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Posts Tagged ‘Tapsen’

Der Winter, den wir sehnsüchtig erwartet hatten, brach mit ungeahnter Macht über uns herein. Flüsse und Seen überzog eine dicke Eisschicht. Schnee fiel seit Tagen und begrub die Dörfer, Städte und Wälder unter sich. Die Bäume ächzten unter der Last der weißen Pracht. Die Tiere zogen sich in ihre Höhlen zurück und drängten sich enger zusammen.

Arie stand am Fenster und starrte durch das kleine Loch, das er mühevoll in die Eisblumenschicht gerieben hatte. Wie lange es wohl noch dauert, bis ich mit Milo und Franci schlittenfahren kann, überlegte er und seufzte sehnsüchtig.

Ein leises Knacken der Holzdielen ließ ihn aufhorchen. Dann folgte ein rhythmisches Tapsen. Wie kleine Kinderfüße in schnellem Getrappel. Ich bin doch allein, alle sind ausgegangen, dachte er, und Geister gibt es nicht. Arie atmete tief durch und drehte sich langsam um. Was er sah, versetzte ihn in ungläubiges Staunen und zauberte ein Lächeln auf sein Gesicht.

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Die Vorgabe war ein Lebkuchenmann und ein Lift(Aufzug) und so kam ich zu meiner diesjährigen Weihnachtsgeschichte. 🙂

Verdammt, wie bin ich bloß hierhergekommen? In einen viereckiger Kasten aus Metall. Nicht viel größer als eine Keksdose. Ha, aber nicht besonders gemütlich und stinken tut es hier – iiiihhh bäh, da wird mir echt übel. Es riecht nach nassem Hund und Pippi, aber darüber möchte ich lieber nicht nachdenken. Ich bin so fluffig und lecker, der Gestank wird mich verderben, dann wird mich niemand mehr essen wollen.

Am liebsten würde ich heulen, aber dann weicht mein Zuckerguss auf. Wie viel besser wäre es in einer Keksdose mit silbernen Schneeflocken und kleinen Engelchen. In der Gesellschaft von Zimtsternen und Vanillekipferl fühle ich mich besonders wohl, das ist wenigstens ein vernünftiger Geruch! Und erst der Tannenduft, Orangen, Nelken und natürlich Lebkuchenduft.

Darum mögen mich die Leute auch so gerne. Ohne Lebkuchen kein Weihnachten. Nur mal so unter uns, die ersten gewürzten Honigkuchen gab es, wenn man den Historikern glauben darf, schon 350 v.Chr. in Ägypten.
Und DIE vergessen mich einfach hier in diesem dreckigen, stinkenden Kasten. Dabei hat mich ein Meisterbäcker aus Nürnberg gebacken und ich bin mein Geld wert!

Es macht ein surrendes, brummendes Geräusch. Ein Bing ertönt. Es zischt. Tageslicht fällt in den Kasten. Tapsen und Schritte erfüllen den Raum. Plötzlich leckt eine raue Zunge an mir herum. Es kitzelt. Meine bunten Schokoknöpfe lösen sich. Die Zunge schiebt mich über den stinkigen, feuchten Boden. Iiiihhh, holt mich hier raus! Die Zunge leckt weiter, spitze Zähne kauen an mir herum. Inzwischen fehlen mir ein Bein und ein Arm. Wo ist der Weihnachtsmann, wenn man ihn mal braucht?

Das Bing ertönt. Es zischt. Die Zunge lässt von mir ab. Tapsen und Schritte entfernen sich. Ich bin nur noch ein braunes, unansehnliches Häufchen Lebkuchen. Zuckerguss weg, Schokoköpfe weg. Leute weg. Mir reicht`s! Ich habe keinen Bock mehr auf Weihnachten! Im nächsten Leben werde ich Marzipankartoffel, die kommt nur im Rudel und in der Tüte.

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