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Posts Tagged ‘Jane Austen’

Meine Zeitreise würde in die 20er Jahre nach Paris gehen. In eines dieser Cafés, in denen sie sich alle Treffen – die literarische Boheme. Besonders Hemingway und Fitzgerald. Mich würde interessieren, wie Zelda wirklich war – hat sie so viel getrunken, wie man sagt und war sie eifersüchtig auf seinen Erfolg?

Die zweite Zeitreise würde in das England Jane Austens gehen. Ich würde sie gerne kennenlernen. Wie war sie? Warum hat sie nicht geheiratet? Waren die englischen Gentlemen wie in den Büchern und die meisten Mädchen nur darauf aus eine gute Partie zu machen? Ich würde gerne auf einen Ball gehen und mir die Gesellschaft anschauen.

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Meine Auktions-Liste:

1.  Der Nebelwanderer, von Caspar David Friedrich
2.  Die Skulptur von Dyophoros
3.  Die Büchse der Pandora
4.  Kapitän Ahabs Speer
5.  Das Original – Manuskript von Jane Austens „Persuasion“
6.  Den Schreibgriffel der Muse Kalliope
7.  Meinen Schicksalsfaden
8.  Einen Samen der Weltenesche Yggdrasil
9.  Mein verlorenes Kuscheltier – den weißen Hasen
10.  Das zwei Zimmerhäuschen in den Niederlanden

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Ich habe gerade ein Buch von Jane Austen gelesen. Im Nachwort steht:

„Die Helden dieses Romans leben parasitär – von einem Vermögen, das sie nicht selbst erarbeitet haben. Ihr sozialer Status als Grund – und Kapitalbesitzer bedingt und verursacht Isolation. Das Leben, das sie führen, zeigt ihre Bedeutungslosigkeit. Ihr gesellschaftlich steriles Dasein mündet folgerichtig in innerer Leere und Verschrobenheit, fragwürdige Ersatzinteressen und starre Förmlichkeit, eitle Selbstbespiegelung und bornierte Standesdünkel. Der heutige Leser mag sie komisch finden und ihre Kuriosität belächeln, weil sie im als seltene Exemplare einer Gattung erscheinen, die unwiderruflich der Vergangenheit angehört.

Ich wünschte, ich könnte dies auch so sehen. Wie man annehmen kann, tu ich es nicht. Wir leben angeblich in einer aufgeklärten, zivilisierten Zeit. Und trotzdem suche ich sie vergebens, diese Zeit.

Vielleicht sollte ich die Medien nicht als Untermauerung meiner Ansicht hinzuziehen, aber ich tue es doch. Ich will nicht so weit gehen zu sagen, wir sind, was wir sehen. Immerhin gibt’s auch das ein oder andere Trashformat, über das ich mich amüsieren kann. Trotzdem wundert es mich immer wieder, wie viele absurde Geschmacklosigkeiten, völlig hirnlose Kommentare/Meinungen/ Ansichten den Weg in unsere Wohnzimmer und möglicherweise in unsere Köpfe finden. Und besonders dann, wenn es um Kommentare Prominenter geht, die als Vorbilder oder Meinungsbilder dienen oder sich dafürhalten. Dazu gehört alles, vom Z-Promi aus dem Dschungel bis zum A-Promi im Bundestag.

Es gibt Leute, die kaufen sich Fürstentitel und glauben, sie wären der Nabel der Welt. Andere denken, weil sie ein dickes Bankkonto haben und Bohlen heißen, dass sie harmlosen Kindern, die durch das Versprechen der nächste Superstar zu werden, jede Gemeinheit an den Kopf werfen dürfen, um Quote zu machen. Sendungen, in denen jeder Dummkopf seine ungefilterte Meinung sagen darf, in der es keine Diskussion zum Austausch gibt, sondern einfach nur ungehemmte Streitszenen, in der die Teilnehmer der Ansicht sind, wer lauter schreit hat Recht. War das nicht eher andersherum: wer schreit hat Unrecht?

Andere Dagobert Duck`s meinen, ihr Geld erhebe sie über den „ordinären“ Bürger, deswegen müssen sie keine Steuern zahlen, können auf der Autobahn rasen wie bekloppt, sich so schlecht benehmen, wie es ihrer Laune gerade entspricht, betrügen (siehe Dotorarbeiten) und noch Schlimmeres, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Arbeitgeber, die ihre Arbeitnehmer immer wieder gekonnt über den Tisch ziehen, obwohl das Gesetz eigentlich auf der Seite der Arbeitnehmer ist. Und Anwälte, die einen Geringfügigbeschäftigten scheinbar ebenso wenig ernst nehmen, wie der Arbeitgeber, der ihn schamlos ausnutzt (da kommt einem das Wort parasitär wieder in den Sinn). Lohnt sich der Kampf, wenn es statt um Millionen nur um Tausend oder Hundert Euro geht? Wie ist es möglich, dass Menschen in Deutschland hart arbeiten und sich ihr bisschen Leben nicht leisten können? Was erhebt das Recht des einen, in so absurdem Maß über das des anderen? Geld?! Geld regiert die Welt, keine neue Weisheit, aber leider regiert es auch das Recht. Hast du Geld, dann hältst du länger durch.

Warum trägt Justitia eine Augenbinde? Angeblich, damit sie unbeeinflusst entscheiden kann. Ich glaube, weil sie keine Lust darauf hat, zu sehen, was in ihrem Namen für Schindluder mit dem Volk getrieben wird. Alles ist nur eine Frage der Auslegung. Ob es das Rechtsempfinden der Allgemeinheit stört, ist nicht das Entscheidende, sondern ob man der rhetorisch Geschicktere ist.

Die Zeiten haben sich geändert. Die Menschen nicht. Im Gegenteil. Konnte man sich früher auf einen Handschlag verlassen, gilt heute kaum ein Vertrag als sicher. Irgendwo gibt es ein Schlupfloch und hast du Geld, kein Problem, wir finden für alles eine Lösung. Hast du keins, mach dir bloß keine Hoffnung. Irgendwann haben sie dich zermürbt. Während du nachts nicht schlafen kannst, weil du dich fragst, woher das Geld für den nächsten Einkauf kommen soll, sitzen sie in ihrer Villa, bestellen Kaviar und warten gelangweilt, bis du aufgibst. Haste was, biste was.

Geld verdirbt den Charakter. So extrem ist es sicher nicht, aber es sieht so aus, als hätte es die unglückliche Neigung dies zu unterstützen oder zu beschleunigen. Menschen die Geld und der damit verbundenen Stellung eine übertriebene Bedeutung beimessen, verlieren die Bodenhaftung. Empathie, Mitleid und Rücksicht büßen ihren Wert als Tugenden ein. Von diesem Standpunkt aus gesehen könnte ich beinahe dankbar dafür sein, nur so über die Runden zu kommen. Immerhin bin ich dadurch dem Leid anderer gegenüber nicht abgestumpft. Andererseits würde es mich ruhiger schlafen lassen, wenn ich mehr von dem „Laissez – fair“ der Reichen hätte, weil ich mich in der Ruhe sonnen könnte, dass meine Interessen mit Feuereifer wahrgenommen und ich nicht als notwendiges Übel angesehen werde.

Obwohl meine Grundeinstellung optimistisch ist, fürchte ich, dass ich nie reich genug, noch jemals so viel „Laissez -fair“ haben werde, damit sich jemand mit Feuereifer für mich in die Bresche stürzt. Gefallen tut mir dies nicht. Im Gegenteil. Es macht mich sehr wütend, dass ich das Risiko trage und nicht ernst genommen werde. Genauso, wie meine Leidensgenossen. Ich weiß, dass mir mein Zorn mehr schadet, als denen, denen er gilt. Doch ich kann es im Moment nicht ändern. Das Einzige, das mich zurzeit aufrecht hält und mir hilft den letzten Rest von Würde zu wahren, sind Freunde, die mir Gutes wünschen und auf meiner Seite stehen.

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„Ausgesetzt auf den Bergen meines Herzens.“  R.M. Rilke (Das stand auf einem Bild in der Galerie Trinkkuranlage. Das Thema war „Umgang mit dem Material“.)

Ausgesetzt auf den Bergen meines Herzens? Wie bin ich dahin gekommen? Das wüsste ich gerne. Ich kann es nicht herausfinden, obwohl ich mir nun schon seit ein paar Stunden den Kopf zerbreche. Immerzu sage ich den Satz als Mantra vor mir her und komme zu keinem Ergebnis. Einzig, dass es vor langer Zeit angefangen hat.

Sie sagte: „Glück ist nicht, was du empfindest, wenn du alles hast, was du willst. Glück ist, wenn du zufrieden bist, mit dem was du hast.“ Wohl war. Aber wie erreicht man das? Glück ist flüchtig, lässt sich nicht festhalten, nicht beschwören, liegt im Augenblick.

Worin liegt Zufriedensein und reicht das? Ich glaube es hat noch nie gereicht. Mir nicht. Menschen wollten schon immer mehr. Mehr Glück, wenn sie auch dafür Zufriedensein aufgeben müssten. Wir wollen Leidenschaft, die unser ganzes Sein beherrscht.

Ich weiß, dass Leidenschaft, Leiden schafft. Aber wenn schon Himmel, dann einer der lichterloh brennt und kein grau in grau. Wenn Anne Elliot (Jane Austen) in ihr Tagebuch schreibt: noch nie waren sich zwei Herzen so nah, dann mag das durchaus seine Berechtigung haben. Aber unter uns: Schaut euch doch Frederick Wentworth an! Oder John Thornton (Elisabeth Gaskell). Wenn sein dunkler begehrlicher Blick auf Margret Hale fällt. Mama mia, wenn der Mann das enge Halstuch und die Konventionen im Schlafzimmer ablegt, dann geht mit Sicherheit die Post ab. Mir fällt noch Edward Rochester ein (Charlotte Bronte). Ein Mann mit wirklich dunklen Leidenschaften und er gibt zu, dass er nichts ausgelassen hat. Männer wie Felsen, in denen ein Feuer brennt, mit dem man ganze Städte anzünden könnte.

Welche Frau würde dazu schon Nein sagen? Die wenigsten, denke ich. Und damit meine ich keineswegs nur ihre schönen seelenvollen Augen oder die markanten Gesichter. Dafür haben wir Frauen wohl ein extra Gen. Das Schmachtgen. Die Schriftstellerinnen damals konnten nicht offen darüber schreiben. Über alles was diesen Teil der menschlichen Beziehung anging, wurde ein Vorhang gezogen. Hundert Jahre tauchten Frauen wie Anais Nin und Benoit Groult auf, die endlich offen über ihre Leidenschaften schrieben. Etwas, das Männer schon Jahrhunderte hindurch offen auslebten und zu Papier brachten. Denken wir an Marquis de Sade, der sicher das extremste Beispiel ist. Sie schrieben über Frauen.

Ich bin froh auch über Männer schreiben zu können und nicht nur über die guten Charaktereigenschaften und das anziehende Äußere. Sondern das, was mir Spaß macht. Kein Heiligenschein. Mann pur.

Manchmal habe ich das Gefühl jemand hat mein Herz ausgesetzt in der Einöde, der wasserlosen Wüste. Es verdorrt. Ab und zu fällt mal ein Tropfen Regen darauf. Dann macht es einen Schlag, bis zum nächsten Mal und erstickt an seiner Sehnsucht.

Meine Lust frisst mich auf. Die Gier nach prickelnder Leidenschaft. Sekt statt Selters. Ich will schlaflose durchliebte Nächte. Einen festen starken Körper, der mich hält, mich auseinanderreißt und neu zusammensetzt.

Und in diesem Moment, in dem ich mein Inneres nach außen kehre, kommt mein Gewissen um die Ecke. Es hält mir sofort den ausgestreckten, drohenden Zeigefinger hin. „Darfst du das schreiben?“

Schreiben vielleicht schon, oder besser nur denken? Ach, verdammt! Warum denke ich darüber nach was die anderen denken? Was denke ich? Was will ich?

Ich bin und bleibe wohl das schwarze Schaf. Manchmal argwöhne ich, dass dies eine Ausrede ist. Andererseits lebt es sich ungeniert, wenn der Ruf erst ruiniert ist. Tja, die Gedanken sind da. Was soll ich tun? Er ist in meinem Kopf, quält mich. Stunde um Stunde. Ich kann nicht mehr klar denken, nur noch an Lust und Begehren. Als hätte jemand alle anderen Gedanken überschrieben und nur die zurückgelassen, die sich um Leidenschaft drehen.

Ich weiß nicht, ob ich mich schäme. Lust ist natürlich. Es gehört zu unserem Leben. Im Tantra ist dies eine der wichtigsten Lebensenergien. Könnten wir das nicht in unsere westlichen hektischen Leben integrieren? Ein bisschen mehr Tantra und viel weniger Stress.

Bis jetzt habe ich alles nur gedacht. Und wie immer wird es wohl dabei bleiben und ich werde meine unausgefüllten Sehnsüchte und Leidenschaften in meine Geschichten stecken müssen. Die Fragen, die sich zurecht stellen sind: was ist mit mir, der realen Person? Was ist mit meiner Seele, meinem Körper, meiner Lust? Die Antworten werde ich schuldig bleiben müssen.

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