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Posts Tagged ‘Nachklang’

Mein Anfang des Rundenromans. Der erste Satz (Anfänge wurden gezogen) lautete:

Ich erwachte und hörte Klopfen auf Glas. Zuerst dachte ich, es war das Fenster, dann bemerkte ich, dass es vom Spiegel kam. Da ich von Natur aus kein ängstlicher Mensch bin, stand ich auf, um dieses merkwürdige Phänomen näher zu betrachten. Mir fiel auf, dass die Ränder des riesigen Barockspiegels angelaufen waren, als hätte eine eisige Nacht Raureif auf ihn gelegt.

Ich streckte meine Hand aus und ließ meine Fingerspitzen über die Oberfläche gleiten. Tatsächlich fühlte sie sich kalt und rau an, wie Eisblumen am Fenster. Ich trat noch einen Schritt näher, um den Rest der Oberfläche genau in Augenschein zu nehmen. Weiter gab es nichts Auffälliges zu entdecken. Hatte ich vielleicht alles nur geträumt? Jäh ertönte das Klopfen. Ich sprang einige Schritte zurück, riss dabei einen Stuhl um, der krackend zu Boden fiel. Das Glas des Spiegels zitterte im Nachklang der Schläge. Unheimliche Stille trat ein. Ich hörte das Blut in meinen Ohren rauschen. Gebannt starrte ich auf den Spiegel. Ich erwartete, dass sich Risse auf der Oberfläche zeigten und sie zersprang. Nichts geschah.

„Rowenna“, erklang ein Flüstern, „Rowenna.“

Mein Name schwebte wie ein Echo durch das Schlafgemach. Meine Augen weiteten sich bei dem Bild, dass mir der Spiegel zeigte.

Mein zwei Worte für den nächsten Schreiber waren: Splitter und Zeit.

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