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Posts Tagged ‘Geschwindigkeit’

Die Feenburg

Sia stand vor der Burgmauer und starrte hinauf. Das also ist der Eingang, dachte sie und seufzte, Großvater hat vergessen zu erwähnen, wie schwierig es wird hinein zu gelangen. Einige abenteuerlustige junge Männer ihres Dorfes hatten es schon versucht und waren kläglich gescheitert.

In der sagenumwobenen Feenburg gab es einen Brunnen mit heilendem Wasser, wenn Sia den Geschichten glauben schenkte, die die Alten in kalten Winternächten am Feuer erzählten. Es war der letzte Strohhalm, an den sie sich klammerte, nachdem die Ärzte ihren geliebten Großvater aufgegeben hatten. Niemand wusste, woran er litt. Die geheimnisvolle Krankheit ereilte ihn von heute auf morgen und ließ ihn in unfassbarer Geschwindigkeit verfallen.

Ich habe keine Zeit, dachte Sia, ich muss hinaufklettern. Egal, was es kostet. Sie streifte die Lederhandschuhe über, ergriff die Efeuranken und setzte den ersten Fuß in das Gestrüpp.
„Denk an Großvater!“, sagte sie leise vor sich hin, „er muss gesund werden.“

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Die Trommeln schlugen im Rhythmus meines Herzens. Immer schneller und drängender. Ich konnte mich kaum auf meine Gedanken konzentrieren. Suchend blickte ich mich nach einem Ausgang um. Wenn ich in diesem wirbelnden Chaos nicht untergehen wollte, musste ich hier raus. Frische Luft schnappen, wieder zu klarem Verstand kommen. Ich drängte mich durch die tobende Menge. Der süßliche Geruch, geschwängert von Alkohol und Schweiß, machte mich benommen. Normalerweise war ich für solche Äußerlichkeiten nicht anfällig. Etwas musste passiert sein, das ich nicht bedacht oder bemerkt hatte. Immer stärker wurde der Schwindel in meinem Kopf, die Gedanken kreisten in einer Geschwindigkeit, die es mir unmöglich machte sie anzuhalten. Mein Blick taumelte hin und her. Jetzt stieg auch noch Übelkeit in mir auf. Ich sah die rettende Tür vor mir, fasste nach der Klinke und versackte in dicker wattierter Dunkelheit

Die Musik stammt von Rod Steward „Rhythm Of My Heart“.

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Der Motor schnurrt, wie eine Katze unter meinen Händen. Die Armaturen leuchten blau-rot. Die Musik dröhnt und bläst mir die ständig kreisenden Gedanken aus dem Gehirn. Ich trete aufs Gaspedal und der Wagen gleitet über die Autobahn. Wie ein Wind, der langsam auffrischt und sich aufschwingt, immer höher und höher, tanzend und jubelnd. Der übermütig die losen Blätter von den Bäumen reißt. Tosend die Wellen auftürmt. Die Vögel tragend auf den Aufwinden. Die Segel blähend und Drachen steigend. Ich fühle die Geschwindigkeit, den Wind in den Haaren. Zerzaust trotze ich dem Sturm.

„Schneller, schneller“, schreit das Kind in mir.

„Du beherrscht den Dämon“, flüstert der Rennfahrer mir zu.

Ich muss lachen und drossele die Geschwindigkeit.

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