Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Still’

Poem 11.4

Schattengedicht

Du klebst an mir
Wie eine Klette
Doch nur bei Licht

Im Dunkeln unsichtbar
Bist mein Bild im Negativ
Tanzt mit mir im Regen

Gehst mit mir durch Dick und Dünn
Bin nie allein
Doch du bist still

Ein Windhauch nur
Aus Licht und Dunkelheit
Mein ständiger Begleiter

Ein Teil von mir
Flüchtig wie Nebel
Mein schelmischer Schatten

Read Full Post »

Es ist alles still. Natürlich ist nicht alles still. Von überall her dringen Geräusche zu mir. Ich höre meinen Atem und trotzdem: es ist alles still. Der See liegt vor mir ausgebreitet, wie ein schillernd grünes Tuch. Die Enten und Gänse gleiten gemächlich darüber hin. Die Blätter der Bäume wispern leise und über ihren mächtigen Baumkronen wandern Wattewolken. Spaziergänger gehen fröhlich plaudernd vorüber. Ich sehe zu, wie die Sonne ihre warmen Strahlen durch die Blätter schickt und Muster auf den Weg malt. Ich wünsche mir ein leichtes Herz, um alles so zu genießen, wie ich es jetzt sehe. Den Augenblick fest zu halten. Mit allen Farben, dem Duft des gemähten Grases, und dem Gefühl der lauen Brise auf meiner Haut.
Aber ich kann nicht unbeschwert sein, wenn die Welt um mich herum in Scherben fällt. Menschen, die geplant töten, rauben, betrügen. Egoisten, denen nichts heilig ist, nicht der Planet auf dem sie leben und nicht die Geschöpfe darauf.
Ich bestehe aus Knochen, überzogen mit Sehnen, Muskeln, Fleisch und Haut. In mir schlägt ein Herz, in meinem Schädel arbeitet ein Gehirn. Ich weiß, dass die Zeit kommt, da wird nichts mehr davon übrig sein. Die Zellen zerfallen zu Staub, vielleicht noch ein paar Erinnerungen, die jemand an mich hat. Wo wird meine Seele sein? Ich habe den Wunsch, dass sie nicht verloren geht, aber ich mache mir keine Hoffnung.
Ich sehe den Tag, die Gesichter der Wolken. Ich bin nur ein Sandkorn am Strand, ein Tropfen im Meer. Ich liebe das Leben und diese Erde.

Den Text habe ich im letzten August geschrieben und gerade, beim Durchblättern meines Arbeitsjournals, wieder gefunden. Die Jahreszeit hat sich geändert, aber meine Gefühle nicht.

Read Full Post »

Ich liebe das Leben

Das Ende der Welt kommt ohne Beobachter aus.

(H.M. Enzensberger)

Es ist alles still. Natürlich ist nicht alles still. Von überall her dringen Geräusche zu mir herüber. Ich höre meinen Atem und trotzdem: es ist alles still. Der See liegt vor mir ausgebreitet wie ein schillernd grünes Tuch. Die Enten und Gänse gleiten gemächlich darüber hin. Die Blätter der Bäume wispern leise und über ihren mächtigen Baumkronen wandern Wattewolken. Spaziergänger gehen fröhlich plaudernd vorüber. Ich sehe zu, wie die Sonne ihre warmen Strahlen durch die Blätter schickt und Muster auf den Weg malt. Ich wünsche mir ein leichtes Herz, um alles so zu genießen, wie ich es jetzt sehe. Den Augenblick fest zu halten. Mit allen Farben, dem Duft des gemähten Grases, und dem Gefühl der lauen Brise auf meiner Haut.

Aber ich kann nicht unbeschwert sein, wenn die Welt um mich herum in Scherben fällt. Menschen, die geplant töten, rauben, betrügen. Egoisten, denen nichts heilig ist, nicht der Planet auf dem sie leben und nicht die Geschöpfe darauf.

Ich bestehe aus Knochen, überzogen mit Sehnen, Muskeln, Fleisch und Haut. In mir schlägt ein Herz, in meinem Schädel arbeitet ein Gehirn. Ich weiß, dass die Zeit kommt, da wird nichts mehr davon übrig sein. Die Zellen zerfallen zu Staub, vielleicht noch ein paar Erinnerungen, die jemand an mich hat. Wo wird meine Seele sein? Ich habe den Wunsch, dass sie nicht verloren geht, aber ich mache mir keine Hoffnung.

Ich sehe den Tag, die Gesichter der Wolken. Ich bin nur ein Sandkorn am Strand, ein Tropfen im Meer. Ich liebe das Leben und diese Erde.

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: