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Posts Tagged ‘Spiegel’

Die Nacht erstrahlt in deinem Glanz

Deine Musik beglückt meine Stille

Bewegt vom Rhythmus deines Herzens

 

Ein Wort von dir geflüstert

Bringt meine Seele zum Erklingen

Wie Glas bin ich in deiner Hand

 

Die Schwingung deiner Stimme

In meine tiefste Tiefe sinkt

Entlockst mir einen reinen Ton

 

Fasst mich mit zartem Griff

Küsst meinen Rand mit weichen Lippen

Nippst süßen Wein aus meinem Kelch

 

Rühr mich an mit deinem Geist

Der mich mit Leidenschaft befeuert

Die Worte überfließen lässt

 

Rühr mich an mit deinem Körper

Der mein Begehren weckt

Der Liebe fühlbar Form verleiht

 

Rühr mich an mit deiner Seele

Die mich erkennt und hält

Ein Spiegel meiner Wünsche

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Spiegel, Post, Schimmer, Gefäß, Traurigkeit, kalt

 

Die Post brachte deinen Brief

Blau auf weißem Grund

Mein Name

 

Deine kurzen Zeilen

Kalt

Keine Schimmer Mitgefühl

 

Ein Blick in den Spiegel

Traurigkeit bleischwer

Zerbricht mein Herz

 

Eine Wunde tief

Verschlingt meine Liebe

Zurück bleibt ein leeres Gefäß

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„Die Stimme am Telefon war herzlich und überzeugend.“

„Und dann buchst du gleich eine Urlaubsreise.“

„Oh, es ist nicht nur eine Urlaubsreise!“, jetzt war ich gekränkt, „es ist eine Reise ins Land hinter den Spiegeln. Du weißt doch, Alice, die Grinsekatze, der verrückte Hutmacher?“

Randolf sah mich mit verständnislosem Blick an. Ich hätte schwören können, er überlegte, mich in die geschlossene Anstalt einzuweisen.

„Entschuldige, das war nur ein Witz“, sagte ich und zog die Schultern etwas hoch.

„Darüber kann ich nicht lachen“, knurrte er, „dein dummes Geschwätz ist unter aller Kanone.“

Ich wandte mich wieder meinem Eintopf zu und rührte um. Randolf öffnet den Kühlschrank, holte eine Flasche Bier heraus. Ich erkannte es an dem ploppenden Geräusch des Pfropfens. Dann stapfte er ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein.

Er weiß nicht, was ich weiß, dachte ich und lächelte in mich hinein. Morgen werde ich weit, weit fort sein und nie wieder zurückkehren.

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Eineiige Zwillinge, eine Einladung zu einer Party und eine verschlosse Tür

Sandra und Maria betrachteten sich begeistert in dem großen Flurspiegel im Foyer des Schlosses. Beide waren als Prinzessin verkleidet.

„Niemand wird uns auseinanderhalten können“, Sandra sah ihre Schwester mit einem breiten Grinsen an.

„Hauptsache wir finden unsere Prinzen“, Maria zupfte an ihrem Ausschnitt herum.

„Wenn nicht, was solls? Selbst ist die Frau“, wischte die resolute Sandra den Einwand hinweg.

Sandra nahm Marias Arm.

„Komm“, sie gingen die Treppe zum Ballsaal hinauf, „alles wird wunderbar.“

Der livrierte Diener streckte die Hand aus und Maria übergab ihm die Einladung. Er warf einen kurzen Blick darauf, nickte und ein weiterer Diener öffnete die Tür zum Saal. Sandra strahlte und zog Maria hinter sich her.

„Schau dir das an! Umwerfend.“

Auf der riesigen Tanzfläche unter gleißenden Kronleuchtern tanzten weitere Prinzen und Prinzessinnen, andere standen am Rand, stranken Champagner und redeten. Das Orchester saß auf einer Emphore und spielte Wiener Walzer.

„Ich glaube dort drüben sind sie.“

Maria deutete auf eine Gruppe junger Männer, die lachend die Köpfe zusammensteckte und ins Gespräch vertieft waren.

„Dann lass uns die Herren genauer betrachten.“

Sandra steuerte direkt auf die Gruppe zu.

„Nicht so schnell“, hielt Maria ihre Schwester zurück. „Lass es uns langsam angehen.“

„Langsam“, Sandra lachte und auf ihrem hübschen Gesichten sich zeigten sich zwei charmante Grübchen, „komm, trau dich, alles wird gut.“

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Band, faul, Spiegel, Spitze

„Sei nicht so faul, Eliza! Gib mir das Spitzenband da. Das weiße mit den goldenen Röschen.“

Kitty stampfte mit dem Fuß auf und sah Eliza mit zusammengezogenen Augenbrauen und herunterhängenden Mundwinkeln an. Eliza hatte die Arme untergeschlagen und machte keine Anstalten sich zu bewegen.

„Ich muss auf dem Ball wunderschön sein! Austin muss sehen, dass er keine bessere haben kann!“, jammerte sie.

„Wie heißt das Zauberwort?“

Eliza verkniff sich ein Grinsen. Kitty war eitel, launisch, hager und verbissen, aber ihre Mitgift war so hoch, dass die Freier Schlange standen. Nur Austin nicht. Obwohl keine Aussicht bestand, dass er in nächster Zeit zu Vermögen kommen würde. Er hatte nur den Titel und seine Ehre.

„Bitte!“, Kitty versuchte ein Lächeln. Es verunglückte. „Siehst du nicht, dass ich hier nicht weg kann?“
Kitty stand auf einem Podest, die Arme in die Höhe gestreckt und wedelte mit den Händen in Elizas Richtung. Eine Schneiderin steckte ihr gerade die Seiten über der Taille ab.

„Bitte Miss Kitty, stehen sie still. Ich übernehme keine Verantwortung dafür, wenn sie von einer Nadel gestochen werden“, tadelte die Schneiderin Kitty.

Kitty presste die Lippen zusammen und versuchte still zu halten. Mit den Augen gab sie Eliza ein Zeichen. Aufreizend langsam setzte sie sich in Bewegung und brachte Kitty das geforderte Band. Der Ball wird spannend, dacht sie, Kitty beißt sich an Austin die Zähne aus.

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Aufzug, grün, Kasten, Konditor

Der Aufzug hielt. Die Türen öffneten sich ächtzend. Skeptisch sah ich hinein. Das viereckige Innere des Kastens war in der unteren Hälfte mit grünem Samt ausgekleidet, in der oberen mit Spiegeln, die durch die Jahre teilweise erblindet waren. Vorsichtig setzte ich einen Fuß hinein. Der Kasten gab leicht nach. Mein Herz auch. Ich zögerte. Wenn das meine Prüfung sein sollte, dann musste ich die Zähne zusammenbeißen. Ich zog das zweite Bein nach und atmete einmal tief durch. Dieser Lift hing hier seit Jahrzehnten. Er würde heute nicht abstürzen, ermutigte ich mich und drückte auf den einzigen weiteren Knopf, außer dem des Erdgeschosses. Die Türen ächtzten wieder zu und mit einem Ruck, der sich in jeder Zelle meines Körpers fortsetzte, wurde der Lift nach oben gezogen.

(Leider würde der Konditor meine Geschichte zu diesem Zeitpunkt kaputt machen – also wurde er kurzerhand „erledigt“.)

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Die wuchtigen Eichenmöbel, dunkelgrüne Brokatstoffe, mit passender Seidentapete bespannte Wände und eine, in Jahrhunderten geschwärzte, Holzdecke, in Lady Ednas Zimmer vermitteln Rosalie und Nathan den Eindruck einen Sprung durch die Zeit, in ein weit zurückliegendes Jahrhundert, gemacht zu haben. Auf dem Toilettentisch, mit dem goldgerahmten Spiegel, liegen korrekt aufgereiht Bürsten, Kämme, Handspiegel, diverse Cremetiegel aller Größen und kristallene Flakons mit Duftwässern. Nur die Haarnadeln und Bänder in der zarten Porzellanschale mit Veilchenmotiv bilden eine chaotische Masse.

Nichts in Lady Ednas Zimmer deutet auf die Annehmlichkeiten des in den Jugendjahren steckenden zwanzigsten Jahrhunderts hin. Bis auf den Safe.

„Da ist ja das gute Stück.“

Nathan geht vor dem kniehohen Würfel aus Stahl in die Hocke. Die Tür mit dem Zahlenschloss steht offen. Eine der beiden massiven Schubladen wurde herausgerissen.

„Wie sie sehen, ist der größte Teil des Schmucks noch da. Auch die Schachtel in der Lady Edna die Familienjuwelen der de Clares aufbewahrte. Nur das Collier fehlt. Sagt Gil.“

Nathan wirft einen Blick in die unversehrte Schublade. Er stößt einen Pfiff aus.

„Aufs Geld scheint es der Dieb jedenfalls nicht abgesehen zu haben. Der Wert der Goldmünzen ist immens!“

Auf der flachen Hand hält er Rosalie eine Münze entgegen. Sie nickt anerkennend und nimmt die Münzen mit Daumen und Zeigefinger auf, weil sie annimmt der Inspektor erwartet diesen Akt des Interesses von ihr. Dabei berührt sie mit den Fingerspitzen Nathans Handfläche. Für den Bruchteil einer Sekunde prallen ihre Blicke aufeinander. Rosalies Herz macht einen zusätzlichen Schlag. Die Münze gleitet zurück in seine Hand. Nathan legt die Münze zurück. Er hebt die durchwühlte Schmucklade hoch und stellt sie auf einen zierlichen Tisch vor dem Fenster.

„Was hat es denn mit dem Collier auf sich?“, fragt er und blickt Rosalie streng an, „hat Gil auch dazu eine Meinung.“

Zuerst ist sie erstaunt, dann lacht sie hell auf. Nathan huscht ein Lächeln über die Lippen.

„Nein, hat er nicht. Aber Anthony hat mir von den sagenumwobenen de Clare Juwelen erzählt. An dem Collier hängt einer der ungewöhnlichsten Rubine, die je zu einem Schmuckstück verarbeitet wurden. Wenn man den Familienlegenden Glauben schenkt darf, ist er Schlüssel zu einem riesigen Schatz, der unter dem Schloss versteckt liegen soll.“

Nathan hat den zum Collier passenden Ring aus seinem Samtbett gezogen und hält ihn in die Sonnenstrahlen, die sich einen Weg durch die Wolken in Lady Ednas Zimmer gebahnt haben. Der Rubin leuchtet in einem tiefroten Feuer.

„Mein Erbteil“, seufzt Rosalie, „scheint kein Glück zu bringen.“

Nathan fasst nach Rosalies linker Hand.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie abergläubig sind“, mit sanftem Druck schiebt er ihr den Rubin in der kunstvoll gestalteten Fassung auf den Ringfinger. „Passt wie angegossen.“

Das kühle Gold an ihrem Finger irritiert Rosalie. Der Ring bedeckt ein ganzes Fingerglied. Sein Gewicht lässt sich nicht ohne weiteres ausblenden. Sie spürt ihn bei jeder Bewegung ihrer Hand.

„Was für ein Stein. Wie groß ist erst der Rubin am Collier“, überlegt Rosalie und sieht den Inspektor fragend an.

„Das sollten wir Mister de Clare fragen.“ Nathan überreicht Rosalie die Schmuckschachtel. „Kommen sie. Ich finde das Ganze sehr mysteriös. Ehrlich gesagt“, er hält abrupt im Satz inne und hält Rosalie die Tür auf.

Als er nicht weiterspricht beendet sie den Satz für Nathan: „ehrlich gesagt, ist es wahrscheinlich, dass der Dieb einer von uns ist. Wer wüsste sonst von dem Schatz? Ein Einbrecher von außen, hätte den gesamten Schmuck mitgenommen und die Goldmünzen.“

Er zieht eine Augenbraue hoch, wirft ihr einen erstaunten Blick zu. So viel Ehrlichkeit hat er nicht erwartet. Es war nicht Nathans erster Fall in Adelskreisen. In London bearbeitete er viele Fälle in gesellschaftlich hochstehenden Familie. Für seinen Chef war er der richtige Mann für diese Leute, er kannte sich aus, konnte sich auf dem glattem Parkett der oberen Zehntausend bewegen und Nathan war diskret. Das brachte einen der hohen Herren auf die Idee, er sei deswegen bestechlich. Man hätte Nathan einiges bescheinigen können, Bestechlichkeit gehörte nicht dazu. Das brach das Genick seiner glänzenden Karriere und er wurde in die Provinz versetzt.

„Haben sie keine Angst, dass sie mich auf eine Spur bringen, die ein schlechtes Licht auf ihre Familie wirft, wenn sie sich als wahr erweist?“

Rosalie bleibt vor der Treppe stehen. Gil und Anthony sehen interessiert zu ihr empor. Sie dreht sich zu Nathan um und flüstert:

„Es ist mir egal. Ich schulde dieser Familie nichts. Ich, ich meine wir, sind ein Leben lang ohne sie zurecht gekommen. Der Grund, warum ich zu der Testamentseröffnung kam, war etwas über meinen Großvater zu erfahren. Bis jetzt wenig Schmeichelhaftes und ich glaube kaum, dass es besser wird. Im Übrigen bin ich ebenso verdächtig. Die Familienjuwelen sollte ich erst nach Lady Ednas Tod bekommen. Und das ist sie ja jetzt.“

Bevor sie einen Fuß auf die Treppe setzen kann, fast Nathan nach ihrer Hand und zieht sie ein Stück zurück, so dass sie aus dem Blickfeld der beiden anderen Männer verschwindet.

„Dann hätten sie den ganzen Schmuck genommen“, sagt Nathan leise. Er beugt sich weiter zu Rosalie. Sein warmer Atem streift ihre Wange. Er drückt sanft ihre Hand. Ein angenehmes Kribbeln läuft ihren Rücken hinauf. „Tun sie mir den Gefallen, passen sie auf sich auf.“ Nathan löst den Griff und schiebt ihr eine Karte mit einer Nummer in die Hand. „Sie können mich jederzeit erreichen.“

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