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Posts Tagged ‘Schultern’

Gegen Abend verdichtete sich der Nebel des nasskalten Tages.

Die feuchte Luft lag wie ein Leichentuch über der lieblichen Landschaft und gab ihr ein bedrücktes Antlitz. Ich zog den breiten Schal enger um meine Schultern und war froh, dass ich den dicken Wollmantel angezogen hatte, den mein Bruder mir vererbt hatte. Mit der schwarzen Mütze, die ich mir tief in die Stirn gezogen hatte, sah ich aus wie ein Junge. Ein Umstand der mir bald zu gute kommen sollte. Doch davon später mehr.

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Thema: Dialog II

„Wie willst du ihm beibringen, dass du ihn nicht mehr liebst?“

Ich zuckte mit den Schultern und sah Sandy ratlos an.

„Wie soll man einem Menschen beibringen, dass man ihn nicht mehr liebt, obwohl im Grunde nichts passiert ist, dass dies hervorgerufen hat?“

Sie seufzte, sah aus dem Fenster des kleinen Cafes auf die regennasse Straße und murmelte:

„Doch, Lea, die Zeit. Die Zeit ist passiert.“

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Ich ging auf die rote Tür zu und wusste, sobald ich sie passiert hatte und sie sich hinter mir schloss, gab es kein Entkommen. Ich würde hinter den Mauern dieses Klosters auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Ich hörte das Schluchzen meiner Mutter hinter mir und spürte den stechenden Blick meines Stiefvaters in meinem Nacken.

Gut erinnerte ich mich an seine letzten Worte: „Entweder wirst du mir zu Willen sein und alles tun, was ich von dir verlange oder ich werde mir eine Strafe für dich ausdenken, an der du dein Leben lang deine Freude haben wirst.“ Der Ton seiner Stimme jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken. Ich wusste, er meinte es ernst. Trotzdem konnte ich es nicht tun. Es gab keinen Mann, der mir widerwärtiger war als er. Lieber hätte ich es mit einem Bettler vor unserem Tor getrieben, als seine perversen Wünsche zu erfüllen. Ich entkam ihm nur knapp und dies war seine Rache an mir.

Die Tür wurde entriegelt und öffnete sich. Vor mir stand ein Priester. Er ist noch recht jung, dachte ich. Das gutgeschnittene Gesicht wurde von schwarzen Haaren eingerahmt und seine stechenden Augen bohrten sich in meine. Vermutlich dachte er, ich würde den Blick senken, aber ich hielt stand. Niemand wird mich brechen, dachte ich, sollen sie mich totschlagen, dann hat das Ganze wenigstens ein Ende. Er nickte meiner Mutter und meinem Stiefvater zu.

„Ihr könnt gehen. Ich nehme sie jetzt in meine Obhut“, sagte der Priester. „In der Gnade des Herrn werden wir ihr den Stolz schon austreiben.“

Der strenge Ton in seiner Stimme duldete keinen Widerspruch. Er machte eine einladende Geste, die mir völlig fehl am Platz schien. Ich straffte die Schultern, hob den Kopf und machte einen Schritt nach vorne. Meine Mutter schluchzte. Mein Stiefvater grinste vermutlich. Ich drehte mich nicht um. Meine Zeit wird kommen, dachte ich kampflustig, irgendwo in diesem Gefängnis ist ein Schlupfloch und ich werde es finden.

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Nico trat aus der Tür und blieb abrupt stehen. Sein Gesicht verzog sich angewidert. Es regnete. Für einen Moment überlegte Nico, den Rückzug in die warme Wohnung anzutreten. Er schlug den Kragen seiner dünnen Jacke hoch. – Wieder mal die falsche Jacke gegriffen, dachte er. Ein leichtes Schütteln durchzog seinen ausgemergelten Körper. Er machte einen Schritt nach vorne und rannte los. Die Schultern hochgezogen, den Kopf gesenkt, gegen den Regenvorhang anrennend. Es ließ sich nicht mehr hinauszögern, Nico musste dringend in den Supermarkt, um sich neue Kippen zu besorgen.

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Waldweg

Sam wartete seit einer Viertelstunde. Erst saß er ganz ruhig auf der Bank, genoss die Stille und die angenehme Kühle der Waldluft. Er sah zu, wie sich die Sonnenstrahlen durch das filigrane Blattwerk bis hinab auf den Waldweg fallen ließen. Doch inzwischen ging er nervös auf und ab. Sam sah auf die Uhr. Nic war immer pünktlich. Warum tauchte er nicht auf?

Sam hielt inne, als er Stimmen hörte. Er lauschte. Das durfte nicht sein! Er sah sich gehetzt um. Sie durften ihn hier nicht finden. Sam warf sich auf den Bauch und kroch in das Buschwerk hinter der Bank. Äste schlugen ihm ins Gesicht, er schürfte sich die Haut an den Armen auf. Sam biss die Zähne zusammen.

Die Stimmen waren dicht bei ihm. Sam atmete flach und lag ganz steif da. Die trauen sich was, dachte Sam und versuchte einen Blick auf Donnie und seine Gang zu erhaschen. Er konnte nicht glauben, was er sah. Nic und Donnie. Zusammen. Nic bot Donnie eine Kippe an und der legte den Arm um Nics Schultern. Wut stieg in ihm auf und er ballte die Fäuste. Nic war ein mieser Verräter.

Am liebsten wäre Sam aus seinem Versteck gesprungen und hätte sich auf Nic gestürzt, aber gegen Donnie und sein Pack hatte er keine Chance.

„Also, wo ist denn dein kleiner Kumpel Sam?“

Donnie und Nic hatten sich auf die Bank gesetzt und pafften.

„Keine Angst, er wird schon kommen“, beruhigte Nic ihn.

„Du weißt ja, wenn er nicht auftaucht, dann …“, Donnie brach ab.

„Ja, ja, dann wirst du ihr wehtun. Schon klar“, presste Nic hervor.

Sams Magen zog sich schmerzhaft zusammen. Er konnte sich denken, wen Donnie meinte. Scheiße, was jetzt, in Sams Kopf rasten die Gedanken durcheinander und er versuchte fieberhaft eine Lösung zu finden.

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Ich weiß, ich weiß … Winter, Schnee usw – aber für ein paar warme Gedanken ist hiermit gesorgt. *g*

Es war ein heißer Julinachmittag. Die Straßen von Paris waren staubig, unangenehme Gerüche stiegen aus der Gosse und die Hitze drückte aufs Gemüt. Tagelang herrschte diese schwüle Hitze schon. In meiner kleinen Dachkammer war es kaum zum Aushalten, obwohl ich alle Fenster geöffnet hatte. Ich lag auf meiner alten Couch, nur mit einem dünnen Spitzenunterrock bekleidet und fächelte mir Luft zu. Einen Unterschied in meinem Befinden machte das nicht, aber das Fächeln gab mir wenigstens das Gefühl nicht untätig zu sein.

Eigentlich hätte ich an meinem Bild weiterarbeiten müssen, das halb fertig auf der Staffelei stand. Die Hitze trocknete meine Ölfarben ein und das verdunstende Terpentin machte das Atmen doppelt schwer. Mister Miller, der Auftraggeber des Bildes, wollte am Abend vorbei schauen, um den Fortschritt des Meisterwerkes zu begutachten. Das Geld konnte ich gut gebrauchen, ebenso die Folgeaufträge, die ein solch spektakuläres Gemälde nach sich zog. Doch ich konnte mich einfach nicht aufraffen zu malen.

Mister Miller wollte ich allerdings auch nicht treffen, also beschloss ich mich anzukleiden und den Abend nicht zu Haus zu verbringen. Träge suchte ich ein leichtes Leinenkleid aus meinem Schrank, zog es an, suchte nach meinen Sandalen, meinem Sonnenschirm und machte mich auf den Weg zum Fluss.

Bei der Hitze war es entschieden zu weit, den Weg vom Montmatre bis an die Seine zu Fuß zurückzulegen. Ich winkte einer Mietdroschke, die vorbei fuhr, lächelte den Kutscher mit aller Liebenswürdigkeit an, zu der ich fähig war. Er beförderte mich zu einem Sonderpreis an mein Ziel. Zu dieser Jahreszeit, in der jeder, der es sich leisten konnte aufs Land flüchtete, waren schlechte Zeiten für Droschkenkutscher.

Der Fluss floss genauso träge dahin, wie ich mich selbst bewegte. Einige Boote mit weißen Segeln trieben auf der Strömung dahin, unter den Brücken lagen einige Bettler und schliefen, während Weindünste von ihnen aufstiegen, die ich sogar riechen konnte, obwohl ich in gebührendem Abstand vorüberging.

Mein Weg führte mich immer weiter am Ufer entlang, hinaus aus der Stadt. Unmerklich veränderte sich die Landschaft. Aus den großen Häusern wurden kleinere, Trauerweiden hingen über die Böschung am Ufer in den Fluss hinab und an einer flachen Stelle sah ich einen Fischreiher reglos auf Beute warten. Ich setzte mich unter einen Baum und wartete mit ihm, als er plötzlich zustieß und eine silbrige Forelle im Schnabel hielt. Er flog davon. Ich setzte meinen Weg fort, bis zu dem kleinen Bootssteg gegenüber der Kapelle Saint Jean. Von hier hatte ich einen guten Ausblick über die Weizenfelder und grünen Wiesen, auf einige Weingärten und den baumbewachsenen Friedhof, neben der Kapelle.

Auch hier lag eine große Hitze auf dem Land, die aber von einer leichten Brise hin und her bewegt wurde. Ich setzte mich auf den Steg, zog meine Sandalen aus, ließ meine Füße im Wasser baumeln und genoss das kühle Nass. Nachdem ich dort eine Weile selbstvergessen gesessen hatte, beschloss ich etwas weiter zu gehen und eine versteckte Stelle unter einer Trauerweide zu suchen, an der ich ohne gesehen zu werden ungestört baden konnte.

Unter einer großen Trauerweide, die weit über die Uferböschung hinaus ragte, streifte ich mein Kleid und meinen Unterrock ab und ließ mich ins Wasser gleiten. Meine erhitzte Haut sog die angenehme Kühle des Wassers auf. Ich schloss meine Augen und stellte mir vor, jeden Wassertropfen auf meinem nackten Körper zu spüren, wie Finger die mich sanft streichelten.
Plötzlich umfingen mich zwei starke Arme. Ich zuckte zusammen, wollte mich wehren, als eine sanfte dunkle Stimme sagte:

„Bitte wehr dich nicht, ich will dir nicht wehtun.“

Wie in Trance ließ ich ihn gewähren.

„Schließ die Augen, lass dich fallen, du wirst sehen wie schön das ist“, flüsterte er an meinem Ohr.

Ich gehorchte. Eine Gänsehaut überzog meinen Körper und meine Brustspitzen richteten sich auf. Er zog mich zu sich heran, ich spürte seine muskulöse Brust an meinem Rücken und lehnte mich zurück. Seine Körperwärme begann mich zu durchströmen, seine Lippen glitten über meinen Hals, meine Schultern. Seine Hände erforschten zärtlich und geduldig jede Stelle meines Körpers und meine Gedanken, die sich anfangs noch ängstlich in meinem Kopf drehten, begannen zu verblassen und meinen Gefühlen Platz zu machen. Er redete leise mit mir, wunderschöne Worte durchflossen mich und steigerten meine Erregung.

Es war ein Traum, es musste einer sein! Aber seine Hände, seine Lippen, sein Körper waren nur zu wirklich und als er spürte, dass jeglicher Widerstand hinweggeschwemmt war, drehte er mich zu sich und kam zu mir. Ich presste mich an ihn und als er sich langsam und immer tiefer bewegte, begannen Wellen über mich hinweg, durch mich hindurch zu gleiten. Wir genossen unsere Lust, bis zur Erschöpfung.

Als er mich später im weichen Gras in den Armen hielt, küsste er mich zärtlich und sagte mir seinen Namen ……

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