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Posts Tagged ‘Kleidung’

Ein Vogelschwarm schwebte auf dem Wind, wie hunderte Papierschiffchen auf einem See.

Lange folgte ihnen mein Blick. Wie gerne wäre ich mit ihnen geflogen, hätte dieses bedrückende dunkle Leben hinter mir gelassen. Ich schloss meine Augen, breitete die Arme aus und stellte mir vor sie wären besetzt mit langen Schwungfedern. Eine starke Brise umspülte mich, die Haare wehten im Wind, meine Kleidung schlackerte um meinen Körper. Jetzt mit den Flügeln schlagen, dachte ich und imitierte die Bewegung. Erst langsam, sacht, dann mit immer raumgreifenderen Schwingungen. Der Wind nahm zu.

Ich riss die Augen auf, rannte gegen ihn los, meine Arme kräftig schlagend. Dann vor mir der Abhang. Es gab nur den Bruchteil einer Sekunde zu entscheiden: springen oder anhalten. Ich sah die Vögel nur noch als winzige dunkle Punkte über dem Horizont. Spring! Schrie die Stimme in meinem Kopf. Ich gehorchte.

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„Wo sind wir?“

Alida setzte sich auf einen Baumstumpf. Ihr taten die Füße weh. – Warum habe ich mich bloß zu diesem Himmelfahrtskommando überreden lassen? Als ob Andy Ahnung vom Kartenlesen hätte.

„Keine Ahnung.“ Andy drehte die Wanderkarte von links nach rechts und wieder zurück. „Eigentlich müssten wir hier sein.“ Er tippte auf einen Punkt auf der Karte. „Aber hier ist weit und breit keine Rasthütte.“

Alida verkniff es sich ihm zu sagen, dass dies ganz offensichtlich der Fall sei.

„Und jetzt? Mit einem Smartphone kämen wir problemlos hier raus. Ich habe dir gesagt, lass uns eins mitnehmen. Vorsichtshalber.“

Alida zwang sich ruhig zu bleiben, obwohl sie ihn am liebsten angebrüllt hätte.

„Du hast den Sinn von Survival nicht verstanden. Dass wir eine Karte dabei haben, ist schon ein Zugeständnis.“

„Du hast vergessen zu sagen, an dich“, sagte Alida sanft.

In ihrem Innern kochte es. Andy ignorierte sie und schaute mit gerunzelter Stirn in die Karte. Alida stand auf und stahl sich hinter seinem Rücken davon. Es dauerte keine Minute und sie war außer Sichtweite. Alida kroch in einen dichten Tannenhain. Der aromatische Duft der Nadelbäume stieg ihr in die Nase. Sie legte sich flach auf den Boden. Die trockenen Tannennadeln knackten. Alida zog die Kapuze der dunklen Jacke über den Kopf und lächelte. Ihre Kleidung verbarg sie perfekt.

„Alida! Wo bist du?“

Andy hatte endlich bemerkt, dass sie fort war.

„Alida! Komm raus! Das ist überhaupt nicht witzig.“

Doch und wie. Dann zeig mal, was du Survival mäßig drauf hast. Ich werde definitiv eher zu Hause sein, als du, dachte Alida und tastete nach ihrem Smartphone.

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„Du wirst dich noch verraten!“, krächzte Ares.

Er saß auf Tirzas Schulter und zupfte mit dem Schnabel an ihren roten Locken.

„Psst“, zischte sie und drückte sich eng an den dicken Stamm einer knorrigen alten Eiche. Ihre Kleidung, in verschiedenen Braun – und Grüntönen gehalten, machte sie beinahe unsichtbar. „der Wind steht günstig. Sie werden mich nicht riechen. Außerdem sind sie damit beschäftigt das Lager aufzuschlagen“

„Genau“, stimmte Blue Tirza zu, „du bist es, der uns mit seinem ewigen Genörgel verrät.“

Die azurblauen Augen des Polarfuchses verengten sich zu Schlitzen und warfen dem Raben scharfe Blicke zu. Eines Tages beiße ich ihm die Kehle durch, dachte er. Bevor Ares etwas erwidern konnte und sich in eine verbale Schlacht mit seinem Rivalen um Tirzas Gunst stürzen konnte, sagte sie:

„Ihr seid jetzt beide still! Sonst nehme ich euch nie wieder mit.“

Die beiden Tiere schluckten ihren Ärger herunter und schwiegen. Vorerst. Tirza wusste, dass dieser Disput nur aufgeschoben war. Sie verkniff sich ein Lächeln und blickte Ares und Blue streng an. Ohne die beiden hätte sie sich nie in ein Abenteuer gestürzt. Dazu waren ihre Dienste viel zu wertvoll.

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