Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Musen’

Schreiben, schreiben, schreiben – den Kopf in Geschichten – nichts ist besser, als von den Musen geküsst zu werden und sich mit Leidenschaft in den Fluss zu werfen. Nicht verzweifelt rudern zu müssen, sondern sich dem Strom zu überlassen, mal hier hin, mal dorthin getrieben werden und alle Eidnrücke aufnehmen.

Schreiben ist meine Leidenschaft. Wie sehr ich es verfluche, wenn ich im ausgetrockeneten Flussbett stehe, so sehr liebe ich es wenn ich mit der Strömung ins Meer gezogen werde.

Kreativität lässt sich nicht zwingen, so wie Liebe sich nicht zwingen lässt – sie kommt herangeflattert und setzt sich nieder, wenn sie will – aber man kann einiges tun, um sie zu locken. Kleine süße Häppchen auslegen und abwarten, den Moment achten und sie sanft halten. Quetschen oder einfangen nicht erwünscht!

Es hat jetzt beinahe ein halbes Jahr gedauert, in dem ich nicht so schreiben konnte, wie ich es mir gewünscht habe. Ich musste andere Formen der Kreativität wiederentdecken, lernen Geduld zu üben und mich auch mit wenigen Sätzen zufrieden zu geben.

Ich habe ein 365 – Tage – Projekt gestartet, einen Fotoblog angelegt: https://schreiberlebensbilderbox.wordpress.com/ und hunderte Blätter Tagebuch geschrieben, mit einem befreundeten Schreiber eine Geschichte ausgedacht, zwei kleine Reisen unternommen, mich mit Schiller, Goethe und Weimar auseinandergesetzt und sehr oft laut Musik gehört. Für alles gibt es eine Zeit.

Jetzt kommt ein neuer Abschnitt. Ich habe Verträge für zwei Bücher unterschrieben. Einen Band mit erotischen Kurzgeschichten und einen erotischen Tagebuchroman. Das bedeutet schreiben, schreiben, schreiben und ist natürlich eine unglaubliche Motivation.

Schreiben ist meine Leidenschaft, egal wie lang oder kurz meine Texte sind – ob sie eine Person liest oder viele – und nichts ist mit dem Flow zu vergleichen, alles andere tritt dahinter zurück.

Ich wünsche euch allen ein wunderbares Wochenende. Lasst euch von den Musen küssen und genießt den Flow!

Eure Caro

 

Read Full Post »

Lieber Rilke,

warum du es bist, dem ich einen Brief schreibe, magst du dich fragen? Du bist der Dichter meines Herzens. In deinen Versen finde ich mich wieder. Sie rühren mein Herz, dringen tief in meine Seele. Sie sprechen von Liebe, unendliche Liebe. Wie sehr sehne ich mich danach, ich glaube, du hast es gewusst. Du hast das Gefühl gekannt, wie es sich anfühlt, ineinander aufzugehen, den Atem des anderen zu trinken, reines Gefühl sein – gleichgültig, ob dieser Rausch uns in den Abgrund stürzt oder in den Himmel hebt. Du musstest es tun, so wie ich nicht anders kann.

Wenn ich liebe, kann ich es nicht halb. Ich kann meinen Verstand nicht erhören, auch wenn ich weiß, dass mich meine Leidenschaft verschlingt, mein Leben völlig auf den Kopf gestellt wird. Ich muss mich hingeben – nichts ist wichtiger, einzig die Liebe.

Kein Geld, kein Erfolg, kein Ziel kann die Liebe aufwiegen. Nur sie erfüllt mich so vollständig, lässt mein Herz rasen, mein Blut kochen, meine Gedanken, wie Wirbelwinde dahinstürmen. Liebe erschafft – ist der Treibstoff der Musen – Liebe zerstört.

Liebeslied von R.M.Rilke

Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand? O süßes Lied.

Wie soll ich meine Seele halten, wenn mich die Liebe überwältigt? Ist es nur die Anziehung des Neuen, fremder Haut? Oder ist es tiefer, eine lang herbei gesehnte Seelenverwandtschaft, die sich aufschwingt, bis die Kraft erlahmt und ausbricht?
In diesen Augenblicken, wünsche ich mir weise und abgeklärt zu sein. Mir zu sagen, lass die Finger davon, du weißt, dass es ein gefährlicher Weg ist. Doch mein Körper erinnert sich an die euphorischen Gefühle, den Höhenflug, die Energie, die mein Schreiben antreibt. Wer kann der Liebe widerstehen?

Folgen wir unseren Gefühlen, dann können sie unser Leben aus allen Angeln heben, folgen wir ihnen nicht, zehrt uns die Sehnsucht aus. Immer ist da diese Frage: Was wäre wenn?

Aus Traumgekrönt von R.M.Rilke

Und wie mag die Liebe dir kommen sein?
Kam sie wie ein Sonnen, ein Blütenschnein,
kam sie wie ein Beten? – Erzähle:

Ein Glück löste leuchtend aus Himmeln sich los
und hing mit gefalteten Schwingen groß
an meiner blühenden Seele…

Das war der Tag der weißen Chrysanthemen, –
mir bangte fast vor seiner schweren Pracht…
Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmen
tief in der Nacht.

Mir war so bang, und du kamst lieb und leise, –
ich hatte grad im Traum an dich gedacht.
Du kamst, und leis wie eine Märchenweise
erklang die Nacht…

Der Virus Sehnsucht. Er schlummert tief im Herzen. Plötzlich rührt ihn jemand an und es geschieht. Der Virus breitet sich unaufhaltsam aus. Erfasst jede Zelle unseres Körpers. Verliebtsein ist der aufregendste Zustand, in dem wir uns befinden können. Er ist einfach da. Ohne Sport, Siege, Erfolgserlebnisse. Einfach so. Der Funke springt über und der Virus ist nicht aufzuhalten.

Lieber Rilke, Herzensdichter, ich glaube du kannst verstehen, wie es ist, diese unfassbare, schwindelerregende, lichterloh brennende Liebe zu spüren. Was auch passiert, es fühlt sich so verdammt gut an! Alle Sinne geschärft, der Körper aufgeladen mit Energie, ein Übermaß an Inspirationen im Kopf, die jubelnde Seele.

Es gibt noch vieles, dass ich mit dir bereden möchte, und wer weiß, eines Tages …

Dir zugetan auf ewig

Deine Lea

Read Full Post »

Zeitklang

Die Zeit klingt

In meinen Ohren

Mal süß

Mal bitter

 

Begleitet meinen Weg

Höre sie im Traum

Glockenhell und zart

Dröhnend und machtvoll

 

In allem erkenne ich

Die Stimme die mich ruft

Mich immer gerufen hat

Ich verstand sie nicht

 

Sie schlug mit aller Macht

An mein Herz

Öffnete meine Seele

Warf mich in den Strom

 

Die Musen trugen mich

Auf den Schwingen der Inspiration

Lernte ich dem Klang zu folgen

Bis ans Ende der Zeit

Read Full Post »

„Ich habe einfach kein Glück. Ich habe Unglück und das abonniert.“
Soll ich so die Geschichte beginnen? Ist das ein erster Satz, der den Leser in die Story hinein saugt und von der er nicht mehr loskommt? Verdammt! Warum haben mir Hemingway, Fitzgerald, Kästner und wie sie alle heißen, die ganzen guten ersten Sätze vor der Nase weggeschnappt? Nun sitze ich hier, im 21. Jahrhundert und zermartere mir das Hirn nach dem ultimativen ersten Satz, den der Lektor des Verlages XY liest und bum bang! Ich habe den Vertrag!
Aber ich habe einfach kein Glück. So oft ich eine Geschichte anfange, stolpere ich über ihn. Diesen ersten Satz. Meine persönliche Nemesis. Vor mir das weiße Blatt Papier und oben, ganz oben am Rand der Satz. Sobald ich den Punkt setzte, bin ich wie paralysiert. Mein Blick klebt an den Buchstaben, wie Sirup. Ist er das? Der Satz der Sätze? Kann es wahr sein, dass diese paar Worte, jedes für sich allein schlicht und einfach, aber in ihrer Gesamtheit, den Satz bildeten, der mich reich und berühmt macht?!
Ich habe das Unglück abonniert, wie soll also des Glückes goldener Strahl mich treffen und mir diesen unvergleichlichen Satz eingeben? Man schreibt einen guten Text, in dem man die schlechten oder überflüssigen Worte weglässt, erzählt der Dichter. Doch in unserer Zeit, in der ein moderner Mensch weder an Wunder noch an Musen glaubt, wer soll ihm denn den Satz des Ruhmes eingeben? So schreibe ich, Tag für Tag, Jahr für Jahr, schreibe ich. Tausende und Abertausend erste Sätze. Ganze Bücher könnte ich mit ihnen füllen, doch wozu – sie führen zu nichts. Sind sie doch immer nur ein Funke, der aufflammt und verglüht. Wortmeteore am Himmel meiner Gedanken, nur geschaffen für den Augenblick. Denn ich habe kein Glück.

Der Text entstand aus einem Satz, den eine meiner Mitschreiberinnen schrieb. In unserer Schreibrunde suchte jede Schreiberin einen Satz aus ihrem Text, der ihr besonders gefiel. Diese wurden dann auf Zettel geschrieben und verlost. Ich zog den dick gedruckten Satz am Anfang des Textes. 🙂

Read Full Post »

Die Hälfte des Weges ist vorüber

Was kommt kann niemand wissen

Ich werde es überleben

Bis meine Reise zu Ende ist

 

Mein Odem ausgehaucht

Füllt dann das Meer der vergangenen Zeit

Die verflossenen Jahre eilten dahin

Verwoben das Einerlei mit Glück

 

Die Treffen mit meinen Brüdern

Unser Blut dicker als Wasser

Die Gespräche mit meiner Oma

Ihre zeitlose Weisheit und Liebe

Die schöne Zeit mit den Kindern

Sie alle ein Geschenk des Lebens

 

Die Anwesenheit guter Freunde

Männer die ich geliebt habe

Männer die mich geliebt haben

Wahnsinns Sex

 

Inspirationen guter Bücher

Jedes Wort ein Glücksgefühl

Die Euphorie zu schreiben

Musen die mich geküsst haben

Liebe die niemals endet

Mein Geist in Ekstase

 

Das Geräusch der Brandung

Das Leuchten der Sterne

Der Geschmack von Vanilleeis

Der Duft von Lavendel und Schnee

Musik für jede Lebenslage

 

Pläne die wir schmiedeten

Pläne die wir ausführten

Träume die uns trugen

Träume die uns antrieben

Tränen lachen

Und unter Tränen lachen

 

Der höchste Punkt ist überschritten

Der Ausblick war fantastisch

Die Wanderung führt jetzt ins Tal

Zeit für die letzten Dinge

 

Mein Leben in meiner Hand

Nicht getrieben werden

Selbst bestimmen

Meine Muse über alles lieben

Hingabe mit meinem ganzen Sein

 

Meine Arbeit wollen

Überholtes aussortieren

Neues aufnehmen

Folgerichtig Handeln

Zeit nicht nutzlos vergeuden

 

Schwarze Löcher meiden

Auf der Milchstraße tanzen

Über mir die goldenen Erinnerungen

Als Sterne an meinem Himmel

Dem Fluss zu folgen bis zum Meer

Loslassen ohne Reue

Read Full Post »

Das Schlimmste, das einem Schriftsteller passieren kann: nicht schreiben zu können. Nicht aus Mangel an Einfällen oder aus Unlust. Das ist es nicht. Nein es ist das Leben, das mich hinderte. Qualvoll 1000 Worte im Kopf zu haben und nicht in Sätze fassen zu können, weil ich mich in meinen Gedankenlabyrinthen verlaufen habe. Mir meiner Unzulänglichkeit bewusst zu sein, mich für nutzlos zu halten.

Ein Künstler ist sich nur zu oft seiner Schwächen bewusst. Im Zustand der Untätigkeit um so mehr. Zu schreiben ist der Himmel, auf Wolken gehen, mit den Vögeln zu fliegen, in die Tiefen der Ozeane zu tauchen.

Schreiben ist lieben. Lieben wie im Rausch des ersten Verliebtseins. Immer wieder lieben. Jede Zeile Liebe, wie beim ersten Mal. Wortemelodien weben, auf Wortteppichen gehen. Lieben.

Tausendmal verliebt sein, wer kann das schon von sich sagen? Ich liebe immer wieder. Ein Paar schöne Augen, ein Lächeln, eine Stimme, die mich betört, Hände mit schönen Fingern, ein Mund, der alles verspricht. Eine Blüte, Blau, Wogen, eine Perle, der Wind, Regentropfen, der Geruch von Erde, frischem Gras, eine Melodie, die sich in dem einen magischen Moment mit meinen Gefühlen verbindet. Es gab eine Geschichte, bei deren Schreibprozess ich nur eine Band hörte. Beinahe vier Wochen lang.

Ich muss lieben, ob glücklich oder unglücklich spielt keine Rolle. Die Musen fragen nicht danach, was ich will. Sie geben und ich muss nehmen. Auch unglückliche Liebe ist Liebe. Die Musen geben dir einen Wink und du wirst aus Tränen Gold spinnen, wenn sie es bestimmen. Ich muss mich nur verlieben und wie von Zauberhand öffnen sich die Schleusen und schütten Worte aus. Segen oder Fluch. Ich frage mich nicht mehr. Es hat lange genug gedauert, es zu akzeptieren. Solange der Fluss nicht unterbrochen wird, ist alles andere unwichtig.

Ich mache mir kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich verliebt bin und meine Musen küsse. Mein Herz schlägt zum Zerspringen. Ich spüre keinen Hunger, keine Zeit, keine Müdigkeit. Aus meinem alles verschlingenden Rausch tauche ich erst wieder auf, wenn das letzte Wort geschrieben ist. Dann erfahre ich das schrecklichste Gefühl der Welt: verlassen zu werden.

Sie verlässt mich. Meine große Liebe geht und das Furchtbare ist, ich bin schuld daran. Ich kann es nicht aufhalten. Ich schreibe und schreibe. Wort für Wort, Blatt für Blatt. Ich liebe mit allem, was ich bin. Meinem Geist, meinem Körper und meiner Seele. Bis zu dem letzten Punkt. An dem mir das Herz bricht. Auf jede große Liebe folgt großes Leid. Immer wieder. Daran kann man sich nicht gewöhnen. Ich habe schon überlegt, mich nicht mehr zu verlieben, aber wer kann sich nicht verlieben? Ich kann mich nicht, nicht verlieben. Es passiert und ich tu`s. Ohne nach den Konsequenzen zu fragen.

Was würde ein Therapeut dazu sagen? Lasst mich überlegen:  – „Wie geht es ihnen damit?“ – „Super!“ – „Wie fühlen sie sich?“ – „Wie die Königin der Welt.“ – „Wie wollen sie damit umgehen?“ – „Ehrlich gesagt: gar nicht.“

Gut, ich leide mit meinen Figuren bis zum Herzzerbrechen, aber ich tanze auch mit ihnen. Ich leide, wenn die Geschichte zu Ende ist, aber ich weiß, Liebe ist unerschöpflich. Ich trauere und verliebe mich wieder, und wieder. Am liebsten bis in alle Ewigkeit. Aber die ist auch uns Schriftstellern nicht beschieden, bei aller Liebe. Bis auf das klitzekleine Bisschen, das in unserer Kunst überlebt. Jedes Wort, das gelesen, jedes Bild, das gesehen, jedes Lied, das gehört wird, bedeutet Liebe und ein kleines Stück Unsterblichkeit.

Wer sich den Musen hingibt, weiß was für ein Wahnsinnsgefühl das ist. Es macht süchtig! Einmal angefangen kann man nicht mehr aufhören. Keine Droge versetzt dich in so abgehobene Gefilde, wie die Kunst – bis auf die Liebe. Liebe füllt alles – Herz, Körper, Verstand.

Und endlich !!! bin ich wieder verliebt. Verliebt in dieses besondere Lächeln, den besonderen Blick, den frühen Morgen, die Stille der Nacht, die Sehnsucht, in die Freude, den Sturm, den heimlichen Kuss. Endlich wieder verliebt in das Schreiben.

Read Full Post »

Die Musen lassen herzlich grüßen und bewerfen mich mit ihren Küssen, auf die ich seit Tagen so sehnlich gewartet habe, für die ich mich quälte und die mich so bösartig verschmähten und jetzt donnern sie auf mich herunter wie ein Platzregen und ich habe keine Zeit sie alle aufzuschreiben, denn ich muss mich um die Alltäglichkeiten kümmern. Das schert die Musen aber nicht im Geringsten. Sie sitzen auf ihrer Wolke und essen Trauben oder spielen Harfe.

Wenn sie dir ihre Gunst schenken, dann nimm was du kriegen kannst und hoffe, dass die Ausbeute groß genug ist, die nächsten schlaflosen Nächte und die ruhelosen Tage zu füllen. Sonst sitzt du schneller als dir lieb ist, wieder vor deinem Papier und ringst nach Worten, die die weißen Blätter mit schwarzen Schriftzeichen füllen, die dein Fieber entfachen und am Brennen halten.

Es ist der Wahnsinn auf Raten. Schreib was du kannst! Der Kopf ist so voller Gedanken, die sich hin und her drehen, sich verdichten, auflösen, ineinander fließen, auseinander perlen wie Quecksilber. Ich halte das nicht aus. Ich will jetzt nicht denken, nicht erzählen, nicht dichten, nicht fantasieren. Aber es geht nicht, eine unmögliche Möglichkeit. Es verfolgt mich bis in meine Nächte. In meinen Träumen höre nichts außer meinen Gedanken.

Welt geh an mir vorbei, damit ich aus meinen Schätzen Geschichten spinnen kann, um endlich wider Ruhe zu finden.

 

Read Full Post »

Musen(küsse)

Braucht ein Dichter (Künstler) eine Muse? Braucht er nicht unbedingt. Es gibt viele Texte, die mir ohne Muse einfallen, wenn man die Bedeutung des Wortes Muse nur auf Menschen bezieht. Schreiben entsteht aus dem Erleben, der Erfahrung, Erinnerung und den Kleinigkeiten, die unsere Umgebung hergibt.

Allerdings gibt es Zeiten, in denen ich ganz stark von einer Muse beeinflusst schreibe. (Namen werden nicht genannt, denn im Geheimins liegt die Würze. Die Musen ahnen oft selbst nicht, dass sie gerade eine sind.)Dadurch bekommt der Text eine andere Dimension. Er wird körperlicher, aufregender und intensiver. Die Muse beeinflusst das Denken und Sein. Ich möchte dazu ein Zitat von Dali anführen:

„Ein Kuss besiegelte meine neue Zukunft! Gala wurde das Salz meines Lebens, das Härtebad meiner Persönlichkeit, mein Leuchtfeuer, meine Doppelgängerin – ICH.“

Ich persönlich gehe nicht soweit zu sagen, dass ich mich in meiner Muse auflöse, aber ich gebe zu, es ist ein aufregendes Gefühl. Man wird in eine Art Verliebtheit versetzt, in der man leidet, da man das Objekt seiner Liebe nicht erreichen kann, und gleichzeitig in einem euphorischen Zustand schwebt, der das Leben in den buntesten Farben erscheinen lässt.

Die Palette reicht von dem Gefühl, dass einem das Herz bricht, bis zu der Illusion, alles ist möglich. Ich habe dann das Empfinden, ich wäre ich in einem verbesserten Zustand. Jünger, glücklicher, kreativer. Das drückt sich auf dem Papier aus. Auf der anderen Seite, erkenne ich die Aussichtslosigkeit meines Rausches und leide, auch das schlägt sich in meinen Texten nieder. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt.

Dann kommt irgendwann der Punkt und ich tauche wieder aus diesem ekstatischen Zustand auf und bin erstaunt, was ich alles zu Papier gebracht habe.

Das geht mir auch dann so, wenn ich es schaffe beim Schreiben völlig in meine Texte einzutauchen und mein Denken außen vor zu lassen. Es ist mein anders ICH. Die dunkle Seite des Mondes, die ich sonst keinem zeige. Sie ist immer existent, aber verborgen in mir.

Wenn mich die Musen küssen, schubse ich meinen inneren Kritiker in die Besenkammer, sperre ihn ein, und tanze die ganze Nacht. Wie die Prinzessinnen in dem Märchen: die zertanzten Schuhe. Sie machen ihren Aufpasser betrunken, sodass er fest schläft und nicht bemerkt, dass sie verschwinden und zum Tanz ausgehen. Am nächsten Morgen sind dann alle Schuhe vom Tanzen kaputt.

Ich brauche von Zeit zu Zeit eine Muse, um meinen Bewacher einzuschläfern, weil ich diesen rauschhaften Zustand der Zügellosigkeit herrlich verwegen finde und jede Minute davon genieße und auskoste.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: