Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Titel’

Band, faul, Spiegel, Spitze

„Sei nicht so faul, Eliza! Gib mir das Spitzenband da. Das weiße mit den goldenen Röschen.“

Kitty stampfte mit dem Fuß auf und sah Eliza mit zusammengezogenen Augenbrauen und herunterhängenden Mundwinkeln an. Eliza hatte die Arme untergeschlagen und machte keine Anstalten sich zu bewegen.

„Ich muss auf dem Ball wunderschön sein! Austin muss sehen, dass er keine bessere haben kann!“, jammerte sie.

„Wie heißt das Zauberwort?“

Eliza verkniff sich ein Grinsen. Kitty war eitel, launisch, hager und verbissen, aber ihre Mitgift war so hoch, dass die Freier Schlange standen. Nur Austin nicht. Obwohl keine Aussicht bestand, dass er in nächster Zeit zu Vermögen kommen würde. Er hatte nur den Titel und seine Ehre.

„Bitte!“, Kitty versuchte ein Lächeln. Es verunglückte. „Siehst du nicht, dass ich hier nicht weg kann?“
Kitty stand auf einem Podest, die Arme in die Höhe gestreckt und wedelte mit den Händen in Elizas Richtung. Eine Schneiderin steckte ihr gerade die Seiten über der Taille ab.

„Bitte Miss Kitty, stehen sie still. Ich übernehme keine Verantwortung dafür, wenn sie von einer Nadel gestochen werden“, tadelte die Schneiderin Kitty.

Kitty presste die Lippen zusammen und versuchte still zu halten. Mit den Augen gab sie Eliza ein Zeichen. Aufreizend langsam setzte sie sich in Bewegung und brachte Kitty das geforderte Band. Der Ball wird spannend, dacht sie, Kitty beißt sich an Austin die Zähne aus.

Advertisements

Read Full Post »

Die Vier-Spalten-Methode

1. Nimm zwei DIN A3 Blätter und füge sie mit Klebeband an den Längsseiten zusammen. So hast du genug Platz zum Schreiben. Teile dein großes Blatt auf Vorder- und Rückseite in vier Abschnitte. (Wobei Abschnitt 1 und 4 etwas kleiner ausfallen können.)

2. Oben in die erste Spalte kommt das Wort „Tagebuch“, in die zweite „Text“ und vielleicht der Titel, in die dritte „Ergänzung zum Schreibprojekt“ und in die vierte Spalte „Flohmarkt“.

IMG_0984

3. In das Segment „Tagebuch“ wird während des Schreibprozesses alles aufgeschrieben, was nicht unmittelbar mit dem Text zu tun hat, sich aber in deinem Kopf herumtreibt und deinen Schreibfluss stört. Das können Termine, Einkaufslisten, Ärger, Freude, oder auch Gedanken sein, warum es gerade beim Schreiben hakt oder die Diskussion mit deinem inneren Kritiker und seine Verbannung. 🙂 (Elisabeth George empfiehlt ein Roman-Tagebuch. Dort kann alles abladen werden, was einen während des Schreibens beschäftigt.)

4. In den Abschnitt „Text“ kommt der Text, an dem du gerade schreibst. Und zwar so, wie er dir in den Kopf kommt. Erst schreiben, später überarbeiten.

5. Beim Abschnitt „Ergänzung zum Schreibprojekt“ wird alles eingetragen was für die spätere Überarbeitung nützlich sein kann: Ideen zur Figur. An welchem Set noch gearbeitet werden muss. Für welches Wort du ein anderes einsetzen willst. Wo noch recherchiert werden muss, oder auch ein Einschub in den Text, der später hinzugefügt werden soll, dir aber beim Schreiben noch nicht eingefallen war.

6. In dem letzten Segment „Flohmarkt“ kann alles gesammelt werden, das dir siedend heiß einfällt, was für den derzeitigen Text nicht genutzt, aber vielleicht in anderen Texten verwendet werden kann, die sich schon auf der „was-ich-als-nächstes-schreiben-will“-Liste befinden usw.

Vielleicht nicht für jeden Tag, so doch eine kleine Abwechslung vom „normalen“ Schreibprozedere. Etwas frischer Wind und Bewegung im Alltag des Autors. Ich habe mir angewöhnt ein Romantagebuch zu schreiben (siehe 3). Dort kann ich Erfolge feiern (zur Motivation schreibe ich mir jeden Tag auf, wie viele Wort ich geschrieben habe), aber auch meinem Ärger Luft machen. Für größere Vorhaben gibt es ein Projektbuch, in dem ich alles notiere, Charaktere, Orte, Plot, Recherchen, Ideen, Szenen, die ich noch schreiben will, Fragen zum Text, Zeitleisten usw.

Read Full Post »

… stimmt genau und ich hänge zu Hause fest. Fuß gebrochen. Mist! Eigentlich hätte ich Urlaub, eigentlich habe ich mir so viel vorgenommen, eigentlich säße ich in meinem Lieblingscafe und würde schreiben … Ich hadere mit mir und der Welt. Ok! Ich sitze auf dem Sofa und kann lesen und schreiben. Neben mir liegt meine Katze und leistet mir schlafend Gesellschaft. Lesen und schreiben ist ja auch toll – aber wenn man nichts anderes tun kann und schon wegen eines Kaffees Hilfe braucht -kochen geht ja noch, aber ich kriege den Becher nicht unfallfrei zum Sofa, dann nervt das schon. Inzwischen laufe ich mit meinem To-Go-Becher in einem kleinen Leinenbeutel durch die Gegend.

 *

Und dann heute Morgen noch der Knüller! Ich habe nach langer Zeit, hatte schon nicht mehr damit gerechnet, die Antwort-Mail eines Verlages bekommen. „…. hätte ich gerne eine Leseprobe ihres Romans – Lilith, Schwester des schwarzen Mondes“ angefordert…. was mir aber aus persönlichen Gründen nicht möglich ist. Weiterhin viel Erfolg mit ihrem Manuskript.“ Das treibt mir echt die Tränen in die Augen. – Und das nachdem ich heute Nacht von einem Schreibkurs träumte, an dem ich teilnahm, um noch mehr zu „lernen“ und die Schreibkursleiterin mich dermaßen zur Schnecke machte, dass ich wortlos meine Sachen packte und ging, mit dem festen Entschluss nicht zurückzukehren.

*

Verdammt, was ist los! Wo ist mein Selbstbewusstsein hin? Liegt es an den Lektionen von Sol Stein, durch die ich mich die letzten Tage gekämpft habe(Unter der Prämisse: irgendwo muss der Haken bei meinen Texten sein)? Vielleicht sollte ich das Buch verbrennen?

*
Ich habe einen erotischen Roman geschrieben, der sogar (für einen erotischen Roman) gute Kritiken bekommen hat (http://intern.blue-panther-books.de/app/isbn.asp?isbn=9783862770274). Maria Bertani (Psedonym), Aurelia, Nymphe der Lust, erschienen bei „blue panther books“. Ein echter Verlag mit allem drum und dran. Es hat Spaß gemacht, das Buch zu schreiben, aber ich habe auch noch andere Sachen auf Lager.  Fantasy, Liebesgeschichten, Historie usw.
*
Lange Rede kurzer Sinn – ich bin heute irgendwie nicht in Stimmung oder mal wieder in Kampfstimmung. Ich mag meine Texte, meine Ideen, meine Geschichten, und bin doch so verunsichert, dass ich mich am liebsten ins Bett legen würde, um mir die Decke über den Kopf zu ziehen. Blöd nur, dass ich da gerade herkomme und ich vom Rumsitzen- und liegen völlig genervt bin.
 *
Ich humpele jetzt in die Küche und schnippele Kartoffelspalten … hübsch bequem auf meinem Stühlchen. (Die Ironie tropft gerade aus meinem Laptop.) Danach mache ich mich wieder an die Korrektur von Aldenham Park (Fantasy) und auf Sol Stein pfeife ich ganz geflissentlich.
*

PS.: Den Titel (Das Leben findet draußen statt) habe ich mir von der Seite: http://mbeyersreuber.wordpress.com/ entliehen. Er passt hervorragend zu meiner  Situation.

P.P.S.: Danke an meine liebe Familie, die mich umsorgt und  mir den Alltagskram abnimmt!!! 🙂

Read Full Post »

%d Bloggern gefällt das: