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Posts Tagged ‘Sicherheit’

Ich sprang vom Pferd und rannte geduckt auf den Bootssteg zu. Gewitterwolken verdunkelten den Sternenhimmel. Das kam meinem Plan sehr zu gute. So könnte ich die Mauern des Schlosses überwinden, ohne gesehen zu werden. Ich ließ mich auf das Deck des kleinen Segelbootes gleiten. Es gehörte Mister Gibson, dem Dachdecker unseres kleinen Ortes. Ich wusste, dass er eine große Auswahl von Tauen auf seinem Boot deponierte. Aus meiner Tasche kramte ich das Feuerzeug meines Vaters hervor und zündete eine kleine Petroleumlampe an. Sie sollte mir helfen, mich unter Deck zu recht zu finden. Vorsichtig stieg ich in die Kajüte und öffnete die Tür zum Laderaum. Es dauerte nicht lange und ich fand ein passendes Tau mit Enterhaken. Eilig stieg ich wieder an Deck, warf das Seil auf den Steg und wollte hinterher klettern, als mich eine vertraute Stimme fragte:

„Na Elena, bestiehlst du jetzt ehrbare Leute?“

Ich fuhr herum.

„Was soll das heißen, Dash Tramell? Willst du behaupten ich stehle? Das Seil ist nur geliehen, ich bringe es nachher zurück.“

Dash lachte und trat aus dem Schatten.

„So?“ fragte er provozierend, „wie war das letztes Jahr zu Erntedank? Hast du dem alten Burton etwa keine Wagenladung Kürbisse geklaut, die sind jedenfalls verschwunden geblieben.“

Ich atmete scharf aus.

„Er ist ein alter Geizkragen! Es war immerhin Erntedank und er hat nicht einen einzigen Bonbon für die Kinder heraus gerückt! – Außerdem geht dich das nichts an!“

„Ich sehe das ganz anders. Immerhin bin ich mit Gibson verwandt. Ich könnte sofort zu ihm gehen und es ihm stecken, es sei denn…“, brach er den Satz ab.

„Es sei denn was?“

Mein Herz klopfte schneller. Ich hätte netter zu Dash sein sollen, aber der Kerl ließ keine Gelegenheit aus, mich zu ärgern.

„Es sei denn, du sagst mir was du vorhast.“

Dash stand so dicht vor mir, dass ich seinen Atem auf meinem Gesicht spürte.

„Wieso? Was willst du von mir? Reicht doch wenn ich in einem Schlamassel stecke.“

Dash lachte wieder, legte seine Hände auf meine Hüften und zog mich fest an sich.

„Ich finde es aber viel lustiger, wenn wir beide in einem Schlamassel stecken.“

Dash beugte sich zu mir herunter und küsste mich. Mir wurde schwindelig, meine Knie drohten nachzugeben.

„Was soll das“, stammelte ich, als er mich losließ.

„Nichts. Ich besiegele unseren Pakt. – Also was ist? Was hast du vor?“

Ich zögerte einen Moment. Sollte ich Dash in mein Vorhaben einweihen? Ich bezweifelte nicht, dass er mich verpfeifen würde. Andererseits war es inzwischen auch egal, ob er davon wusste oder nicht. Mit Sicherheit erfuhr bald das ganze Dorf von meiner Misere. Was machte es, dass Dash etwas früher davon erfuhr.

„Es ist so: Ich steige heute Nacht ins Schloss ein. Die haben etwas, das mir gehört. Das hole ich zurück.“

„Was kann Lord Duvall haben, das deiner Familie gehört?“, fragte Dash erstaunt.

Ich holte tief Luft und gab mir einen Ruck:

„Eine Urkunde, die ihm zusichert, dass ich ihn an meinem 18 Geburtstag heirate.“

„Das ist ein Witz!“

„Kein Witz“, meine Kehle war wie zugeschnürt, „mein Vater hat im Spiel alles an Lord Duvall verloren. Haus und Hof. Für die Urkunde meiner Einwilligung in diese Heirat hat er es zurück erhalten. Aber ich werde diesen Widerling niemals heiraten. Niemals!“

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… ist, dass es nicht so weiter gehen kann. Im Moment ändert sich alles. Unsere Familiengröße, meine Arbeit, meine Mobilität. Profan eigentlich, aber trotzdem ein wichtiger Faktor. Ich liebe Autofahren und jetzt habe ich mein eigenes winziges Auto. OK, es ist eigentlich ein Opi, aber ein rüstiger. Aquamarin mit 54 PS und 80.000 gelaufenen Kilometern. Wenn ich nicht auf den Spritverbrauch (Kosten) aufpassen müsste, würde ich ihn mit Sicherheit schon einige Kilometer bewegt haben. Bis jetzt steht er nur im Hof und wartet auf seinen Einsatz. Sein Name ist Morris Green und ich mag ihn. Er hat ein Radio, Verbandskasten, Warndreieck und einen Einkaufskorb im Kofferraum.

Ich bin überzeugt, dass wir beide eine gute Zeit haben werden. Und obwohl ich mir keine Illusionen mache – ich komme mir vor wie ein Teenager. Dabei habe ich meinen Führerschein erst mit 31 gemacht und mein letztes eigenes Auto hatte ich vor 8 Jahren. Vielleicht ist es das? Ein kleines Stück Freiheit. Ich muss zwar mit dem Sprit haushalten, aber wenn ich wollte, könnte ich hinfahren, wohin immer ich will.

Nach langer Suche ändert sich auch mein Status von arbeitssuchend in angestellt. Ich bin froh, endlich wieder was zum Familienkapital beitragen zu können und bin ziemlich aufgeregt, ob ich mir auch wirklich das ausgesucht habe, dass zu mir passt und mit dem ich glücklich werden kann. Denn da ist noch etwas …

… das Schreiben. In letzter Zeit unglücklicher Weise zu sehr in den Hintergrund getreten. Ich weiß eins und das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche (hätte meine Oma gesagt), ich will schreiben und das nicht nur als Lückenbüßerbetätigung einer gelangweilten Hausfrau. Das bin ich wirklich nicht, gelangweilt. Ich muss eher aufpassen, dass ich mich mit meinen ganzen Aktivitäten nicht übernehme. Aber da mein Mann kein Krösus ist und ich keine reiche Erbin und mein Bestseller auf sich warten lässt, muss ich arbeiten, um schreiben zu können. Schließlich will auch ein Schriftsteller etwas essen und Kaffee trinken ;-), und ab und an sind ein paar neue Schuhe nicht schlecht oder ein interessantes Buch. Dazu soll alles mit rechten Dingen zu gehen – Steuer, Sozialabgaben und so weiter … . Ein Wissen, das sich ein Normalsterblicher mühsam aneignen muss. Denn mal ehrlich, wer steigt durch den ganzen Paragrafendschungel durch, wenn er nicht gerade vom Fach ist? In den Zeiten allgemeiner Teuerung, wachsender Vorschriften und Mount-Everest-artigen Papierbergen eine Herausforderung.

Aber zurück zum Eigentlichen: Schreiben ist, was ich will. Darüber muss ich nicht nachdenken, das ist Fakt und Tatsache ist, dass sich alles diesem Ziel unterordnen muss. Wenn man erkannt hat, was für eine Bestimmung man im Leben hat, dann muss man dies tun. Mag meine Schreiberei gut oder schlecht sein, das ist im Grunde nicht wichtig (auch wenn ich mich redlich mühe), wichtig ist, dass mich Schreiben zufrieden macht und dass ich mit meiner Begeisterung und meinem Wissen andere für das Schreiben interessieren kann. Das ist der Punkt. Meine Begeisterung weitergeben und anderen ein Mittel zu zeigen, das ihnen im Leben einen Nutzen bringt. Ihre Kreativität zu entdecken, sich selbst zu erkennen, die Geschichten aus sich heraus zulassen, wortgewandter zu werden … .

„Nichts ist so sicher, wie die Veränderung.“ Nur eins wird sich nicht ändern: mein Wunsch zu schreiben.

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