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Posts Tagged ‘Geräusch’

Er stand nur da und wartete.

Worauf wusste Robin selbst nicht genau. Doch die Atmosphäre war auf eine Art aufgeladen, dass er annahm, dass Gleich etwas passieren musste. Die Stille um ihn herum war die Ruhe vor dem Sturm. Vor ein paar Minuten hatte er die Stimme seiner Mutter gehört, als sie das Telefongespräch entgegennahm:

„Ja, hier Müller.“

Dann war sie im Arbeitszimmer verschwunden. Das bedeutet nichts Gutes. Er stand dort und wartete gebannt auf ein Zeichen. Die Sekunden zog sich wie ein Gummiband in die Länge. Doch nichts geschah. Kein Geräusch drang durch die Tür an sein Ohr.

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„Die Stimme am Telefon war herzlich und überzeugend.“

„Und dann buchst du gleich eine Urlaubsreise.“

„Oh, es ist nicht nur eine Urlaubsreise!“, jetzt war ich gekränkt, „es ist eine Reise ins Land hinter den Spiegeln. Du weißt doch, Alice, die Grinsekatze, der verrückte Hutmacher?“

Randolf sah mich mit verständnislosem Blick an. Ich hätte schwören können, er überlegte, mich in die geschlossene Anstalt einzuweisen.

„Entschuldige, das war nur ein Witz“, sagte ich und zog die Schultern etwas hoch.

„Darüber kann ich nicht lachen“, knurrte er, „dein dummes Geschwätz ist unter aller Kanone.“

Ich wandte mich wieder meinem Eintopf zu und rührte um. Randolf öffnet den Kühlschrank, holte eine Flasche Bier heraus. Ich erkannte es an dem ploppenden Geräusch des Pfropfens. Dann stapfte er ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein.

Er weiß nicht, was ich weiß, dachte ich und lächelte in mich hinein. Morgen werde ich weit, weit fort sein und nie wieder zurückkehren.

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Gymnastik, ein geheimes Tagebuch und etwas Unangenehemes unter dem Bett

Mandy lag auf der rosa Gymnastikmatte und schnaufte wie ein Walross. Dies blöde Gymnastik, dachte sie, Sport ist Mord. Sie drehte sich auf die Seite und wollte aufstehen, als sie unter dem Bett etwas merkwürdiges Ding bemerkte. Mandy robbte näher an das haarige Etwas heran. Sieht aus wie ein riesiges Kuscheltier, überlegte sie, aber wer hat es dorthin gelegt und warum? Vorsichtig streckte sie eine Hand aus und stubste es mit dem Zeigefinger an. Es rührte sich nicht. Mandy stubste nochmal. Es gab ein leises Geräusch von sich und drehte sich langsam um. Zwei riesige grüne Augen sahen Mandy an.

„Lass das!“, sagt es dann.

„Du kannst reden?“

„Na klar, wieso nicht?“

„Weil, weil“, Mandy suchte nach Worten, „weil du ein – was bist du?“

„Keine Ahnung was ich in deiner Welt bin.“

Mandy sah das Wesen verständnislos an.

„Ach übrigens, eine sehr interessante Lektüre. In deiner Welt ist ja eine Menge los.“

Das Wesen hielt Mandy ihr Tagebuch hin. Sie schnappte nach Luft.

„Du liest in meinem Tagebuch? Ich fasse es nicht. Das ist geheim, das tut man nicht, in unserer Welt.“

„In unserer auch nicht, aber das hat noch keinen daran gehindert es zu tun.“

Mandy riss dem Wesen ihr Buch aus der Hand.

„Komm da jetzt raus oder willst du da liegen bleiben?“, sagte Mandy ungnädig.

„Nein, wenn du mir einen Tee anbietest.“

„Ok“, gab Mandy sich geschlagen, „und du erzählst mir dafür, wie du hier her gekommen bist.“

„Wenn ich das wüsste, wäre ich schlauer“, murmelte das Wesen und kroch unter dem Bett hervor.

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Ich liebe die Stille der Nacht. Das eingehüllt Sein in das sanfte Licht einer Lampe. Die Zeit verlangsamt sich auf magische Art und Weise. Die hektischen Dinge des Tages verblassen langsam und ich atme auf. Ich mache es mir in meinem kuscheligen Bett oder in meiner Sofaecke gemütlich, im Hintergrund leise Musik und lese ein Buch, lasse mich in andere Welten entführen.

Musik ist keine Stille? Für mich kann auch Musik Stille sein. Wenn ich in einem Gedankenkarussell stecke, mache ich ganz laut Musik an. Das versetzt meinen Körper in Schwingungen und ich muss mich bewegen. Ich tanze, hüpfe herum und mache die ganz große Geste – und das Karussell in meinem Kopf kommt zum Stillstand. Die unnütze Energieverschwendung meiner Synapsen fließt in das Tanzen.
Ich liebe die Stille eines Wintermorgens, wenn noch alles dunkel ist, nur die Straßenlaternen geben Licht und in ihrem Kegel tanzen dicke weiße Flocken.

Ich liebe die Stille eines Sommermorgens um halb fünf. Wenn die Vögel ihre euphorischen Konzerte abhalten und die Morgensonne begrüßen.

Ich liebe die Stille zwischen zwei Menschen, die sich in die Augen schauen. Wenn Blicke mehr bedeuten als Worte.

Stille ist so viel mehr als Abwesenheit von Geräusch. Ein Zustand, der uns in der technisierten Welt um uns herum kaum vergönnt ist. Stille kann ein innerer Zustand sein, in dem wir zur Ruhe kommen, unsere Energien aufladen. Ich brauche den Ausgleich der Stille, um in dieser lauten Zeit wieder denken und atmen zu können.

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