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Posts Tagged ‘Gesicht’

„Kennst du mich noch?“

Was für eine Frage, dachte ich, als könnte ich dieses Monster jemals vergessen. Ich drehte mich um und sah in das gutgeschnittene Gesicht.

„Nein, müsste ich mich an sie erinnern?“, fragte ich so beiläufig wie möglich.

Er grinste und in diesem Moment legte sich dieses verschlagene Funkeln in seine Augen, dass mir bei unserer Begegnung vor vier Jahren entgangen war. Hätte ich es doch sofort bemerkt, doch ich war von seiner Erscheinung und seinem Charme geblendet und erkannte nicht, wie abgrundtief böse er wirklich war.

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Diana saß im Pyjama auf dem grauen Ecksofa, die Beine angezogen und aß Müsli. Die Sonne fiel durch die breite Fensterfront und erfüllt den Raum mit warmem Licht. Draußen tobten die ersten Schneeflocken durch die Luft, die der winterlich wilde Wind über die Ostsee trieb. Diana hörte, wie er die Bäume zerzauste und sah wie er die Wellen in einem dramatischen Tanz gegen den flachen Strand trieb. Die Möwen hatten Mühe sich gegen den Sturm zu behaupten und segelten in einem Zickzackkurs über dem Wasser.

Im Hintergrund sang Gordon Haskell „How wounderful you are …“, das neue Jahr war noch frisch, erst fünf Tage alt, und trotzdem hinterließ es erste Spuren. Diana war weit fort von zu Hause und der Gedanke in den Alltag zurückzukehren verursachte ihr ein dumpfes Gefühl in der Magengegend.

„Things can happen fast“, sang Gordon und Diana dachte an die Veränderungen, die sich in den letzten Monaten ergeben hatten. Sie hatte das Glück gesehen. Für einen kurzen Moment spürte sie es: zu Hause sein. Ein überwältigendes Gefühl, das sie atemlos machte, um es im nächsten Augenblick wieder zu verlieren. Die Dinge wandelten sich oft schneller, als vorauszusehen. Sie wusste, dass sie dieses Glück nicht behalten konnte. Es gehörte ihr nicht, würde ihr niemals gehören. Das hatte sie nicht daran gehindert es sich anzusehen und es zu begehren. Manchmal will das Herz, was das Herz will, egal um welchen Preis.

Diana wünschte sich glücklich zu sein und doch, genau das war schwer zu bewerkstelligen. Glück, diese flüchtigen Augenblicke, die man oft erst erkannte, wenn sie verflogen waren. Nun in diesem Moment, die Sonne fiel auf ihr Gesicht, die Musik hüllte sie ein, der ungestörte Blick auf das Meer – verspürte sie ein Gefühl des Glück, dass ihr ganzes Sein erfüllte.

Diana wusste, es war besser nicht darüber nachzudenken. Im Augenblick des Nachdenkens bekam das Glück schon wieder Risse, weil sie es festhalten wollte. Sie nahm sich vor, wenn sie es nicht verwahren konnte, so wollte sie zumindest weniger unglücklich sein. Sie schrieb in ihr Tagebuch:

„Erinnere dich immer an diesen Tag, wenn du in den nächsten 360 Tagen vor einer Krise stehst. Erinnere dich an das Meer, die Stille, das Glück, das du so erfüllend empfunden hast und glaube fest dran, dass du dich eines Tages wieder so unendlich glücklich fühlen wirst, wie an dem Tag, als du in seine Augen gesehen hast.“

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Tage grau in grau

Fließen träge so dahin

Träume sterben aus

Wo Schweigen ist

Und Liebe Tausch

 

Nächte ohne Leidenschaft

Schwinden hin bedeutungslos

In sinnlos zerwühlten Kissen

Stirbt die Lust

Wo kein Begehren brennt

 

Ein besonderer Moment

Jemand ruft meinen Namen

Ich dreh mich um

Schau in ein lächelndes Gesicht

Und mein Herz tanzt

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Verloren

 

Ich habe dich verloren

Kenne nicht den Grund

So viele Fragen gestellt

Du bliebst die Antwort schuldig

 

Welcher Schnitt hat uns getrennt

Die Bindung vieler Jahre zerstört

Schlimmer ist dein Schweigen

Als ein Schlag ins Gesicht

 

Kann ich es ungeschehen machen

Ich reiche dir die Hand

Du schaust mich nicht an

Dein Stolz lässt es nicht zu

 

Die Zeit verrinnt beharrlich

Der Schmerz verblasst schleppend

Die Erinnerung an dich bleibt

Ein Splitter in meinem Herzen

 

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„Ist der Kaffee gut“, fragte eine angenehme Stimme hinter mir.

Ich drehte mich um und sah in zwei dunkelbraune Augen.

„Ich habe noch nicht probiert“, erwiderte ich und lächelte. Interessante Anmache, dachte ich.

„Würden sie es für mich tun?“, fragte er.

„Hilft ihnen das weiter?“

Ein unwiderstehliches Lächeln überzog sein Gesicht und ich schluckte den spöttischen Kommentar hinunter, der sich bis zu meiner Zungenspitze vorgewagt hatte. Ich nahm einen Schluck Kaffee.

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Nathalie sah ihn hereinkommen. Sein Anzug saß wie angegossen und die Schuhe glänzten. Er warf einen kurzen Blick in den pompösen Barockspiegel, strich sich durch die dunklen Haare und steuerte direkt auf Sara zu. Nathalie bemerkte die Blicke der umstehenden Damen, als er sich durch die Grüppchen der schwatzenden Gäste drängte. Als er Sara erreichte, wechselte das Orchester zu einem langsamen Walzer.

Nathalies Aufmerksamkeit wurde kurzzeitig von einem schneidigen Offizier abgelenkt, der sie zum Tanz aufforderte. Nachdem sie ihn abgewimmelt hatte, sah sie, wie er sich über Saras Hand beugte und ihr einen Kuss auf den Handrücken drückte, ohne den Blick von ihrem Gesicht zu wenden.

In Nathalies Hirn sprangen sämtliche Alarmleuchten an. Er machte seine Drohung wahr. Fieberhaft überlegte sie, was sie tun konnte, die Katastrophe abzuwenden.

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Es ist genau acht Uhr, als Inspektor Robins in Begleitung eines jungen Sergeant, den schweren Türklopfer gegen die Eingangstür krachen lässt.

Misses Morse zuckt nervös zusammen und blickt Rosalie irritiert an.

„Wer kann den jetzt noch kommen?“

Ihre Augen sind vom Weinen gerötet und ihre Hand zittert, als sie an ihrem Tee nippt. Rosalie streicht beruhigend über ihre kleine, mollige Hand.

„Ich nehme an, die Polizei. Wären sie so nett, den Herren einen frischen Tee aufzubrühen und im Arbeitszimmer servieren zu lassen?“

„Natürlich, Miss“, sie springt eifrig auf und macht sich an die Arbeit.

Rosalie verlässt die Küche und begibt sich in die Eingangshalle. Ehe sie sich bemerkbar machen kann, hat der Inspektor sie bemerkt. Er steht zwischen Anthony und Gilbert, mit dem Rücken zu ihr. Als sie sich nähert, dreht er sich um. Der intensive Blick lässt ihr Herz für einen Moment schneller schlagen.

„Sie müssen Miss Graville sein“, seine Stimme ist tief und angenehm. Er reicht ihr die Hand. Sie erwidert seinen festen Händedruck und ein flüchtiges Lächeln umspielt seine etwas zu sinnlichen Lippen. „Inspektor Nathan Robins.“

Zwischen den beiden athletischen, blonden Männern mit den ebenmäßigen Gesichtszügen, wirkt der drahtige Inspektor mit dem dunklen welligen Haar, dem etwas zu eckigen Gesicht, der charakterstarken Nase und den tiefbraunen, fast schwarzen Augen, wie ein dunkler Engel. Ein Wort, eine Geste von ihm könnte Anthony und Gil aus ihrem zerbrechlichen Himmel stürzen lassen.

„Wie mir mein Sergeant berichtete, haben sie uns rufen lassen.“

Nathan lässt Rosalie nicht aus den Augen.

„Das stimmt.“

Anthony lächelt schief, während Gils Gesichtsausdruck keine Emotionen erkennen lässt.

„Sie glauben nicht, das der Sturz von Lady Edna ein Unfall war?“

Seine Blick streift die Runde und bleibt wieder bei Rosalie hängen.

„Dazu kann ich mir kein Urteil erlauben, ich bin kein Arzt. Sie war eine alte gebrechliche Dame.“
Gil unterbricht Rosalie durch einen verächtlichen Laut. Sie runzelt unmerklich die Stirn und ist sicher, dass der Inspektor es gesehen hat.

„Es wäre ein Leichtes gewesen, ihr einen Schubs zu geben, damit sie die Treppe herunterstürz“, fährt sie fort, genauso gut könnte sie gefallen sein. Aber deswegen sind sie nicht hier.“

„Nicht?“

„Nun ja, irgendwie schon“, Rosalie zuckt entschuldigend mit den Schultern, „sie sind hier, weil die Familienjuwelen aus dem Safe gestohlen wurden. Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang?“

„Wo befindet sich der Safe, Mister de Clare?“

Gils Gesichtsausdruck ist Ablehnung pur. Nathan zieht eine Braue hoch, ohne die Schärfe seines Blicks zu mildern. Männer wie Gilbert de Clare lehrten Nathan nicht klein beizugeben und zu kämpfen.

„Der Safe mit dem Familienschmuck befindet sich in Lady Ednas Zimmer“, lässt Gil sich zu einer Antwort herab.

„Wann wurde der Diebstahl bemerkt?“, Nathan wendet sich erneut Rosalie zu. Miss Graville passt überhaupt nicht in dieses Haus, geht es ihm durch den Kopf, sie scheint die einzige mit gesunden Menschenverstand zu sein.

„Nachdem der Bestatter eintraf. Etwa gegen sechs Uhr. Ich sollte ein Kleid für Lady Edna heraussuchen. Sie ist im Nachthemd gestürzt“, fügt sie hinzu, als würde diese Erklärung ausreichen.

„Wo befanden sie sich alle, als Lady Edna stürzte?“

„Ich war mit Miss Graville in der Küche“, kommt Anthony Rosalie hilfsbereit zu vor.

Nathan runzelt die Stirn.

„Und sie, Mister de Clare?“

„In meinem Bett“, Gils Ton lässt deutlich erkennen, dass er die Frage des Inspektors für eine Zumutung hält.

Nathan ignoriert es und sagt zu seinem Sergeant:

„Collins, befragen sie die Angestellten.“

„Ja, Sir.“

Der junge Mann eilt dienstbeflissen in die Küche, in der sich die Dienstboden zur Verfügung halten sollen.

„Miss Graville, würden sie mir bitte den Tatort zeigen?“

Nathan macht eine einladende Handbewegung. „Darf ich sie bitten voranzugehen.“

Rosalie setzt sich in Bewegung. Gil und Anthony wollen ihr folgen, aber Nathan schüttelt den Kopf.

„Sie warten bitte in der Bibliothek.“

„In meinem Haus haben sie gar nichts zu befehlen“, Gils Stimme ist gefährlich ruhig.

Nathan lächelt überlegen.

„Ich habe nichts befohlen. Ich habe bitte gesagt.“

Über Rosalies Gesicht huscht ein Lächeln und sie ist froh, dass Gil ihr Gesicht nicht sehen kann.

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