass wurde schon geschrieben, andere können es besser…keine Zweifel kann mich davon abhalten mich wieder hinzusetzen und zu schreiben.

Wenn das nicht verhaltensoriginell ist, was dann? Kein Wunder, dass wir leiden, uns quälen und niemals Ruhe finden. Es ist ein Segen und ein Fluch, je nach dem, wie man gerade drauf ist und es gibt keine einzige Droge, die einen so in einen Rausch versetzen kann, einzig vielleicht die Liebe. Allerdings wird die mit der Zeit ruhiger.  Vom Schreiben kann man das nicht sagen. Die Flamme brennt, bis wir sterben.

Ich lese gerade „Lust“ von Gabriele D’Annunzio. Sein Stil ist Flaubert ähnlich, allerdings noch sinnlicher. Wenn du das liest, denkst du, du könntest die Farben sehen, die Luft riechen und die Berührung fühlen. Einfach atemlos. Schön.

 

Read Full Post »

Leiden eines Schriftstellers

Ich suhle mich in meiner Einsamkeit
Dünge meine Zweifel mit Finsternis
Suche die Fülle in meiner inneren Leere
Spür den endlosen Regen fallen

Schwer trägt die Erde meine Last
Immer tiefer sinke ich in den Morast
Kein Weg mehr zu erkennen
Nur endlose Straßen ohne Ziel

Tintenspuren auf Papier
Zerlaufen durch den Regen
Tausend Fragen quälen mich
Die Antworten bleib ich schuldig

Manchmal Schreien, manchmal Flüstern
Eingesperrt in meinem Kopf
Kann ich der Hölle nicht entfliehen
Trost ist nur ein Wort

Nichts hat mehr Bedeutung
Als die die ich nicht finden kann
Nicht eine Minute hab ich Ruhe
Nicht ein Traum kühlt meine Sinne

Wie lange kann die Fackel brennen
Wenn sie an beiden Seiten angesteckt
Bis der letzte Atemzug vergangen
Der letzte Gedanke vergessen ist

Jedes Wort ein Segen und ein Fluch
Zugleich und nicht desgleichen
Sind meine Drogen und mein Rausch
Stark und bitter, wie die Liebe

Es fängt nicht an
Und hört doch niemals auf
Die Flamme brennt bis zum Ende

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: