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Posts Tagged ‘Muschelgehäuse’

Es ist soweit! Der lang ersehnte Urlaub liegt vor mir. Endlich ans Meer! Freier Blick bis zum Horizont und noch weiter. Der verbaute Alltag fällt von mir ab, die Verstellungen, das Hetzen und Jagen.

Endlich kann ich wieder ich selbst sein. Meinen eigenen Rhythmus finden, leben, atmen und denken. Keiner, er mich für seine Zwecke beansprucht, niemand mit dem ich reden oder Gedanken teilen muss. Ich beginne wieder hinzuhören, zuzuhören und zuerkennen, was in mir ist.

Die Wellen rollen an den Strand und verebben im Sand. Die Sonne lässt das Meer glitzern, wie Millionen Diamantsplitter. Ich kann nur noch sehen. Ich denke an nichts, nicht an Hunger oder Kälte, nicht an Wachen oder Schlafen. Mein Herz kann mit den Wellen an den Strand schlagen. Ruhig und gleichmäßig.

Die Möwen schreien im Wind, der meine Gedanken zerzaust und verweht. Mal Krause und mal Glatte. Der Sand unter meinen Füßen ist warm und weich, wie Watte. Die Wärme steigt in mir auf. Ganz langsam schmilzt der Panzer des letzen Jahres dahin und gibt die Seele wieder frei, die sich dahinter versteckt hat.

Die Kinderseele, die nichts anderes will als spielen, Sandburgen bauen, herumtollen, lachen, unbeschwert und fröhlich sein. Der es nichts ausmacht mit bonbonverklebten Fingern und eisverschmiertem Mund herum zulaufen. Die Kinderseele, die einfach alle Fünfe gerade sein lässt. Die weiß, wie man das Leben genießen kann, ohne Geld und Prunk.

Im Alltag vergesse ich oft, mich an den kleinen Dingen zu freuen, aber hier, in der unendlichen Weite des Meeres und des Himmels, in der mir jedes mal bewusst wird, wie klein und unbedeutend alles ist, begeistert es mich schon ein kleines Muschelgehäuse zu finden.

Und wie damals als Kind, als die Kleinigkeiten noch Gewicht hatten und ich den großen Dingen keine Bedeutung beimaß, halte ich es mir ans Ohr, schließe die Augen und höre dem Rauschen des Meeres zu. Mein Ich kehrt zu mir zurück.

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