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Posts Tagged ‘Spitze’

Tür, Silber, Aufschrift, Dämmerung, klopfen, Spitze

„Bist du sicher, dass das“, ich deutete auf die silbernen Buchstaben der Beschwörung auf der Eingangstür, „ein ausreichender Schutz ist?“

Roman zuckte mit den Schultern.

„Es ist eine erste Barriere, die uns etwas Zeit verschaft.“

Ich war skeptisch. Eine sehr wage Aussage und wenig zufriedenstellend. Zu gerne hätte ich ihm meine Meinung dazu gesagt, aber Lucius schenkte ihm Vertrauen und hatte uns befohlen, ihn ebenfalls als einen der unseren zu akzeptieren.

Ich sah aus dem Fenster und ließ den Blick über meine geliebten Hügel schweifen. Sie waren das einzige, dass sich nicht verändert hatte. Noch nicht. Seitdem sie die Königsburg einnahmen und König Leon töteten, hatte sich alles verändert.

Die Dämmerung brach herein. Es gab eine Zeit, da liebte ich diese stille Stunde vor der Dunkelheit. Doch dies schien eine Ewigkeit her, nurn fürchtete ich sie. Die Stunde der Dämmerung war nur noch kurzes Aufatmen, dann mit dem verlöschen des letzten Tageslichtes begannen die Schrecken, die jede Nacht wiederkehrten.

„Ich übernehme die erste Wache“, bot ich an.

Roman nickte und streckte sich auf dem schlichten Holzbett aus. Ich richtete mich auf dem Lehnstuhl nahe der Tür ein, die langläufige Pistole mit den geweihten Kugeln auf den Knien.

***

Klopfen, drang in mein Bewusstsein. Ich riss die Augen auf. War ich eingenickt? Wie konnte das passieren? Die Kerze war kaum heruntergebrannt, es konnte nicht viel Zeit vergangen sein. Ich suchte den Raum nach Roman ab. Das Bett war leer. Angespannt lauschte ich. Es war totenstill. Das beunruigte mich.

„Roman, wo bist du?“, flüsterte ich.

„Hier“, hörte ich ihn hinter mir und fühlte seine spitze Klinge an meiner Kehle.

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Abblättern, Blau, Schein, Spitze, Wald

Die blaue Farbe blätterte von den Fenster und Türrahmen des kleinen Holzhauses ab. Kein Wunder, dachte Jen, das Salz in der Luft, der Wind, die Feuchtigkeit leisteten ganze Arbeit. Trotz des Verfalls sah das Häuschen heimelig und einladend aus.

Es stand an der Landspitze von Havens Gate, umgeben von Dünen, Reedgras und der Unberechenbarkeit eines nördlichen Meeres. Wenn man die steile Holztreppe hinaufstieg und aus dem runden Giebelfenster blickte, konnte man einen Wald sehen, der sich je nach Wetterlage heftig mit den Winden bog oder anmutig in der Brise tanzte.

Ich stellte meinen Koffer auf der Veranda ab, setzte mich auf die oberste Stufe und blickte den weißen Wattewolken nach, die gemächlich über den azurblauen Julihimmel bummelten.

Es war lange her, dass ich in Großmutters Haus gewesen war. Nun endlich hatte mich ein ungenädiger Schicksalsschlag nach Hause gespült, wie die rosa Muscheln, die ich früher am Strand gesucht hatte. Winzige Raritäten, nicht größer als Marienkäfer und so zart wie Schmetterlingsflügel. Wie sanft ich sie auch behandelte, ich konnte nur wenige heil nach Hause bringen. Meine Kinderhände waren zu gierig und hastig für das dünne Gehäuse. Mir schien es hatte sich nicht sehr viel daran geändert. Und so kam ich mit gebrochenen Flügeln zurück.

 

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Band, faul, Spiegel, Spitze

„Sei nicht so faul, Eliza! Gib mir das Spitzenband da. Das weiße mit den goldenen Röschen.“

Kitty stampfte mit dem Fuß auf und sah Eliza mit zusammengezogenen Augenbrauen und herunterhängenden Mundwinkeln an. Eliza hatte die Arme untergeschlagen und machte keine Anstalten sich zu bewegen.

„Ich muss auf dem Ball wunderschön sein! Austin muss sehen, dass er keine bessere haben kann!“, jammerte sie.

„Wie heißt das Zauberwort?“

Eliza verkniff sich ein Grinsen. Kitty war eitel, launisch, hager und verbissen, aber ihre Mitgift war so hoch, dass die Freier Schlange standen. Nur Austin nicht. Obwohl keine Aussicht bestand, dass er in nächster Zeit zu Vermögen kommen würde. Er hatte nur den Titel und seine Ehre.

„Bitte!“, Kitty versuchte ein Lächeln. Es verunglückte. „Siehst du nicht, dass ich hier nicht weg kann?“
Kitty stand auf einem Podest, die Arme in die Höhe gestreckt und wedelte mit den Händen in Elizas Richtung. Eine Schneiderin steckte ihr gerade die Seiten über der Taille ab.

„Bitte Miss Kitty, stehen sie still. Ich übernehme keine Verantwortung dafür, wenn sie von einer Nadel gestochen werden“, tadelte die Schneiderin Kitty.

Kitty presste die Lippen zusammen und versuchte still zu halten. Mit den Augen gab sie Eliza ein Zeichen. Aufreizend langsam setzte sie sich in Bewegung und brachte Kitty das geforderte Band. Der Ball wird spannend, dacht sie, Kitty beißt sich an Austin die Zähne aus.

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Ich weiß, ich weiß … Winter, Schnee usw – aber für ein paar warme Gedanken ist hiermit gesorgt. *g*

Es war ein heißer Julinachmittag. Die Straßen von Paris waren staubig, unangenehme Gerüche stiegen aus der Gosse und die Hitze drückte aufs Gemüt. Tagelang herrschte diese schwüle Hitze schon. In meiner kleinen Dachkammer war es kaum zum Aushalten, obwohl ich alle Fenster geöffnet hatte. Ich lag auf meiner alten Couch, nur mit einem dünnen Spitzenunterrock bekleidet und fächelte mir Luft zu. Einen Unterschied in meinem Befinden machte das nicht, aber das Fächeln gab mir wenigstens das Gefühl nicht untätig zu sein.

Eigentlich hätte ich an meinem Bild weiterarbeiten müssen, das halb fertig auf der Staffelei stand. Die Hitze trocknete meine Ölfarben ein und das verdunstende Terpentin machte das Atmen doppelt schwer. Mister Miller, der Auftraggeber des Bildes, wollte am Abend vorbei schauen, um den Fortschritt des Meisterwerkes zu begutachten. Das Geld konnte ich gut gebrauchen, ebenso die Folgeaufträge, die ein solch spektakuläres Gemälde nach sich zog. Doch ich konnte mich einfach nicht aufraffen zu malen.

Mister Miller wollte ich allerdings auch nicht treffen, also beschloss ich mich anzukleiden und den Abend nicht zu Haus zu verbringen. Träge suchte ich ein leichtes Leinenkleid aus meinem Schrank, zog es an, suchte nach meinen Sandalen, meinem Sonnenschirm und machte mich auf den Weg zum Fluss.

Bei der Hitze war es entschieden zu weit, den Weg vom Montmatre bis an die Seine zu Fuß zurückzulegen. Ich winkte einer Mietdroschke, die vorbei fuhr, lächelte den Kutscher mit aller Liebenswürdigkeit an, zu der ich fähig war. Er beförderte mich zu einem Sonderpreis an mein Ziel. Zu dieser Jahreszeit, in der jeder, der es sich leisten konnte aufs Land flüchtete, waren schlechte Zeiten für Droschkenkutscher.

Der Fluss floss genauso träge dahin, wie ich mich selbst bewegte. Einige Boote mit weißen Segeln trieben auf der Strömung dahin, unter den Brücken lagen einige Bettler und schliefen, während Weindünste von ihnen aufstiegen, die ich sogar riechen konnte, obwohl ich in gebührendem Abstand vorüberging.

Mein Weg führte mich immer weiter am Ufer entlang, hinaus aus der Stadt. Unmerklich veränderte sich die Landschaft. Aus den großen Häusern wurden kleinere, Trauerweiden hingen über die Böschung am Ufer in den Fluss hinab und an einer flachen Stelle sah ich einen Fischreiher reglos auf Beute warten. Ich setzte mich unter einen Baum und wartete mit ihm, als er plötzlich zustieß und eine silbrige Forelle im Schnabel hielt. Er flog davon. Ich setzte meinen Weg fort, bis zu dem kleinen Bootssteg gegenüber der Kapelle Saint Jean. Von hier hatte ich einen guten Ausblick über die Weizenfelder und grünen Wiesen, auf einige Weingärten und den baumbewachsenen Friedhof, neben der Kapelle.

Auch hier lag eine große Hitze auf dem Land, die aber von einer leichten Brise hin und her bewegt wurde. Ich setzte mich auf den Steg, zog meine Sandalen aus, ließ meine Füße im Wasser baumeln und genoss das kühle Nass. Nachdem ich dort eine Weile selbstvergessen gesessen hatte, beschloss ich etwas weiter zu gehen und eine versteckte Stelle unter einer Trauerweide zu suchen, an der ich ohne gesehen zu werden ungestört baden konnte.

Unter einer großen Trauerweide, die weit über die Uferböschung hinaus ragte, streifte ich mein Kleid und meinen Unterrock ab und ließ mich ins Wasser gleiten. Meine erhitzte Haut sog die angenehme Kühle des Wassers auf. Ich schloss meine Augen und stellte mir vor, jeden Wassertropfen auf meinem nackten Körper zu spüren, wie Finger die mich sanft streichelten.
Plötzlich umfingen mich zwei starke Arme. Ich zuckte zusammen, wollte mich wehren, als eine sanfte dunkle Stimme sagte:

„Bitte wehr dich nicht, ich will dir nicht wehtun.“

Wie in Trance ließ ich ihn gewähren.

„Schließ die Augen, lass dich fallen, du wirst sehen wie schön das ist“, flüsterte er an meinem Ohr.

Ich gehorchte. Eine Gänsehaut überzog meinen Körper und meine Brustspitzen richteten sich auf. Er zog mich zu sich heran, ich spürte seine muskulöse Brust an meinem Rücken und lehnte mich zurück. Seine Körperwärme begann mich zu durchströmen, seine Lippen glitten über meinen Hals, meine Schultern. Seine Hände erforschten zärtlich und geduldig jede Stelle meines Körpers und meine Gedanken, die sich anfangs noch ängstlich in meinem Kopf drehten, begannen zu verblassen und meinen Gefühlen Platz zu machen. Er redete leise mit mir, wunderschöne Worte durchflossen mich und steigerten meine Erregung.

Es war ein Traum, es musste einer sein! Aber seine Hände, seine Lippen, sein Körper waren nur zu wirklich und als er spürte, dass jeglicher Widerstand hinweggeschwemmt war, drehte er mich zu sich und kam zu mir. Ich presste mich an ihn und als er sich langsam und immer tiefer bewegte, begannen Wellen über mich hinweg, durch mich hindurch zu gleiten. Wir genossen unsere Lust, bis zur Erschöpfung.

Als er mich später im weichen Gras in den Armen hielt, küsste er mich zärtlich und sagte mir seinen Namen ……

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