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Posts Tagged ‘Psychologie’

Charakterbeschreibung (vorläufig) aus meinem Anfang des Rundenromans aus Tag 87:

Rowenna Anderson:

Tochter von Grant und Mary Anderson, die aus altem Adel stammt, aber leider schon verstorben ist. Rowenna ist 28 Jahre, ledig. Lebt in Oxford mit ihrem Vater in einem Häuschen.

Arbeitet als Assistentin ihres Vaters. Er ist Historiker und interessiert sich besonders für alte Häuser, in denen es angeblich spukt. Er schreibt über die Geschichten der Geistererscheinungen.

Rowenna ist 1, 65 groß, normale Figur, halblange glatte blonde Haare und blaugraue Augen. Sie hat einen Abschluss in Psychologie. Mit Männern hat sie bis jetzt durchsetzte Erfahrungen gemacht und beschlossen, vorerst keine neue Beziehung einzugehen.

Sie ist taff. Schon seit ihrer Kindheit lebt sie in alten Häusern und ist nicht leicht zu erschrecken. Rowenna ist praktisch veranlagt. Sie mag besonders die zwanziger Jahre und kleidet sich gerne so. Ihr verstorbener Großvater mütterlicherseits legte Wert darauf, dass sie reiten und schießen kann. Sie ist belesen. Rowenna hat einen Hund, Morris, einen Mischling etwa Pudelgröße, der sie überall hin begleitet. Ihre beste „Freundin“ ist ein Jugendfreund, mit dem sie zur Schule gegangen ist. Laurence Henson. Er ist Polizist.

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Ich lese gerade Irvin D. Yalom: Und Nietzsche weinte. Ein sehr interessantes, gutes Buch.

Dr. Breuer versucht Nietzsche zu helfen und begibt sich, aufgrund Nietzsches Misstrauen, selbst in seine „Behandlung“.

Das Buch besteht im Grunde zur Hauptsache aus den Problemen des Doktors und der Krankheit Nietzsches, aus Gesprächen und Briefen. Der Beginn der modernen Psychoanalyse (Freud erscheint am Rande als Schüler Dr. Breuers, wie es tatsächlich gewesen ist) und der Philosophie Nietzsches.

Es geht um Ausübung von Macht, Gedanken und Wille, Triebbeherrschung und ebenfalls auf die Auswirkung dieser Dinge auf den Körper, die Seele.

Als Dr. Breuer Nietzsche offenbart, dass seine Gedanken zwanghaft immer wieder zu Anna O. (in Wirklichkeit Bertha Pappenheim, die er zusammen mit Freud „behandelt“ hat) zurückkehren und ihm das Leben vergällen, weil er weiß, dass sein Begehren niemals erfüllt werden kann, fragt Nietzsche: „Was würden sie denken, wenn nicht Bertha ihre Gedanken verstopfen würde?“

Eine sehr bedeutsame Frage! Mein Denken ist auch sehr häufig verstopft. Mit Gedanken, die, wenn man sie genauer betrachtet, total unnütz sind.

Wie denken andere über mich?

Ich werde es wohl kaum erfahren.

Wie sinnvoll ist es zu schreiben, wenn ich keinen Verlag finde, der bereit ist, meine Geschichten zu drucken?

Ist es nicht genug Sinn an sich?

Verdammt schreib einfach …

Ich habe die Hälfte meiner Zeit erreicht und habe das Gefühl sie rast mir davon. Ich werde niemals schaffen, was ich noch will.

Statt darüber nachzudenken, sollte ich mich einfach daran machen, meine Wünsche umzusetzen. Mal sehen, wie weit ich komme.

Was hätte in meinem Leben anders laufen können?

Eine Menge, aber ändern lässt sich das heute nicht mehr. Ich lebe vorwärts und nicht rückwärts.

Warum will ich soviel und kann mich so unheimlich schlecht mit dem zufriedengeben, was gerade ist?

In der Lehre Buddhas gibt es das unheilvolle Anhaften an Dinge, die man nicht ändern kann. Ich verspüre den Wunsch, den Dingen nicht mehr verhaftet oder geradezu verklebt zu sein.

Warum fällt mir das so schwer? Bin ich zu schwach mich zu lösen?

Wieso hackt der innere Zensor immer wieder auf mich ein, auch wenn mir mein Kopf sagt, dass ich nicht auf ihn hören soll?

Warum höre ich bloß auf diesen Idioten und lasse mich von seinen Gemeinheiten lähmen?

Hundert Gedanken lauern mir auf. Ich muss die winzigen Pausen nutzen, um schnell einen Text hinzuwerfen. Manchmal gelingt es mir, die Verstopfung für eine längere Zeit zu vermeiden, aber sobald ich für einen Moment locker lasse, spülen diese üblen Gedanken wieder hoch und der Durchgang ist zu.

Verflixt! Warum gibt es keinen Schalter die Gedanken abzuschalten?

Weil ihn keiner eingebaut hat.

Es stimmt, ich kann schlechte Gefühle nicht gut aushalten. Ich versuche durch Tätigkeit meine kreative Blockade zu kompensieren, was im Umkehrschluss aber das kreative Tun unterbindet. Immerhin habe ich auch nur zwei Hände. So bin ich zwar nicht völlig tatenlos, aber was ich mir wünsche, nämlich zu schreiben – endlich wieder eine Geschichte zu Ende zu schreiben, geschieht nicht. Das treibt mich weiter in die Blockade und dem Zensor in die Arme.

Manchmal denke ich, wenn ich endlich einen Verlag fände, dann würde sich das ändern. Säuselt mir mein Kritiker ein: Wenn du einen Verlag findest, dann bezeugt das dein Talent. Blödsinn! Ich kenne genug Bücher, die grottenschlecht sind (Stil, Inhalt, Figuren, Adjektive, Erzählfluss, Spannung usw.), einen Verlag gefunden haben und von denen Kritiker behaupten sie sind ein großer Wurf.

Am Ende zeigt das Ganze: Mein Denken könnte sich mit den wichtigeren Dingen beschäftigen. Ich könnte in Ruhe meine Geschichte schreiben, ohne an Verlage zu denken. Einfach aus Spaß. Geschichten müssen erzählt werden und was macht es, ob sie nur von ein paar Menschen gelesen und für gut befunden werden oder von tausend?!

Das muss es wohl sein. Loslassen. Diesen kleinen eitlen Gedanken: gedruckt werden. Nicht so einfach, wenn man etwas mit so großer Leidenschaft betreibt, so davon eingenommen ist und diese Begeisterung teilen will.

Schön, wenn man die anderen Menschen durchschaut und sich selbst doch das größte Rätsel ist. Nun, so wird mir wenigstens nicht langweilig. Ich versuche die Stränge meines Lebens/Denkens zu entwirren, und dabei meiner Leidenschaft zu frönen. Schreiben.

Ergibt das alles einen Sinn? Vielleicht. Vielleicht nicht. Wer weiß, möglicherweise finde ich eines Tages die Antwort auf diese doch sehr komplexe Frage. (Und tatsächlich hält mein innerer Zensor gerade seine große Klappe und lacht mit mir. Sehr, sehr wohlwollend.)

 P.S.: Wer sich für Psychologie (Philosophie) interessiert, sollte sich unter Irvin D. Yaloms Büchern einmal umsehen. Sehr gut geschrieben!

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