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Posts Tagged ‘loslassen’

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, –
und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt…

R.M.Rilke

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Der Text entstand nach einem Bild, das einen Gerichtssaal zeigte und unter der Überschrift: der Zeuge oder die Schuldfrage stand.

So steht es also nun fest. Die letzten Stunden vor der Verhandlung nehmen ihren Lauf. Ich habe heute versucht meine Gedanken abzulenken(einige Seiten für meine Schreibkurse gestaltet)und so ruhig zubleiben, wie es mir möglich ist. Ich habe mir eingeredet, ich wäre gut vorbereitet, was ich in der Tat bin, aber das hindert mein Unterbewusstsein nicht daran auf Abwege zu gehen.

Im Allgemeinen bin ich bei solchen Dingen die Panik in Person. Diesmal erstaunlicherweise nicht so extrem. Zumindest was die gedankliche Achterbahnfahrt betrifft. Das äußert sich diesmal eher körperlich. Heute kamen die Übelkeit und der Kopfschmerz zurück. Ich trag es mit Fassung, die zwei kenn ich ja nun schon seit ein paar Wochen. Ich will nicht sagen, ich hätte sie vermisst, aber ich halt es aus.

Ich will nichts schwarz malen und keine großen Erwartungen hegen. Das ist das Beste. Je weniger man will, umso weniger kann man verlieren, oder enttäuscht werden, wenn man es nicht bekommt.

Die Frage, die mir im Kopf herumgeht ist: was habe ich zu verlieren. Nichts, was nicht schon verloren wäre. Und alles was mir zugestanden wird, ist ein Zuckerstückchen für mich. Wie groß das ausfällt? Wir werden sehen.

Eine andere Sache, die ich mich frage und die sich erst morgen beantwortet: wie sieht der Richter die ganze Sache? Wer ist im Recht? Wer nicht? Und wie viel Energie wird die Gegenseite aufwenden, um die ungeliebte Klägerin ins Boxhorn zu jagen?

Während ich hier sitze und schreibe, wundere ich mich wirklich über meine innere Ruhe. Gut, es ist kein Geheimnis, aber ich habe in den letzten Wochen Diana Coopers Weisheitskarten* gelesen. Da stehen ein paar schlaue Sachen drin:

 Klarheit

Erlauben sie es ihrer inneren Weisheit, den Lärm ihrer Gedanken zu durchdringen. Ein stiller klarer Verstand kann alles von einer höheren Warte aus sehen. So wird es ihnen möglich, ihr Leben realistischer einzuschätzen. Die Wahrheit ist immer einfach.

Hat man eine klare Vision, kann man die richtigen Entscheidungen treffen.

Nachhaltigkeit

Verschwenden sie ihre Lebenskraft nicht, in dem sie sich Sorgen machen, sich Stress aufbürden, oder zornig werden. Kultiviere einen positiven Geist, damit sie selbst wieder ins Gleichgewicht kommen.

Integrität

Wenn sie sich selbst immer treu bleiben, erlangen sie mühelos eine natürliche Autorität. Andere Menschen spüren Ihre Ehrlichkeit und reagieren entsprechend darauf.

Halten sie ungeachtet der äußeren Umstände unbedingt an ihren Prinzipien fest. Letztendlich werden sich Aufrichtigkeit und Integrität immer durchsetzen.

„Wir machen nichts, was wir nicht wollen.“

Die Lebensregel, die uns Frank hinterlassen hat. Leider auf eine schreckliche Art und Weise. Ich hätte es mir so sehr anders gewünscht, aber manche Dinge kann man nicht beeinflussen, aber man kann aus ihnen lernen und sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Wir sollten aus den Ereignissen unseres Lebens lernen, damit es nicht nutzlos gewesen ist. Im Übrigen wird man sonst immer wieder mit diesen Dingen konfrontiert. Es wird nicht aufhören, bis wir unsere Handlungsweise ändern. Das liegt an uns.

Perspektiven

Ihre Reaktion auf eine Situation hängt ganz von ihrer Sicht ab. … Wenn sie die Dinge von einer höheren Warte aus betrachten, gewinnen sie einen besseren Überblick und erkennen verschiedene Optionen besser.

Loslassen

Dem Verhaftetsein an eine Person, ein Ziel oder an Sicherheit im Allgemeinen liegen Angst und das Verlangen zugrunde, das Leben zu Kontrollieren.

Ihr Loslassen ermöglicht es dem Universum, perfekte Umstände zu erschaffen. Loslassen ist der Schlüssel.

(Außerdem kann man nichts Materielles mitnehmen, wenn man geht.)

Risiko

Jede Form des Wachstums birgt gewisse Risiken. Wenn sie sich scheuen, Risiken einzugehen, werden sie nie über die Grenzen des ihnen Vertrauten hinausgelangen.

Verzweiflung und Angst führen lediglich zu unbesonnenen Entscheidungen, deshalb sollten sie stets ruhig, gelassen und rücksichtsvoll bleiben.

Fragen sie sich, was auf dem Spiel steht und riskieren sie nur das, was ihnen gehört. Bedenken sie, das Sicherheit eine Illusion ist. Handeln sie offen, weise und ehrlich. Akzeptieren sie das Ergebnis leichten Herzens, dann wird alles gut sein.

Authentizität

Seien sie stets aufrichtig und authentisch, damit ihre Mitmenschen ihre Integrität spüren und ihnen vertrauen.

Das Universum wird ihnen Türen und Möglichkeiten öffnen, die sie sich nicht einmal in ihren kühnsten Träumen vorstellen können.

Präsenz

Die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft ist noch nicht da. Aber die Gedanken, Worte und Handlungen dieses Augenblicks wirken sich entscheidend auf die nächsten Momente ihres Lebens aus. Jedes positive Gefühl, das sie jetzt haben, erzeugt die positiven Eigenschaften, die sie in der Zukunft brauchen.

Selbstdisziplin

Wenn sie genügend Selbstdisziplin entwickelt haben, können sie darauf vertrauen, dass sie in jeder Situation angemessen reagieren werden. Dies ist eine notwendige Voraussetzung, um inneren Frieden zu finden.

Wenn andere sich ereifern und die Ruhe verlieren, kann sie sich zurückhalten und ihre Würde bewahren.

Erfolg

Erfolg und Misserfolg sind nichts weiter als Etiketten, die uns blenden und entweder zu Überheblichkeit oder Verzweiflung führen. Triumphe können von kurzer Dauer sein, aber Enttäuschung kann uns zum Segen gereichen, wenn wir uns selbst nicht dafür verurteilen.

Genießen sie ihre Erfahrungen und schauen sie auf den positiven Aspekt einer jeden Situation.

Erwartungen

Erwartungen sind unglaublich mächtige magnetische Kräfte, die auf zellulärer Ebene wirken, um etwas ins Leben zu rufen. Erwartungen ermöglichen es ihren Absichten Realität zu werden. Aber bedenken sie bitte, dass ihr Fokus sowohl positiv als auch negativ sein kann.

Macht

Wer Ruhe, Selbstvertrauen und Selbstsicherheit ausstrahlt, der besitzt eine natürliche Macht… Wer Macht über sein Leben erlangt hat, akzeptiert die Dinge wie sie sind, schiebt niemandem und nichts die Schuld zu und sieht auch nicht zurück. Stattdessen lebt er weise in der Gegenwart und handelt mitfühlend und entschieden.

Dankbarkeit

Suchen sie nach dem Positiven in jedem Menschen und jeder Situation und üben sie sich in Dankbarkeit.

Wenn sie für das dankbar sind, was sie bereits haben, können sie auch großzügiger und gütiger sein.

Güte

Sind sie gütig und liebevoll, fühlen sich die Menschen in ihrer Umgebung wohl.

Handelt nur ein einziger Mensch mit Güte, kann er Umstände und Menschen verwandeln, weil er den Samen des Friedens in ihre Herzen und Seelen sät.

Arbeit

Wenn sie sich ihren Lebensunterhalt freudig und auf integere Weise verdienen, dient alles, was sie tun, der ganzen Menschheit.

Harmonie

Sie sind der Dirigent ihres Lebens und ihre Beziehungen sind das Orchester. … Überprüfen sie, ob sie sich mit den wichtigen Menschen in ihrem Leben in Harmonie befinden. Überprüfen sie auch, ob sie mit sich im Einklang mit sich selbst sind.

Gegenseitiger Vorteil

Ein weiser Mensch wird nach Lösungen suchen, bei denen alle Beteiligten etwas gewinnen können. Das mag bedeuten, dass man manchmal darauf verzichten muss, seine Interessen um jeden Preis durchzusetzen. Dafür ziehen dann alle Beteiligten Nutzen aus der Situation.

Der gute Wille, den sie jetzt an den Tag legen, wird sich positiv auf ihre Zukunft auswirken.

Handeln

Bedenken sie, dass es ihre eigenen Entscheidungen sind, die definieren, was aus ihnen wird und welchen Ruf sie haben.

Treffen sie jetzt Entscheidungen, die von Klarheit, Integrität und Mitgefühl getragen werden. Es geht darum, weise und im Interesse aller zu handeln.

Wenn man so auf sich selbst zurückgeworfen ist, um sich mit sich und seiner „Schuld“ auseinanderzusetzen, dann hat man einige Zeit zu lesen und zu prüfen, – wie mein Bruder immer sagt – , bin ich bescheuert oder die anderen. Denke nur ich so, oder sehen andere auch das Problem an der Sache.

Ok, um es kurz zu machen. Ich bin nicht die einzige, die das Problem an der Sache erkennt. Aber es hat schon was von David und Goliath sich gegen jemand zu stellen, der ein dickes Bankkonto und einen Gottkomplex hat. Oder sagen wir einen Hauch von Größenwahn.

Es macht mir etwas Sorgen, dass ich nichts von diesen Eigenschaften, wie Selbstüberschätzung und Überheblichkeit/ Arroganz, für mich beanspruchen kann oder will. Ich kenne meine Grenzen und bin eher der Typ, der für Harmonie auch etwas hinnimmt, was mir nicht gefällt. Meine Schmerzgrenze, einem anderen „eins auszuwischen“, ist recht hoch. Allerdings hat Goliath die Grenze weit überschritten. Nicht nur meine, sondern die vieler anderer auch. Und da schreit mein Gerechtigkeitssinn: Jetzt reicht`s. Ich muss den Mund aufmachen und die Wahrheit sagen. „Keine Feigheit vor dem Feind“. Meine Oma wäre stolz auf mich, wenn sie wüsste, dass ich mir die ungerechte Behandlung nicht gefallen lasse.

Ich werde mir also die kleinen Steine von David ausleihen und die Schleuder und dann versuche ich genau dasselbe, was der gute David vor ein paar tausend Jahren geschafft hat, Goliath direkt vor die Stirn zu treffen, damit es endlich etwas mehr Gerechtigkeit gibt.

*Die zitierten Texte aus den Weisheitskarten sind Auszüge.

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Frei sein. Große Freiheit. Egal ob klein oder groß? Lieber groß, wenn ich mich schon entscheiden muss. Muss ich das? Will mich nicht entscheiden, sondern einfach frei sein. Nicht vom Leben leben lassen, selber Leben bestimmen, das ist die Devise. Vielleicht ist die Freiheit zu groß für mich. Sie nimmt mir den Atem, macht mir Angst, weil ich keine Sicherheit habe und einfach den Sprung in den Abgrund wagen muss, es keine Garantie dafür gibt, dass ich heil unten ankomme. Alles Neue macht mir Angst. Ich zweifele und denke, warum? Wie konntest du auf die Idee kommen, dass dies oder das klappen soll? Manchmal möchte ich einfach aufhören zu atmen. Mich nicht mehr rühren, nicht mehr mitspielen, mich einfach in Luft auflösen.

Mein Bild von mir und das der anderen passt nicht zusammen. Niemand kann mich kennen, denn ich verstecke mich hinter einem Lächeln, guter Laune und Zuversicht. Ich spiele ein sicheres, begeistertes Leben und wünsche mir eigentlich (dieses blöde Wort), dass mir jemand die Last der Verantwortung von den Schultern nimmt.

Ich bin neidisch und ich hasse diesen Wesenszug. Ich will nicht missgünstig sein, will anderen das gönnen was sie haben und zufrieden mit meinem Leben sein. Besonders da ich nicht einmal weiß, ob ich das will was andere haben. Ich möchte reisen und trau mich nicht. Es gibt Tage an denen wäre ich gerne allein. Niemand, der mich fragt. Niemand, der etwas von mir fordert und doch, scheine ich, ohne dieses Gebrauchtwerden nicht leben zu können.

Ich bin ein Kontrollmensch, habe immer Angst nichts geht mehr, wenn ich loslasse. Denke, dass es nur in einer Katastrophe enden kann, wenn ich die Verantwortung abgebe, dass ich alles geben muss, hundert Prozent. Ich möchte die Stille genießen und denke nur darüber nach, was ich als nächstes Sinnvolles tue.

Getrieben und oft erschöpft muss ich die Waffen strecken und fühle mich selten im Einklang mit mir. Was ist, wenn ich morgen sterben muss? Sind alle sicher, versorgt? Habe ich alles getan, damit sie es gut haben. Was bleibt von mir? Ein Bild, ein Stück Geschichte auf Papier? Ein paar Gedanken an die Frau, die ich gewesen bin?

Meine Wirklichkeit existiert auf dem Papier, weil ich befürchte, dass meine Realität zu schwer für andere zu ertragen ist. Meine Schattenseiten erhelle ich, damit sie nicht zu sehr auffallen und meine Ängste und Sorgen packe ich in Watte, damit sich keiner daran stößt, geschweige denn sie bemerkt.

Ich hasse es rücksichtslos zu sein, denn ich wurde so oft rücksichtslos behandelt, dass es für zwei Leben reicht. Ich möchte andere nicht entmutigen, denn ich wurde so oft entmutigt, dass von meinem Selbst kaum etwas übrig war. Ich möchte anderen nicht wehtun, denn mir wurden so oft Wunden geschlagen, dass meine Seele die Narben nicht mehr zählen kann.

Immer stelle ich mir die Frage: Wer bin ich? Was macht mich aus? Die Antworten bleiben im Nebel stecken. Wer weiß, vielleicht kann ich mich selbst nicht ertragen, wenn ich die Antworten wüsste. Denn wenn doch ab und an ein Fetzen meines Ich aus dem Unterbewusstsein hochkommt, dann schäme ich mich für meinen Egoismus.

Wünsche werden nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen und abgewogen auf der Waage meines Selbst. Darf ich Wünsche haben und wenn ja, sind es die richtigen?  Werde ich jemals ich sein können? Kann ich ertragen, wer ich bin? Ich fürchte, dass ich ein Kind in mir verstecke, das nicht herauskommen kann, weil ich es einsperre. Ein Kind, das die Schönheiten und Wunder dieser Welt niemals sehen wird.

Die Zeiten laufen dahin, mein Leben schwindet und ich habe das Gefühl noch hundert Jahre zu brauchen, bevor ich fertig bin und auch diese hundert Jahre sind zu wenig. Was habe ich gesehen? Was verwirklicht? Wer kann das verstehen, wer will sich meiner Finsternis stellen, wenn ich es nicht kann?

Ich trage diese Lasten mit mir. Meine unerfüllten Sehnsüchte, meine Wünsche und Ideen. Ich wünsche mir ein nächstes Leben. Eins mit mehr Stärke, Ermutigung und Kraft. Und eins mit weniger Ängsten, weniger Dunkelheit und mehr Licht. Aber ich fürchte, das wird mir verwehrt bleiben und ich muss versuchen dieses Leben zu nehmen, wie es ist und das Beste daraus machen. Egal wie schwer es mir oft fällt.

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Für meine Krankheit gibt es keine Heilung. Niemals! Sehnsucht ist unheilbar und das Sehnen hört auch nicht auf, wenn man ganz genau weiß, dass der Gegenstand der Obsession nicht erreichbar ist. Eher im Gegenteil. Etwas das man erreichen kann stillt das Verlangen, sobald man es hat und ein neues Ideal tritt an seine Stelle. Können wir einen Traum oder einen Menschen nicht erreichen, sei es aus Mangel an Fähigkeit oder Zeit und Entfernung, manchmal auch Geld, dann ist diese Sehnsucht wie ein Virus, der sich in unserem Herzen und unseren Gedanken festsetzt und uns keine Ruhe lässt. Das Feuer lodert höher, je weiter der Wunsch von uns entfernt ist.

Ich habe in einer Zeitschrift eine orientalische Weisheit gelesen: „Alles wächst, wenn man ihm Aufmerksamkeit schenkt. Wenn du also etwas loslassen willst, darfst du ihm keine Aufmerksamkeit schenken.“ – Dieser Satz geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe soviele Sehnsüchte, dass ich manchmal denke, wenn ich sie nicht in mir einsperre, fressen sie mich auf.

Die Frage beschäftigt mich: Was bin ich ohne meine Sehnsüchte? Jetzt bin ich Geschichtenerzählerin. Ich bin es, weil meine Sehnsucht nach dem Leben nicht gestillt wird. Nach Abenteuer, fremden Ländern, Erotik, Liebe und Romantik, Sonne und Meer. Ich habe von allem ein Bisschen, aber meine Lebensgier sagt mir, dass es nicht genug ist. Da muss mehr sein! Mehr von Gefühlen, von Erregungen, Aufregungen, mehr Musik, Tanz, mehr Sternstunden.

Was bin ich, wenn ich aufhöre meine Sehnsucht und meine Musen festzuhalten? Dann bin ich wie die Masse. Aufstehen, essen, arbeiten, Fernsehen (PC, Feiern), schlafen gehen. Ich kann nicht so sein oder besser, ich will nicht so sein. Etwas muss bleiben. Und seien es nur die paar schwarzen Buchstaben auf Papier (oder im WWW). Ein Gedanke, eine Geschichte, eine Inspiration von mir, die andere zum Schreiben anregt. Irgendetwas muss bleiben! Meine Zeit läuft. (Ich nehme an, dieser Gedanke treibt die meisten Kunstschaffenden an. Die Angst vor der Sterblichkeit.)

Ich bewundere Menschen, die loslassen. Ich kann es nicht. Ich möchte, die wunderbaren Augenblick anhalten, wenn die Sonne im Meer versinkt und am nächtlichen Himmel die ersten Sterne aufblitzen. Ich möchte, ewig dem Rhythmus des Meeres lauschen, wenn die Wellen ans Ufer schlagen. Den Wind spüren, der mir um die Ohren weht, die Gischt, die mich benetzt.

Alles auskosten, jede Minute, jedes Gefühl. Immer wieder. Mich nicht zufriedengeben, nur mit diesem einen Augenblick. (Ich hasse solche Sätze wie: Uns bleibt die Erinnerung.) Niemals Abschied nehmen von den Menschen, die ich liebe. Mir immer neue Geschichten ausdenken. Mich im Rausch des Schreibens, in meinem geheimen, zweiten Leben austoben, bis ich völlig darin versunken bin. Ich möchte, andere zum Nachdenken bringen, sie aufmuntern, ihre Träume zu verfolgen und nicht aufzugeben.

Vielleicht ist das Loslassen einfacher. Festhalten ist anstrengend, kostet Kraft und Mut für das zu kämpfen, was einem wichtig erscheint. Es kommt ein Tag, an dem werde ich loslassen müssen, aber bis dahin werde ich mich an diesem Leben festklammern. Egal, wie frustriert ich manchmal über meine eingeschränkten Möglichkeiten bin. Ich mag nach außen weich erscheinen, aber in mir ist ein Feuer, das mich solange weiter treiben wird, bis das letzte Stück Sehnsucht zu Asche zerfallen ist. So wie es aussieht, wird es also noch ein Weilchen dauern, bis ich loslasse, denn Sehnsucht ist Unheilbar.

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