Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Rock’

Rad, schwarzer Rand, Draht, Kiste, schmal

„Dieses blöde Rad“, ich trat gegen den Rahmen, „ausgerechnet jetzt streikt diese blöde Kiste! Ich muss zum Vorstellungsgespräch.“

Mein Rock hing an einem losen Draht fest.

„Auch das noch! Hoffentlich macht das Ding kein Loch in den dünnen Stoff.“

Vorsichtig löste ich die beiden Komponenten von einander.

„Noch heil“, seufzte ich erleichtet, um gleich darauf in einen neuen Schrecken zu verfallen. Der weiße Stoff hatte einen schwarzen Rand. „Bestimmt vom Reifen. Ich muss dagegen gekommen sein.“

Ein Blick auf mein Smartphone sagte mir, dass ich keine Zeit hatte noch einmal nach Hause zu fahren und mich umzuziehen.

„Wenn ich noch weiter hier rumstehe, kann ich das Gespräch gleich sausen lassen“, murmelte ich.

Ich schloss das Rad an den Laternenmast, rannte die Straße hinunter. In letzter Sekunde erreichte ich den 23er Bus und schob mich durch die Falttür.

 

Read Full Post »

Er ist scheußlich, dachte ich, das schmuddelige Hemd, der furchtbare Geruch und dann diese Haare. Die hatten seit Urzeiten kein Shampoo mehr gesehen. Ein Schauer des Ekels lief mir über den Rücken. Nach der Beschreibung meines Chefs, blieb kein Zweifel, das war unser Mann.

Ich sollte den Lockvogel spielen und mich an ihn heran machen. Am liebsten hätte ich auf dem Absatz kehrt gemacht, aber Auftrag war Auftrag. Ich atmete durch und stöckelte auf meinen High Heels auf ihn zu. Verflixt diese blöden Schuhe. Eigentlich sollte Jenny hier sein, um diesen Mafiosi anzubaggern, aber die lag mit Grippe im Bett, gerade rechtzeitig. Ich versuchte so locker wie möglich zu sein, und lächelte den Don aufreizend an, als ich umknickte, den Halt verlor und stürzte. Kurz bevor ich zu Boden ging hielten mich zwei kräftige Händen fest und zogen mich zurück.

„Na kleine Lady, nicht so hastig“, sagte eine angenehme Stimme.

„Danke“, stammelte ich und verfluchte meinen Fauxpas. Ich hoffte, dass niemand das Messer an meinem Oberschenkel bemerkt hatte. Es war riskant bei sowenig Kleidung ein Waffenarsenal mit sich herum zu schleppen, aber dieser hässliche Mafiosi war für seine Brutalität bekannt. Ich wollte abgesichert sein.

„Ich sollte mir ihr Bein mal ansehen, dass sah eben gar nicht gut aus?“

Mein Retter sah mich lächelnd an.

„Nein danke, es geht schon“, lehnte ich ab.

„Sind sie ganz sicher?“

Er hielt meine Hand fest und zog einen Stuhl heran.

„Setzen sie sich. Es dauert nicht lange, ich kenn mich aus.“

Er drückte mich auf die Sitzfläche, kniete sich hin und zog mir den Pumps aus. Vorsichtig tastete er den Knöchel ab.

„Mein Name ist übrigens David, wie heißen sie?“

„Maja. – Ich glaube, dass ist nicht mein Fuß.“

Seine Hand war bis zu meinem Knie hoch gerutscht.

„Erwischt“, er lachte, „aber man kann es versuchen.“

„Aber nicht bei mir“, ich zog meinen kurzen Rock etwas höher und zeigte ihm das Messer, „ich kann damit umgehen.“

Statt verwundert oder erschrocken zu sein, sah er mich nur spöttisch an.

„Ich würde ihnen gerne meine Waffe zeigen“, sagte er eindeutig zweideutig, „aber ich will nicht, dass meine Tarnung auffliegt. – FBI“, raunte er.

„CIA“, ich beugte mich etwas vor, „was machen sie hier?“

„Das gleiche könnte ich sie fragen?“

Read Full Post »

Beim Dinner erwartete Anna und mich eine Überraschung. Wir waren nicht die einzigen Gäste, die sich in Stanford Park aufhielten. Lord Robert Gillingham mit seiner Schwester Lady Isabell, Prinz Niklas aus Russland, William Turner, ein guter Freund von Justin und zukünftiger Lord, mit seiner jugendlichen Schwester Henrietta und Edward Stanton, Justins Cousin.

Mister Stanton begrüßte mich herzlicher, als mir lieb war. Er sah mich mit unverhohlener Neugier an. Ich fühlte mich nicht wohl in meiner Haut. Anna war Williams Tischdame. Mir fiel auf, dass sie vom Charme des jungen Mannes sehr eingenommen war. Ich hatte Glück und saß zwischen Lord Gillingham und Prinz Niklas, die beide sehr unterhaltsam und sympathisch waren. Lady Isabell saß neben Justin. Seit sie gesehen hatte, dass Justin leise mit mir gesprochen hatte,  ließ sie ihn nicht einen Moment aus den Augen. Dabei fragte er nur, ob ich seiner Aufforderung gefolgt sei, mich auszuruhen. Ich möchte schließlich nicht zur Strafe im Kerker darben, antwortete ich mit einem Augenzwinkern. Justin lachte und Isabell hatte ihn ungeduldig fort gezogen.

Sie muss ihn sehr lieben, dachte ich, wen sie solche Angst hat ihn zu verlieren. Unablässig versuchte Isabelle Justins Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie lächelte, berührte ihn wann immer sich die Gelegenheit ergab, aber trotz Justins ausnehmender Höflichkeit, zeigte er kaum eine Gefühlsregung. Lord Robert und Prinz Niklas bemühten sich um mein Interesse und  ich begann mich zu entspannen. Sie waren geistreich und amüsant, und da ich nicht auf den Mund gefallen war, konnte ich gut mithalten. Mehr als einmal fingen wir uns tadelnde Blicke von Lady Amanda ein, die über unsere Heiterkeit nicht sehr erfreut zu sein schien. Aber was machte das schon. Ich hatte mich seit langem nicht mehr so wohl gefühlt. Besonders, als mir die beiden von ihren spannenden Exkursionen in den vorderen Orient berichteten.

Allerdings entging mir nicht, dass Lady Amanda mit Justins Cousin tuschelte und zu mir herüber sah. Das unangenehme Gefühl beschlich mich erneut. Etwas stimmte nicht. Als ich zu Justin hinüber sah, der mich aufmerksam beobachtete, lächelte ich  ihm dankbar zu und er erwiderte meinen Blick mit einem Kopfnicken. So schob ich diese Gefühle in das Reich der Einbildung. Lady Isabell bemerkte unsere wortlose Verständigung und warf mir einen giftigen Blick zu. Sie hielt es für angebracht Justin den ganzen Abend völlig mit Beschlag zu belegen. Aber da Lord Robert und Prinz Niklas nicht von meiner Seite wichen, hätte ich ihm sowieso nichts von meinem Misstrauen erzählen können.

Die vielen neuen Eindrücke, die Gespräche und die Komplimente von Prinz Niklas und Lord Robert ließen mich in dieser Nacht nicht zur Ruhe kommen. Wer war der, der er war? Lady Amanda und Justins Cousin waren mir sehr suspekt, obwohl sie sich tadellos benahmen. Prinz Niklas war sehr liebenswürdig. Allerdings trug er seine Komplimente so dick auf, dass ich mich fragte, welche Frau ernsthaft glauben könnte, was er sagte. Vielleicht war das in dieser Welt der höheren  Gesellschaft nicht wichtig, aber für mich war es das. Ich schätzte Offenheit und Ehrlichkeit, so wusste ich woran ich war. Lady Isabell neigte ebenfalls zu solch offensichtlicher Übertreibung. Sie warf sich Justin so vehement zu Füssen, dass ich ihr am liebsten gesagt hätte, dass sie einen aussichtslosen Kampf führte. Justin ließ sich nicht einfangen. Er war ein Jäger und wollte selber fangen.

Davon abgesehen war er sicherlich der ehrlichste Mensch in diesem eigenartigen Haus. Seine Aufrichtigkeit grenzte ans Schonungslose. Immerhin wusste jeder was er erwarten konnte. Am besten gefielen mir William und seine liebenswürdige Schwester Henrietta. William war zurückhaltend und machte doch keinen Hehl aus seiner Meinung, wenn er gefragt wurde. Anna hing an seinen Lippen. Wenn ich nicht falsch lag, hatte sie sich Hals über Kopf verliebt und William war sicherlich keine schlechte Wahl.

                                                               4

            Ich erwachte im dämmrigen Morgenlicht. Mein Kopf tat mir weh von den vielen Gedanken und vom Wein, den ich nicht gewöhnt war. Ich beschloss auszureiten. Lady Amanda hatte durchblicken lassen, dass sie Anna und mich am Vormittag einer „Verschönerung“ unterziehen wollte. Um diese Tortour zu ertragen brauchte ich vorher noch etwas Ablenkung. Unbemerkt schlich ich mich aus dem Haus, eilte durch den Kräutergarten hinter dem Haus und erreichte die Stallungen. Brego schanubte als ich den Stall betrat. Unruhig stampfte er in seiner Box hin und her.

„Ja, mein Guter, du brauchst Bewegung.“

„Ich glaube auch.“

Erschrocken fuhr ich herum. Justin! Vor ihm gab es kein Entkommen.

„Haben sie mich erschreckt!“

„Verzeihung. Aber irgendwie musste ich mich bemerkbar machen.“

Er lächelte und es schien ihn zu amüsieren, dass er mich wieder einmal erwischt hatte. Justin führte Thunder am Zügel und ich musste zugeben, dass er in seinem Reitdress fantastisch aussah. Die Stiefel waren blank gewienert und jedes Kleidungsstück saß tadellos.

„Jonny, sattle das Pferd der Lady. Wir wollen ausreiten“, rief er dem Stallburschen zu.

Jonny machte sich mit flinken Händen an die Arbeit.

„Das wird Lady Isabell aber gar nicht gefallen, wenn sie erfährt, dass sie alleine mit mir ausreiten“, neckte ich Justin.

„Sie müssen es ihr ja nicht sagen, ich bin niemandem verpflichtet“, war die kühle Antworte

„Komm sie, ich will ihnen das Meer zeigen!“

Justin schwang sich in den Sattel und Jonny half mir auf zu steigen.

„Darauf hatte ich gehofft!“, rief ich begeistert und folgte Justin.

Justin bemerkte wieder dieses Glitzern in Elaines Augen. Aber entgegen seinen Befürchtungen ritt sie brav neben ihm her. Sie hatten schon ein beachtliches Stück am Strand zurückgelegt, als Brego plötzlich stehen blieb. Eliana rutschte aus dem Sattel und sprang in den Sand. Bevor Justin etwas sagen konnte, schnürte sie ihre Reitstiefel auf, zog die Strümpfe aus und stand mit hoch gerafftem Rock bis zu den Knien in den Wellen. Die aufgehende Sonne legte Flammen auf ihr offenes Haar. Wenn ihr unerwartet ein Fischschwanz gewachsen und sie ins Meer getaucht wäre, Justin hätte es nicht gewundert. Falk, der sie begleitete, sprang laut bellend um Eliane herum. Sie spritze mit ihrem nackten Fuß Wasser nach ihm und Falk stürzte sich in die Fluten. Lachend drehte sie sich um.

„Wann ist das Wasser warm genug um zu baden?“

Justin war abgestiegen und hatte sich ans Ufer gesetzt. Er sah ihrem Spiel zu und dachte, wie schön Eliana in ihrer Natürlichkeit und Lebenslust war.

„Leider nur in den Sommermonaten, Juli und August. Können sie schwimmen?“, fragte er erstaunt.

„Ja, natürlich. Mein Vater war der Ansicht, das könnte Leben retten und er hatte sicher Recht!“

Eliana raffte ihr Kleid bis zu ihren Schenkeln hoch. Hätte er nicht genau gewusst, dass Eliana ihn in diesem Moment nicht als Mann betrachtete, wäre er auf den Gedanken gekommen sie wolle ihn aufreizen. Isabell hätte sich dieses Gelegenheit jedenfalls nicht entgehen lassen.

„Kommen sie, Justin. Lassen sie uns etwas am Strand entlang gehen.“

Eliana lächelte völlig arglos und es schien nur natürlich, dass sie ihn mit seinem Namen ansprach. Justin musste zugeben, dass er sich über ihre Begeisterung freute. Er hob ihre Stiefel auf und folgte ihr am Strand entlang. Brego und Thunder trotten langsam hinterher.

„Eliana, wir müssen zurück, sonst werden wir vermisst!“, mahnte Justin nach einer Weile.

„Schade, es ist so wundervoll hier!“

Sie kam ans Ufer gelaufen und ließ sich in den Sand gleiten, um ihre Stiefel anzuziehen.

Das Meer! Endlich! Wellen rollten an den Strand und das Wasser glitzerte in der aufgehenden Morgensonne. Ich konnte nicht anders. Ich musste absteigen und das Meer an meinen Füssen spüren. Am liebsten hätte ich mich Hals über Kopf in die Fluten gestürzt. Der Wind zerzauste mein Haar und in diesem Moment war ich unendlich glücklich. Justin vergaß ich beinahe. Justin hatte sich im Sand niedergelassen und sah mir interessiert zu. Ich bat ihn ein Stück mit mir am Strand entlang zu wandern und er folgte mir. Nach einer Weile mahnte er zum Aufbruch, damit wir von den anderen nicht vermisst würden. Es war sehr bedauerlich, dass dieser wundervolle Ausflug so schnell zu Ende ging. Ich lief zum Ufer, um meine Schuhe wieder an zu ziehen und rief Falk, der triefend aus dem Wasser kam. Er schüttelte sich und Justin konnte sich gerade noch vor einem Tropfenregen in Sicherheit bringen. Dass erste Mal sah ich ihn herzlich lachen. Justin wirkte entspannt. Seine feinen Gesichtzüge hatten jegliche Arroganz und Unnahbarkeit verloren. Das Blau seiner Augen leuchtete mit dem Himmel um die Wette. In diesem Moment kam er mir sehr liebenswert vor und ich verstand, dass ihm viele Frauen ihr Herz schenkten. Ich lachte mit ihm und wir sahen uns für einen Augenblick an, als wäre es das erste Mal.

„Oh, Mylord, ich danke euch! Es ist so wundervoll hier!“

Meine Begeisterung kannte keine Grenzen. Ich griff nach Justins Hand und drückte sie leicht.

„Das freut mich Eliana“, Justins Stimme klang rau.

Er sah auf mich herunter. Ich konnte meinen Blick nicht aus seinem lösen. Es war eine Situation so entfernt von allem um uns herum, dass ich mir vorkam wie in einem Traum.

„Können wir noch mal her kommen?“, bat ich Justin, „Ich werde es auch niemandem verraten!“

Justin lächelte, legte seine Finger unter mein Kinn und hob meinen Kopf zu sich empor.

„Darauf wette ich, Eliana Meerjungfrau.“

Langsam beugte Justin sich zu mir herunter und mir kam die Situation, in die ich mich selbst gebracht hatte, zu Bewusstsein. Mein Herz schlug schneller, ich ließ seine Hand los und trat einen Schritt zurück. Mit gesenktem Blick sagte ich:

„Verzeiht, Mylord. Vielleicht hätte ich sie nicht darum bitten dürfen.“

Ich fasste Brego am Zügel und schwang mich auf seinen Rücken. Er verfiel in eine leichten Trab. Als Justin mich eingeholte, hatte ich meine Fassung beinahe wieder gefunden.

Jonny nahm mir Brego ab, sobald wir im Stall ankamen.

„Ich danke euch, Mylord.“

Ich verneigte mich leicht und wollte davon laufen, aber Justin fasste nach meiner Hand.

„Ich danke euch, Eliana.“

Mit diesen Worten beugte er sich vor, küsste meine Hand und sah mich mit einem Blick an, der mein Herz wie ein Blitz traf. Ich riss mich los und rannte, als hetzte mich die Meute. Atemlos kam ich in meinem Zimmer an. Meine Rippen schmerzten und ich dachte meine Lunge würde platzen. Ich warf mich aufs Bett und schlug mit den Fäusten auf die Kissen.

„Wie konnte ich nur so dumm sein!“, stöhnte ich, wütend auf meine unangebrachte Zutraulichkeit.

Einem Mann wie Justin, der es gewohnt war, dass er die Frauen, die er wollte auch bekam, konnte ich nicht behandeln wie einen guten Freund, dem man seine geheimen Wünsche anvertraut.

„Oh, Eliana, du Schaf. Wie kannst du nur so närrisch sein und auf seine Tricks reinfallen!“

Es klopfte.

„Herein.“

Anna steckte den Kopf zur Tür herein.

„Guten Morgen, du Langschläferin, kommst du mit zum Frühstück?“

„Wenn du noch fünf Minuten wartest, können wir zusammen gehen.“

Fügte ich mich in mein Schicksal. Wenn ich nicht zum Frühstück erschiene, würde Justin denken, seine Taktik hätte Erfolg gehabt.

„Ja, aber beeil dich, ich sterbe vor Hunger“, erwiderte Anna ungeduldig und ich musste lächeln.

„Das glaube ich dir nicht! Viel eher stirbst du vor Sehnsucht nach William!“

„Na, warte! Dich kriege ich.“

Anna versuchte mich zu packen, aber ich war schneller. Sie schnappte sich ein Kissen von meinem Bett und warf es nach mir. Ich fing es auf, warf zurück. Anna wollte nochmals ansetzen, als es klopfte.

„Herein“, riefen wir einstimmig.

Henrietta erschien.

„Ich wurde entsandt, euch zum Frühstück zu holen.“

Sie lächelte als sie uns etwas aufgelöst vorfand.

„Wir sind schon unterwegs.“

Ich kämmte mir mein zerzaustes Haar und band es zu einem Zopf. Anna und Henrietta halfen mir, das Reitkleid gegen ein Tageskleid zutauschen und ein paar passende Schuhe zu finden. Sittsam erschienen wir im Esszimmer. Da wir uns gegenüber saßen, warfen wir uns während des Essens immer wieder verschwörerische Blicke zu. Justin, der von Lady Isabel begleitet wurde, bemerkte, dass ich vermied ihn anzusehen und versuchte, durch eine Frage, meinen Blick auf sich zu lenken.

„Ich hoffe, sie haben gut geschlafen, in ihrer ersten Nacht, hier in Stanford Park.“

Ich spürte seine Augen auf meinem Gesicht und wagte nicht ihn anzusehen.

„Danke, Mylord.“

„Haben sie etwas Schönes geträumt? Man sagt immer, was man in der ersten Nacht in einem fremden Haus träumt, geht in Erfüllung“, schaltete sich Prinz Niklas ein, der an meiner Seite saß.

„Nein, ich habe nichts Besonderes geträumt.“

Ich wehrte schnell ab. Wer mich kannte, wusste dass meine purpurrote Gesichtsfarbe mich lügen strafte und ich senkte den Blick. Justin, der mich genau beobachtete, lächelte still in sich hinein. Lady Isabell nutze die entstandene Pause, um sich wieder Justins Aufmerksamkeit zu sichern und auf den Ausritt zu lenken, der am Nachmittag stattfinden sollte. Dabei lehnte sie sich vertraulich zu ihm hinüber, legte ihre weiße Hand auf seine und lächelte ihn verführerisch an. Ziemlich dick aufgetragen, dachte ich, war aber andererseits heilfroh, dass das Interesse der anderen von mir abgelenkt wurde.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: