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Posts Tagged ‘Hügel’

Das folgende Gedicht, liegt nun seit Tagen auf meinem Schreibtisch. Wenn ich es lese sehe ich mich in eine laue Sommernacht versetzt. Leider fern von dem Geliebten, der Melancholie preisgegeben.

Mitternacht

 

Die Sterne sanft wie Blumen und so nah;

Die Hügel Schattennetze, trägt gewebt;

Kein Einzelblatt, kein Halm, weil alles da

Als Eines lebt.

Kein Mondstrahl schneidet Luft; ein Saphirblau

Erschimmert und erlöscht dann unbewusst.

Und Spitzes sticht in dieser Nacht so lau

Nur in der Brust.

 

Dorothy Parker

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Ignoranz

Sam sah ihr nach. Sie trug ein weich fließendes Kleid, das jede ihrer perfekten Rundungen nachzeichnete und kaum Platz für Fantasie ließ. Sie war schön und sie wusste es. Ihr Gang war beinahe provozierend, wenn die sie sich leicht in den Hüften wiegte. Das lange blonde Haar fiel wie ein seidiger goldener Schleier über ihre schmalen Schultern und wippte über ihrem runden Po leicht auf und ab.

Sam prägte sich jede Linie, jeden Bogen und Hügel ihres begehrenswerten Körpers ein, damit er sich die Details in seinen einsamen Nächten ins Gedächtnis rufen konnte.

Diese Frau würde ihn niemals auch nur ansehen, geschweige denn in Erwägung ziehen ein Wort mit ihm zu wechseln. Ihre Haltung war kalt und abweisend. Sie blickte nicht nach rechts oder links.

Alles an ihr war teuer. Das Kleid, die Federstola, der schwarze Ebenholzstock mit dem silbernen Knauf und die glitzernden Diamantohrringe. Um eine Frau, wie sie, zu halten, brauchte man Geld, viel Geld. Geld, das Sam nie mehr haben würde.

Er hatte es einmal besessen, dieses Geld und eine Frau gekannt, die war wie sie. Sam sah sie auf einem Fest, dass er für die Belegschaft seiner Firma und Geschäftsfreunde hab. Sie war die Frau eines neuen Kunden. Sam war sofort angefixt. Er musste sie haben und nahm sich was er wollte. Doch alles hat seinen Preis, und Sam musste bezahlen. Mit einem Leben auf der Straße.

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„Komm! Wir müssen weiter.“

„Nein! Ich mache keinen Schritt. Seit Stunden stolpern wir durch den Wald. Nachts! Ich mache jetzt eine Pause.“

Danny setzte sich auf einen der großen Steine am Seeufer und streifte die Schuhe und Strümpfe ab. Ihre Füße brannten und Danny hielt sie in das kühle Seewasser. Martin schüttelte den Kopf.

„Immer musst du das letzte Wort haben“, er wollte noch etwas sagen, aber Danny unterbrach ihn.

„Und du musst dich ständig auf solche Himmelfahrtkommandos einlassen.“

Danny planschte mit den Füßen. Hinter den Hügeln stiegt langsam der Mond auf. Sein Licht verwandelte das schwarze Wasser des Sees in pures Silber.

„Ich“, begann Martin.

„Psst! Sag einfach mal nichts“, unterbrach Danny ihn unwirsch.

Sie hörte ihn schnauben. Äste knackten. Dann war es still. Danny wusste, dass Martin sie allein gelassen hatte. Er hasste es, wenn sie ihm widersprach. Es war ihr egal. Danny wollte sich diesmal die Stimmung nicht von ihm kaputt machen lassen.

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