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Gebrochenes Herz

Knut trat wütend in das Rosenbeet. Noch mal und noch mal. Die Blüten flogen durch die Gegend und blieben unbeachtet auf dem Bürgersteig liegen.

„So ein Mist“, dachte er, „über eine Stunde habe ich gewartet und sie ist nicht gekommen. Dabei hatte sie es hoch und heilig versprochen. Gelächelt hatte sie, wie ein Engel. – Adelheid, diese blöde Kuh.“

Wie versteinert stand er da. Sollte sie doch sehen, wo sie blieb, falls sie jetzt käme, wäre es sowieso zu spät. Knut wollte gehen und war doch unfähig auch nur einen Schritt zu tun.

„Aber jetzt gehe ich wirklich“, drohte er laut, aber niemand hörte ihn.

„Und wenn sie doch noch kommt?“, überlegte er angespannt, „blöde Adelheid, blöder Tag, blöder Bus, blöde Rosen…, alles ist blöd!“

Knut überlegte, wie er bloß auf den irrsinnigen Gedanken verfallen war, dass Adelheid, die Beliebte, sich mit ihm, Knut, dem Looser, treffen wollte.

„Mist!“, schrie er und schlug mit den Fäusten gegen die Scheibe des Buswartehäuschens.

Er fühlte sich so elend. Am liebsten hätte er geheult. Aber Knut schluckte die Tränen herunter. Ein Junge weinte nicht, auch wenn ihn keiner sah. Er brauchte niemand. Knut hasste sie alle und am meisten Adelheid. Bestimmt saß sie jetzt irgendwo mit ihren Freundinnen und lachte sich über ihn kaputt. Morgen in der Schule würde er zum Gespött der Klasse. Er konnte ihre Schadenfrohen Gesichter schon vor sich sehen.

„Scheiße, jetzt reicht es! Ich gehe“, redete Knut sich zu. Er vergrub seine Fäuste in den Hosentaschen und trottete wütend davon. So fühlte es sich also an, wenn man verliebt war und einem das Herz gebrochen wurde. Knut konnte den Schmerz kaum aushalten.

„Wie lange das wohl anhält“, überlegte er.

Da hörte er hastige Schritte hinter sich. Adelheid! Knut drehte sich um…

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