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Posts Tagged ‘Tisch’

Dach, Eischnee, Gabel, weinen

Ich ziehe die Vorhänge zurück und traue meinen Augen kaum. In der Nacht hat es geschneit! Unser Garten liegt unter einer silberweißen glitzernden Schneedecke begraben. Das Dach des Gartenhäuschens sieht aus, als hätte ihm ein Konditor eine Haube aus Eischnee aufgesetzt.

Die Spatzen und Meisen besetzen das Futterhäuschen vor meinem Fenster. Lautstark und mit wedelnden Flügeln streiten sie um jedes Korn.

Die Freude über diesen herrlichen Morgen treibt mir Tränen in die Augen. Mein Wunsch erfüllt sich. Noch einmal den Zauber einer Winterlandschaft erleben.

„Hast du Lust auf einen Spaziergang nach dem Frühstück?“, hörte ich Leons sanfte Stimme hinter mir.

Er legt die Arme von hinten um mich und blickt über meine Schulter hinaus. Ich genieße den Moment der Geborgenheit und seiner Wärme.

„Ja, sehr gerne“, sage ich leise.

„Dann zieh dich an, der Tisch ist gedeckt“, er küsst mich auf die Schläfe und macht sich auf den Weg in die Küche.

Zum Glück sieht er die Tränen nicht, die sich aus meinen Lidern stehlen. Ich muss es ihm sagen. Endlich! Es wird Zeit Leon meinen Abschied anzukündigen. Er soll ihn nicht völlig unvorbereitet treffen.

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Kurze Antwort: In Seligenstadt am Main.

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Ausführlicherer Bericht: Hanni und ich fuhren kurz vor 9 Uhr los. Das Wetter, wie man so schön sagt, durchwachsen, aber mit Regenschirm ausgestattet kein Problem. Kalt ist es nicht, 17 Grad bei unserer Ankunft in Seligenstadt eine Dreiviertelstunde später.

Da wir zu den ersten Touris an diesem Pfingstmontag gehören ist es im Klostergarten noch wunderbar still. Im Bienenlehrstock dagegen ist Betrieb. Die kleinen Honigsammler sind fleißig und fliegen eifrig raus und rein. Es summt und brummt.

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Von dort steuern wir direkt das Klostercafé an. Der Himmel ist zwar bedeckt, aber die Temperatur ist angenehm und wir suchen uns ein Plätzchen auf der Terrasse. Das Café wird von Menschen mit Handicap betrieben. Es gibt super leckeren Kuchen und wirklich guten Kaffee! Wir setzen uns und sofort ist ein netter Kellner zur Stelle. Er erklärt uns, wie wir bestellen können. Auf jedem Tisch steht ein Holzklötzchen mit Bleistift, Zettelblock und Speisekarte. Auf dem Zettel notieren wir: 2 Milchkaffee, Tisch 24. Der junge Mann holt den Bestellzettel ab und kurz darauf stehen zwei Milchkaffee mit Keks auf dem Tisch.

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Hanna holt ihr Skizzenbuch aus der Tasche und malt ein Bild von der Geranie auf dem Tisch. Ich fotografiere den Blick von unserem Sitzplatz aus und später die fertige Zeichnung.

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Als die Sonne hinter den Wolken auftaucht, brennt es unangenehm auf der Haut. Ich spanne den Sonnenschirm auf.
Man spürt den Sommer deutlich, auch wenn er kalendarisch noch vier Wochen entfernt ist. Es riecht nach Rosen und Gras. Die warme feuchte Luft nimmt alles auf und trägt sie fort. In der Nähe hört man das Plätschern des Brunnens. Auf seinem Grund liegen glänzende Cent-Stücke.

Nach dem Kaffee machen wir einen Rundgang durch den Klostergarten, von dort gehen wir zur Klostermühle. Es ist Mühlentag und wir können uns die Mühle von innen ansehen. Dort ist ein netter Herr, der uns erklärt wie aus Sonnenblumenkernen Öl gepresst wird.

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Die Klosterbäckerei hat ebenfalls auf und wir kaufen ein superleckeres Steinofen Brot. Es ist noch warm und duftet. Das Wasser läuft uns im Munde zusammen. Auch der Kuchen lächelt uns an, aber wir wollen gleich ein Eis essen und Entscheidungen müssen gefällt werden. Wir heben uns den Kuchen für nächstes Mal auf.

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Hanni und ich gehen Richtung Main. In einem kleinen Eiscafé holen wir uns ein riesiges Eis. Wir suchen uns eine freie Bank am Main, lecken genüsslich unser Eis, versuchen uns nicht voll zu kleckern und sehen dem Übersetzen der Fähre zu. Vor uns scharwenzeln Enten herum und warten darauf, dass ein paar Brocken von der Waffel abfallen. Aber nicht mit uns, immerhin ist es eine Waffel mit Schoko-Überzug und Krokant.

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Wir sitzen eine ganze Weile auf der Bank. Die Fähre fährt hin und her, zwei große Frachtkähne ziehen gemächlich an uns vorüber und verursachen heftigen Wellengang auf dem die Schwäne auf und ab schaukeln. Irgendwann reißen wir uns los und machen uns auf dem Heimweg.

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Vorher gehen wir noch mal ins Kloster. Dort kann man verschiedene Setzlinge kaufen. Ich habe es auf einen Feigenbaum abgesehen. Wir suchen uns ein schönes Pflänzchen aus und werfen den Obolus in die angekettete Gießkanne. Zufrieden gehen wir zum Auto und freuen uns darauf, zu Hause eine leckere Scheibe Kloster-Bäcker-Brot mit Butter und Käse zu essen.

 

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