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Posts Tagged ‘Reiher’

Ich weiß, ich weiß … Winter, Schnee usw – aber für ein paar warme Gedanken ist hiermit gesorgt. *g*

Es war ein heißer Julinachmittag. Die Straßen von Paris waren staubig, unangenehme Gerüche stiegen aus der Gosse und die Hitze drückte aufs Gemüt. Tagelang herrschte diese schwüle Hitze schon. In meiner kleinen Dachkammer war es kaum zum Aushalten, obwohl ich alle Fenster geöffnet hatte. Ich lag auf meiner alten Couch, nur mit einem dünnen Spitzenunterrock bekleidet und fächelte mir Luft zu. Einen Unterschied in meinem Befinden machte das nicht, aber das Fächeln gab mir wenigstens das Gefühl nicht untätig zu sein.

Eigentlich hätte ich an meinem Bild weiterarbeiten müssen, das halb fertig auf der Staffelei stand. Die Hitze trocknete meine Ölfarben ein und das verdunstende Terpentin machte das Atmen doppelt schwer. Mister Miller, der Auftraggeber des Bildes, wollte am Abend vorbei schauen, um den Fortschritt des Meisterwerkes zu begutachten. Das Geld konnte ich gut gebrauchen, ebenso die Folgeaufträge, die ein solch spektakuläres Gemälde nach sich zog. Doch ich konnte mich einfach nicht aufraffen zu malen.

Mister Miller wollte ich allerdings auch nicht treffen, also beschloss ich mich anzukleiden und den Abend nicht zu Haus zu verbringen. Träge suchte ich ein leichtes Leinenkleid aus meinem Schrank, zog es an, suchte nach meinen Sandalen, meinem Sonnenschirm und machte mich auf den Weg zum Fluss.

Bei der Hitze war es entschieden zu weit, den Weg vom Montmatre bis an die Seine zu Fuß zurückzulegen. Ich winkte einer Mietdroschke, die vorbei fuhr, lächelte den Kutscher mit aller Liebenswürdigkeit an, zu der ich fähig war. Er beförderte mich zu einem Sonderpreis an mein Ziel. Zu dieser Jahreszeit, in der jeder, der es sich leisten konnte aufs Land flüchtete, waren schlechte Zeiten für Droschkenkutscher.

Der Fluss floss genauso träge dahin, wie ich mich selbst bewegte. Einige Boote mit weißen Segeln trieben auf der Strömung dahin, unter den Brücken lagen einige Bettler und schliefen, während Weindünste von ihnen aufstiegen, die ich sogar riechen konnte, obwohl ich in gebührendem Abstand vorüberging.

Mein Weg führte mich immer weiter am Ufer entlang, hinaus aus der Stadt. Unmerklich veränderte sich die Landschaft. Aus den großen Häusern wurden kleinere, Trauerweiden hingen über die Böschung am Ufer in den Fluss hinab und an einer flachen Stelle sah ich einen Fischreiher reglos auf Beute warten. Ich setzte mich unter einen Baum und wartete mit ihm, als er plötzlich zustieß und eine silbrige Forelle im Schnabel hielt. Er flog davon. Ich setzte meinen Weg fort, bis zu dem kleinen Bootssteg gegenüber der Kapelle Saint Jean. Von hier hatte ich einen guten Ausblick über die Weizenfelder und grünen Wiesen, auf einige Weingärten und den baumbewachsenen Friedhof, neben der Kapelle.

Auch hier lag eine große Hitze auf dem Land, die aber von einer leichten Brise hin und her bewegt wurde. Ich setzte mich auf den Steg, zog meine Sandalen aus, ließ meine Füße im Wasser baumeln und genoss das kühle Nass. Nachdem ich dort eine Weile selbstvergessen gesessen hatte, beschloss ich etwas weiter zu gehen und eine versteckte Stelle unter einer Trauerweide zu suchen, an der ich ohne gesehen zu werden ungestört baden konnte.

Unter einer großen Trauerweide, die weit über die Uferböschung hinaus ragte, streifte ich mein Kleid und meinen Unterrock ab und ließ mich ins Wasser gleiten. Meine erhitzte Haut sog die angenehme Kühle des Wassers auf. Ich schloss meine Augen und stellte mir vor, jeden Wassertropfen auf meinem nackten Körper zu spüren, wie Finger die mich sanft streichelten.
Plötzlich umfingen mich zwei starke Arme. Ich zuckte zusammen, wollte mich wehren, als eine sanfte dunkle Stimme sagte:

„Bitte wehr dich nicht, ich will dir nicht wehtun.“

Wie in Trance ließ ich ihn gewähren.

„Schließ die Augen, lass dich fallen, du wirst sehen wie schön das ist“, flüsterte er an meinem Ohr.

Ich gehorchte. Eine Gänsehaut überzog meinen Körper und meine Brustspitzen richteten sich auf. Er zog mich zu sich heran, ich spürte seine muskulöse Brust an meinem Rücken und lehnte mich zurück. Seine Körperwärme begann mich zu durchströmen, seine Lippen glitten über meinen Hals, meine Schultern. Seine Hände erforschten zärtlich und geduldig jede Stelle meines Körpers und meine Gedanken, die sich anfangs noch ängstlich in meinem Kopf drehten, begannen zu verblassen und meinen Gefühlen Platz zu machen. Er redete leise mit mir, wunderschöne Worte durchflossen mich und steigerten meine Erregung.

Es war ein Traum, es musste einer sein! Aber seine Hände, seine Lippen, sein Körper waren nur zu wirklich und als er spürte, dass jeglicher Widerstand hinweggeschwemmt war, drehte er mich zu sich und kam zu mir. Ich presste mich an ihn und als er sich langsam und immer tiefer bewegte, begannen Wellen über mich hinweg, durch mich hindurch zu gleiten. Wir genossen unsere Lust, bis zur Erschöpfung.

Als er mich später im weichen Gras in den Armen hielt, küsste er mich zärtlich und sagte mir seinen Namen ……

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Nicht weit von hier, höchstens fünf Minuten, liegt der große Kurparksee. Dort gibt es zwei Cafés. Das Schweizer Hüsli und die Teichhausterrassen. Beide sehr idyllisch gelegen. Das Schweizer Hüsli liegt unter riesigen Bäumen und die Teichhausterrassen liegen direkt am See neben dem Bootsverleih. Das Ganze hat etwas Italienisches. Die Bäume, unter denen die kleinen Tische stehen, der Ausschankraum, der in einem Gewölbekeller liegt, über dem sich in einem altrosa Farbton ein älteres Haus mit einer großen Terrasse erhebt. Es sieht aus wie ein altes Weingut.

Wenn ich in die Stadt gehen möchte oder zur Arbeit, kann ich durch den Park gehen. Es ist mein liebster Weg. Manchmal schiebe ich mein Rad, nur um durch den Park zu gehen.

Im Park gibt es viele verschiedene Wasservögel und Kleintiere. Besonders die Eichhörnchen sind putzig. Jedes Jahr brüten mindestens zwei Gänsepaare Junge aus. Noch nie habe ich so viele verschiedene Vögel auf einem „Platz“ gesehen.

Der Kurpark erstreckt sich fast durch den gesamten Ort und läuft in die Usaauen aus. Usa heißt der kleine Fluss, der durch Bad Nauheim läuft und vom Taunus her, aus der Nähe von Neu-Anspach, kommt. Sie fließt relativ natürlich, ohne allzu viele Eingriffe von außen, durch den Ort. In ihrem Wasser schwimmen viele Forellen und der Fischreiher nutzt sie als Nahrungsquelle.

In unserem Park stehen viele alte, dicke Bäume, verschiedenste Blumen und Büsche. An einer Stelle gibt es einen kleinen Wasserfall, der in einen Minisee mit Insel fließt und von dort in die Usa führt. Darüber führt eine alte Brücke aus Naturstein. Es hat etwas Märchenhaftes. Besonders an den Tagen, an denen über dem stillen See eine fast durchsichtige Schicht aus Wasserdampf schwebt.

Die Stadt Bad Nauheim hatte anlässlich der Landesgartenschau einen Planetenwanderweg anlegen lassen. Jetzt führt eine gedachte Trasse durch die Stadt. Von der Sternwarte auf dem Johannesberg aus, durch den nördlichen Kurpark, über den Bahnhof bis in den Goldsteinpark. Die Planeten sind von dem Künstler Rainer Landgraf hergestellt worden. Die Reihenfolge der Skulpturen entspricht der wirklichen und hat einen Maßstab von eins zu 2,8 Milliarden. Außerdem thematisieren die Skulpturen den mythologischen Hintergrund der einzelnen Himmelkörper.

Mir gefällt der Planetenweg und seine Verbindung zu den alten Mythen. Leider schien das Ganze nur Beachtung während der Landesgartenschau zu genießen. Inzwischen ist es im Park wieder sehr ruhig geworden, bis auf die Sonntagnachmittage, wenn das Wetter schön ist. Das ist mir aber recht, so habe ich mehr davon.

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