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Posts Tagged ‘Jugend’

Bis dahin hatte ich mein ganzes Leben lang nur nach Mustern gelebt, die nicht meine Muster waren. Doch nun erwachte ich aus meinem Dornröschenschlaf. Dass es einen kompletten Bruch mit den alten Gewohnheiten gab, war wohl dem Umstand geschuldet, dass mir die Zeit davonlief. Wie sagt man im Volksmund so schön: die biologische Uhr tickt.

Meine Familie ist entsetzt. Aus ihrem Blickwinkel bin ich die Mutter in der Midlife Krise. Ich höre sie lamentieren: Muss du gleich alles hinschmeißen? Du hast doch deine Freiheit, was willst du noch?

Wie viel Zeit bleibt, wenn man in die zweite Hälfte des Jahrhunderts eintritt? Die Knochen werden nicht gelenkiger, die Haut nicht glatter, der Kopf nicht agiler. Auch die Chance von einem Bus überfahren zu werden wird größer, wenn man nicht mehr so schnell laufen kann.

Ich bin einfach zu alt für mich. In meinem Herzen, meinen Gedanken und Fantasien beginnt mein Leben erst jetzt. Ich habe genauso viele Träume, vielleicht noch mehr, als in meiner Jugend, doch mein Spiegelbild macht mir keine Illusionen. Ich habe mich gut gehalten, aber das ist auch alles. Die Zeit läuft und zwar nicht mit mir, sondern gegen mich.

Eine Frau muss tun, was eine Frau tun muss – alte Zöpfe abschneiden, ihren eigenen Rhythmus finden und sich nicht mehr verbiegen. Für niemand.

Der Satz stammt aus „Er oder ich“ von Fee Zschocke.

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Halte die Zeit

Für mich an

Einen Moment

Für den Blick zurück

Du und ich

 

Wir waren jung

Ungestüm und dumm

Was hätte sein können

Ist an uns vorbei gegangen

Viele Tränen vergossen

Bis der Fluss versiegte

 

Halte die Zeit

Für mich an

Verschwendete Stunden

Vergangenes Glück

Ich wünsche es

Manchmal zurück

 

Für einen Kuss

Für einen Atemzug

Eine Stunde meiner Jugend

Einen ausgeträumten Traum

Nur einen Augenblick

Halte die Zeit

Für mich an

Die Inspiration kommt von einer meiner Lieblingsbands: Simply Red mit „Holding back the years“.

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Ich wünsche mir

… die Zeit zurück, als wir zusammen im Café saßen. Meine Brüder und ich. Die kleine Kellnerin konnte unsere Rechnung nicht teilen. Sie gab sich redlich Mühe, aber auch nach dem dritten Mal, stimmten die Beträge nicht. Meine Brüder versuchten ihr auf die Sprünge zu helfen, aber sie verrechnete sich wieder. Dann sagte sie, es täte ihr leid, aber sie hätte nur Abitur. Wir drei haben so gelacht.

Ich wünsche mir

… die Zeit zurück, in Omas Küche. Bei Linsensuppe oder Apfelpfannkuchen. Wenn Kaffeeduft durch alle Räume strömte, Kinderlachen zu hören war, Mutti den Kaffee an die Wand spukte, weil wir sie zum Lachen brachten.

Ich wünsche mir

… die Zeit zurück, in Omas gute Stube. Zum Zeitunglesen und klönen. Über die gute alte Zeit, wenn Oma aus ihrer Jugend erzählte, oder wir unsere Erinnerungen aus unserer Kindheit hervor kramten, als wir noch alle zusammen waren. Noch nicht getrennt voneinander lebten, überlebten.

Ich wünsche mir

… die Zeit zurück, als wir noch Kinder waren. Noch nicht getrennt durch das, was man Umstände des Lebens nennt. Wie schön, wenn wir uns damals so gut gekannt hätten, wie heute.

Ich wünsche mir

… die Zeit zurück, als alle Kinder noch zu Hause waren, ich ihnen Märchen vorlas, wir zusammen Lieder sangen. Die Tage am Meer verbrachten, Drachen steigen ließen, bummeln gingen.

Ich wünsche mir

… die Zeit zurück, als ich euch weniger vermissen musste. Ihr, die ihr nicht bei mir sein könnt. So weit weg und doch so nah, in meinem Herzen.

Ich wünschte mir

… diesen Tag herbei. So blau, so voller Sonnenschein, wie heute. Die Luft so leicht und sanft. Und so herrlich er war, so angefüllt war er mit Melancholie. Ich wusste euch an meiner Seite. Euch geht es gut und doch vermisse ich euch so, dass es mich schmerzt.

Ich wünschte mir

… ich könnte die Zeit zurückdrehen. Aber so sehr ich es auch wünsche, es wird mir nicht gelingen. Die Zeit ist gnadenlos. Hast du den Stein einmal angestoßen, kommt er nicht mehr zum Stillstand. Auch wenn ich seiner Spur folgen muss, ihr werde immer ein Teil meines Herzens und meines Lebens sein. Liebe ist stärker als die Zeit.

 

 

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Hungriges Herz

Mein Herz ist immer noch nicht satt, hungert nach mehr, aber nach was? Nach den verpassten Gelegenheiten, nach dem was sein könnte, wenn…? Aber was könnte sein?

„Es ist was es ist“, sagte das Leben. „Nicht weniger, aber auch nicht mehr.“

Die Zeit besteht und vergeht im Flug und meine Jahre gehen mit. Ich kann die Jugend nicht halten. Sie ging vorüber ehe ich sie leben konnte und doch, mein Herz kann sie nicht loslassen. Es kann nicht einsehen warum. Noch ist es nicht zu spät. So viele Blätter sind noch leer, so viele Gedanken nicht geschrieben, Geschichten noch nicht erzählt. Soviel Liebe noch nicht gegeben, noch nicht ausgekostet. Träume, die noch geträumt, noch gelebt werden wollen.

„Es ist was es ist“, sagte das Leben. „Sieh die Welt in einem Sandkorn, dann hältst du die Unendlichkeit in deiner Hand, die Ewigkeit in einer Stunde.“ – „Every where is a lovesong, reminds me of you!“

Wohin ich auch gehe, ich sehe das Meer, an dem ich mit den Kindern ging. Sehe die Sonne auf ihren Haaren, in ihren Augen. Ich sehe mich mit Stift und Papier. Ich sehe ihn und mich in seinen Augen. Mein Herz schlägt ruhiger, aber die Sehnsucht bleibt, für immer in meinem hungrigen Herzen.

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